“Investoren können sich ab 30.000 Schweizer Franken an Blue-Chip-Werken beteiligen”

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Interview mit Pascal Schneidinger, Gründer & CEO von Partasio

Von Elsa Floret

In dieser neuen Rubrik stellt Ihnen SPHERE Schweizer Asset Manager mit einer Boutique-Strategie vor, die sich auf Private Markets und nicht-börsennotierte Assets spezialisiert haben. Dazu gehört auch Partasio.

Was halten Sie von Kunst als Anlageklasse?
Mit einem geschätzten Volumen von 1,7 Billionen USD ist Kunst die viertgrösste physische Anlageklasse nach Immobilien, Gold und Silber. Sie ist sehr etabliert und existiert schon seit Tausenden von Jahren. Die Tatsache, dass wohlhabende Menschen etwa 5-10 % ihres Vermögens für Kunst ausgeben, zeigt die Bedeutung der Anlageklasse. Wir sind jedoch der Meinung, dass nur das Spitzensegment des Kunstmarktes, das wir als Blue-Chip-Kunst bezeichnen, angesichts seiner Dynamik wirklich als investierbare finanzielle Anlageklasse in Frage kommt. Der Rest sollte in erster Linie aus emotionalen und nicht aus finanziellen Erwägungen heraus gekauft werden.

Was verstehen Sie unter “Blue-Chip” Kunst?
Wir konzentrieren uns nur auf zeitgenössische Künstler. Im weitesten Sinne handelt es sich bei Blue-Chip-Kunst um Werke von Künstlern, die sowohl aus finanzieller als auch aus kunsthistorischer Sicht von langfristiger Bedeutung sind. Bei Partasio haben wir eine Reihe strenger quantitativer und qualitativer Kriterien entwickelt, um festzustellen, ob ein Künstler als Blue-Chip eingestuft werden kann. Beispiele für qualitative Kriterien sind (i) wird der Künstler von einer grossen, internationalen Galerie vertreten und (ii) ist der Künstler in Nordamerika, Europa und Asien relevant. Partasio betrachtet einen Künstler als Blue-Chip, wenn er/sie alle unsere internen quantitativen und qualitativen Kriterien erfüllt.
Nach unseren internen Kriterien qualifizieren sich etwa 40 Künstler weltweit als Blue-Chip-Künstler. Diese Künstler erwirtschaften die attraktivsten risikobereinigten historischen Finanzerträge und weisen eine geringe Volatilität und Verlustrate auf. Sie erwirtschaften ausserdem etwa ein Drittel des weltweiten Umsatzes mit zeitgenössischer Kunst und gewinnen jedes Jahr weiter an Bedeutung.

Wer sind die wichtigsten Akteure auf dem Kunstmarkt?
Trotz seines grossen Umfangs gibt es nur relativ wenige Teilnehmer am Blue-Chip-Kunstmarkt. Der Markt wird von sehr wohlhabenden Einzelpersonen, Galerien und Museen beherrscht.
Hochkarätige Kunstwerke sind teuer. Sie beginnen in der Regel bei etwa 1 Mio. USD pro Kunstwerk und erreichen beliebig hohe Summen. Daher war dieser Markt bisher nur Käufern mit sehr tiefen Taschen vorbehalten. Solange ein Sammler nicht über ein Gesamtvermögen von ca. 100 Mio. USD verfügt, ist es nahezu unmöglich, sich auf dem Blue-Chip-Kunstmarkt zu engagieren und eine diversifizierte Sammlung von Kunstwerken aufzubauen.

