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« Smart Wallets womöglich keine spektakuläre Zäsur dar, sondern eine strukturelle Weiterentwicklung. »
Während sich die nachhaltige Finanzwirtschaft trotz einiger Rückschläge unbestreitbar durchsetzt, bleibt eine wichtige Ressource überraschenderweise ausser Acht: Wasser. Der zunehmende Druck auf diese Ressource – zwischen Wasserstress, Verschmutzung und Nutzungskonflikten – stellt jedoch ein systemisches Risiko für Unternehmen und Investoren dar. Eine Analyse von Brewen Latimier.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut dem World Resources Institute leben bereits 2,4 Milliarden Menschen unter starkem Wasserstress. Das Weltwirtschaftsforum geht davon aus, dass 50 % des weltweiten BIP direkt von einem sicheren Zugang zu Wasser abhängt. Und die vom Carbon Disclosure Project befragten Unternehmen schätzen die finanziellen Verluste im Zusammenhang mit Wasser allein für das Jahr 2023 auf über 15 Milliarden Dollar. Wenn sich nichts ändert, werden bis 2030 40 % des weltweiten Wasserbedarfs nicht gedeckt sein.
Für Vermögensverwalter bedeutet dies, dass bestimmte Investitionen – selbst solche, die als klimaresistent gelten – in Wirklichkeit erheblichen Wasserrisiken ausgesetzt sein können, mit direkten Auswirkungen auf die finanzielle Performance und die langfristige Wertentwicklung.
Auch die Schweiz bleibt davon nicht verschont. Nestlé Waters sieht sich derzeit mit einer strafrechtlichen Untersuchung im Zusammenhang mit seiner Wasserbewirtschaftung in Henniez konfrontiert und unterliegt in Frankreich zunehmenden Betriebsbeschränkungen. Im weiteren Sinne erlebt Europa bereits wiederkehrende Wasserstressphasen, die sich auf die Lieferketten wichtiger Sektoren auswirken: Agrar- und Lebensmittelindustrie, Chemie, Halbleiter, Energie oder Immobilien.
Zur Erinnerung: Die Überschwemmungen im Wallis im Jahr 2024 haben die Geschäftstätigkeit eines Zulieferers von Porsche beeinträchtigt und zu einem geschätzten Verlust von einer Milliarde Euro geführt. Diese Beispiele zeigen, dass Wasser nicht mehr nur eine Frage der Umweltphilanthropie ist: Es ist zu einer strategischen Variable des Risikomanagements geworden, auch für börsennotierte Konzerne, die sich im Portfolio privater Kunden befinden.
Die Schweiz, eine Hochburg des nachhaltigen Vermögensmanagements, hat hier eine Vorreiterrolle zu spielen. Angesichts von Kunden, die zunehmend auf ESG-Risiken und die Robustheit ihrer Portfolios achten, ermöglicht die Einbeziehung des Faktors Wasser in die Vermögensanalyse eine Differenzierung bei gleichzeitigem Schutz der Performance.
Dies erfordert eine dreifache Entwicklung:
Erstens müssen die physischen, regulatorischen und reputationsbezogenen Risiken im Zusammenhang mit Wasser in die Due Diligence integriert werden. Zweitens müssen die bereits verfügbaren Messinstrumente – Satellitendaten, CDP-Berichte, Water Risk Atlas, Wasserknappheitsszenarien – genutzt werden, um die Bewertung der Vermögenswerte zu verfeinern. Und drittens müssen Unternehmen identifiziert werden, die nicht nur widerstandsfähig, sondern auch innovativ im Bereich Wassermanagement oder -aufbereitung sind und die die Marktführer von morgen sein werden.
