Mässigung

Sustainable Solutions Week

    • Interview mit Marc Lemaire
    • Chief Executive Officer
    • Citadel Finance

„Keine wirkliche Nachfrage nach einer globalen Vermögensverwaltung, die vollständig auf ESG ausgerichtet ist“

Bei Citadel Finance, wie auch bei vielen anderen Vermögensverwaltern, machen nachhaltige Investitionen in den Portfolios noch einen geringeren Anteil aus. Die Nachfrage wird zwar immer deutlicher, stösst aber noch auf eine gewisse Trägheit. Marc Lemaire liefert hier einige Erklärungen dafür.

Francesco Mandala

Welche Erwartungen haben Ihre Kunden an nachhaltige Anlagen?

Sie sind relativ begrenzt. Bis heute wurden wir nur sehr wenig zu diesen Fragen befragt. Sie scheinen unsere Kunden nicht übermässig zu beschäftigen. Sie sind eher darauf bedacht, mit ihren Portfolios eine bessere Performance zu erzielen. Ja, wir haben einige Kunden, die bestimmte Werte ausschliessen möchten, aber wir haben nicht wirklich eine Nachfrage nach einem globalen Management, das vollständig auf Umwelt, Soziales und Governance ausgerichtet ist.

Welchen Anteil machen nachhaltige Anlagen in den von Ihnen verwalteten Portfolios aus?

Es ist schwierig, das genau zu messen, aber ich glaube nicht, dass wir über 10 % hinausgehen. Achtung, wir sind natürlich nicht hermetisch gegenüber nachhaltigen Anlagen verschlossen. Zwei der Fonds, die zu der Palette gehören, die Trillium, unsere Tochtergesellschaft für Asset Management, anbietet, einer in Aktien und der andere in Anleihen investiert, entsprechen übrigens Artikel 8 der SFDR. Aber das Bewusstsein ist vielleicht nicht so tiefgreifend, wie manche glauben machen wollen.

Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz?

Zunächst einmal gibt es unterschiedliche Perspektiven zwischen den Generationen. Die Älteren sind nicht mit diesem scharfen Bewusstsein für Umwelt oder Corporate Governance aufgewachsen. Diese Diskrepanz muss berücksichtigt werden. Bei den Älteren spüren wir auch eine gewisse Verkrampfung in Bezug auf die Informationskeule oder den Informationsüberfluss, der mit dem ESG-Thema einhergeht. Unsere Kunden geben uns das Feedback, dass der Diskurs, der geführt wird, manchmal in Schuldzuweisungen ausartet.

Sehen Sie bei Ihren Kunden einen Wandel im Verhalten einer neuen Generationen?

Ja, das ist eindeutig ein Thema, das wir verstärkt mit einer jüngeren Generationen ansprechen, unabhängig von ihrem Profil. Die einen erben von ihren Eltern, die anderen haben sich selbst als Unternehmer aufgebaut, aber in den meisten Fällen sind sie der Ansicht, dass sich ihr ESG-Engagement eher in der Art und Weise, wie sie leben und ihre Geschäfte führen, als in ihren Geldanlagen zeigen sollte.

Bei unseren Kunden sind wir noch weit von der Dimension entfernt, die ESG bei institutionellen Anlegern einnimmt, die ihre Portfoliostruktur umgestaltet haben, oder bei einigen Vermögensverwaltern, die ihr Angebot völlig neu konzipiert haben. Sie sind ein wenig voraus, denn mir scheint, dass dieser langfristige Trend bei den Privatanlegern noch nicht so viel Resonanz gefunden hat. Es ist in der Tat zu beachten, dass die Bewertungskriterien manchmal fragwürdig sind. Sollte beispielsweise eine Ölgesellschaft, die viel in erneuerbare Energien investiert, aus einem Portfolio ausgeschlossen werden oder nicht?

Welche der vielen Produkte mit ESG-Stempel, die Sie im Umlauf sehen, sind für Sie besonders interessant?

Ich schaue mir zum Beispiel die ESG-Ratings an, die eine Online-Plattform für mehrere tausend Unternehmen anbietet und die auf den Bewertungen der Mitglieder beruhen. Ich finde dieses partizipative Modell sehr originell, mit Informationen und Daten, die aus der Praxis kommen, und nicht mit ESG-Berichten von Anbietern, die manchmal vom Greenwashing der Unternehmen, die sie bewerten, beeinflusst sind.

