Private Equity: Co-Investments weiter auf dem Vormarsch

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Von Alexander Cuniasse, Investment Advisor und Louis Hamon, Investment Advisor, Andera Co-Invest

Im Private Equity-Universum wird der Co-Investment-Ansatz immer beliebter, zumal seine Akzeptanz aufgrund der einfachen Zugänglichkeit auch bei Privatanlegern steigt.

Institutionelle Investoren wie Staatsfonds, Banken, Pensionskassen und Versicherungen setzen seit vielen Jahren auf Private Equity-Investments. Im Rahmen einer aktiven Verwaltungsstrategie hat sich diese Anlageklasse allmählich als eine unumgängliche Allokation etabliert. Ihr Rendite-Risiko-Profil ist günstiger als bei traditioneller Verwaltung auf Aktien- oder Anleihenbasis oder bei alternativen Strategien mit Hedgefonds und Immobilien. Darüber hinaus erzielt die Anlageklasse auf lange Sicht stetige Performanceergebnisse, sogar in Finanzkrisen.

Private Equity ist mittlerweile für eine immer breitere Anlegerbasis unumgänglich. Bei Privatanlegern macht Private Equity bislang nur einen geringen Teil der Allokationen aus, fungiert aber als wertvoller Diversifikationsvektor in Portfolios und zeichnet sich durch seine Verankerung in der Realwirtschaft aus. Private Equity-Investments unterliegen jedoch verbindlichen, nicht immer leicht nachvollziehbaren Bedingungen in Bezug auf Akteure, Zugang und Funktionsweise. Die Hindernisse für die Akzeptanz dieser Bedingungen bei den Privatanlegern wurden erkannt. Die wichtigsten Punkte:

  • Hohe Ticketgrössen für den Zugang zu den besten Private Equity-Fonds, die nur für grosse institutionelle Investoren zugänglich sind;
  • auf den Positionen statt auf den investierten Summen beruhende Verwaltungsgebühren;
  • komplexe Verwaltung (vor allem bezüglich der Zeichnung und Überwachung der Investments);
  • lange Investitionszeiträume und beschränkte Liquidität im Vergleich zu den traditionellen Anlageklassen (Aktien- und Rentenmärkte).

Dachfonds boten aufgrund ihres Zugangs zu erstklassigen Managern und ihres defensiven Risikoprofils dank eindeutiger Diversifikationsvorteile lange Zeit einen Einstieg und waren vielfach der erste Baustein beim Aufbau einer Private Equity-Allokation. Anhand von Dachfonds konnten und können sich Anleger mit der Anlageklasse ‚Private Equity‘ vertraut machen. Bestimmte Dachfonds haben ihre Ticketgrössen schon deutlich gesenkt, um Privatanleger anzusprechen. Dieses Angebot entspricht jedoch nicht den Anforderungen bestimmter Privatanleger, die auf die lange Investitionsdauer von rund 10 bis 12 Jahren und die Aufblähung der Kostenschichten verweisen – sie können die Renditen erheblich schmälern.

Co-Investments sind aufgrund ihrer Flexibilität und ihres Überperformancepotenzials zu einer eigenständigen Anlageklasse avanciert und daher aus der Allokation von Privatanlegern nicht mehr wegzudenken. Durch Direktanlagen in Beteiligungen zusammen mit verschiedenen Private Equity-Fonds wollen Co-Investment-Fonds ein Portfolio mit einer soliden Diversifikation in Bezug auf Anlagezonen, Deal-Grössen und Branchen aufbauen. Für private Investoren liegen die Vorteile dieser Strategie auf der Hand:

  • Zugang zu Deals von internationalen „Best-in-Class“-Fonds in verschiedenen Branchen, die bisher nur institutionellen Investoren vorbehalten waren;
  • Liquidität: schnellere Investitionen / schnellere Exits;
  • hohe Wertschöpfung durch zusätzliche Sorgfaltsprüfungen und ausgeprägte Selektivität;
  • attraktives Rendite-Risiko-Profil durch Diversifikationsvorteile;
  • deutliche Reduzierung des J-Kurven-Effekts durch eine günstigere Kostenstruktur.

Ein Co-Investment-Fonds in Form eines „Vintage“-Fonds (Fonds mit jährlicher Auflegung) wird mit einem kürzeren Investitionszeitraum und einer kürzeren Laufzeit strukturiert. So kommt der Fonds den Erwartungen von Privatanlegern entgegen und profitiert gleichzeitig von Investmentchancen in unterschiedlichen Anlagezonen, Branchen oder Marktsegmenten.

Bei einer Laufzeit von insgesamt 6 Jahren ist die Dauer eines derartigen Co-Investment-Fonds im Gegensatz zu Primärmarktfonds und traditionellen Dachfonds deutlich niedriger. Dank der jährlichen Vintage-Strukturierung können Investoren ferner ihre Allokation und ihre Positionierung in der Anlageklasse zur Berücksichtigung der Zyklen oder Liquiditätssteuerung kontrollieren.

Zusätzlich zur Qualität des Deal-Sourcings und der Selektivität des Managerteams sind diese „Vintage“-Fonds in der Lage, Nettorenditen zu generieren, die es mit den besten Private-Equity-Fonds aufnehmen können.

 

Louis Hamon begann seine berufliche Laufbahn im Jahr 2006 in der Abteilung Affaires Financières (M&A-Beratung für Large Caps) bei Rothschild & Co in Paris.  2010 wechselte er zur an der Züricher Börse notierten und in Genf ansässigen SGS-Gruppe, dem weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Inspektion, Tests, Verifizierung und Zertifizierung. Als Manager im Corporate Development-Team führte er mehrere Übernahmen in Europa und Nordamerika durch, um das Aktivitätenportfolio der Gruppe zu ergänzen.
Nach einer Erfahrung in einem in der Schweiz ansässigen Family-Office wurde er im Jahr 2016 im Rahmen des Beginns der Co-Investment-Aktivität Investmentdirektor von Essling Capital. 2019 wurde er zum Co-Leiter dieses Bereichs ernannt und spielte eine wesentliche Rolle bei der Implementierung und Überwachung von Co-Investment-Fonds. Louis Hamon ist Absolvent der HEC und der London School of Economics. 

Alexander Cuniasse begann seine berufliche Laufbahn im Jahr 2006 bei Euris, der Investment-Holdinggesellschaft von Jean-Charles Naouri, wo er als Projektmanager im Team für die Auswahl und Überwachung von nicht-börsennotierten Investments tätig war. Von 2006 bis 2010 war er an der Analyse, der Auswahl und der Überwachung von über fünfzig Investitionen in Fonds und Co-Investitionen beteiligt.
2010 absolvierte er das MBA-Programm der Columbia University und arbeitete gleichzeitig für Euristates, die US-Tochtergesellschaft von Euris.  Von 2013 bis 2016 wechselte Alexander Cuniasse unter Wahrung seiner Aufgaben als stellvertretender Direktor von Euris zur Casino-Gruppe in den Bereich ‚strategische Missionen‘ und ‚Sondersituationen‘.
2016 wurde er Investmentdirektor der Co-Investment-Sparte von Essling Capital und wurde hier 2019 zum Co-Leiter ernannt. Alexander Cuniasse ist Absolvent der Ecole Centrale Paris.

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