Kryptoassets im Portfolio: Was sie bewirken und welche Investitionsmöglichkeiten es gibt

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Von Adrian Fritz, 21Shares

Makroökonomische Krisen, politischer Gegenwind – die noch junge Krypto-Branche stand zuletzt stark unter Druck. Die Kurse der grössten Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum gaben stark nach. Dennoch lohnt sich ein näherer Blick auf die neue Investment-Welt, denn eine gezielte Beimischung beispielsweise von börsengehandelten Krypto-Wertpapieren kann die Rendite des eigenen Portfolios verbessern.

Analysen zeigen, dass die Beimischung eines Investmentportfolios mit Kryptoassets zu Ergebnissen führen kann, die denen eines klassischen Portfolios überlegen sind. Hierfür haben wir Anlagestrategien mit unterschiedlichen Risikoprofilen und unterschiedlicher Beimischung von Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Kryptoassets) sowie verschiedene Neugewichtungsstrategien unter die Lupe genommen – mit einem besonderen Augenmerk auf das Risiko-Rendite-Verhältnis: die Sharpe-Ratio.

Regelmässige Neugewichtung entscheidend

Das Ergebnis widerlegte einen hartnäckigen Mythos: Die Wichtigkeit des Markttimings. Es zeigte sich, dass ein mit fünf Prozent Bitcoin (BTC) bereichertes Investmentportfolio das Benchmark-Portfolio ohne Kryptoassets in 90 Prozent der Fälle innerhalb eines Jahres übertraf – in einem dreijährigen Zeitraum, übertraf es das Portfolio sogar in 100 Prozent der Fälle – völlig egal, wann BTC hinzugefügt wurde.

Entscheidend dafür war jedoch die Neugewichtung. Dies bedeutet, Teile eines bestimmten Portfolios zu kaufen und zu verkaufen, um mithilfe der Gewichtung der zugrunde liegenden Vermögenswerte Schwankungen im Portfolio auszugleichen. Die Vorgehensweise hilft Anlegern, sich unabhängig von Marktbedingungen an ihren Anlageplan zu halten. Im Falle von Kryptoassets ist dies entscheidend, da ein Portfolio mit Bitcoin und ohne regelmäßige Neugewichtung zu einer höheren Volatilität (42,2 Prozent) führt und ein dementsprechend schlechteres Sharpe-Ratio (0,93 gegenüber dem Benchmark-Wert von 1,03) aufweist.

Mit einer regelmässigen Neugewichtung hingegen – und das traf auf alle getesteten Neugewichtungs-Frequenzen zu – verbessert sich die annualisierte Rendite gegenüber dem Benchmark-Portfolio um 9,1 Prozent und die Sharpe-Ratio auf 1,3. Das Portfolio mit der besten Ratio (1,39) wurde vierteljährlich neu gewichtet – auch weil die Handelskosten für Portfolios mit täglicher, wöchentlicher und täglicher Neugewichtung die Rendite negativ beeinflussten. Möglich ist auch die Beimischung eines grösseren Anteils unterschiedlicher Kryptoassets – z.B. 10 Prozent – dieses steigert das Sharpe-Ratio weiter, ist aber auch mit einem viel höheren Risikoniveau – 20,7 Prozent gegenüber 11,9 Prozent bei fünf Prozent Bitcoin-Beimischung – verbunden.

Wie Anleger in den Krypto-Markt einsteigen können

Wer in die aussichtsreichsten Krypto-Projekte und ihrer zugehörigen Assets (Token) investieren möchte, dem stehen mehrere Wege offen. Neben dem „physischen“ Erwerb von Assets in einem eigenen Wallet sowie über digitale Kryptobörsen ist auch der Kauf von börsengehandelten Produkten wie ETCs (exchanged traded commodity) und ETNs (exchange traded note) auf Basis dieser Assets möglich. Diese Möglichkeiten weisen Vor- und Nachteile auf. So kann beispielsweise ein Wallet in Form eines USB-Sticks verlorengehen oder zerstört werden, eine Kryptobörse kann mehr und auch weniger vertrauenswürdig sein, bei Anbietern von Krypto-Zertifikaten kann ein Emittentenrisiko bestehen.

Mit börsengehandelten Wertpapieren, sogenannten ETPs, die Anleger über Banken oder Broker erwerben, gelingt der Einstieg in den Markt auf unkomplizierte Weise. Nach dem Schweizer Modell aufgelegte ETPs sind physisch replizierte, d.h. vollständig durch zugrunde liegende, bei führenden Depotbanken besicherte (separat verwahrte) Wertpapiere in Form von Schuldverschreibungen, die die Wertentwicklung eines Krypto-Assets oder dessen nachgebildeten Index verfolgen. ETPs auf Basis der Token von dezentralen Kryptobörsen oder mit Hebelwirkung sind inzwischen genauso am Markt verfügbar wie Krypto-Baskets, die in mehrere Kryptowährungen investieren und damit auch gleich für eine Diversifizierung des Krypto-Portfolios sorgen.

Adrian Fritz erstellt in seiner Funktion als Research Associate bei 21Shares, in der Schweiz ansässiger Emittent für Krypto-ETPs, datengestützte Analysen der Kryptoasset-Industrie. Nach seinem Masterstudium an der Hult International Business School in San Francisco begann Fritz seine Karriere als Finanzanalyst. Danach war er als Broker und im Investmentbanking tätig. Vor seinem Einstieg bei 21Shares arbeitete er unter anderem bei Signature Management Consulting in Barcelona und als Analyst bei Cellnex Telecom in Zürich .

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