Absichten

EAM-Lösungen

  • Interview mit Yohann Palleau
  • Direktor
  • NFG Partners

« Performance darf keine blosse Absichtserklärung mehr sein – sie muss geprüft werden »

In einer Phase tiefgreifender Umbrüche in der Vermögensverwaltung vertritt Yohan Palleau einen anspruchsvollen Ansatz des Multi-Family-Office-Modells: echte Unabhängigkeit, offene Architektur und vollständige Transparenz bei der Performance. In einem Umfeld, in dem Kunden zunehmend vergleichen und Entscheidungen neu bewerten, plädiert er für eine Vermögensverwaltung, in der Performance nicht mehr behauptet, sondern gemessen und auditiert wird.

Von Levi-Sergio Mutemba

Der Begriff Family Office wird häufig inflationär verwendet. Wie unterscheiden Sie ein Multi-Family Office von der klassischen Vermögensverwaltung?

Das ist ein zentraler Punkt. Ein echtes Family Office setzt eine gewisse kritische Grösse voraus – in der Regel ein Vermögen von über 50 Millionen Franken –, um die Komplexität der angebotenen Dienstleistungen zu rechtfertigen. Diese reichen von Steuer- und Portfoliomanagement über generationenübergreifende Nachfolgeplanung bis hin zu Concierge-Services. Das Multi-Family-Office-Modell, wie wir es praktizieren, erlaubt es, diese spezialisierten Ressourcen für mehrere Familien zu bündeln. Dadurch können wir eine umfassende Vermögensarchitektur anbieten, die informelle oder zu kleine Strukturen professionell schlicht nicht leisten können.

Ihr Modell basiert auf einer offenen Architektur. Weshalb setzen Sie auf Partnerschaften statt auf Fusionen?

Unabhängigkeit ist unser wertvollstes Kapital. Indem wir strategische Partnerschaften mit Spezialisten wie Trustees, Stiftungen sowie Steuer- und Rechtsexperten eingehen – statt Fusionen anzustreben –, bewahren wir unsere Agilität und vermeiden Interessenkonflikte. Der heutige regulatorische Rahmen stellt sehr hohe Anforderungen an die Compliance. Diese sind keineswegs eine Einschränkung, sondern stärken Strukturen wie die unsere und ermöglichen uns vollständige Neutralität bei der Auswahl zentraler Dienstleister – ausschliesslich im Interesse unserer Kunden.

In der Kommunikation scheinen Sie bewusst mit den Codes des klassischen Marketings zu brechen. Was ist Ihr Ansatz?

Wir vermeiden glattes Marketing ohne Substanz. Unser Ziel ist es, den Markt zu informieren und zu befähigen – mit interaktiveren Formaten wie direkten Interviews mit unserem CIO und weiteren Teammitgliedern, um eine fundierte Einordnung der Märkte zu ermöglichen. Unabhängige Vermögensverwaltung beruht auch auf Kohärenz zwischen Handeln, Analyse und öffentlicher Kommunikation.

In einem gesättigten Markt: Wie belegen Sie konkret, dass Ihre Performance jener Ihrer Wettbewerber – insbesondere der grossen Privatbanken – überlegen ist?

Performance darf keine blosse Absichtserklärung mehr sein, sie muss auditiert werden. Deshalb haben wir unseren Track Record von Asset Risk Consultants Research prüfen lassen – einer weltweit führenden Referenz, die über 525’000 Portfolios überwacht. Das Ergebnis ist eindeutig: ARC hat sämtliche unserer Mandate über einen Zeitraum von zehn Jahren mit einem Rating A ausgezeichnet. Damit liegen unsere Ergebnisse weltweit im ersten Dezil, analysiert nach Mandatstyp und Referenzwährung. Ein Rating B entspricht dem ersten Quartil. Diese Strenge reflektiert einen tiefgreifenden Wandel im Markt. In den vergangenen Jahren ist die Nettoperformance zum Überlebenskriterium geworden. Heute zögern Kunden nicht mehr, ihre Privatbank zu verlassen, wenn die Resultate nicht überzeugen.

NFG Partners hat 2023 mit der Übernahme von Harvard Capital einen wichtigen Schritt vollzogen. Was war das strategische Ziel?

Ziel war es, unsere Glaubwürdigkeit am Markt weiter zu stärken. Mit der Integration von Harvard Capital und dessen CIO Glenn Coxon haben wir einen belastbaren Track Record im diskretionären Mandatsgeschäft hinzugewonnen. Für uns darf Performance keine Verheissung sein, sondern muss belegbar sein. Deshalb haben wir diesen Track Record ebenfalls durch ARC validieren lassen. Eine Positionierung im ersten Quartil mit einem Rating zwischen B und A erlaubt es uns, mit unseren Kunden Beziehungen auf Basis vollständigen Vertrauens aufzubauen – fern jener Intransparenz, die traditionellen Banken bisweilen vorgeworfen wird.

Sie sprechen von Transparenz. Ist dies heute die zentrale Erwartung Ihrer Kunden?

Absolut. Der moderne Kunde will genau verstehen, wofür er bezahlt. Er ist bereit, einen Premiumpreis zu entrichten – jedoch nur, wenn dieser durch überlegene Leistungen und Performance gerechtfertigt ist. Unsere Aufgabe besteht darin, eine verstärkte treuhänderische Verantwortung wahrzunehmen. Jede Anfrage behandeln wir mit höchster Priorität, vergleichbar mit einem Fünf-Sterne-Hotelservice. Unabhängig von der Grösse des Vermögens muss der Anspruch an Exzellenz für alle Kunden gleich hoch sein.

Yohann Palleau

NFG Partners

Yohan Palleau ist Mitgründer und Direktor von NFG Partners, einem in Genf ansässigen und von der FINMA regulierten Vermögensverwalter. Er ist auf internationale Vermögenslösungen spezialisiert und begleitet Unternehmer sowie vermögende Familien bei der Strukturierung und dem Wachstum ihres Vermögens. Zuvor war er unter anderem bei BPCE, ACE & Company und Banque SYZ tätig. Er ist Absolvent der HEC Lausanne sowie der Université de Genève.

 

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Mario Pfiffner
Invest-Partners
«Die FINMA sollte die strukturellen Besonderheiten der uVV stärker berücksichtigen.».

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Fundy

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Laurent Forestier
AtonRâ
„Eine Anlageidee schnell in ein kohärentes Portfolio überführen“

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«Die FINMA sollte die strukturellen Besonderheiten der uVV stärker berücksichtigen.».

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„Eine Anlageidee schnell in ein kohärentes Portfolio überführen“

SPHERE

The Swiss Financial Arena

Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.

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EAM-Lösungen

  • Interview mit Mario Pfiffner
  • Chief Executive Officer
  • Invest-Partners Wealth Management

«Die FINMA sollte die strukturellen Besonderheiten der uVV stärker berücksichtigen.».

