Die digitale Kommunikation als Chance

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Von Jamie Vrijhof-Droese, Managing partner, WHVP

Mit grossen Schritten nähern wir uns dem Ende der Übergangsfrist von FINIG und können uns als Branche dann hoffentlich wieder zukunfts-gerichteten und umsatzgenerierenden Themen zu wenden. Eines dieser Themen sollte die digitale Kommunikation sein. Die Schweiz als Vermögensverwaltungs-Mekka konnte es sich für lange Zeit erlauben sich auf ihren Lorbeeren bzw. ihrem Ruf auszuruhen. Neukunden kamen über Empfehlungen und das restliche Wachstum konnte in den letzten zehn Jahren mit Performance geschaffen werden. Das wird sich ändern. Und jede Veränderung birgt wie immer auch unglaubliche Chancen.

Während die Baby Boomer Generation langsam ihr Vermögen weiter gibt, wenden sich Millenials bei der Suche nach Finanzexperten eher digitalen Kanälen zu. Dies gilt besonders auch für Frauen. Was früher Visitenkarten und ein persönliches Vorstellungsgespräch waren, sind heute Webseiten, Social Media und Google Rezessionen.

Als erstes sollten Sie Ihr Unternehmen auf Google beanspruchen. Wenn Sie ihr Business Profile erstellen, ermöglicht Ihnen das direkt auf Google Ihre Dienstleistungen, Adresse, Öffnungszeiten und sogar Fotos zu veröffentlichen. Kunden können Wegbeschreibungen zu Ihnen anfordern oder Sie bewerten. Dies gibt mehr Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit.

Ebenfalls sollten Sie Ihre Webseite kritisch überarbeiten. Ist sie optisch ansprechend, übersichtlich und hat Sie einen klaren «call-to-action»? Bei der Webseite gilt Mut zur Authentizität. Sie können nicht alles für jeden sein, also überlegen Sie sich wen Sie ansprechen möchten. Zeigen Sie Menschlichkeit. Keine Floskeln, dafür aber Transparenz. Schreiben Sie Ihre Mindestvolumina sowie auch Ihre Gebühren direkt auf Ihre Webseite, das erspart allen Beteiligten Zeit. Zeigen Sie wofür Sie stehen, was Ihre Werte sind und wer die Menschen hinter Ihrem Unternehmen sind.
Da viele Vermögensverwalter die Chance des Internets noch nicht realisiert haben, birgt dies Opportunitäten sich einen Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern zu schaffen. Das Schöne an der digitalen Welt ist, dass sehr vieles ohne Investitionen mit etwas Kreativität und Mut selber gemacht werden kann. Dies gibt insbesondere auch kleineren Unternehmen die Möglichkeit sich zu versuchen und online ihren eigenen Fingerabdruck zu hinterlassen. Daher mein Appell, nutzen Sie im neuen Jahr die freigewordene Compliance Zeit um Ihre Expertise und Unternehmensidentität zu erforschen und online zu präsentieren.

Jamie Vrijhof-Droese ist Managing Partner bei WHVP. Sie begann ihre Bankkarriere im Jahr 2009 bei der Credit Suisse. Danach arbeitete sie mehrere Jahre bei einem spezialisierten Finanzplaner. 2020 hat der Gründer, Robert Vrijhof, die Firma an seine
Tochter Jamie Vrijhof-Droese und deren Ehemann Urs Vrijhof-Droese übergeben. Dies, nachdem die beiden ein Jahr zuvor die operative Leitung übernommen hatten. Jamie Vrijhof-Droese ist Co-Autorin des Buches «Swiss Money Secrets» (Banyan Hill Publishing, 2018) und hat einen Bachelor-Abschluss in Bank- und Finanzwesen sowie einen
MBA von der Universität St. Gallen.

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