Die Daten sind vorhanden, aber es fehlt eine Strukturierung dieser Daten in den Analyse- und Bewertungsmodellen. Die Kosten für Wasser – oder dessen Fehlen – in die Cashflow-Prognosen einbeziehen, die Anlagestrategie und die Wasserresilienz aufeinander abstimmen oder Unternehmen identifizieren, die nachhaltige Lösungen anbieten: Das sind die Wege, die es zu erkunden gilt, damit Wasser zu einem echten Leistungshebel wird.
Chief Investment Officers und Vermögensberater müssen Wasser heute nicht mehr nur als einfache Umweltbelastung betrachten, sondern als einen grundlegenden wirtschaftlichen Parameter. Ein Unternehmen, das stark vom Zugang zu Wasser abhängig ist und keine nachhaltige Managementstrategie hat, ist ein risikobehaftetes Unternehmen – auch wenn seine aktuellen Ergebnisse solide erscheinen.
Hier kommt dem Chief Sustainability Officer eine strategische Rolle zu. Der CSO ist nicht mehr nur für die Einhaltung der ESG-Kriterien oder die nichtfinanzielle Berichterstattung zuständig, sondern wird zu einem wichtigen Partner bei der Bewertung materieller Risiken, die in direktem Zusammenhang mit Investitionsentscheidungen stehen. In Zusammenarbeit mit den CIOs kann er Bereiche mit Wasseranfälligkeit identifizieren, neue Vorschriften vorhersehen, Stressszenarien in die Vermögensallokation integrieren und Kapitalströme in Unternehmen lenken, die in der Lage sind, diese Einschränkung in einen Wettbewerbsvorteil umzuwandeln.
Im Schweizer Kontext, wo Präzision, Sorgfalt und Vorausschau zentrale Werte der privaten Vermögensverwaltung sind, wird dieses Tandem aus CSO und CIO zu einem Hebel für eine differenzierte Performance werden. Denn morgen wird die Robustheit eines Portfolios nicht mehr nur an seiner Rentabilität gemessen, sondern auch an seiner Widerstandsfähigkeit gegenüber systemischen Schocks, wie denen im Zusammenhang mit Wasser.
Schliesslich ist die Einbeziehung von Wasser in die Portfolios auch eine Antwort auf die Erwartungen der vermögenden Kunden der neuen Generation. Diese suchen nach Anlagen, die ihren Werten entsprechen, ihnen aber auch ermöglichen, die bevorstehenden grossen systemischen Veränderungen zu antizipieren. Das Wasserrisiko ist eindeutig Teil davon.
Wasser kann nicht mehr nur als Umweltproblem betrachtet werden. Für Schweizer Vermögensverwalter, die heute als führend im Bereich der nachhaltigen Vermögensverwaltung gelten, ist die strategische Integration von Wasser in die Finanz- und Vermögensanalyse eine Gelegenheit, Performance, Risikovorsorge und Exzellenz im Bereich verantwortungsbewusster Investitionen in Einklang zu bringen. Seine Knappheit oder schlechte Bewirtschaftung kann ganze Geschäftsmodelle ins Wanken bringen. In Zeiten des Klimawandels bedeutet nachhaltiges Wassermanagement auch nachhaltiges Vermögensmanagement.
Brewen Latimier ist als Manager bei Colombus Consulting tätig, wo er für den Finanzdienstleistungssektor in der Schweiz zuständig ist. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in diesem Sektor. Nach einer anfänglichen Karriere in der Finanzabteilung einer Bank wechselte er in die Beratungsbranche, in der er an zahlreichen Projekten zur digitalen Transformation in ganz Europa und der Schweiz für Finanzinstitute beteiligt war. Zuletzt hat er für seine Kunden verschiedene Digital- und Datenstrategien umgesetzt.
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Auch im Mai waren die Märkte wieder etwas unruhig. Handelsspannungen, anhaltende Inflation und geopolitische Unsicherheiten hielten die Anleger in Atem und dennoch gab es auch einige positive Aspekte.