Während die Regulierung in den vergangenen Jahren deutlich verschärft wurde, bewegen sich unabhängige Vermögensverwalter in einem zunehmend anspruchsvollen Umfeld. Mario Pfiffner analysiert die Grenzen eines einheitlichen regulatorischen Ansatzes und plädiert für eine stärkere Berücksichtigung der strukturellen Realitäten unabhängiger Vermögensverwalter.

Von Jérôme Sicard

Wie beurteilen Sie den aktuellen Zustand des EAM-Sektors in der Schweiz?

Der Schweizer Markt für unabhängige Vermögensverwalter präsentiert sich solide und gut etabliert. Er profitiert von der starken Finanzinfrastruktur der Schweiz, seiner politischen Stabilität und der langjährigen Reputation als globales Zentrum der Vermögensverwaltung. Die mit der Umsetzung von FINIG und FIDLEG geschaffene regulatorische Klarheit hat Transparenz und Professionalität in der gesamten Branche nachhaltig gestärkt. Gleichzeitig hat sie insbesondere bei kleineren und mittleren Akteuren Druck für eine zunehmende Konsolidierungswelle ausgelöst, da steigende Kosten für Compliance, Prüfungen und Reporting zunehmend belasten. Trotz anhaltendem Wettbewerbsdruck und Margenkompression sind Schweizer EAMs dank ihrer Expertise, Unabhängigkeit und der engen, vertrauensbasierten Kundenbeziehungen hervorragend positioniert.

Mit welchen zentralen Herausforderungen sind EAMs heute konfrontiert?

Regulatorische und Compliance-Anforderungen stellen nach wie vor die grösste Herausforderung dar, da sie die operative Komplexität und die Kosten erhöhen – insbesondere für kleinere Unternehmen. Der Margendruck hat sich durch höhere Gebührentransparenz, intensiven Wettbewerb und die breite Verfügbarkeit kostengünstiger Anlageprodukte weiter verschärft. Gleichzeitig stehen EAMs unter Druck, in Digitalisierung und Technologie zu investieren, um den steigenden Kundenerwartungen gerecht zu werden und Effizienzgewinne zu erzielen – häufig ohne ausreichende Skaleneffekte. Auch die Gewinnung von Talenten und die Nachfolgeplanung sind anspruchsvoll, da erfahrene Berater sich dem Ruhestand nähern und jüngere Fachkräfte flexiblere, technologiegetriebene Arbeitsumfelder suchen. Parallel dazu steigen die Erwartungen der Kunden in Bezug auf Transparenz, Nachhaltigkeit und individuell zugeschnittene Anlagelösungen.

Was sollte die FINMA aus Ihrer Sicht besser über die Realität unabhängiger Vermögensverwalter verstehen?

Die FINMA sollte die strukturellen Rahmenbedingungen, unter denen EAMs tätig sind, stärker berücksichtigen – insbesondere ihre begrenzte Grösse und Ressourcenbasis im Vergleich zu Banken und grossen Finanzinstituten. Einheitliche regulatorische Anforderungen sind zwar gut gemeint, führen jedoch häufig zu einer unverhältnismässigen operativen und finanziellen Belastung für kleinere Anbieter und lenken Managementkapazitäten von der Kundenbetreuung und dem eigentlichen Risikomanagement ab. Unabhängige Vermögensverwalter sind in der Regel eigentümergeführte, unternehmerisch geprägte Gesellschaften mit schlanken Strukturen, starkem Kundenfokus und begrenzter Fähigkeit, regulatorische Komplexität aufzufangen. Dennoch leisten sie einen wichtigen Beitrag zu Wettbewerb, Beschäftigung und Innovation im Schweizer Wealth-Management-Ökosystem und spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherung von Kundenwahlfreiheit und Marktdiversität.

Wenn Sie der FINMA heute eine zentrale Botschaft vermitteln könnten, welche wäre das?

Die überwiegende Mehrheit der unabhängigen EAMs handelt verantwortungsvoll, professionell und klar im besten Interesse ihrer Kundinnen und Kunden. Mit rund 1’500 EAMs unter FINMA-Aufsicht ist ein pragmatischer, verhältnismässiger und risikobasierter Ansatz entscheidend. Alle Marktteilnehmer pauschal als potenzielle Problemfälle zu behandeln, belastet gut funktionierende Unternehmen unnötig und bindet Aufsichtsressourcen, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten. Ein stärker differenzierterer Aufsichtsansatz würde sowohl den Anlegerschutz als auch die langfristige Nachhaltigkeit des Sektors wirksam stärken.

Welche strukturellen Veränderungen werden den EAM-Markt in den nächsten fünf Jahren am stärksten prägen?

Der Sektor wird weiterhin massgeblich durch regulatorisch getriebene Konsolidierung geprägt sein, da Compliance- und Kostendruck zunehmen werden. Digitalisierung und Automatisierung gewinnen weiter an Bedeutung: Der verstärkte Einsatz von Portfolio-Management-Systemen, Datenanalytik und digitalen Kundentools wird zu einem entscheidenden Faktor für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Auch demografische Entwicklungen und veränderte Kundenerwartungen – etwa durch den Generationenwechsel, höhere Transparenzanforderungen sowie die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen und wirkungsorientierten Anlagelösungen – werden den Markt verändern. Zudem dürfte sich die Zusammenarbeit zwischen EAMs, Banken und Fintech-Anbietern weiter intensivieren. Solche Partnerschaften ermöglichen es unabhängigen Vermögensverwaltern, auf leistungsfähige Infrastrukturen zuzugreifen, ohne ihre unternehmerische Unabhängigkeit aufzugeben.

Wie würden Sie die aktuelle Positionierung von Invest Partners beschreiben?

Invest-Partners positioniert sich als professionelle und unabhängige Schweizer Portfolio-Management-Plattform, aufgebaut von und für erfahrene Privatebanker und Portfoliomanager. Als Senior-Partner-Netzwerk organisiert, verbindet das Unternehmen institutionelle Investmentprozesse, klare Governance-Strukturen und ein professionelles Risikomanagement mit der Flexibilität für massgeschneiderte Kundenlösungen. Ein starkes und gut koordiniertes Administrationsteam stellt umfassende operative Unterstützung in den Bereichen Compliance, Reporting, IT und Governance sicher. Dadurch können sich die Partner vollständig auf das Portfolio Management sowie auf die Pflege langfristiger Kundenbeziehungen konzentrieren.Transparenz, Interessenausrichtung und langfristige Partnerschaften bilden die zentralen Pfeiler der Positionierung und Unternehmenskultur der Invest-Partners.

Wo sehen Sie aktuell die attraktivsten Wachstumsmöglichkeiten für Invest-Partners?

Diese ergeben sich aus der fortschreitenden Konsolidierung im EAM-Sektor sowie aus der wachsenden Zahl erfahrener Fachkräfte, die den Schritt in die Unabhängigkeit suchen. Insbesondere Senior-Portfoliomanager aus bestehenden EAM-Strukturen sowie Privatebanker, die traditionelle Banken verlassen, stellen ein starkes Wachstumspotenzial dar. Viele suchen unternehmerische Freiheit, einen stärkeren Fokus auf echte Kundenbetreuung und ein ausgewogeneres berufliches Umfeld. Invest- Partners ist hervorragend positioniert, um diese Persönlichkeiten anzusprechen: mit einer stabilen, auf Swissness fokussierten Plattform, moderner IT-Infrastruktur, institutionellen Portfolio-Management-Tools und umfassender administrativer Unterstützung die es den Partnern ermöglicht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – exzellente Anlagestrategien umzusetzen und langfristige Kundenbeziehungen zu pflegen.