Um bei den Produkten zu bleiben, finde ich zum Beispiel das Angebot eines unserer Kollegen interessant, der einen Fonds anbietet, der ausschliesslich in physisches Gold investiert, das rückverfolgbar ist und von ethischen Produktionslabels profitiert. Meiner Meinung nach ist dies die Art von Produkten, die einen echten Einfluss auf die Einhaltung der Menschenrechte und die Umwelt haben können, auch wenn der Anleger bereit sein muss, eine angemessene Prämie zu zahlen.

Marc Lemaire

Citadel Finance

Marc Lemaire ist seit 2014 Geschäftsführer von Citadel Finance. Er kam 2010 zu der von Anne de Boccard gegründeten Verwaltungsgesellschaft. Marc Lemaire ist ausgebildeter Betriebswirt und begann seine berufliche Laufbahn bei der Credit Suisse, zunächst in Genf, dann im Büro in Istanbul, das er 1998 gründete. Im Jahr 2001 entschied er sich, seine Karriere bei der HSBC Private Bank fortzusetzen, wo er sich hauptsächlich auf türkische Kunden konzentrierte.

Gleichstellung

Sustainable Solutions Week

  • Mahnoosh Mirghaemi
  • Managing Director
  • Colivar Gestion

Stärkung der finanziellen Zukunft von Frauen

In einer Welt, in der finanzielle Stärkung und Geschlechtergleichheit für nachhaltige Entwicklung unerlässlich sind, zeichnet sich Colivar Gestion, eine unabhängige Vermögensverwaltungsgesellschaft, durch seine Ansatz aus. Sie nutzt die Kraft der künstlichen Intelligenz, um das Vermögensmanagement für Frauen zu demokratisieren, das Wohlstandgefälle anzugehen und nachhaltige Finanzen neu zu definieren. Für sie geht Nachhaltigkeit über traditionelle ESG-Kennzahlen und Produktratings hinaus und konzentriert sich auf wirkungsvolle, inklusive und transformative Finanzlösungen.

 

Francesco Mandala

Trotz bedeutender Fortschritte bleibt das Wohlstandgefälle zwischen den Geschlechtern ein kritisches Problem. Frauen verdienen im Durchschnitt weniger, sparen weniger und investieren weniger als Männer. Diese Ungleichheit wird durch eine längere Lebenserwartung und Karriereunterbrechungen, die oft mit Pflegeverpflichtungen verbunden sind, verschärft. Traditionelle Vermögensverwaltungsdienste haben sich hauptsächlich an männliche Kunden gerichtet und viele Frauen unzureichend bedient und in der finanziellen Entscheidungsfindung unterrepräsentiert gelassen.

Frauen als Katalysatoren für eine nachhaltige Wirtschaft

Die Beiträge von Frauen im Finanzwesen sind entscheidend für die Schaffung einer nachhaltigen Wirtschaft und die Sicherung einer wohlhabenden Zukunft. Traditionell wurden Frauen ermutigt zu sparen und die Haushaltsfinanzen zu verwalten, anstatt zu investieren. Mit zunehmendem Wohlstand, veränderten Lebensstilen und einer wachsenden Vertrauenskrise in Finanzinstitute ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um Werkzeuge zu schaffen, die Frauen befähigen, zu investieren und die Kontrolle über ihre Finanzen zu übernehmen. Die Plattform von Colivar zeichnet sich dadurch aus, dass sie die einzigartigen Perspektiven und Entscheidungsansätze von Frauen nutzt, um ein nachhaltigeres und inklusiveres Wirtschaftswachstum zu fördern. Im Kern der innovativen Herangehensweise von Colivar steht der KI-gesteuerte Finanzreiseplaner. Dieses Tool ist darauf ausgelegt, die individuellen Bedürfnisse und Ziele jeder Frau zu verstehen und sich ihnen anzupassen und ein Maß an Personalisierung zu bieten, das zuvor unzugänglich war.