Aktien verzeichneten im Mai eine solide Erholung. In den USA stieg der S&P 500 um 6 %, getragen von der guten Entwicklung der Technologie- und Gesundheitswerte. Die wichtigsten europäischen Indizes folgten diesem Trend, wobei der Euronext 100 dank einer nachlassenden Inflation und zufriedenstellender Wachstumsdaten um rund 4 % zulegte. In Japan legte der Nikkei 225 dank stabiler Wirtschaftsdaten und ermutigender Ergebnisse um 5 % zu.
Im Vereinigten Königreich stieg der FTSE 100 um 2,6 %, da die Bank of England ihre Zinsen senkte und Energieunternehmen weiterhin solide Renditen erzielten. Sogar die chinesischen Märkte profitierten von einem Aufschwung: Der Shanghai-Index stieg um 2,2 % und der Hang Seng in Hongkong legte um 2,1 % zu, unterstützt durch einen Zollstreit-Waffenstillstand zwischen den USA und China Mitte Monats.
Die Anleihemärkte erlebten einen ruhigeren Monat. Die Renditen für US-Staatsanleihen gingen zurück, da nach einem Rückgang des BIP um 0,2 % im ersten Quartal erneut Wachstumssorgen aufkamen. Trotz dieser Abschwächung stürzten sich die Anleger nicht auf langfristige Anleihen, was von anhaltender Vorsicht zeugt.
In Europa hielt die EZB ihren Leitzins unverändert bei 2,25 %, deutete jedoch weitere Senkungen an, sollte sich der Inflationsrückgang fortsetzen. In Grossbritannien führte die Senkung des Leitzinses der Bank of England auf 5,0 % zu einem Rückgang der Renditen britischer Staatsanleihen, obwohl die Inflation im April leicht auf 3,5 % angestiegen war.
Die Rohstoffe verzeichneten insgesamt einen stabilen Monat. Gold legte um 1,6 % zu, da Anleger in einem nervösen Markt nach sicheren Anlagen suchten. Die Ölpreise blieben stabil, gestützt durch eine solide Nachfrage und Versorgungsängste, während Erdgas leicht nachgab.
Der US-Dollar schwächte sich im Mai leicht ab, während das britische Pfund dank der Zinssenkung der BoE um 1,35 % zulegte. Auch der Euro verzeichnete einige Gewinne, unterstützt durch Andeutungen der EZB auf Zinssenkungen und eine Verlangsamung der Inflation.
Der Mai war dank besserer Wachstumsdaten und einer Entspannung der Handelsspannungen ein guter Monat für Aktien. Anleihen blieben stabil, und auch Rohstoffe fanden ein gewisses Gleichgewicht.
Vor diesem Hintergrund zeigten Multi-Asset-Portfolios, gemessen an unserem PWI+-Index, eine bemerkenswert gleichmässige Performance. Die aggressivsten Portfolios profitierten natürlich von der Performance der Aktien. Darüber hinaus wurden auf USD lautende Mandate durch den schwachen Dollar begünstigt, der ihren internationalen Engagements zugute kam. Das Risiko hat sich etwas normalisiert und liegt nach einer Phase extremer Volatilität nun leicht unter dem Zielwert.
Da die Bewertungen weiterhin hoch sind und die Inflation noch nicht vollständig unter Kontrolle ist, ist es ratsam, wachsam zu bleiben. Der Sommer könnte weitere Überraschungen bereithalten, insbesondere angesichts der Zentralbanken, die künftige Zinssenkungen andeuten, und der weiterhin schwelenden geopolitischen Spannungen.
Eric Bissonnier
Performance Watcher
Eric Bissonnier ist seit Juni 2022 CEO von Performance Watcher. Er begann seine Karriere 1992 bei Chase Manhattan Private Bank in Genf und New York. Im Jahr 1998 wechselte er zum alternativen Multi-Management-Unternehmen EIM, wo er 2002 CIO wurde. Bei den EIM-Nachfolgeunternehmen Gottex und LumX Asset Management blieb er bis 2019 im Amt. Er war massgeblich an der Entwicklung des Fintechs LumRisk beteiligt, einem Spin-off von EIM, das sich auf Risikomanagement spezialisiert hat. Eric ist CFA-zertifiziert und hat einen Master-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Universität Genf.