Welche Art von Unterstützung bietet Invest-Partners seinen Partnern?

Wir bieten institutionelle Unterstützung in allen zentralen nicht-investmentbezogenen Funktionen, darunter Regulierung und Compliance, Risikomanagement, rechtliche und Governance-Strukturen, Finanzen und Reporting sowie IT-Infrastruktur. Ein erfahrenes Administrationsteam fungiert als zentrale Serviceeinheit für das Partnernetzwerk und sorgt für Konsistenz, Effizienz und regulatorische Stabilität. Künftig werden diese Funktionen durch weitere Digitalisierung, Automatisierung und Skalierung kontinuierlich weiterentwickelt – mit dem Ziel, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig hohe professionelle und regulatorische Standards zu sichern.

Wie viele Partner haben Sie heute?

Invest-Partners zählt derzeit 30 Partner. Das Wachstum erfolgt bewusst selektiv und mit Augenmass, mit einem klaren Fokus auf kulturelle Passung und professionelle Qualität statt auf reine Größenexpansion. Dank skalierbarer Infrastruktur, erfahrener administrativer Unterstützung und eines robusten operativen Rahmens verfügt die Plattform über ausreichende zusätzliche Kapazitäten, um organisch zu wachsen und dabei ihre hohen Ansprüche an Qualität, Governance und Kundenservice konsequent zu wahren.

Wie gehen Sie mit Anlagelösungen wie Private Markets und Digital Assets um?

Private Markets und digitale Vermögenswerte werden diszipliniert, selektiv und konsequent kundenorientiert eingesetzt. Diese Anlageklassen kommen dort zum Einsatz, wo sie klare Diversifikationsvorteile bieten und zum Risikoprofil, Anlagehorizont und zu den Gesamtzielen des Kunden und seines Portfolios passen. Private Markets stehen derzeit nicht im Fokus, da viele Kunden Liquidität, Transparenz und Flexibilität priorisieren. Digitale Assets werden vorsichtig und bevorzugt über regulierte, handelbare Anlageprodukte eingesetzt, statt über Direktinvestitionen – insbesondere aus Gründen der Governance, Bewertung, Liquidität und operativen Effizienz.

Welche Art von Asset Managern möchten Sie gewinnen, und welches Partnermodell bieten Sie an?

Invest-Partners richtet sich gezielt an erfahrene, unternehmerisch denkende Portfoliomanager, die Unabhängigkeit, Eigenverantwortung und langfristige Kundenbeziehungen schätzen. Kulturelle Passung, Integrität und ein ausgeprägter Client-first-Ansatz sind zentral. Das Partnermodell verbindet unternehmerische Freiheit mit einer starken institutionellen Plattform, geteilter Infrastruktur und zentralen Supportfunktionen – bei gleichzeitig hoher Autonomie, klarer wirtschaftlicher Beteiligung und enger Interessenangleichung zwischen Partnern und Kunden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der unabhängigen Vermögensverwaltung?

Der Sektor würde von einer stärkeren, sichtbaren und besser koordinierten Interessenvertretung deutlich profitieren. Die Fragmentierung über verschiedene Verbände und Interessengruppen schwächt die Fähigkeit der Branche regulatorische und politische Themen kohärent zu adressieren. Eine glaubwürdige Dachorganisation, die gemeinsame Kernanliegen wie verhältnismässige Regulierung, Rechtssicherheit und operative Umsetzbarkeit vertritt, kombiniert mit strukturierteren Möglichkeiten für fachlichen Austausch und Networking, würde den Zusammenhalt, die Sichtbarkeit und die langfristige Nachhaltigkeit des Sektors im Schweizer Finanzökosystem nachhaltig stärken.

Mario Pfiffner

Invest-Partners Wealth Management

Seit Februar 2010 ist er bei der Invest-Partners Wealth Management in Zürich tätig, wo er seit dem Management-Buyout im Juli 2019 die Rolle des CEO innehat. In dieser Rolle verantwortet er die strategische Führung der Plattform für unabhängige Vermögensverwalter. Mario Pfiffner begann seine berufliche Laufbahn bei der St. Galler Kantonalbank, wo er nach einer Banklehre und einem betriebswirtschaftlichen Studium an der Kaderschule Zürich verschiedene Generalistenfunktionen übernahm.

 

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Mario Pfiffner
Invest-Partners
«Die FINMA sollte die strukturellen Besonderheiten der uVV stärker berücksichtigen.».

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Fundy

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Laurent Forestier
AtonRâ
„Eine Anlageidee schnell in ein kohärentes Portfolio überführen“

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Mario Pfiffner
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«Die FINMA sollte die strukturellen Besonderheiten der uVV stärker berücksichtigen.».

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Fundy

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Laurent Forestier
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„Eine Anlageidee schnell in ein kohärentes Portfolio überführen“

SPHERE

The Swiss Financial Arena

Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.

Fundy

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  • Interview mit Laurent Forestier
  • Chief Operating Officer
  • AtonRâ

„Eine Anlageidee schnell in ein kohärentes Portfolio überführen“

Fundy, entwickelt von AtonRâ, einem Pionier der thematischen Investments in der Schweiz, ist eine auf künstlicher Intelligenz basierende Plattform, die darauf ausgelegt ist, Vermögensverwalter in den Phasen der Recherche, Analyse und Portfolio­strukturierung gezielt zu unterstützen. Ziel ist es, die operative Komplexität und den Zeitaufwand für Analysen zu reduzieren und gleichzeitig die Kohärenz und Verständlichkeit der Allokationen zu verbessern.

Von Jérôme Sicard

Auf welche konkreten Bedürfnisse wollten Sie mit der Gründung und dem Ausbau von Fundy reagieren?

Fundy ist aus einer sehr einfachen Beobachtung entstanden, die viele Fachleute aus der Vermögensverwaltung teilen. Asset Manager und Berater haben heute Zugang zu mehr Informationen als je zuvor, verfügen jedoch häufig nicht über die Zeit und die passenden Werkzeuge, um diese effizient zu nutzen. Zwischen Recherche, Analyse, Portfolioaufbau und der verständlichen Vermittlung gegenüber den Kunden besteht ein hohes Risiko, an Kohärenz, Reaktionsfähigkeit oder Klarheit zu verlieren.

Mit Fundy wollten wir daher drei sehr konkrete Bedürfnisse adressieren. Erstens: die Recherche- und Portfolioaufbauphase deutlich zu beschleunigen, ohne dabei auf analytische Stringenz zu verzichten. Zweitens: Vermögensverwaltern zu ermöglichen, ihre Investmentthesen – sei es thematisch, sektoral, geografisch oder quantitativ – klar, messbar und reproduzierbar zu strukturieren. Drittens: ihnen mehr Freiheit zurückzugeben, indem wir starre Rahmenwerke oder Lösungen vermeiden, die Investoren in vordefinierte Produkte einsperren.