Unter Verwendung fortschrittlicher maschineller Lernalgorithmen analysiert der Finanzreiseplaner kontinuierlich Markttrends, wirtschaftliche Indikatoren und individuelle Finanzdaten, um personalisierte Anlageempfehlungen zu geben. Diese Empfehlungen sind auf das Risikoprofil, die Fähigkeiten, den Zeithorizont und die finanziellen Ziele jeder Frau abgestimmt und stellen sicher, dass ihr Anlageportfolio auf Wachstum und Sicherheit optimiert ist.

Der KI-gesteuerte Planer ist keine einmalige Lösung, sondern ein dynamisches Tool, das sich mit der finanziellen Reise des Nutzers entwickelt.

Schaffung von Wirkung durch nachhaltige Finanzen

Die wahre Nachhaltigkeit die Schaffung inklusiver und gerechter Finanzsysteme erfordert, die alle Individuen, insbesondere historisch marginalisierte Gruppen, befähigen. Finanziell gestärkte Frauen investieren eher in ihre Gemeinschaften, unterstützen lokale Unternehmen und tragen zum Wirtschaftswachstum bei. Dieser Welleneffekt geht über die individuelle finanzielle Stabilität hinaus und fördert eine inklusivere und widerstandsfähigere Wirtschaft.

Die Herangehensweise von Colivar fördert auch die Vielfalt innerhalb der Finanzdienstleistungsbranche. Indem sie ihre Dienstleistungen auf die einzigartigen Bedürfnisse von Frauen zuschneiden, stellen sie die traditionellen Normen und Praktiken in Frage, die Frauen von der finanziellen Entscheidungsfindung ausgeschlossen haben. Diese Veränderung kommt nicht nur den einzelnen Kunden zugute, sondern fördert auch einen vielfältigeren und inklusiveren Finanzsektor.

Die Demokratisierung des Vermögensmanagements stellt einen transformativen Ansatz für nachhaltige Finanzen dar. Dieses innovative Modell fördert nicht nur die Geschlechtergleichstellung, sondern trägt auch zu einer inklusiveren und nachhaltigeren Wirtschaft bei

 

 

Networking

Sustainable Solutions Week

  • Veranstaltung
  • WIFT 42 Lausanne

Women in FinTech 42 Lausanne: Erfolgreiche zweiten Ausgabe des Anlasses.

Die Veranstaltung Women in FinTech 42 Lausanne hatte das erklärte Ziel, die Vielfalt in der Finanz- und Hightech-Industrie zu fördern. Wir werfen einen Blick zurück auf ihre wichtigsten Momente.

Francesco Mandala

Women in FinTech an der Ecole 42 Lausanne fand zum zweiten Mal statt. Der Anlass brachte mehr als 100 leidenschaftliche Finanz- und Technologieexpertinnen zusammen. Die Veranstaltung, die von VAUD, Place Financière sowie BCV und AZQORE SA unterstützt wird, gibt Frauen aus der Bankenwelt, FinTech-Unternehmen und den Waadtländer Hochschulen die Möglichkeit, die Finanzwelt von morgen mitzugestalten. Einmal mehr wurde WIFT_42LAUSANNE seinem Ruf als inspirierende Zusammenkunft gerecht, die die Vielfalt in der Berufswelt fördert.

Einige Höhepunkte der diesjährigen Veranstaltung:

Denise Gubser, Digital Banking Consultant bei e.foresight, eröffnete den Tag. Sie ging in ihrem Referat auf die die transformativen Wirkungen der Technologie auf das Bankwesen ein. Dabei erwähnte sie die transformative Kraft der KI und der Blockchain. GenAI wird aus Ihrer Sicht an vorderster Front schon bald als Assistant Manager für Angestellte oder Finanzberater im Kundenkontakt eingesetzt. Ein weiterer Trend ist die Digitalisierung, die das Kundenerlebnis verbessert. Denise Gubser sprach auch über die jüngsten Innovationen im Bankensektor, insbesondere die Entwicklung von Neobanken und Kryptowährungen. Schliesslich wurde die Frage diskutiert, ob Banken dazu bestimmt sind, Tech-Unternehmen zu werden. Denn gleichzeitig versuchen „Big Techs“ wie Meta, Apple, Amazon und Alibaba ihrerseits, Bankgeschäfte zu betreiben.