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Angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten will die Europäische Union ihre Sicherheitskapazitäten stärken und stellt erhebliche Mittel bereit, um ihre militärische Autonomie auszubauen. Daraus ergeben sich zahlreiche Chancen, insbesondere im Technologiesektor.
Angesichts der Eskalation der geopolitischen Spannungen revisiert die Europäische Union (EU) ihre Sicherheitsstrategie. Aufgrund einer strategischen Neuausrichtung der USA müssen die europäischen Länder ihre militärische Autonomie stärken. Im Jahr 2024 beliefen sich ihre Verteidigungsausgaben auf über 326 Milliarden Euro. Bis 2027 ist ein weiterer Anstieg um 100 Mrd. € geplant.
Auf dem Weg Europas zu einer grösseren militärischen Autarkie könnten die weltweiten Verteidigungsausgaben weiter steigen. Bis 2030 könnte ein besonderer Schwerpunkt auf fortschrittlichen Verteidigungstechnologien wie KI, Cybersecurity und Echtzeitdaten liegen.
Wichtige Erkenntnisse
Eine wandelnde globale Landschaft
Mit fast 30 grossen Konflikten weltweit ist das globale Sicherheitsumfeld nach wie vor instabil. Während die Vereinigten Staaten der internen Modernisierung durch KI, autonome Waffen und Drohnen Priorität einräumen, überprüft Europa nach Jahrzehnten der Unterinvestition seine Haushaltsprioritäten. Diese Dynamik könnte die weltweiten Verteidigungsausgaben bis 2030 auf ein noch nie dagewesenes Niveau treiben.
Langfristige Ausweitung der europäischen Militärhaushalte
Im Jahr 2023 stiegen die europäischen Militärhaushalte um 10 % auf 279 Milliarden Euro. Bis Ende 2024 werden voraussichtlich mindestens 20 NATO-Mitgliedsländer das Ziel von 2 % des BIP für Verteidigung erreichen oder übertreffen, gegenüber nur 9 % im Jahr 2021. Deutschland, Frankreich und Polen sind führend bei diesem Wachstum. Insbesondere hat Deutschland seinen Haushalt um 25 Prozent auf rund 86 Milliarden Euro aufgestockt und ist damit zum drittgrössten Ausgabengeber der Welt geworden.
Weitere mögliche Entwicklungen im Jahr 2025:
Die Beschaffung neuer Ausrüstung hat in Europa weiterhin Priorität. Im Jahr 2024 wurden dafür mehr als 90 Mrd. EUR ausgegeben, ein Anstieg von fast 50 %. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen um 18 % auf 13 Milliarden Euro. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen.
Die digitale Transformation in der Verteidigung hat noch Potenzial
Trotz Rekordausgaben wird weniger als 1 % des US-Militärbudgets für digitale Technologie aufgewendet. Die technologische Lücke wird jetzt erkannt, mit einem Anstieg der KI- und Cyber-Fähigkeiten. Diese Technologien bieten nicht nur einen betrieblichen Vorteil, sondern auch eine Kostensenkung.
Drei europäische Unternehmen, die man im Auge behalten sollte:
Fazit: Ein vielversprechender Zyklus?
Die strategische Neuausrichtung der USA drängt Europa dazu, seine militärische Autonomie zu stärken. Wertschöpfungsketten, die Software, Komponenten, Drohnen oder Sensoren integrieren, könnten nachhaltig wachsen. Für Anleger scheint ein diversifizierter Ansatz, der sich auf die technische Verteidigung konzentriert, angemessen zu sein.