Fundy verfolgt das Ziel, eine integrierte und reibungslose Arbeitsumgebung bereitzustellen, die es erlaubt, eine Investmentidee rasch in ein kohärentes, erklärbares und auch kommerziell nutzbares Portfolio zu überführen. Ein wichtiger Punkt dabei: Der Vermögensverwalter oder sein Kunde behält seine bestehende Bankbeziehung. Fundy liefert die Intelligenz – nicht die Verwahrung der Vermögenswerte.

Wie würden Sie Fundy heute einem Vermögensverwalter in wenigen Sätzen erklären?

Fundy ist eine professionelle Plattform, die den Vermögensverwalter entlang des gesamten Investmentprozesses begleitet – von der ersten Idee bis zum finalen Portfolio. Konkret ermöglicht sie es, von einer Intuition oder Überzeugung auszugehen und diese sehr schnell in ein tatsächlich investierbares Portfolio zu übersetzen.

Anschliessend bietet die Plattform eine umfassende Analyse dieses Portfolios, indem sie Risiko- und Performanceprofile detailliert auswertet und in Relation zu relevanten Alternativen oder Benchmarks setzt – in Sekunden statt in Tagen..

Was sind die zentralen Funktionen von Fundy?

Die Funktionalitäten von Fundy basieren auf vier zentralen Säulen, die eng an den Arbeitsalltag von Vermögensverwaltern angelehnt sind. Zunächst bietet die Plattform eine strukturierte Research-Funktion, die darauf ausgelegt ist, Anlagechancen schnell zu identifizieren und die Investmentüberlegungen zu unterstützen. Anschliessend ermöglicht sie den Aufbau und die laufende Anpassung von Portfolios, indem Überzeugungen direkt in konkrete Allokationen übersetzt werden.

Kurzfristig wird Fundy zudem die sofortige Optimierung von Multi-Asset-Portfolios über mehr als 54’000 Instrumente (Aktien, Obligationen, Krypto-Assets, Rohstoffe) in weniger als zwei Sekunden ermöglichen.

Darüber hinaus integriert Fundy Tools zur Generierung von Investmentideen, um neue Themen zu erschliessen und alternative Szenarien zu entwickeln. Unsere relationale Intelligenz (Graph Intelligence) identifiziert verborgene Korrelationen innerhalb von Lieferketten und Wettbewerbsdynamiken, die klassische Tools nicht erfassen – in einem Ansatz, der zugleich rigoros und flexibel ist.

Welches Anlageuniversum deckt Fundy heute ab?

Aktuell deckt Fundy mehr als 54’000 Instrumente ab, hauptsächlich Aktien, ohne geografische Einschränkungen, und ermöglicht damit eine wirklich globale Sicht auf die Märkte. Gleichzeitig legt die Plattform einen besonderen Fokus auf bestimmte Themenbereiche wie Technologie, Gesundheitswesen oder die grossen Energietransformationen, da diese zunehmend die langfristigen Allokationsentscheidungen prägen.

Zudem berücksichtigt Fundy gezielt Small- und Mid-Cap-Segmente, die von traditionellen Tools oft nur unzureichend abgedeckt werden.

Wie viele Selektionskriterien wenden Sie pro Unternehmen an?

Jedes Unternehmen wird anhand mehrerer Dutzend Kriterien analysiert. Diese kombinieren klassische Finanzkennzahlen mit Risiko- und Liquiditätsindikatoren sowie sektoralen und thematischen Kriterien. Für die von uns entwickelten Themen integrieren wir zusätzlich qualitative Daten, die nach unserer eigenen Klassifikationsmethodik strukturiert sind. Ziel ist es nicht, möglichst viele Filter anzuhäufen, sondern eine kohärente, verständliche und im Entscheidungsprozess direkt nutzbare Analyse zu liefern.

Wo schafft Künstliche Intelligenz bei Fundy den grössten Mehrwert?

KI kommt zunächst bei der Strukturierung und Klassifikation der Daten zum Einsatz. Sie hilft dabei, komplexe Informationsmengen in verständliche und verwertbare Elemente zu übersetzen. Darüber hinaus beschleunigt sie die Analysephasen erheblich. Zur Einordnung: Eine Analyse auf institutionellem Niveau, die früher mehrere tausend Franken und mehrere Tage Arbeit erforderte, kann heute on demand für wenige Franken und in wenigen Sekunden erstellt werden.

Zudem spielt KI eine wichtige Rolle bei der Generierung von Investmentideen, indem sie neue Denkräume eröffnet. Sie ist jedoch nicht dazu gedacht, Entscheidungen anstelle des Vermögensverwalters zu treffen, sondern dessen Fähigkeiten gezielt zu erweitern.

Planen Sie langfristig eine Ausweitung auf Fixed Income?

Fixed Income ist in unserem Anlageuniversum bereits teilweise abgedeckt. Wir arbeiten kontinuierlich an einer Erweiterung, wobei diese Anlageklasse spezifische Herausforderungen mit sich bringt – insbesondere hinsichtlich Datenqualität, Liquidität und Instrumentenstrukturierung. Statt das Universum zu schnell auszudehnen, setzen wir auf einen schrittweisen Ausbau mit dem Ziel, zu gegebener Zeit ein Qualitäts-, Kohärenz- und Analyse-Niveau zu erreichen, das demjenigen im Aktienbereich entspricht.

Auf welchem Geschäftsmodell basiert Fundy?

Derzeit ist Fundy für unsere Beta-Nutzer kostenlos zugänglich, da wir uns noch in einer fortgeschrittenen Testphase befinden. Der offizielle Markteintritt ist für das erste Quartal 2026 geplant. Langfristig streben wir ein B2B-Modell an, das stark von den angebotenen Funktionalitäten abhängen wird – unabhängig davon, ob sich diese an unabhängige Vermögensverwalter, Privatbanker, Family Offices oder institutionelle Investoren richten.

Worin unterscheidet sich Fundy von Robo-Advisors oder bestehenden Plattformen?

Der Unterschied ist grundlegend. Robo-Advisors bieten standardisierte Allokationen, häufig beschränkt auf ETFs, und funktionieren meist als „Black Box“. Fundy hingegen gibt dem Vermögensverwalter die volle Kontrolle. Er entwickelt seine eigene Strategie, wählt die Instrumente selbst aus und setzt die Transaktionen mit einem Klick über seinen bestehenden Verwahrer um.

Welches sind Ihre nächsten Schritte?

Unser vorrangiges Ziel ist es, die Nutzung von Fundy bei Vermögensverwaltern weiter zu beschleunigen, indem wir die Sichtbarkeit erhöhen und den täglichen Einsatz fördern. Parallel dazu bauen wir die Analyse- und Optimierungsfunktionen weiter aus und legen dabei grossen Wert auf Einfachheit, Geschwindigkeit und Benutzerfreundlichkeit der Plattform.