Yevheniia Broshevan, Mitbegründerin von Hacken, beleuchtete anschliessend die Verbreitung von Phishing-Betrügereien und Cyberangriffen in der dezentralen Finanzwelt (DeFi) und betonte die entscheidende Bedeutung der Cybersicherheit. Sie erläuterte die wichtigsten Unterschiede zwischen Web2 und Web3, wobei die Dezentralisierung der Netzwerke und die aktive Rolle der Gemeinschaften im Web3 prägend sind. Yevheniia ging auch auf Hackerangriffe und die notwendigen Sicherheitsmassnahmen ein, wie das Management von Schlüsseln, Cyberhygiene und das Verständnis der Risiken von Smart Contracts.

Dessislava Leclere, Dozentin für Datenschutzrecht an der HSG – Genf, sprach über das schwierige Gleichgewicht zwischen „Know Your Customer“ (KYC) und dem Schutz der Rechte der Kundinnen und KUnden. Sie betonte, wie wichtig es ist, die Menge der gesammelten Daten zu minimieren und die Risiken während des gesamten KYC-Prozesses – von der Erhebung bis zur Löschung der Daten – im Griff zu behalten.

Rebeca Gelencser, Gründerin von Talent Factory Coaching, teilte wertvolle Ideen und Tipps zur Förderung des beruflichen Erfolgs auf dem Fintech-Markt. Sie betonte die entscheidende Bedeutung von Personal Branding, Strategien zur Optimierung von Inhalten und der Verteidigung der eigenen Werte in Vorstellungsgesprächen. Ausserdem ging sie auf Verhandlungsstrategien und Fallstricke für einen langfristigen Karrierefortschritt ein und forderte dazu auf, Chancen selbstbewusst zu ergreifen.

Myriam Reinle, CEO von SWIC Digital, betonte die transformative Wirkung von Blockchain-basierten Geschäftsmodellen bei der Förderung der finanziellen Inklusion. Sie stellte den Fall von Tukki vor, einer von einem Schweizer Unternehmen entwickelten und in Sri Lanka erhältlichen Anwendung, die einen globalen Marktplatz für Mikroinvestitionen für tokenisierte reale Finanzanlagen und andere digitale Anlagen schaffen soll.

Der Tag endete mit einer dynamischen Podiumsdiskussion über Frauen, die Fintech gestalten: Eva Selamlar-Leuthold vom Swiss Financial Innovation Desk, Luba Schoenig von UMushroom und Justine Lamberger von SwissBorg. Zahlreiche Netzwerke und Organisationen waren auf der Bühne vertreten, darunter Karin Wendt für SFTL – SwissFinTechLadies und Safia Agueni für Women in Tech® Switzerland. Es wurden Workshops über die Kunst des authentischen Auftretens und über generative KI, Prompting und die Nutzung von ChatGPT abgehalten.

Der Anlass hat gezeigt, dass es an der Zeit ist, Normen in Frage zu stellen und innovativ zu denken. Unternehmen müssen glaubwürdige Wege und Möglichkeiten für Frauen entwickeln, Strategien und Initiativen schaffen, um systemische Vorurteile zu bekämpfen. Indem sie eine grössere Vielfalt an Talenten, die unterschiedliche Perspektiven mitbringen, anziehen und halten, wird die Branche reicher werden.

Verantwortlich für die Organisation war Anais Salson, Partnerschaftsbeauftragte der Ecole 42 – eine der 50 renommiertesten IKT-Schulen (Informations- und Kommunikationstechnologie) der Welt und die erste in der Schweiz. Die Schule mit dem innovativen Ansatz eröffnet in Kürze auch ein Büro in Zürich. Im Hinblick auf das kommende Jahr – die dritte Ausgabe des Anlasses – wird schon jetzt nach einem Ort gesucht, der mehr Teilnehmer aufnehmen kann.

Weitere Informationen:

WIFT_42LAUSANNE

Engagement

Sustainable Solutions Week

  • Interview mit Yvan Renaud
  • Chief Executive Officer
  • Symbiotics Investments

Etwas bewirken mit Private-Debt-Lösungen in Schwellenländern

Seit der Gründung im Jahr 2005 ist Symbiotics ein Vorkämpfer im Impact-Investing und leistet Pionierarbeit für die nachhaltige Entwicklung in Schwellenländern und Frontier-Markets. Symbiotics konzipiert Anlagelösungen, die über finanzielle Renditen hinaus in vielen Gemeinschaften der Schwellenländer, in denen das Unternehmen tätig ist, greifbare positive Auswirkungen generieren, wie Yvan Renaud, CEO von Symbiotics Investments, erlaütert.