Wie kann einer grösseren Zahl von Anlegern der Zugang zum Blue-Chip-Kunstmarkt ermöglicht werden?
Zwei Arten von Barrieren hindern Menschen daran, sich auf dem Blue-Chip-Kunstmarkt finanziell zu engagieren. Erstens sind Blue-Chip-Kunstwerke sehr teuer. Daher ist eine grosse finanzielle Hürde zu überwinden, um am Blue-Chip-Kunstmarkt teilzunehmen. Und zweitens ist der Kunstmarkt ein Insidermarkt mit vielen asymmetrischen Informationen. Das bedeutet, dass die Menschen viel Zeit und Ressourcen aufwenden müssen, um sich zu informieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir bei Partasio haben eine Anlagelösung entwickelt, die diese Eintrittsbarrieren deutlich senkt und es einem viel breiteren Spektrum von Anlegern ermöglicht, am Blue-Chip-Kunstmarkt teilzunehmen. Wir erstellen diversifizierte Portfolios mit jeweils 4-6 Blue-Chip-Gemälden und bieten Anlegern die Möglichkeit, Beteiligungen ab einer Mindestinvestition von CHF 30’000 zu erwerben. Auf diese Weise senken wir die finanzielle Einstiegshürde erheblich.
Unser Team besteht aus Kunstexperten, von denen jeder über 20 Jahre Erfahrung auf diesem globalen Markt verfügt.

Wie funktioniert es?
Wir erstellen mehrere Blue-Chip-Malerei-Portfolio-Strategien. Jedes Portfolio thematisch gegliedert und in verschiedene Risiko-/Renditeprofile unterteilt (damit die Anleger nach ihren persönlichen Vorlieben und ihrem individuellen Risikoprofil investieren können).
Jedes Portfolio enthält 4-6 Gemälde mit einem Wert von jeweils etwa 1-3 Millionen CHF. Die Anleger können über eine bankfähige Lösung mit Schweizer ISIN investieren. Sobald ein Gemälde verkauft ist, wird der Nettoverkaufserlös an die Investoren ausgeschüttet. Partasio verdient nur an der Performancegebühr, die beim Verkauf der Gemälde erhoben wird.

An welche Anleger richten Sie sich?
Trotz unserer globalen Perspektive haben wir uns strategisch dafür entschieden, unseren Hauptsitz in der Schweiz zu legen. Die Schweiz ist das globale Zentrum der Vermögensverwaltungsbranche. Unser Fokus liegt auf qualifizierten Anlegern, die aufgrund der oben beschriebenen Eintrittsbarrieren aus finanzieller Sicht nicht in der Lage waren, am Blue-Chip-Kunstmarkt teilzunehmen. Natürlich arbeiten wir auch mit einer grossen Anzahl von Banken, unabhängigen Vermögensverwaltern und Family Offices zusammen, da unsere Anlagelösung für sie und ihre Kunden einen attraktiven Mehrwert bieten kann.

Was ist Ihre Meinung zu Web3 und NFTs?
Wir glauben fest an die Zukunft des Metaverse und der NFTs. Obwohl wir die Entwicklungen auf diesen Märkten aufmerksam verfolgen, sind wir der Meinung, dass sie noch in den Kinderschuhen stecken und aus finanzieller Sicht sehr spekulativ sind. Wir haben uns entschlossen, unsere Aufmerksamkeit vorerst ausschliesslich auf den Blue-Chip-Kunstmarkt zu richten, da es sich hierbei um einen sehr grossen und etablierten Markt handelt, der über einen langen Zeitraum hinweg stabile, überdurchschnittliche Renditen bei geringer Korrelation mit anderen Anlageklassen erzielt hat.

Pascal Schneidinger ist der Gründer und CEO von Partasio. Er begann seine Karriere im Bereich gewerbliche Immobilien bei Credit Suisse First Boston in New York und der Deutschen Bank in London. Anschliessend leitete er bei Starwood Capital in London die Akquisitionen in Kontinentaleuropa, bevor er nach Shanghai zog. Ende 2020 kehrte er in die Schweiz zurück, um Partasio zu gründen. Er verfügt über ein CFA und einen Bachelor of Science der Wharton School der University of Pennsylvania.


Name:
Partasio AG
Address: Chamerstrasse 48, 6331 Huenenberg
Website: www.partasio.com
Founding year: 2022
Top management: Pascal Schneidinger, Stephanie Schleiffer, Jonathan Levy, Stefan Zumtaugwald
Expertise: Private markets
Investments: Blue-chip art investments
AuM: N/A

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