Zudem arbeiten wir an Integrationen mit bestehenden Tools der Vermögensverwalter, wie etwa PMS-Systemen, Execution-Plattformen oder Partnerlösungen zur Produktstrukturierung.

Wie wird sich die Portfolio-Konstruktion und -Verwaltung Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren entwickeln?

Wir bewegen uns klar in Richtung einer zunehmend personalisierten Vermögensverwaltung, getrieben durch den Ausbau von Advisory-Dienstleistungen und steigende Anforderungen der Kunden an Transparenz. Anlageentscheidungen müssen künftig nicht nur Performance liefern, sondern auch nachvollziehbar, transparent und begründbar sein.

In diesem Umfeld werden Technologie und Künstliche Intelligenz zu unverzichtbaren Entscheidungsunterstützungstools, ohne jedoch die Rolle des Vermögensverwalters zu ersetzen. Gleichzeitig dürfte die Bedeutung stark standardisierter oder rein indexbasierter Produkte zurückgehen – zugunsten massgeschneiderter Lösungen, die auf individuellen Überzeugungen und spezifischen Kundenrestriktionen basieren, bei deutlich wettbewerbsfähigeren Kosten.

Laurent Forestier

Atonrâ

Laurent Forestier ist seit fünf Jahren als Chief Operating Officer bei Atonra tätig. Nach seinem beruflichen Einstieg in der Aluminiumindustrie wechselte er 2001 zu Lombard Odier, wo er zunächst als Senior Project Manager arbeitete und ab 2011 von Montréal aus die nordamerikanischen Aktivitäten leitete. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz trat er 2016 Edmond de Rothschild bei, wo er für das Client & Business Management der Schweizer Privatbank verantwortlich war. Laurent Forestier verfügt über einen MSc in Ingenieurwissenschaften der ETH Zürich.

 

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«Die FINMA sollte die strukturellen Besonderheiten der uVV stärker berücksichtigen.».

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  • Gzim Hasani
  • Gründer und CEO
  • smzh

« Es ist entscheidend, klar zwischen Luxusprodukten und sogenannten Luxury Assets zu unterscheiden. »

Uhren, Schmuck, Sammlerfahrzeuge, Kunstwerke … Luxury Assets haben sich in den vergangenen Jahren als eigenständige Anlageklasse etabliert. Weit entfernt von reiner Konsumlogik folgen diese Objekte heute zunehmend Marktmechanismen, Liquiditätsfragen und Prinzipien der Vermögensstrukturierung. In diesem Interview erläutert Gzim Hasani die zentralen Grundlagen dieses Ansatzes.

Von Jérôme Sicard

Was sind die zentralen Faktoren, die den Luxusmarkt zu einer echten Anlageklasse gemacht haben?

Der wichtigste Treiber ist das globale Vermögenswachstum und die zunehmende Sophistizierung wohlhabender Personen. Luxuswerte haben sich schrittweise von reinen Konsumgütern hin zu alternativen Anlagen entwickelt. Begonnen hat dies mit erstklassigen Immobilien und später kamen Uhren, Schmuck, klassischen Automobilen und ausgewählte Kunstwerke hinzu.

Was den entscheidenden Wandel brachte, war die Professionalisierung: bessere Bewertungsstandards, tiefere Sekundärmärkte, verbesserte Liquidität und klare Eigentümerstrukturen. Im Kern werden Luxuswerte durch Knappheit und Begehrlichkeit getrieben. Wenn ein Objekt beides vereint, wird es mit anderen Anlageklassen vergleichbar – mit realen Märkten, realer Liquidität und klarer Sensitivität gegenüber Konjunkturzyklen.

Wie erklären Sie, dass Investitionen in Uhren, Autos oder Kunst zeitweise traditionelle Finanzmärkte übertreffen?

Performance ist nicht der Ausgangspunkt. Bewusstsein ist es. Viele Menschen besitzen bereits Luxuswerte, ohne sie als solche zu behandeln. Eine Uhr oder ein Auto wird oft als Konsumgut gesehen, obwohl es faktisch als Vermögenswert geführt werden sollte.

Diese Objekte fallen selten auf null. Der entscheidende Unterschied liegt in der Strukturierung: Bewertung, Versicherung, Dokumentation, Weitergabe und Transaktionsfähigkeit. Sobald Luxuswerte professionell gemanagt werden, wird Performance zur Folge – nicht zum Ziel.

Inwiefern hat sich die wirtschaftliche Legitimität von Luxus in den letzten zwei Jahrzehnten gestärkt?

Es ist entscheidend, zwischen der Luxusindustrie und echten Luxuswerten zu unterscheiden. Ein grosser Teil der Industrie ist nach wie vor konsumgetrieben. Nur eine begrenzte Anzahl von Marken und Objekten qualifiziert sich als Vermögenswerte mit nachhaltiger Nachfrage und Wertbeständigkeit.

Dies zeigt sich bei ikonischen Uhren, aussergewöhnlichen klassischen Autos oder stark wiedererkennbaren Taschen wie der Hermès Birkin oder Kelly. Diese Objekte vereinen Knappheit, Markenglaubwürdigkeit und funktionierende Sekundärmärkte. Viele Luxusmarken verkaufen Luxusprodukte, aber keine Luxuswerte – diese Unterscheidung zu verstehen ist zentral.

Wie unterscheiden Sie in der Beratung konkret zwischen einem Luxusgut und einem Luxusvermögenswert?

Letztlich entscheidet der Markt. Wie bei Aktien wird der Wert durch langfristige Nachfrage und Markttiefe definiert. Manche Güter entwickeln sich erst über die Zeit zu Vermögenswerten. Ein Ferrari F40 ist ein gutes Beispiel: einst relativ zugänglich, später aufgrund von Knappheit und kultureller Bedeutung stark im Wert gestiegen.

In der Kunst sind drei Faktoren besonders wichtig: der Hintergrund der Künstlerin oder des Künstlers, die institutionelle Anerkennung und die Frage, ob die Person noch lebt. Nichts davon garantiert Erfolg, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit. Dieselbe Logik gilt für Uhren oder Autos. Eine Patek Philippe hat schlicht eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, auch in fünfzig oder hundert Jahren noch einen Markt zu haben, als eine unbekannte unabhängige Marke.

Welche Rolle spielen Seltenheit, Provenienz und Handwerkskunst für den zukünftigen Wert?

Sie sind essenziell, aber für sich allein nicht ausreichend. Langfristiger Wert erfordert auch Vertrauen in die Kontinuität der Marke oder des Handwerks. Grosse Häuser wie Audemars Piguet denken und investieren generationenübergreifend.

Bei klassischen Autos sehen wir bereits Herausforderungen durch das Verschwinden spezialisierter Fähigkeiten. Wartung, Erhalt und Logistik werden deshalb zu zentralen Werttreibern. Dies ist ein Grund, weshalb Uhren und Schmuck oft im Vorteil sind: Sie lassen sich einfacher erhalten, transportieren und versichern – bei gleichzeitig hoher Wertdichte..

