Fixed Income – Ideale Balance zwischen Rendite und Qualität

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Von Yoram Lustig – T. Rowe Price

Zahlreiche Anleger halten Unternehmensanleihen aus Schwellenländern noch heute für ein Nischeninvestment. Jedoch weisen diese in den Portfolios gegenüber anderen Segmenten stark unterrepräsentierten Investments eine Dynamik auf, die erhöhte Aufmerksamkeit verdient.

Der Trend zu weltweit niedrigeren Zinsen bewegt Investoren auch in diesem Jahr. Auf der Suche nach Rendite könnten sie bei Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern fündig werden. Ihr Mix aus historisch attraktiven Renditen, vergleichsweise niedriger Duration und geringer Korrelation mit Staatsanleihen macht diese Anlageklasse zu einer attraktiven Option für Anleger, die die Performance ihrer Portfolios steigern und das Risiko diversifizieren wollen.

Aufstrebende Märkte profitieren von einer «dreifachen Prämie» der drei Schlüsselfaktoren Wachstum, Demographie und Wandel. So hat sich ihr Wirtschaftswachstum zuletzt den Spitzenraten der entwickelten Märkte in den 1980er Jahren angenähert. Die Demographieprämie wiederum basiert auf der Tatsache, dass der prozentuale Anteil der Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und darüber in den Schwellenländern ähnlich niedrig ist wie in den entwickelten Ländern Anfang der 1970er Jahre.

Die Wandelprämie schliesslich beruht auf unterschiedlichen Entwicklungen. Zunächst ermöglicht die Eindämmung der Inflation den Zentralbanken, die monetären Bedingungen in den kommenden Jahrzehnten zu lockern, um das Wachstum zu stimulieren. Zusammen mit einer niedrigeren Inflation sollte dies zu langfristig niedrigeren Anleiherenditen führen. Währenddessen dürften sinkende Zinsen die Preise für Vermögenswerte in den Schwellenländern beflügeln und die Unternehmen durch niedrigere Kreditkosten unterstützen. Nicht zuletzt sollte den Emerging Markets (EM) die Finanzdisziplin der Regierungen sowie die Verbesserung der Corporate Governance zugutekommen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, in aufstrebende Märkte zu investieren: mit Aktien, Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen. Corporate Bonds warten mit einzigartigen Eigenschaften für eine gute Performance in verschiedenen Szenarien auf. Sie bieten eine attraktive Rendite, die fast ebenso hoch ist wie die von Hochzinsanleihen und Schwellenländer-Staatsanleihen in Hartwährung. Gleichzeitig ist das strukturelle Tail Risk geringer, weil sich in diesem Segment weder Anleihen mit CCC-Rating noch in den Frontier-Markets begebene Titel finden. Zudem weisen EM-Unternehmensanleihen unter einer Vielzahl von Anleihenindizes die beste Relation zwischen Rendite und Duration auf. Nicht zuletzt ermöglichen die relativ kurze Duration und der hohe Carry eine gute Entwicklung sowohl in einem Umfeld leicht steigender als auch fallender Zinsen.

Unterstützt wird dies von der stetigen Verbesserung des Marktes für Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets in den vergangenen Jahren: Hatten zu Beginn dieses Jahres etwa 70% der Anleihen aus den Schwellenländern ein Investment Grade-Rating, waren es zu Beginn des Jahrtausends weniger als 40%. Setzen sich diese Trends fort, werden sich die Spreads zwischen EM-Anleihen und Developed Market-Anleihen (DM-Anleihen) weiter verringern und der Performance einen weiteren Schub verleihen.

Die kumulative Performance von EM-Unternehmensanleihen seit 2001 entspricht derjenigen von globalen Aktien – jedoch bei deutlich geringeren Schwankungen. In diesem Zeitraum gab es lediglich in drei Jahren negative Renditen. Den einzigen bedeutsamen Rückgang von knapp 17% gab es 2008 während der globalen Finanzkrise. Doch schon im darauffolgenden Jahr gab es eine signifikante Erholung von über 37%.

Die langfristige Korrelation von EM-Unternehmensanleihen zu globalen Aktien beträgt 0,59 und zu Aktien aus den Schwellenländern 0,62. Zugleich weisen EM-Unternehmen seit 2004 eine geringere Volatilität auf als globale Aktien und die meisten globalen Hochzinsanleihen. Durch die Kombination mit Aktien können Investoren daher Diversifikationsvorteile in Multi-Asset-Portfolios erzielen. Gleiches gilt für reine Anleiheportfolio: Eine Kombination von 10% EM-Unternehmensanleihen und 90% globalen Staatsanleihen aus den Industrieländern verringert das Risiko und erhöht die Performance.

EM-Unternehmensanleihen überzeugen mit hohen Renditen und Diversifikationsvorteilen, dem Potenzial für Kapitalzuwachs und der Möglichkeit der Generierung von Alpha. Anleger sollten indes deren Volatilität und die spezifischen Risiken in den Emerging Markets berücksichtigen. Ein aktives Management sowie eine sorgfältige Auswahl können diese Risiken mindern und Anlegern die Vorteile dieser Anlageklasse zugänglich zu machen.

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