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- Andy Jenk
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« Warum Vermögensverwalter zunehmend auf Sachwerte setzen »
Über Jahrzehnte folgte der Aufbau von Portfolios einer einfachen Formel: Aktien kaufen, Anleihen hinzufügen und auf deren Diversifikationseffekt setzen. Lange funktionierte dies bemerkenswert gut. Heute gerät dieses Konzept zunehmend unter Druck, und Sachwerte gewinnen im heutigen makroökonomischen Umfeld an Bedeutung. Andy Jenk erläutert die drei strukturellen Verschiebungen, die dieses wachsende Interesse erklären.
Splint Invest organisiert zu diesem Thema am 6. Mai ein Webinar.
Inflation, geopolitische Fragmentierung und sich verändernde Korrelationen zwischen traditionellen Anlageklassen zwingen Vermögensverwalter dazu, die Portfoliodiversifizierung zu überdenken. In diesem Zusammenhang gewinnen Sachwerte wie Kunst, Sammlerstücke, Wein, Uhren und seltene Luxusgüter an strategischer Bedeutung innerhalb eines Gesamtportfolios.
Dies ist kein neues Phänomen. UHNWIs und Family Offices investieren bereits seit Jahrzehnten in diese Vermögenswerte. Was sich heute verändert, ist die Professionalisierung, Institutionalisierung und auch Demokratisierung des Zugangs zu diesen Märkten.
Inflationsrisiko und Knappheit realer Vermögenswerte
Traditionelle Finanzanlagen stellen Ansprüche auf zukünftige Cashflows dar. Ihr Wert hängt stark von Diskontsätzen, der Geldpolitik und dem Zinsumfeld ab.
Sachwerte verhalten sich anders. Es handelt sich um knappe physische Güter mit begrenztem Angebot, die oft durch Sammlernachfrage und kulturelle Bedeutung gestützt werden. In inflationären Phasen kann Knappheit den Wert auf eine Weise erhalten, wie es Finanzanlagen manchmal nicht können.
Beispielsweise ist das Angebot eines bestimmten Kunstwerks, einer seltenen Uhrenserie oder eines Jahrgangsweins fix. Dies schafft strukturelle Knappheit, die eine langfristige Preisgestaltungsmacht stützen kann.
Geopolitische Fragmentierung
Zeiten geopolitischer Spannungen schwächen oft das Vertrauen in Finanzsysteme, Währungen oder Rechtsordnungen.
Historisch gesehen hat der Besitz von weltweit gefragten physischen Vermögenswerten eine Rolle bei der Vermögenssicherung gespielt. Objekte wie erstklassige Kunstwerke, seltene Sammlerstücke oder Luxusgüter in Investment-Grade-Qualität sind weltweit handelbare Wertspeicher, die nicht an ein einzelnes Finanzsystem gebunden sind.
Diese Eigenschaft macht sie besonders interessant für global diversifizierte Portfolios.
Die Korrelationsverschiebung in traditionellen Portfolios
Jahrzehntelang dienten Anleihen als primäre Absicherung gegen die Volatilität der Aktienmärkte.
Die letzten Jahre haben jedoch gezeigt, dass Anleihen und Aktien gleichzeitig an Wert verlieren können, insbesondere bei Inflationsschocks. Dies mindert die Wirksamkeit des traditionellen 60/40-Portfoliomodells.
Infolgedessen suchen Vermögensverwalter zunehmend nach neuen Diversifizierungsquellen – und Sachwerte entwickeln sich zu einer davon.
Wie Kunst und Sammlerstücke in Portfolios passen
Einer der häufigsten Fehler besteht darin, Kunst und Sammlerstücke als Leidenschaftsinvestitionen zu behandeln. Aus institutioneller Sicht sollten sie vielmehr wie Mikro-Private-Equity-Investitionen in einzelne Vermögenswerte behandelt werden – mit derselben analytischen Disziplin, die auch bei anderen alternativen Anlagestrategien angewendet wird.
Drei Säulen sind für die professionelle Integration in ein Portfolio unerlässlich.
1. Disziplin bei der strategischen Allokation
Für die meisten institutionellen Portfolios stellen Sachwerte eine kleine, aber strategische Allokation dar, typischerweise zwischen 1% und 5% des Gesamtportfolios. Das Ziel ist kein spekulatives Engagement, sondern Diversifizierung durch Vermögenswerte, deren Performance-Treiber sich von denen traditioneller Finanzmärkte unterscheiden.
2. Professionelle Auswahl und Due Diligence
Der Anlageerfolg auf Sammlermärkten hängt stark von der Beschaffung und einer disziplinierten Due Diligence ab. Zu professionellen Ansätzen gehören typischerweise:
- Datengestützte Marktanalyse
- Nutzung historischer Transaktionsdaten und Auktionsdatenbanken
- Analyse von Produktionslimitierungen und Seltenheit
- Klar definierte Haltedauern (oft 12–36 Monate)
- Vordefinierte Ausstiegskanäle über Auktionen, Händler oder Sammler
3. Institutionelle Anlagestruktur
In der Vergangenheit war das Fehlen investierbarer Strukturen eines der grössten Hindernisse für Vermögensverwalter. Eine professionelle Integration erfordert:
- Regulierte Anlageinstrumente
- ISIN-Kompatibilität
- Integration von Verwahrstellen
- Institutionelle Berichtsstandards
Diese Elemente verwandeln historisch fragmentierte Märkte in strukturierte, investierbare Anlageklassen, die für professionelle Portfolios geeignet sind.
Was man über Sachwerte wissen sollte
Wie jede Anlageklasse sind auch Sachwerte nicht ohne Eigenheiten. Liquidität ist ereignisgesteuert, nicht kontinuierlich. Bewertungen erfordern Expertise. Und der Marktzugang war lange fragmentiert und schwer zu strukturieren. Genau hier liegt jedoch der Wandel: Professionalisierung, Datenverfügbarkeit und regulierte Anlagestrukturen verändern diese Märkte grundlegend – und machen sie für institutionelle Portfolios zunehmend zugänglich.
Eine neue Ebene der Diversifizierung
Da sich das makroökonomische Umfeld weiterentwickelt, muss sich auch die Portfoliozusammensetzung entsprechend weiterentwickeln.
Sachwerte sollen traditionelle Anlagen nicht ersetzen. Stattdessen können sie eine zusätzliche Ebene der Diversifizierung bieten, die von anderen Marktdynamiken angetrieben wird.
Für Vermögensverwalter lautet die entscheidende Frage nicht mehr, ob diese Vermögenswerte in Portfolios gehören – sondern wie man auf strukturierte und institutionelle Weise Zugang zu ihnen erhält.
Deep Dive
Für Vermögensverwalter, die diesen Wandel aktiv mitgestalten wollen, lohnt es sich, tiefer in die Materie einzusteigen – in die Bewertungsmethodik, die Strukturierungsfragen und die konkrete Portfolio-Integration. Genau das steht im Mittelpunkt unseres Webinars am 6. Mai 2026 (hier anmelden).
Wer den Austausch bereits vorher sucht oder das Factsheet zum von Splint Invest lancierten Fonds anfordern möchte, erreicht uns direkt unter andy.jenk@splintinvest.com oder via aif.splintinvest.com.
KI-Umfrage
Dr. Tatiana Agnesens
Prof. Dr. Manfred Stüttgen
« Eine präzise Bestandsaufnahme des KI-Einsatzes bei unabhängigen Vermögensverwaltern. »
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