Wie beurteilen Sie das Spannungsfeld zwischen Risiko, Rendite und emotionaler Zufriedenheit?

Emotion ist meist der Einstiegspunkt. Menschen bauen Luxuskollektionen auf, weil sie die Objekte lieben, ihre Geschichten schätzen und sie weitergeben möchten. Mit zunehmendem Wert wird Struktur unverzichtbar. Dann gewinnen Governance, Bewertung und Risikomanagement an Bedeutung. Emotion schafft Bindung – Struktur schützt den Wert.

Was sind die häufigsten Fehler neuer Investorinnen und Investoren?

Der grösste Fehler ist, Preis mit Qualität gleichzusetzen. Ein hoher Preis macht noch keinen Vermögenswert. Liquidität, Sekundärmärkte und langfristige Nachfrage werden oft unterschätzt.

Zudem erleben wir spekulative Phasen – etwa beim Wein nach Covid – gefolgt von Korrekturen. Das ist normal. Luxusmärkte bewegen sich wie alle Märkte in Zyklen – und Disziplin ist entscheidend.

Wie prägen Nachhaltigkeit und Ethik Investitionsentscheide im Luxusbereich?

Nachhaltigkeit im Luxus bezieht sich weniger auf klassische ESG-Kennzahlen als auf Kontinuität. Die zentrale Frage ist, ob Handwerkskunst, Know-how und Qualität über Generationen erhalten bleiben.

Für Investorinnen und Investoren bedeutet das, sich auf Marken zu fokussieren, die ihr Humankapital schützen, einer Überindustrialisierung widerstehen und Produkte schaffen, die auf Langlebigkeit ausgelegt sind. Im Luxus geht es bei Nachhaltigkeit letztlich um Glaubwürdigkeit und kulturelle Beständigkeit.

Was unterscheidet kurzfristiges Flipping von einer langfristigen Vermögensstrategie?

Langfristige Strategien schneiden fast immer besser ab. Wer kauft, hält und über Zeit aufbaut, profitiert von kumulierender Nachfrage, Markenstärke und Liquidität. Flipping existiert – insbesondere in gewissen Regionen – doch Marken wie Rolex zeigen, wie langfristige Fundamentaldaten nachhaltigen Wert schaffen. Das ist keine Spekulation, sondern strukturelle Stärke.

Was sind die wichtigsten Leitlinien für die Integration von Luxuswerten in ein globales Portfolio?

Die meisten vermögenden Personen besitzen bereits Luxuswerte – sie managen sie nur nicht als Teil ihres Portfolios. Entscheidend ist die Integration. Luxuswerte müssen bewertet, strukturiert und mit den Gesamtzielen abgestimmt werden.

Es gibt keine fixe Allokation. Sie hängt von der persönlichen Situation, familiären Strukturen und langfristigen Zielen ab – und davon, ob diese Vermögenswerte Flexibilität erhöhen statt sie einzuschränken.

Gzim Hasani

smzh

Gzim Hasani leitet smzh, einen unabhängigen Finanzdienstleister, der in den Bereichen Anlagen, Vorsorge, Steuern, Immobilien, Versicherungen und Rechtsstrukturierung tätig ist. Er ist Gründer von Impegno & Partners, die sich der Vermögensberatung für sehr vermögende Kunden widmet. Seine Expertise basiert auf langjährige Erfahrung mit UHNWI-Kunden, insbesondere bei Credit Suisse und Julius Bär, wo er als Senior Relationship Manager tätig war.

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  • Thomas Tietz
  • CEO
  • Corum Group

« Wir beteiligen uns aktiv an der Konsolidierungswelle im Markt der uVV »

Lange Zeit stark fragmentiert, beschleunigt sich der Strukturwandel im Markt der unabhängigen Vermögensverwalter zunehmend. Kritische Grösse, regulatorische Anforderungen, technologische Investitionen und Nachfolgethemen rücken immer stärker in den Fokus. In diesem Interview erläutert Thomas Tietz, wie sich Corum darauf ausgerichtet hat und welche aktive Rolle die Gruppe bei der Neukonfiguration dieses Marktes übernehmen will.

Von Jérôme Sicard

Was sind Ihre wichtigsten Wachstumstreiber für die kommenden Jahre?
Unser Wachstum basiert auf mehreren soliden Fundamenten: einer hohen Kundenzufriedenheit, gut ausgebildeten und hochmotivierten Mitarbeitenden, einer robusten IT-Plattform, einer starken Unternehmenskultur sowie einer wirkungsvollen internen Kommunikation. In den vergangenen fünf Jahren haben wir in all diese Bereiche stark investiert. Aufgrund unserer Eigentums- und Führungsstruktur haben wir kurzfristige Gewinne nie priorisiert; stattdessen wurde jeder Schweizer Franken reinvestiert, um die Organisation auf Skalierung vorzubereiten.

Heute wird unser Wachstum von drei Kräften getragen. Erstens betreuen wir bestehende Kunden auf höchstem Niveau und reagieren rasch auf Marktveränderungen, geopolitische Ereignisse und Sanktionen. Zweitens gewinnen wir neue Kunden über unser Netzwerk sowie über neu eintretende Relationship Manager. Und drittens beteiligen wir uns aktiv an der Konsolidierungswelle unter unabhängigen Vermögensverwaltern, Finanzinstituten und Family Offices in der Schweiz und in Deutschland – einschliesslich des Erwerbs kleiner und grosser Vermögensverwaltungen im Rahmen von Nachfolgelösungen.

Wie würden Sie Ihre übergeordnete Entwicklungsstrategie beschreiben?
Sehr offensiv. In den vergangenen vier Jahren haben wir eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 25 % erreicht.

Welche Investitionen sind notwendig, um dieses Wachstum zu ermöglichen?
Unsere Investitionen konzentrieren sich in erster Linie auf IT und Menschen. Auf der Technologieseite arbeiten alle Mitarbeitenden – interne wie externe – auf einer einheitlichen IT-Plattform, unabhängig davon, ob sie in unserem Zürcher Büro tätig sind oder international reisen. Unsere Tochtergesellschaften arbeiten auf demselben System, wodurch wir Skaleneffekte, Einkaufskraft und Qualitätsstandards der Corum-Gruppe nutzen können. 2025 haben wir eine umfangreiche Systemmigration abgeschlossen: Die frühere Kette aus Portfolio-Management-System, Excel-Tabellen und Outlook-Kommunikation wurde durch eine integrierte Prozessplattform ersetzt – bestehend aus PMS, Legal & Compliance sowie CRM –, welche alle Funktionen nahtlos verbindet.

Auf der personellen Seite sind unsere Kunden und Mitarbeitenden unsere wertvollsten Ressourcen. Exzellenz können wir nur mit hochmotivierten Menschen liefern. Die Einführung der neuen PMS-Plattform ist ein gutes Beispiel: Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Abteilungen arbeiteten fast ein Jahr lang daran – und betrieben gleichzeitig die alten Systeme weiter, was oft zu doppelter oder dreifacher Arbeitsbelastung führte. In diese Menschen investieren wir, und genau diese Talente möchten wir anziehen. Zudem haben wir uns entschieden, ein Ausbildungsbetrieb zu werden und Lernende in unsere tägliche Arbeit einzubinden – ein strategischer Schritt, um junge Talente früh zu identifizieren und langfristig zu binden.