Andrew Ye
Global X ETFs
Andrew Ye kam 2024 als Anlagestratege zu Global X ETFs. Er ist für die Abdeckung der Themenbereiche Disruptive Technology und People & Demographics verantwortlich. Er hat einen Doppelabschluss in Wirtschaft und Recht (University of New South Wales, Australien) und ist CFA Charterholder.
Global X ETFs
Global X ETFs, 2008 gegründet, bietet eine breite Palette von ETF-Strategien an und verwaltet weltweit ein Vermögen von rund 99 Milliarden US-Dollar. Global X ist Teil der Mirae Asset Financial Group, einem globalen Finanzdienstleister mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 632 Milliarden US-Dollar.
Prospekt und KID-Dokumente verfügbar unter www.globalxetfs.eu
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Die Unsicherheiten zu Beginn des Jahres haben die Growth-Aktien etwas unter Druck gesetzt. Dennoch mindern diese Turbulenzen keineswegs das Potenzial dieser Titel, deren Chancen sich langfristig umso klarer abzeichnen, je stärker sich die sie tragenden strukturellen Trends bestätigen.
An den Aktienmärkten herrschte am Jahresanfang grosse Hoffnung. Die Märkte verloren aber an Dynamik, als die Unsicherheit über den Welthandel und über generative KI die globalen Märkte erschütterte. Growth-Aktien, auch namhafte Unternehmen, die in den letzten Jahren stark zugelegt hatten, gerieten in neue Turbulenzen.
Die hohe kurzfristige Unsicherheit ist unseres Erachtens aber kein Grund, unser Engagement in langfristigen Chancen bei Growth-Aktien infrage zu stellen. Entscheidend ist für uns, beständige langfristige Trends zu erkennen und in sie zu investieren, zugleich aber strategische Disziplin zu wahren.
Ein Anstieg der Unsicherheit
Die Aktienmärkte spiegeln einen rapiden Stimmungswandel wider. Die neu verkündete US-Handelspolitik führte verbreitet zu Unsicherheit, erhöhte die Inflationsgefahr und dämpfte die globale Nachfrage. Der US-Aktienmarkt, der andere globale Märkte lange Zeit übertroffen hatte, fiel allmählich hinter die Indizes in Europa, Asien und den Schwellenländern zurück.
Die Unruhe unter Anlegern wuchs, als DeepSeek aus China sein potenziell bahnbrechendes, kostengünstiges KI-Modell vorstellte, das die Sorge weckte, der KI-orientierte Investitionszyklus könnte bald den Zenit erreichen. Der technologielastige Growth-Sektor erlebte eine scharfe Korrektur – obgleich die langfristigen Effekte von DeepSeek unklar bleiben.
Beständige Trends stützen langfristige Aussichten
Growth-Anlagen profitieren von starken, langfristigen Trends, die Industrien und Volkswirtschaften von Grund auf verändern. Trotz der aktuellen Volatilität ebnen nach wie vor einige strukturelle Verschiebungen den Weg zu interessanten Anlagechancen.
Das sich entwickelnde Potenzial der KI
Für Unternehmen, die die für KI-Fortschritte benötigte Rechenleistung und Infrastruktur bereitstellen, bieten sich weiterhin Wachstumschancen. Wir konzentrieren uns aber vor allem auf die vielen neuen KI-gestützten Anwendungen, die unseres Erachtens die nächste grosse KI-Wachstumsphase definieren dürften.
Fertigung der nächsten Generation
Digitalisierung, Automatisierung und Elektrifizierung revolutionieren Fertigungsprozesse. Viele Unternehmen, die produktivitätssteigernde Lösungen anbieten, sind mit geringeren Zollrisiken verbunden. Dies schafft einzigartige Möglichkeiten für Anleger, die auf diese Nischen im Industrie- und Technologiesektor abzielen.