 

Francesco Mandala

Wie fördert man den Wandel durch einen zweigliedrigen Ansatz für Anleger?

Unser Ansatz basiert darauf, unseren professionellen Kunden die Möglichkeiten zu geben, in Finanzinstitutionen zu investieren, die sich mit Impact-Schlüsselthemen wie beispielsweise Unternehmensgründungen von Frauen oder saubere Mobilität beschäftigen. Ausserdem haben wir ein Angebot mit Direktanlagen ausgearbeitet, die auf innovative Unternehmen abzielen, welche zukunftsweisend für ganze Sektoren mit unmittelbaren Auswirkungen sind, beispielsweise FinTech- und AgTech-Unternehmen oder Anbieter sauberer Energietechnologien. Durch diese zweigliedrige Strategie wird sichergestellt, dass die Anlegen nicht nur solide finanzielle Renditen generieren, sondern auch messbare positive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben. Indem Kunden unmittelbare Einblicke in die Auswirkungen ihrer Anlagen erhalten, gewährleisten wir, dass ihr Geld zu sinnvollem und nachhaltigem Wachstum beiträgt.

Wie findet man die Anlagegelegenheiten, die die grössten Auswirkungen generieren? 

Lokale Experten von Symbiotics spielen eine Schlüsselrolle. Unser grosses Experten- und Analystennetz in den Regionen spielt eine wesentliche Rolle bei der Erkennung der wertvollsten Anlagegelegenheiten und stellt sicher, dass die Erwartungen unserer Kunden in Bezug auf die angestrebten Auswirkungen und finanziellen Renditen erfüllt werden. Die Tatsache, dass wir den Markt seit über zwei Jahrzehnten tief durchdringen, zeugt von dem Engagement, mit dem wir uns für eine nachhaltige Zukunft einsetzen.»

Muss man immer einen Kompromiss zwischen sozialen Auswirkungen und finanzieller Rendite eingehen?

Es gibt die Vorstellung, wonach finanzielle Renditen und soziale oder ökologische Auswirkungen sich gegenseitig ausschliessen. Unserer Erfahrung nach ist das aber nicht der Fall. Wir bei Symbiotics bieten massgeschneiderte Anlagegelegenheiten mit einer durchschnittlichen Bindungsdauer von drei bis vier Jahren, die ein interessantes Risiko-Rendite-Profil bieten. Unsere Schuldinstrumente konkurrieren unmittelbar mit traditionellen Anlagen, aber zusätzlich dazu haben sie den wesentlichen Vorzug, dass sie soziale oder ökologische Auswirkungen generieren.

Gibt es Innovationsfelder im Bereich Impact Finance? Die Rolle von FinTechs sowie Agri- und FoodTechs

Die Innovation bestimmt die Investmentlandschaft in den aufstrebenden Märkten von morgen. Angesichts des exponentiellen Anstiegs der Nutzung mobiler Technologien treiben FinTechs sowie Agri- und FoodTechs diesen Wandel massgeblich an. Ein anderer rapide wachsender Bereich ist saubere Energie. Symbiotics Investments hat erkannt, dass diese boomenden Sektoren eine unverzichtbare Rolle spielen, und sich dort strategisch positioniert. Unser Engagement geht über die Gegenwart hinaus, indem professionellen Anlegern Möglichkeiten für die Zukunft verschafft werden. Diese Investitionen zahlen sich nicht nur heute aus, sondern sind auf künftiges Wachstum ausgerichtet, wobei sie finanziellen Erfolg mit positiver Veränderung verbinden.

Was kommt als nächstes? Was ist die Zukunft des Impact-Investings?

