„Piguet Galland: mehr Präsenz in digitalen Kanälen“

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Interview mit Lucille Cottard, Banque Piguet Galland

Von Elsa Floret

Die Privatbank Piguet Galland hat Lucile Cottard zur Leiterin ihrer Abteilung ‚digitale Akquise und Marketing‘ ernannt. Lucile Cottard soll die Bank, welche die digitale Transformation optimieren will, strategisch neu ausrichten.

Sie sind für die Entwicklung der Digitalstrategie der Privatbank Piguet Galland verantwortlich, die ihre digitale Transformation optimieren will. Wie sehen die Achsen dieser Strategie aus?
Die Digitalisierung stellt für alle Unternehmen eine Herausforderung dar.  Die Strategie von Piguet Galland ist es, die die Präsenz in allen digitalen Kanälen auszubauen. Darüber hinaus soll sie die Gestaltung des Angebots flankieren und die Customer Journey auf den verschiedenen Plattformen der Bank verbessern.

Welche ersten Schritte werden Sie aufgrund Ihrer Erfahrung mit der digitalen Transformation bei Piguet Galland angehen?
Unser erstes Projekt ist eine neue Corporate-Website, denn sie ist das Schaufenster des Hauses Piguet Galland. Anschliessend werden wir Tools zur Verbesserung der digitalen Akquise und zur Steigerung unseres Bekanntheitsgrads einsetzen.

Wie kann man die Kundenakquise über digitale Kanäle optimieren, die immer populärer werden?
Wir haben festgestellt, dass sich Kunden von Privatbanken verstärkt über digitale Kanäle über ihre künftige Bank, deren Leistungsangebot und die Pluspunkte der einzelnen Akteure der Branche informieren. Wir möchten unsere Sichtbarkeit im Internet für diese Online-Recherche erhöhen. Hierzu sind viele Kanäle verfügbar, insbesondere Suchmaschinen, soziale Netzwerke, unsere Website…

Wie unterscheiden sich vermögende Kunden von Retail-Kunden, mit denen Sie Erfahrung gesammelt haben? Wo liegen die grössten Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Kundensegmenten?
Es gibt tatsächlich Unterschiede zwischen den Kunden einer Privatbank und denen einer Online-Bank. Meiner Erfahrung nach liegt der Hauptunterschied darin, dass ein unterschiedlicher Bedarf an ganzheitlicher Beratung besteht. Kunden einer Privatbank suchen einen Vermögensverwalter, der ihnen als zentrale Kontaktstelle für alle Anliegen rund um ihr Vermögen zur Verfügung steht und sie bei verschiedenen langfristigen Projekten betreut.
Kunden einer Online-Bank wiederum suchen nach leistungsfähigen Tools für einen bestimmten Bedarf, wie beispielsweise für die Erteilung von Börsenaufträgen oder die Umrechnung von Währungen. Die Betreuung durch eine Person ist bei dieser Kundenbeziehung zweitrangig. Doch es gibt auch Kunden, die nicht nur die hochwertige Beratung und Unterstützung einer Privatbank bei der Verwaltung ihres Vermögens nutzen, sondern auch die Serviceleistungen einer Neobank, wenn sie Tools für eine spezifische Anforderung benötigen.

Lucile Cottard begann ihre beruflichen Laufbahn 2007 bei der HelloBank, einer Tochtergesellschaft der Gruppe BNP Paribas in Frankreich und Deutschland, wo sie zuletzt als Marketing-Chefin für Trader tätig war. 2013 hat sie Manawa.com mitgegründet, eine Booking-Plattform für Outdoor-Freizeitaktivitäten, die 2022 an Alentour verkauft wurde. Später wurde Cottard Marketing-Direktorin des in Europa, Asien, Australien und den USA präsenten Fintech-Unternehmens eWise. 2018 wechselte sie in die gleiche Position bei beqom, einem Schweizer Anbieter globaler Lösungen für das Vergütungsmanagement. 2020 wurde sie Marketing-Chefin von FlowBank in Genf.  Lucile Cottard verfügt über einen Master in Banking & Finance der ESSCA. Darüber hinaus hat sie einen Bachelor-Abschluss in Banking, Finance und Management an der Northwood University, Michigan, USA erworben.

 

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