Zugang zu Schwellenländern
Die Akzeptanz der Verbraucher für leistungsstarke Finanztechnologie-Plattformen wächst, vor allem dort, wo es nur wenige ausgereifte Finanzsysteme gibt. Unser Fokus liegt weiter auf Plattformen, die in Schwellenländern die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen ermöglichen und Verbrauchern den Zugang zu Produkten und Dienstleistungen erleichtern.
Robuste Konsumgütermarken
Globale Marken mit Modellen für den Direktvertrieb an Verbraucher und grosser Preissetzungsmacht tun sich in diesem Umfeld hervor. Diese Unternehmen sind besser in der Lage, sich an die sich wandelnde Nachfragedynamik und die infolge der Zölle steigenden Kosten anzupassen. Ihre Fähigkeit, ihre Margen zu schützen, macht sie überaus attraktiv.
Innovationen im Gesundheitswesen
Ein Innovationszyklus, der von modernen Forschungskapazitäten, bahnbrechenden Therapien und digitalen Lieferketten geprägt ist, lässt die Nachfrage nach stärker integrierten Gesundheitssystemen steigen. Wir konzentrieren uns weiter auf Unternehmen, die in Bereichen wie Diabetes sowie seltene und chronische Erkrankungen Innovationen hervorbringen.
Strategische Erkenntnisse für Anlegerinnen und Anleger
Zur Bewältigung der Marktvolatilität ist eine disziplinierte Fokussierung auf die Fundamentaldaten notwendig. Makroökonomische Faktoren belasten die Bewertungen, die Gewinnaussichten bleiben jedoch die wichtigste Messgrösse für das Wachstum. Die jüngsten Marktbewegungen haben das Bewertungsrisiko reduziert und Chancen geschaffen, in die stärksten Titel aus wachstumsstarken Sektoren umzuschichten.
Kurzfristige Beeinträchtigungen an den Märkten sind unvermeidbar, jedoch bieten langfristige Wachstumstrends eine solide Grundlage, um die Unsicherheit zu überwinden. Indem sich Anleger auf Unternehmen ausrichten, die zu den Vorreitern transformativer Trends zählen, können sie langfristige Chancen nutzen und zugleich die Auswirkungen kurzfristiger negativer Faktoren abmildern.
Mark Baribeau
Jennison Associates
Mark Baribeau ist verantwortlich für die Überwachung des Anlageprozesses, der Strategieumsetzung und des Risikomanagements für die globalen Aktienstrategien von Jennison. Er sitzt in New York und ist Mitglied des Jennison Management Teams. Mark kam 2011 zum Unternehmen. Zuvor war er Portfoliomanager für globale Aktien und Large Cap Growth bei Loomis Sayles. Davor war er als Wirtschaftswissenschaftler bei John Hancock Financial Services tätig.
Er erwarb einen BA in Wirtschaftswissenschaften an der University of Vermont und einen MA in Wirtschaftswissenschaften an der University of Maryland. Mark ist ein CFA-Charterholder und Mitglied der CFA Society Boston.
PGIM Investments
Bei PGIM Investments denken wir global und handeln lokal. Wir bieten Zugang zu aktiven Anlagestrategien und streben dabei eine beständige Outperformance an. Unsere Kenntnis der lokalen Märkte ermöglicht es uns, den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden.
Wir sind Teil von PGIM, der globalen Vermögensverwalter von Prudential Financial, Inc. (PFI)1 – der 14t-grösste Vermögensverwalter weltweit mit einem verwalteten Vermögen (AuM)2 von über 1,0 Bio. USD. Privatanleger und Unternehmen vertrauen unserem Unternehmen seit 150 Jahren.
Disclaimer
Nur für professionelle Anleger. Anlagen sind grundsätzlich mit Risiken verbunden, darunter das Risiko eines eventuellen Kapitalverlusts.