Es besteht ein riesiger Bedarf an Impact-Investitionen, und gleichzeitig ist eine Vielzahl von attraktiven Gelegenheiten vorhanden. Symbiotics wird auch in Zukunft an seinem Ziel festhalten, durch gezielte Private-Debt-Lösungen noch grössere Auswirkungen zu erreichen und weltweit in Schwellenländer-Gemeinschaften zu transformativen Veränderungen beizutragen. Alles in allem fungiert Symbiotics Investments als Katalysator des Wandels und trägt dazu bei, die Lücke zwischen finanziellem Erfolg und messbaren Auswirkungen zu schliessen, und daran wird sich auch künftig nichts ändern.

Yvan Renaud

Symbiotics

Yvan ist seit 2005 bei Symbiotics. Er kam von BlueOrchard Finance, wo er als Chief Operations Officer tätig war. Davor war er Mikrofinanz-Berater in Peru und Berater für Kleinunternehmen in Westafrika und arbeitete als Fondsbuchhalter bei Capital International in Genf. Yvan besitzt einen Abschluss in Betriebswirtschaft der Universität Genf und einen Master-Abschluss im Fach Social Policy and Planning der London School of Economics.

Symbiotics

Symbiotics ist die führende Marktzugangsplattform für Impact-Investing mit Schwerpunkten auf den Schwellenländern und den Frontier-Märkten. Die Gruppe bietet Dienstleistungen in den Bereichen Anlagen, Vermögensverwaltung und Kapazitätsaufbau. Seit 2005 hat Symbiotics Investments über 7800 Investitionen im Wert von über 9,9 Mrd. USD für 592 Unternehmen in 96 Ländern originiert.

 

Greenwashing

Sustainable Solutions Week

  • Céline Kohler
  • EU-RechtsAnwältin, Mitglied der Genfer Anwaltskammer
  • Kohler Gotzev

Green Mirage : Risikomanagement für Finanzfachleute in der Schweiz

Mit dem Volumen, das nachhaltige Investitionen annehmen, steigt auch das Risiko des Greenwashing, ein missbräuchliches Verfahren, das die Vermögensverwalter in ihren Allokationsrastern berücksichtigen müssen

 

Francesco Mandala

Der globale Finanzsektor orientiert sich zunehmend in Richtung Nachhaltigkeit, was auf ein gestiegenes Umweltbewusstsein und die Nachfrage der Anleger nach grünen Investitionen zurückzuführen ist. Eine von Swiss Sustainable Finance (SSF) durchgeführte Studie unterstreicht diesen Trend und zeigt, dass die nachhaltigen Investitionen in der Schweiz im letzten Jahr um 31% auf 1,52 Billionen Schweizer Franken gestiegen sind. Dieses Wachstum hat jedoch zum Phänomen der „grünen Fata Morgana“ geführt – der Überbewertung von nachhaltigen Anlagen, die zu Greenwashing führt. Für die Schweizer Finanzintermediäre ist das Management dieser Risiken entscheidend, um das Vertrauen und die Compliance in einer sich ständig verändernden Regulierungslandschaft aufrechtzuerhalten.

