Grafikprozessoren bestimmen die Zukunft der Datenverarbeitung

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Von Hamish Chamberlayne, Head of Global Sustainable Equities, und Richard Clode, Portfoliomanager für Technologieaktien, Janus Henderson Investors

Grafikprozessoren (englisch graphics processing unit, kurz GPU) sind die Motoren für die Zukunft der Datenverarbeitung. Ein GPU ist eine spezialisierte elektronische Schaltkarte, die neben dem Gehirn des Computers, dem Hauptprozessor, arbeitet, um die Leistung des Computers zu steigern.

GPUs sind für die gleichzeitige Ausführung einer grossen Anzahl von Arbeitslasten konzipiert, um die Recheneffizienz zu erhöhen. Die Fähigkeit von GPUs, grosse Datenblöcke parallel zu verarbeiten, macht sie optimal für das Training von künstlicher Intelligenz (KI) und Deep-Learning-Modellen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind breit gefächert und reichen von der Ermöglichung von Webdiensten bis zur Verbesserung autonomer Fahrzeuge und medizinischer Forschung.

Das Mooresche Gesetz – die Beobachtung, dass sich die Anzahl der Transistoren in einem integrierten Schaltkreis alle zwei Jahre verdoppelt, während sich die Kosten für die Datenverarbeitung halbieren – hat die Verwendung von GPUs demokratisiert, da sie billiger und leichter verfügbar geworden sind. Heute sind Hochleistungs-GPUs für viele verschiedene Technologien von zentraler Bedeutung und werden die Grundlage für die nächste Generation von Computerplattformen bilden.

Digitalisierung treibt Dekarbonisierung voran

Die Anwendung von KI und Deep Learning sind für eine erfolgreiche digitale Zukunft unerlässlich. Die Digitalisierung spielt eine positive Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung und die soziale Ermächtigung, es besteht eine enge Verbindung zwischen Digitalisierung und Dekarbonisierung: Die Digitalisierung “knackt” die Hülle traditionell analoger Funktionen, fördert die Datentransparenz und stattet Unternehmen und Einzelpersonen mit dem entsprechenden Wissen aus, damit sie auf der Grundlage ihres derzeitigen Verhaltens fundierte Entscheidungen über Verbrauch, Produktion und Reduzierung treffen können.

Die Digitalisierung hat bereits damit begonnen, traditionelle Praktiken zu durchdringen und voranzutreiben – Hersteller integrieren Technologie in industrielle Prozesse, um die Produktion zu optimieren, Gebäudemanager nutzen intelligente Technologie und Datenanalyse, um sicherzustellen, dass Energie nur dann verbraucht wird, wenn es nötig ist, und intelligente Verkehrssysteme analysieren Verkehrsdaten, um Staus, Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu reduzieren.

Hat der Einsatz von Energietechnologien seinen Preis?

Eine der grössten Herausforderungen bei der globalen digitalen Transformation ist der hohe Energiebedarf für Hochleistungscomputer. Es besteht der Irrglaube, dass ein Anstieg der Nutzung von Rechenzentren gleichbedeutend mit einem erhöhten Energiebedarf ist. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) ist der Energieverbrauch von Rechenzentren trotz des explosionsartigen Anstiegs der Nachfrage nach Rechenzentren und des Internetverkehrs tatsächlich gleichgeblieben. Diese Diskrepanz ist auf effiziente Systeme und Prozesse zurückzuführen. Indem sie eine intelligentere Energienutzung ermöglichen, tragen GPUs zum Teil dazu bei, den Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren. Die Konzentration auf kontinuierliche Effizienzverbesserungen in der Infrastruktur von Rechenzentren ist eine wesentliche Voraussetzung für das Erreichen der Netto-Null-Ziele und unterstreicht die Rolle, die GPUs bei der Schaffung einer nachhaltig digitalisierten Welt spielen.

Ethische Implikationen der KI

Obwohl der breite Anwendungsbereich der KI viele Vorteile bietet, birgt die zunehmende Verbreitung der Technologie auch erhebliche ethische Risiken.

In Fällen, in denen KI billiger, schneller und intelligenter als menschliche Arbeitskräfte ist, kann sie eingesetzt werden, um bestehende Arbeitskräfte zu ersetzen. Die Auswirkungen, die dies auf die Beschäftigung haben könnte, müssen anerkannt werden. In diesen Fällen sind die langfristigen Folgen für die Gesellschaft unbedingt zu berücksichtigen. Es gibt jedoch auch einen Vorteil, wenn monotone Aufgaben von der KI übernommen werden. Durch die Freisetzung von Humankapital bietet sich für den Einzelnen die Möglichkeit, erfüllendere Aufgaben wie Personal Training, kreatives Gestalten und Unterrichten zu übernehmen.

Innovationsförderer GPUs

Die Digitalisierung ist der Grundstein für unsere Zukunft. Von den bescheidenen Anfängen haben sich GPUs zu einem der wichtigsten Förderer von digitalem Wandel in der Gesellschaft entwickelt. Die nächste Generation der Datenverarbeitung ist für das Erreichen der globalen Nachhaltigkeitsziele von entscheidender Bedeutung. Bei der Analyse einzelner Unternehmen ist die Umstellung auf ein kohlenstoffarmes Geschäftsmodell ein Wegweiser für langfristigen Erfolg, und die Technologie wird diesen Wandel ermöglichen.

 

Hamish Chamberlayne ist Head of Global Sustainable Equities bei Janus Henderson Investors und verantwortlich für die Verwaltung einer Reihe von globalen und regionalen nachhaltigen Aktienstrategien. Er kam 2011 als Investment-Analyst zu Janus Henderson und arbeitete ab 2012 als Investmentmanager. Davor war er als Aktien-Analyst im globalen Equities Team von Gartmore tätig. Von 2004-2007 arbeitete er als Senior Auditor bei PricewaterhouseCoopers, wo er unterschiedliche Sektoren abdeckte, darunter die Bereiche Energie, Technologie und Kommunikation. Erste Station seiner Karriere war 2003 bei Burlington Consultants. Dort war er für die Commercial Due Diligence von Private-Equity-Firmen identifizierter Übernahmeziele zuständig.
Hamish Chamberlayne hat am New College der Universität Oxford ein Masterstudium in Chemie absolviert. Er ist Chartered Financial Analyst und ausgebildeter Wirtschaftsprüfer. Er hat 19 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche.


Richard Clode ist Portfoliomanager bei Janus Henderson Investors – eine Position, die er seit seinem Eintritt bei Henderson im Jahr 2014 innehat. Er ist verantwortlich für das Co-Management der Strategien Global Technology Leaders und Sustainable Future Technologies. Vor seinem Eintritt bei Henderson hatte er Positionen bei Gartmore, Moore Capital und Pioneer Investments als Analyst für Technologiewerte in Schwellenländern inne. Er begann seine Karriere 2003 im Technologiesektor als Portfoliomanager bei Herald Investment Management.
Sein Studium an der Universität Oxford schloss er mit einem First Class Honours Degree ab. Er ist Chartered Financial Analyst und verfügt über 19 Jahre Berufserfahrung in der Finanzbranche.

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