In der Schweiz werden die Informationen von PGIM Limited über die Vertretung in Zürich mit eingetragenem Firmensitz: Kappelergasse 14, CH-8001 Zürich, Schweiz, herausgegeben. PGIM Limited, Vertretung in Zürich, ist von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) zugelassen und wird von dieser reguliert, und diese Dokumente werden an Personen ausgegeben, die professionelle oder institutionelle Anleger im Sinne von Art. 4, Abs. 3 und 4 Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) in der Schweiz sind. PGIM Limited, PGIM Netherlands B.V., PGIM Luxembourg S.A., PGIM (Singapore) Pte. Ltd. und PGIM (Hong Kong) Limited sind indirekte, 100%ige Tochtergesellschaften von PGIM, Inc. („PGIM“ und der „Anlageverwalter“), der wichtigsten Vermögensverwaltungssparte von Prudential Financial, Inc. („PFI“), einer Gesellschaft, die nach dem Recht der Vereinigten Staaten gegründet wurde und dort ihren Hauptgeschäftssitz hat. PFI aus den Vereinigten Staaten ist in keiner Weise mit der im Vereinigten Königreich gegründeten Prudential plc oder mit Prudential Assurance Company, einem im Vereinigten Königreich gegründeten Tochterunternehmen von M&G plc, verbunden. PGIM, das PGIM-Logo und das Felsen-Symbol sind Dienstleistungsmarken von PFI und ihren verbundenen Unternehmen, die in vielen Ländern weltweit registriert sind. PGIM Fixed Income und PGIM Real Estate sind Handelsnamen von PGIM, einem in den USA bei der SEC registrierten Anlageberater. Jennison und PGIM Quantitative Solutions sind jeweils Handelsnamen von Jennison Associates LLC und PGIM Quantitative Solutions LLC; beide Unternehmen sind 100%ige Tochtergesellschaften von PGIM und bei der SEC als Anlageberater registriert. Die Registrierung bei der SEC lässt keine Rückschlüsse auf ein bestimmtes Niveau an Kompetenz oder Schulung zu.
Verweise auf bestimmte Wertpapiere und deren Emittenten dienen lediglich der Veranschaulichung, sind nicht als Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf dieser Wertpapiere bestimmt und dürfen nicht als solche ausgelegt werden. Die in diesem Dokument genannten Wertpapiere werden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung möglicherweise nicht im Portfolio gehalten. Falls sie Bestandteil des Portfolios sind, wird nicht zugesichert, dass sie auch weiterhin gehalten werden.
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KeeSystem und Silex haben beschlossen, zusammenzuarbeiten, um fortschrittlichere Reporting-Lösungen zu entwickeln. Ihre ersten Bemühungen konzentrieren sich auf strukturierte Produkte. Durch die Integration von Funktionen der Spark-Plattform in KeeSense, dem PMS von KeeSystem, werden Vermögensverwalter künftig einen viel besseren Einblick in den Lebenszyklus dieser Produkte erhalten.
Von Jérôme Sicard
Was ist der genaue Umfang der Zusammenarbeit zwischen KeeSystem und Silex?
Diese Zusammenarbeit funktioniert in beide Richtungen. Auf der einen Seite fungiert Silex als Datenlieferant: Wir nutzen ihre APIs, um unser PMS anzureichern. Auf der anderen Seite stellt KeeSystem Silex seine Fähigkeiten zur Datenaggregation zur Verfügung. Auf diese Weise kann Silex seinen Kunden bestimmte Schlüsselfunktionen eines PMS anbieten.
Indem wir uns auf diese Weise annähern, können wir jeder für sich deutlich detailliertere Informationen als üblich über strukturierte Produkte, die einen Schwerpunkt des Angebots von Silex bilden, erstellen. Diese Komplementarität schafft natürlich Wert für beide Partner. Silex wird darüber hinaus die Rolle des Brokers für unsere gemeinsamen Kunden übernehmen können.
