Innovative Ansätze zur Bekämpfung des Klimawandels

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Von Roberto Bartolomei, Leiter des Bereichs THEAM Quant Fund Sales, BNP Paribas Global Markets

Im Rahmen der immer drängenderen Energiewende wird der Ausgleich des CO2-Fussabdrucks heute von immer relevanteren Anlagelösungen begleitet. Sie ermöglichen es, finanzielle Erträge auf den Aktienmärkten mit positiven Auswirkungen auf den Klimawandel zu verbinden.

Angesichts der drohenden globalen Erwärmung stehen die Unternehmen unter zunehmendem Druck, ihre Kohlenstoffemissionen zu reduzieren und nachhaltigere Geschäftsstrategien zu verfolgen. Auf diesem Weg stellen Kohlenstoffkompensationen ein wertvolles Instrument dar, um die unmittelbare Verantwortung für die verbleibenden Emissionen zu übernehmen und gleichzeitig diesen Übergang zu ermöglichen.

In der Welt der Investitionen hat dies zu einem Wachstum des Marktes für freiwillige Emissionen geführt. Da die Anleger nach skalierbaren Möglichkeiten suchen, eine Rolle bei unserem globalen “Netto-Null”-Umstieg zu spielen, verlangen sie zunehmend nach Anlagelösungen, die sich an der Schnittstelle zwischen Liquidität, Reduzierung des CO2-Fussabdrucks und greifbaren sozialen und ökologischen Auswirkungen befinden.

Die Diversifizierungslücke bei Impact Funds schliessen

Die Motivation besteht darin, institutionelle Anleger in die Lage zu versetzen, einen erheblichen Teil der Emissionen auszugleichen, die durch ihre Investitionen im Rahmen der OGAW-Richtlinie entstehen.

Die Entwicklung des Marktes für Emissionskompensationen zu einem OGAW-Format ist ein wichtiger Schritt, um die Lücke zwischen Impact- und diversifizierten Aktienanlagen zu schliessen. Durch solche Lösungen können die Kunden nicht nur ihre negativen Auswirkungen ausgleichen, sondern auch aktiv zu positiven sozialen und ökologischen Ergebnissen beitragen.

Fallstudie: Kasigau REDD+

Der freiwillige Kohlenstoffmarkt wird weitgehend von Projekten in den Bereichen Forstwirtschaft und erneuerbare Energien dominiert. Ein wichtiges Beispiel dafür, dass diese Emissionsreduzierungen sowohl sozioökonomische als auch biodiversitätsbezogene Vorteile mit sich bringen, ist das Kasigau REDD+-Projekt (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation) zur Bekämpfung der Entwaldung und Landdegradierung in Kenia, das Teil einer von den Vereinten Nationen eingeführten Strategie zur Eindämmung des Klimawandels ist. Dieses Projekt dient dem Schutz bedrohter Wälder und bietet einen nachhaltigen und transformativen Entwicklungspfad, der zur Erreichung von 11 der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) beiträgt.

Das Schutzgebiet umfasst über 500.000 Hektar und wird in den nächsten 30 Jahren 1 Million Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr ausgleichen. Das Projekt umfasst auch den Schutz und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt sowie eine Reihe sozialer Vorteile, darunter die Schaffung von mehr als 300 Arbeitsplätzen (30 % der Arbeitskräfte sind Frauen), wobei die Einnahmen an 4.500 am Projekt beteiligte Landbesitzer zurückgezahlt werden. Die Einnahmen aus den VERs (Voluntary Emissions Reduction – freiwillige Emissionsreduzierung) fliessen auch in wichtige kommunale Projekte, die den Zugang zu Wasser, Bildung und Gesundheitsfürsorge ermöglichen und damit das Wohlergehen der gesamten örtlichen Gemeinschaft verbessern.

Gemeinsame Anstrengungen der Branche

Diese Kompensationen werden in Anlagelösungen integriert, die sich an der Performance globaler Aktien orientieren können, die hohe ESG-Standards erfüllen.

Ein solcher Ansatz kann mit den Empfehlungen der jüngsten Task Force on Scaling Voluntary Carbon Markets in Einklang gebracht werden, indem zunächst der Kohlenstoff-Fussabdruck der Anlageportfolios durch die sorgfältige Auswahl von Best-Practice-Unternehmen in jedem Sektor reduziert wird, die dann von den Kohlenstoffkompensationen profitieren, um negative Umweltauswirkungen zu mindern. Dabei handelt es sich um einen vorausschauenden Prozess, der sowohl den aktuellen Fussabdruck eines Unternehmens als auch die Robustheit seiner Energiewende-Strategie berücksichtigen kann und gleichzeitig Transparenz über seinen Kohlenstoff-Fussabdruck vor der Kompensation gewährleistet.

Nahtlose Innovation in der nachhaltigen Finanzierung

Mit dem Wachstum des freiwilligen Kohlenstoffmarktes wird seine Glaubwürdigkeit von der Annahme bewährter Praktiken, einer formalen Infrastruktur für Markttransaktionen und starken Sicherheitsnetzen abhängen, die die Integrität der ökologischen und sozialen Auswirkungen gewährleisten.

Die besten Lösungen für die Kompensation von Kohlenstoffemissionen, die den Anlegern derzeit zur Verfügung stehen, bieten ihnen Flexibilität, Transparenz und Liquidität im Kampf gegen Kohlenstoffemissionen.

Letztendlich stellen solche Lösungen ein grossartiges Beispiel für die Zusammenarbeit der Branche (sowohl extern als auch intern) im öffentlichen und privaten Investitionssektor dar, um auf die Nachfrage der Investoren und die Bedürfnisse des Klimaschutzes nahtlos zu reagieren.

Roberto Bartolomei leitet das THEAM Quant Funds Vertriebsteam von BNP Paribas Global Markets. Zuvor hatte er leitende Positionen als Vertriebs- und Produktspezialist bei Nomura, Morgan Stanley, AMP Asset Management und der National Australia Bank in London, Sydney, New York und Mailand inne. Roberto hat einen Bachelor of Technology Management and Economics von der University of Western Sydney und ein Certificate of Investment Management von der CFA Society, UK.

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