Was bieten Sie Beratern, die sich Ihrer Plattform anschliessen?
Wir bieten Beratern ein echtes professionelles und organisatorisches Zuhause. Typischerweise treten zwei Profile der Corum-Gruppe bei: Berater aus Banken, die in die unabhängige Vermögensverwaltung wechseln möchten und eine Infrastruktur suchen, die ihnen eine ganzheitliche Kundenbetreuung ermöglicht; sowie ehemalige unabhängige Vermögensverwalter, die ihre FINMA- oder BaFin-Lizenz aufgrund steigender regulatorischer Belastungen oder aus Altersgründen abgegeben haben.

Beide Gruppen suchen langfristige Stabilität – für sich selbst und für ihre Kunden. Einige möchten ihren Kundenstamm neu aufbauen, andere ihre bestehende Kundschaft unter einem stärkeren Dach weiter betreuen, wieder andere ihre Nachfolge vorbereiten und Kunden schrittweise an einen jüngeren Relationship Manager übergeben. Corum bietet dieses Umfeld: mit Zugang zu hochqualifizierten Legal-&-Compliance-Spezialisten, einem erfahrenen Investment Office, einer modernen IT- und Softwarearchitektur, Beziehungen zu über 50 Banken weltweit, EU-Marktzugang über unsere BaFin-regulierte Einheit in München sowie einem Managementteam mit fast 25 Jahren Erfahrung in der Führung eines unabhängigen Vermögensverwalters in der Schweiz.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Erfolgsfaktoren von Corum?
Kontinuität, Flexibilität, moderne Infrastruktur, ein zukunftsgerichtetes Geschäftsmodell, eine familiäre und partnerschaftliche Kultur sowie umfassende Erfahrung in internationalen Märkten.

Welche Argumente überzeugen Berater am meisten, wenn Sie ihnen Corums Value Proposition vorstellen?
Zusätzlich zu den genannten Elementen schätzen Berater unsere umfassenden internen Supportfunktionen – darunter Legal & Compliance und Back Office –, ein attraktives Vergütungsmodell sowie die unternehmerische Freiheit, die mit P&L-Verantwortung einhergeht.

Wie funktionieren Ihre Tandems aus Beratern und Analysten im Alltag?
Die Zusammenarbeit folgt einem klar definierten Prozessrahmen. Wir führen eine vierteljährliche Investment Conference mit Professor Josef Marbacher durch, inklusive Marktausblick; ein monatliches Investment Committee mit vier Experten; sowie einen wöchentlichen Investment-Call am Montag für alle RMs und PMs. Das Investment Office setzt Strategien um und unterstützt bei täglichen Anfragen, während ad-hoc-Meetings bei aussergewöhnlichen Ereignissen wie einer Pandemie oder geopolitischen Krisen einberufen werden. Diese Struktur stellt sicher, dass jeder Relationship Manager proaktiv auf alle relevanten Informationen zugreifen kann.

Welche Arten von Akquisitionszielen suchen Sie?
Wir konzentrieren uns auf zwei Gruppen: hochqualifizierte Banker, die sich einem unabhängigen Vermögensverwalter anschliessen möchten, und kleine bis mittelgrosse Vermögensverwalter, die eine Nachfolgelösung suchen – sei es über ein Tandemmodell, eine schrittweise Kundenübertragung oder die Vorbereitung auf den Ruhestand.

Wie beurteilen Sie den aktuellen Zustand des unabhängigen Vermögensverwaltungssektors?
Ende November gab es in der Schweiz 1’347 von der FINMA lizenzierte Vermögensverwalter – eine rückläufige Zahl. Der Höhepunkt liegt hinter uns. Die Struktur des Sektors erklärt dies: Rund 80 % der Firmen sind sehr klein – ein bis fünf Personen – und etwa 80 % ihrer Führungskräfte sind zwischen 60 und 75 Jahre alt.

Die Konsolidierungswellen, die ich vorausgesagt habe – die zweite und dritte Welle – überschneiden sich nun. Die Lizenzierungsphase führte nicht zu einer echten Konsolidierung, da nahezu alle eine Lizenz erhalten haben. Die zweite Welle ist die Erkenntnis, dass «eine Lizenz zu erhalten bedeutet, sie zu behalten»: Nach zwei Jahren und zwei FINMA-Prüfungen sind regulatorische Belastung und Kosten klar geworden, was den Wunsch, unabhängig weiterzumachen, sinken lässt. Die dritte Welle ist demografisch: Viele Verantwortliche stehen kurz vor der Pensionierung. Wir sehen nun deutlich, dass Fusionen, Schliessungen, Übernahmen und Plattformlösungen rasch zunehmen.

Thomas Tietz
Corum Group

Thomas Tietz ist seit April 2018 CEO der Corum Group. Er ist seit über zwanzig Jahren im Bereich Software und IT-Dienstleistungen für die Banken- und Vermögensverwaltungsbranche in der Schweiz, in Liechtenstein und in Deutschland tätig. In diesen Märkten hat er mehrere Unternehmen aufgebaut, weiterentwickelt und erfolgreich geführt. Vor seinem Eintritt bei Corum bekleidete er unter anderem die Position des Managing Director bei der VWD Group Switzerland sowie die Funktion des CEO von Avaloq Sourcing (Europe). Darüber hinaus ist er Mitglied der Verwaltungsräte mehrerer Unternehmen im Finanzdienstleistungssektor, wo er seine Expertise in die strategische Weiterentwicklung einbringt.

 

 

EAM-Lösungen
Rahmen

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Mario Pfiffner
Invest-Partners
«Die FINMA sollte die strukturellen Besonderheiten der uVV stärker berücksichtigen.».

EAM-Lösungen
Fundy

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Laurent Forestier
AtonRâ
„Eine Anlageidee schnell in ein kohärentes Portfolio überführen“

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Mario Pfiffner
Invest-Partners
«Die FINMA sollte die strukturellen Besonderheiten der uVV stärker berücksichtigen.».

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Laurent Forestier
AtonRâ
„Eine Anlageidee schnell in ein kohärentes Portfolio überführen“

SPHERE

The Swiss Financial Arena

Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.

Roots

EAM-Lösungen

  • Antoine Blouin
  • Head of External Asset Managers
  • Banque Heritage

„Man muss zum Sparring-Partner der unabhängigen Vermögensverwalter in mehreren Bereichen werden.“

In einem Sektor, der sich immer schneller professionalisiert und in dem unabhängige Vermögensverwalter verpflichtet sind, ihren Wertbeitrag klar zu definieren, setzt die Banque Heritage auf Ausführung, Nähe sowie die Fähigkeit, massgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Für Antoine Blouin geht es vor allem darum, die Vermögensverwalter möglichst eng bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle zu begleiten.