Die Schweizer Finanzlandschaft
Die Schweiz hat sich schrittweise zu einem nachhaltigen Finanzwesen verpflichtet und sich den globalen Initiativen zur Förderung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) angepasst, indem sie ihren Regulierungsrahmen für Grossunternehmen, aber auch für Klima, Innovation und Energiesicherheit ausgebaut hat. Schweizer Finanzintermediäre werden durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) und das Bundesgesetz über die Finanzdienstleistungen (FinDAG) reguliert, was den Schutz der Anlegerinnen und Anleger gewährleistet. Ein Grossteil der Regeln zur nachhaltigen Transparenz unterliegt jedoch noch der Selbstregulierung der Branche.
Trotz dieser Bemühungen sieht sich der wachsende grüne Finanzsektor in der Schweiz mit einem erhöhten Geldwäscherisiko konfrontiert, und es stellt sich die berechtigte Frage, ob die derzeitigen Regulierungsmaßnahmen die Finanzintermediäre ausreichend vor den Gefahren falsch vermarkteter grüner Produkte schützen, die das Vertrauen und die Einhaltung der Regeln gefährden könnten. Eine Stärkung des regulatorischen Rahmens und der Compliance-Bemühungen ist von entscheidender Bedeutung, um diese Risiken zu mindern und die Transparenz und Rechenschaftspflicht der Akteure im Bereich des nachhaltigen Finanzwesens zu gewährleisten.
Greenwashing verstehen
Beim Greenwashing werden irreführende Aussagen über die Umweltvorteile eines Finanzprodukts, einer Dienstleistung oder einer Geldanlage gemacht, um eine „grüne Fata Morgana“ zu schaffen, die die Anleger täuscht. Zu den häufigsten Taktiken gehören vage Aussagen zur Nachhaltigkeit, selektive Offenlegung und oberflächliche Initiativen. Irreführende Bezeichnungen wie „grün“ oder „Impact Funds“ können zu aufsichtsrechtlichen Untersuchungen und Gerichtsverfahren führen, was die Notwendigkeit von Wachsamkeit und Due Diligence unterstreicht.
Rechtliche Risiken und Verantwortlichkeiten von Finanzintermediären
Für Finanzintermediäre in der Schweiz birgt Greenwashing neben dem Reputationsrisiko auch erhebliche rechtliche Risiken. Nach Schweizer Recht kann die Irreführung von Anlegern durch falsche Nachhaltigkeitsangaben schwere Strafen wie Geldbußen und Reputationsschäden nach sich ziehen. Artikel 69 des Schweizer Finanzdienstleistungsgesetzes (FinDG) verbietet ausdrücklich irreführende und falsche Angaben, und Artikel 90 beschreibt die Sanktionen für solche Verstöße, die Geldbußen und andere Strafen umfassen können.
Darüber hinaus enthält das FINMA-Rundschreiben 05/2021 detaillierte Leitlinien zu den Erwartungen und Anforderungen an die Transparenz und Genauigkeit von Nachhaltigkeitserklärungen. Es betont die Notwendigkeit, dass Finanzintermediäre klare und wahrheitsgetreue Informationen über die Nachhaltigkeitsaspekte ihrer Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Der Druck auf die Schweiz dürfte mit der Verabschiedung der EU-Richtlinie über die Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung (DDDDC) und der künftigen EU-Richtlinie über umweltbezogene Angaben (EGCD) weiter zunehmen. Diese Richtlinien zielen darauf ab, die Transparenz und Verantwortlichkeit von Nachhaltigkeitsangaben in der EU zu verbessern. Obwohl die Schweiz nicht Mitglied der EU ist, haben diese Vorschriften Auswirkungen auf Schweizer Finanzintermediäre, die auf dem EU-Markt tätig sind oder Geschäfte mit Kunden mit Sitz in der EU tätigen.

Strategien zur Risikominderung
Um die mit grünen Investitionen verbundenen Risiken zu vermeiden, stehen den Finanzintermediären verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um sich an die Best Practices anzupassen:
– Durchführung von Due-Diligence-Prüfungen bei allen grünen Investitionen, einschließlich unabhängiger Nachhaltigkeitsprüfungen.
– Transparenz gegenüber den Kunden durch klare und präzise Informationen über die Umweltauswirkungen der Investitionen.
– Sensibilisieren und schulen Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig in Bezug auf nachhaltiges Finanzwesen und Greenwashing-Taktiken.
– Nutzen Sie Verifizierungsdienste von Drittanbietern, um Nachhaltigkeitserklärungen zu authentifizieren.
– Kontinuierliche Überwachung der Investitionen, um sicherzustellen, dass sie den erklärten Nachhaltigkeitszielen entsprechen, und Korrektur von Abweichungen.

Schlussfolgerung.
Um die Reputation des Schweizer Finanzplatzes zu erhalten und zu schützen, ist es entscheidend, die Regulierung zu stärken und das Risiko von Geldwäscherei zu reduzieren, indem Transparenz und Datenintegrität Priorität erhalten. Trotz der Fortschritte im Bereich des nachhaltigen Finanzwesens erfordern die gestiegenen Risiken der Geldwäscherei kontinuierliche Anstrengungen zur Einhaltung der Vorschriften. Indem sich die Schweizer Finanzintermediäre zu angemessener Sorgfalt, vollständiger Transparenz und kontinuierlicher Weiterbildung verpflichten, können sie das Vertrauen der Anleger und die Glaubwürdigkeit des Finanzsektors stärken und sich gleichzeitig an eine sich ständig verändernde Regulierungslandschaft anpassen.

