“Ich finde mich im Herzen des Silex-Ökosystems wieder”

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Interview mit Stéphanie de Torquat, SILEX

Von Elsa Floret

Stéphanie de Torquat ist als Chefökonomin zu Silex gestoßen. Diese Ernennung, die eine Premiere für die Gruppe darstellt, markiert den Willen von Silex, die Animation von Inhalten und Investitionsempfehlungen zu institutionalisieren.

Warum wollten Sie sich Silex anschließen?
Silex bietet mir die Möglichkeit, mich in einem dynamischen Umfeld zu entwickeln, in dem viel Raum für freies Denken eingeräumt wird. Die Nähe der verschiedenen Teams fördert die Kommunikation und die schnelle Umsetzung relevanter Projekte. Besonders begeisternd fand ich auch, sowohl auf menschlicher als auch auf beruflicher Ebene, dass Silex den Willen hat, sich einem breiten Kundenkreis zu öffnen, auch auf internationaler Ebene. Das Entwicklungspotenzial des Unternehmens ist ein echter Motor im Alltag, und ich war sehr schnell davon überzeugt, dass ich mich dort langfristig entfalten kann.

Was ist Ihre erste Herausforderung als Chefökonomin bei Silex?
Als Chefökonomin befinde ich mich im Herzen des “Silex-Ökosystems”. Das makroökonomische Szenario ist von zentraler Bedeutung, da es die Grundlage für die Anlageüberzeugungen bildet, die wir unseren Kunden in Zusammenarbeit mit unseren Experten für die verschiedenen Anlageklassen, die wir abdecken, empfehlen.
Die Herausforderung für mich wird darin bestehen, dazu beizutragen, die Glaubwürdigkeit von Silex als Anbieter von soliden, kohärenten und dauerhaften Inhalten über das “Produktangebot” hinaus zu festigen. Alles, was wir unseren Kunden anbieten, muss Teil eines ganzheitlichen Ansatzes sein, der auf starken Überzeugungen beruht. Eine globale Geschichte aufzubauen, um die herum unser Angebot strahlt, ist möglich geworden, weil Silex mittlerweile eine gewisse Reife erreicht hat. Und aus diesem Grund freue ich mich, in diesem Stadium der Entwicklung von Silex dabei zu sein.

Wie sieht Ihr makroökonomisches Szenario für das letzte Quartal 2022 aus?
Vor dem Hintergrund der bekannten Inflation, die mit einer äußerst restriktiven Verschärfung der finanziellen Bedingungen einhergeht, ist es schwierig, an ein ruhiges letztes Quartal zu denken.
Der amerikanische Verbraucher hat bislang eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit bewiesen, getragen von einer für die USA typischen Form der Dynamik, aber auch von den exzessiven geld- und fiskalpolitischen Unterstützungsmaßnahmen der letzten Jahre. Allerdings wird sie wahrscheinlich irgendwann unter der Last der steigenden Kapitalkosten und Hypothekenzinsen zusammenbrechen.
Was die Eurozone betrifft, so steht ihr ein komplizierter Winter bevor, der von einer beispiellosen Energiekrise, einem bereits eingeleiteten Abschwung und einer Zentralbank, die nicht zurückweicht, geprägt ist. Die Inflation dürfte im Laufe des Quartals ihren Höhepunkt überschreiten und einen Abwärtstrend einleiten, was jedoch mit hohen Kosten verbunden sein wird.
Die Schweiz scheint angesichts des globalen Konjunkturabschwungs ziemlich unbeschadet zu bleiben, was zum Teil auf einen günstigen Energiemix und zum Teil auf eine starke Währung zurückzuführen ist, die die importierte Inflation in Grenzen hält. Da es sich um eine kleine offene Volkswirtschaft handelt, deren wichtigster Handelspartner die Eurozone ist, wird es jedoch nicht von der allgemeinen Wirtschaftsflaute verschont bleiben. In diesem schwierigen Umfeld muss man weiterhin selektiv nach Gelegenheiten suchen, aber auch bereit sein, sich schnell zu positionieren, wenn das Umfeld dies zulässt.

 

Von 2010 bis 2022 arbeitete Stéphanie de Torquat als Senior Makroökonomin und Mitglied des Investmentkomitees bei Lombard Odier, von 2010 bis 2014 in London und danach in Genf. Zwischen 2017 und 2022 war sie für die makroökonomische Sicht auf die Schwellenländer zuständig. Von 2006 bis 2010 war sie Mitglied des Anlagestrategieteams bei Goldman Sachs Asset Management in London, wo sie vor allem institutionelle Kunden betreute.
Stéphanie ist Absolventin der ENSAE in Paris – École Nationale de la Statistique et de l’Administration Économique – und hat einen Master of Science in Financial Engineering von der Columbia University, New York.

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