Welche gemeinsamen Ziele verfolgen Sie mit dieser Partnerschaft?
Das Hauptziel besteht darin, den Zugang zu grundlegenden Daten zu demokratisieren oder zu erleichtern, insbesondere im Zusammenhang mit strukturierten Produkten, welche in den von den Banken übermittelten Standarddatenströmen noch immer relativ wenig Informationen enthalten. Die Nachfrage der Anleger nach dieser Art von Informationen wird jedoch immer grösser.
Dank dieser Zusammenarbeit können wir den Vermögensverwaltern und ihren Kunden einen vollständigen Überblick über ihre strukturierten Produkte bieten, ohne die Schnittstellen der Banken nutzen zu müssen.
Schliesslich ist diese Partnerschaft auch als Hebel für die Geschäftsentwicklung wertvoll. Unsere beiden Unternehmen zielen auf die gleichen Kundensegmente ab. Gemeinsam können wir mehr Wert schaffen und unser jeweiliges Wachstum beschleunigen.
Warum haben Sie sich für die Konzentration auf strukturierte Produkte entschieden?
Alles begann mit einem Interessenten, der sehr stark in strukturierte Produkte investiert war und kein PMS fand, das ihm alle notwendigen Informationen liefern konnte. Als wir uns mit ihm austauschten, wurde uns bewusst, wie gross der Bedarf in diesem Bereich ist.
Die Vermögensverwalter müssen ihre Fachkenntnisse über strukturierte Produkte leichter rechtfertigen können. In dieser Logik können sie sich nicht mehr mit den Teilinformationen begnügen, die ihnen die Banken zur Verfügung stellen. Sowohl auf Seiten der Vermögensverwalter als auch der Kunden wächst das Bedürfnis nach Transparenz. Beide wollen heute in der Lage sein, die Allokation der Portfolios im Detail zu analysieren und zu überprüfen, ob sie mit den Anlageprofilen übereinstimmt.
Aus dieser Logik heraus haben wir uns mit Silex zusammengeschlossen, das nachweislich über Fachwissen im Bereich der Daten zu strukturierten Produkten verfügt. Diese Annäherung hat sich schnell als selbstverständlich erwiesen.
Welche Art von Informationen werden Sie Ihren Kunden künftig zur Verfügung stellen können?
Mit Silex werden wir in der Lage sein, einen umfassenden Überblick über strukturierte Produkte zu bieten: Risikoindikatoren, Niveau im Vergleich zur coupon barrier, tatsächliches Emittentenengagement, jährliche Performance – einschliesslich bereits erhaltener und erwarteter Kupons – und vieles mehr.
Das Ziel ist klar: Der Kunde soll durch umfassende und strukturierte Informationen den bestmöglichen Einblick in seine strukturierten Produkte erhalten.
Planen Sie, diese Zusammenarbeit auf andere Produkte auszuweiten?
Ja, wir arbeiten bereits an der automatischen Integration von strukturierten Produkten in unser PMS. Konkret kann ein Kunde ein Term Sheet importieren, und das System erstellt automatisch die Produktkarte mit allen erforderlichen Daten.
Wir denken auch darüber nach, diese Logik auf andere komplexe Instrumente wie AMCs, Hedgefonds oder auch UCITS-Fonds auszuweiten. Unser Ziel ist es, diesen Ansatz auf mehr Produkte auszudehnen und dabei ein hohes Mass an Automatisierung und Genauigkeit beizubehalten.
David Crépin
KeeSystem
David Crépin begann seine Karriere in einem Unternehmen, das auf Vermögenssimulationen spezialisiert ist, wo er bis zur Position des Produktleiters aufstieg. Anschliessend wandte er sich der Projektmanagement-Beratung zu, bevor er 2010 zu KeeSystem stiess. Heute ist er dort stellvertretender Geschäftsführer und zudem Partner. David ist Informatikingenieur und Absolvent der ISTY in Versailles.
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