Kollektive Intelligenz zur Messung des Impacts von Unternehmen

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Interview mit Sylvain Massot, Co-Founder, Impaakt

Impaakt ist eine kollaborative Plattform, die auf einer grossen Community beruht. Ihre Mitglieder wurden zuvor auf die Messung des Impacts von Unternehmen auf Umwelt und Gesellschaft geschult.

Worum geht es?
Der Einsatz von Mechanismen der kollektiven Intelligenz ermöglicht die Behebung der meisten Schwachstellen herkömmlicher ESG-Scoring-Verfahren. Im ersten Schritt sorgt sie für Ordnung im Chaos der Impact-Daten. Dank der grossen Teilnehmergemeinschaft kann Impaakt den Aufwand für die Datenerfassung und -überprüfung um ein Vielfaches skalieren. So wurden etwa 20.000 Kurzberichte mit allen notwendigen Informationen über jedes Unternehmen und jeden Impact-Aspekt verfasst. Diese kollaborative Methode schafft zudem Abhilfe bei der schwierigen Frage der Relevanz, da nicht ein Experte die Gewichtung jedes Impact-Aspekts im endgültigen Score eines Unternehmens allein bestimmt, sondern Vertreter der Zivilgesellschaft hierfür gemeinsam zuständig sind. Jeden Monat werden auf der Plattform entsprechend 25.000 Bewertungen der Relevanz vorgenommen. Mit dieser Vorgehensweise erhält man Impact-Scores, die die Entwicklung in Echtzeit widerspiegeln, statt Ergebnisse anhand von Fragebögen, die nur einmal im Jahr aktualisiert werden. Demnächst wird zudem ein Prognosemodul angeboten, das nicht nur die Analyse vergangener Leistungen ermöglicht, sondern auch eine Schätzung künftiger Entwicklungen.
Zum Paket gehören neben der Plattform komplexe, aber benutzerfreundliche Portfolioanalyse- und Reportingtools. Mit diesen Tools können Portfolioanalysen in Echtzeit und unter Berücksichtigung der wichtigen offiziellen Taxonomien wie beispielsweise der Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen durchgeführt werden. Das Interface verfügt ferner über Such- und Extraktionsfunktionen, mit denen alle Daten aus externen Portfoliomanagementsystemen oder von Finanzinformationsdiensten wie Bloomberg eingegeben werden können.

Welche Zielgruppe wird angesprochen?
Unsere Lösung richtet sich an alle Vermögensverwalter, die sich im ziemlich chaotischen Dschungel der Impact-Daten zurechtfinden wollen und einen transparenten und dynamischen Ansatz suchen.

Wer sind die Gründer?
Die beiden Gründer Bertrand Gacon und Sylvain Massot können zusammen mehr als 40 Jahre Erfahrung im Bereich nachhaltige und klassische Investments vorweisen. Sie waren gemeinsam für die Bank Lombard Odier tätig. Weil trotz wachsender Kundennachfrage keine geeigneten Tools zur Messung von Impact in Kundenportfolios zu finden waren, gründeten sie Impaakt. Das Unternehmen beschäftigt mittlerweile rund dreissig Mitarbeiter und fast 500 zertifizierte Impact-Analysten.

Wie hoch sind die Kosten?
Das Geschäftsmodell beruht auf Jahresabonnements für den Zugang zu sämtlichen Analyse- und Reportingtools auf der Plattform, für eine unbeschränkte Anzahl von Nutzern. Die Jahresgebühr ab 12.000 Euro richtet sich nach dem verwalteten Kundenvermögen. Ermässigungen für „Early Birds“ sind jedoch möglich.

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