Céline Kohler

Kohler Gotzev

Céline Kohler ist die Gründerin der Anwaltskanzlei Kohler Gotzev, die in Luxemburg und Genf vertreten ist. Sie berät Investmentfonds, Verwaltungsgesellschaften und MIFID2/FIDLEG-Fachleute in rechtlichen, regulatorischen und Compliance-Fragen, die grenzüberschreitende Aspekte beinhalten. Ausserdem ist sie in der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Zusammenhang mit nachhaltigen Finanzen in Genf und Luxemburg tätig. Céline Kohler hat einen Master in internationalem Recht der Universität Paris 1 – Panthéon Sorbonne und einen LL.M. im Recht der Europäischen Union der Universität Lausanne. Sie ist bei der Anwaltskammer von Luxemburg und der Anwaltskammer von Genf zugelassen.

 

In der Nähe

Sustainable Solutions Week

  • Dimensionierung
  • Swiss Sustainable Finance

Schweiz – nachhaltige Investitionen im Wert von 1,6 Billionen Franken

Der Schweizer Markt für nachhaltigkeitsbezogene Anlagen hat sich im Laufe der Jahre zu einer festen Grösse entwickelt. Er beläuft sich gemäss SSF auf 1,6 Billionen Franken, mit einem deutlichen Schwerpunkt ESG-Standards.

 

Francesco Mandala

Nach wie vor gibt es keine allgemeingültigen Standards, was unter nachhaltigen Anlagen zu verstehen ist. Weder in der Schweiz noch in der Europäischen Union gibt es eine explizite Definition der Kriterien, die darüber entscheiden, ob eine Investition „nachhaltig“ ist. Um die Transparenz zu erhöhen, veröffentlicht Swiss Sustainable Finance jeweils einen Jahresbericht für die Marktteilnehmer. Er dient als Übersicht, mit dem sich die laufenden Entwicklungen im Bereich der nachhaltigen Finanzwirtschaft in der Schweiz messen lassen.

Laut der jüngsten Studie von SSF belief sich das Gesamtvolumen der nachhaltigkeitsbezogenen Investitionen in der Schweiz Ende 2022 auf 1’610 Milliarden Franken, während es 2021 bei fast 2.000 Milliarden Franken liegen wird. Dieser Rückgang um fast 20% ist hauptsächlich auf die negaive Performance der Finanzmärkte zurückzuführen. Strengere Kriterien der Nachhaltigkeitskriterien haben ebenfalls zu diesem Rückgang beigetragen. Von den 1’610 Milliarden wurden 694 Milliarden in Fonds investiert. Damit machen sie fast die Hälfte des Schweizer Fondsmarktes aus.

Wendet man die strengeren Nachhaltigkeitskriterien der Asset Management Association Switzerland an, beläuft sich das Gesamtvolumen der nachhaltigen Anlagen auf 1,38 Milliarden Schweizer Franken. Hierzu zählen Anlagestrategien, die über die blosse Anwendung von Ausschlusskriterien hinausgehen .

In Bezug auf die Themen ist es interessant festzustellen, dass der Kampf gegen die globale Klimaerwärmung im Mittelpunkt steht. Swiss Sustainable Finance hat 2022 zum ersten Mal Daten zum Ansatz Ansatz der Klima-Ausrichtung erhoben, der sich auf die Reduzierung des CO2-Fussabdrucks eines Portfolios gemäss Vorgaben der Pariser Klimaziele konzentriert. Insgesamt werden in diesem Bereich 375 Milliarden Franken eingesetzt. Das sind etwa 23% des gesamten nachhaltigkeitsrelevanten Volumens. Eine weitere erwähnenswerte Zahl sind die 182 Milliarden, die im Jahr 2022 im Bereich Impact Investing investiert wurden. Im Jahresvergleich ist Impact Investing damit als Bereich um 80% gewachsen, ebenso wie die thematisch nachhaltigen Investitionen insgesamt, die von 191 auf 356 Milliarden gestiegen sind. Im Gegensatz dazu sind Investitionen, die sich auf Ausschlüsse oder die reine Integration konzentrieren, leicht zurückgegangen, was darauf hindeutet, dass die Anleger bereit sind, in Bezug auf nachhaltige Strategien neue Wege zu gehen.