Von Jérôme Sicard

Was ist die Strategie der Banque Heritage für die Dienstleistungen, die sie unabhängigen Vermögensverwaltern anbietet?

Die unabhängigen Vermögensverwalter bilden für die Bank einen sehr wichtigen strategischen Schwerpunkt. Dies hängt stark mit der DNA unseres Hauses zusammen, das ursprünglich ein Family Office war, bevor es 2004 die Banklizenz erhielt. Im Alltag stützt sich unsere Strategie auf drei zentrale Pfeiler: Flexibilität, Nähe und Ausführungsqualität. Unser Ziel ist es, den Raum einzunehmen, den die Grossbanken freilassen – sei es aufgrund zu komplex gewordener Prozesse oder einer stärkeren Ausrichtung auf ihre eigenen Produkte.

Für die uVV möchte Heritage als jene Bank wahrgenommen werden, die optimal ausführt, schnell reagiert und ihnen hilft, Lösungen für die Herausforderungen im Alltag mit ihren eigenen Kunden zu finden. Bei den Dienstleistungen, die wir anbieten, verfolgen wir ein klares Ziel: eine hohe Effizienz, im Einklang mit unserer Grösse und unserem Boutique-Profil, getragen von einem unternehmerischen Geist, der gut zu jenem der Vermögensverwalter passt.

Wie werden sich die Dienstleistungen der Depotbanken gegenüber den externen Vermögensverwaltern generell weiterentwickeln?

Die Dienstleistungen für EAMs haben sich insbesondere im Zuge der verschärften Regulierung und der Notwendigkeit verändert, sich über das Anlageangebot zu differenzieren. In diesem Umfeld können sich Depotbanken nicht mehr allein darauf beschränken, Aufträge auszuführen. Institute, die echte Beziehungen zu EAMs aufbauen wollen, müssen bereit sein, in verschiedenen Bereichen zu deren Sparring-Partner zu werden. Etwa im Bereich Compliance, wo Vermögensverwalter die Qualität des Onboardings und die Fähigkeit der Bank schätzen, FINMA-Themen pragmatisch zu behandeln. Im Anlagebereich ist es sinnvoller, gemeinsam Lösungen zu entwickeln, wie beispielsweise AMCs, die auf ihren Bedürfnissen basieren – und nicht auf einem vorbestehenden Produktkatalog.

Wie haben sich die Bedürfnisse der unabhängigen Vermögensverwalter in den letzten Jahren am stärksten verändert?

Die Endkunden verlangen insgesamt eine stärkere Diversifikation, mit substantiellen Allokationen in alternative Anlageklassen. Die klassischen Muster der Entkoppelung zwischen Aktien und Obligationen haben ihre Grenzen aufgezeigt, mit Phasen, in denen Obligationen teilweise stärker korrigierten als Aktien – was defensivere Portfolios belastete.

Unabhängige Vermögensverwalter müssen sich daher stärker in Bereichen wie Hedgefonds, Gold, Immobilien, Private Markets und – in gewissen Fällen unter dem Einfluss der jüngeren Generation – auch Krypto-Assets positionieren. Dabei verfügen sie gegenüber Grossbanken über einen Vorteil, da sie keinen Benchmark- oder Modellportfoliozwängen unterliegen. Ein EAM kann, wenn sinnvoll, 20 % oder mehr seines Portfolios in Private Equity oder Private Debt investieren. Diese Freiheitsgrade, richtig genutzt, schaffen echten Mehrwert im Hinblick auf Kundenerlebnis und risikoadjustierte Performance.

Wo setzen Sie heute Ihre Prioritäten?

Wir wollen unsere Stärken weiter ausbauen: Nähe, Expertise und Ausführungsqualität. Dies verlangt höchste Anforderungen entlang der gesamten operativen Kette: schnelle Abwicklung der Transaktionen, Fähigkeit, grosse Auftragsvolumen zu absorbieren, souveräner Umgang mit teilweise komplexen Produkten sowie die Erstellung stets aktueller und perfekt mit den Portfolios abgeglichener Reportings. Wir achten darauf, uns nicht zu verzetteln, und fokussieren auf Bereiche, in denen wir den Vermögensverwaltern echten Mehrwert bieten.

Welche Dienstleistungen erwarten grosse Vermögensverwaltungsunternehmen mit leicht über 3 bis 5 Milliarden Franken an verwalteten Vermögen?

Grosse Vermögensverwaltungen dieser Grössenordnung arbeiten mit Prozessen, Organisationen und Erwartungen, die jenen kleiner Banken ähneln. Ihre Bedürfnisse unterscheiden sich nicht grundsätzlich von kleineren Strukturen, sind aber deutlich ausgeprägter.

In Bezug auf die Ausführung geht es darum, ihnen leistungsstarke, schnelle und vollständig integrierbare Plattformen zur Verfügung zu stellen: direkter Zugang zum Trading Desk, fortgeschrittene E-Banking-Lösungen sowie FIX- oder API- Schnittstellen. Ohne solche Systeme ist man vornherein disqualifiziert.

Im Anlagebereich interessieren sich einige unserer Vermögensverwalter in zunehmendem Masse für Private Equity in verschiedenen Formen – Direktinvestitionen, Club Deals usw. – und für ein Sourcing von Ideen, das mit ihrer eigenen Strategie übereinstimmt. Der Mehrwert einer Boutique-Bank wie der Banque Heritage liegt daher in ihrer Fähigkeit, ihre Kunden gut zu kennen, deren Interessenfelder zu verstehen und sie miteinander zu vernetzen, wenn sich gemeinsame Opportunitäten ergeben.

Welche wesentlichen Chancen sehen Sie heute für Banque Heritage im Markt der externen Vermögensverwalter, in der Schweiz und im Ausland?

Die grösste Chance liegt in einem grundlegenden Trend: Talente und Vermögen verlagern sich aus den Grossbanken hin zu unternehmerisch geprägten Strukturen – unabhängige Vermögensverwalter, Family Offices, Familienbanken. Viele Senior Private Banker verlassen grosse Gruppen, um ihre eigene Struktur zu gründen oder sich Häusern mit bereits beachtlicher Grösse und mehreren Milliarden AUM anzuschliessen.
In diesem Umfeld positioniert sich ein gut strukturierter, korrekt lizenzierter EAM mit solider Governance als eine Art «Best of both worlds»: institutionell solide für die Kunden, gleichzeitig flexibel durch eine schlanke Organisation. Für Banque Heritage, die diesen unternehmerischen Geist teilt, bietet sich ein enormes Potenzial – zumal die Bekanntheit der Bank in diesem Segment noch hinter ihrem tatsächlichen Potenzial zurückliegt.

Was sind heute die wichtigsten Wachstumstreiber dieser EAMs?

Um zu wachsen, müssen unabhängige Vermögensverwalter ihren Marktauftritt schärfen und gezielt jene Bereiche wählen, in denen sie sich positionieren wollen. Der Markt wird wettbewerbsintensiver und sich um zwei Pole herum strukturieren: einerseits sehr grosse Akteure mit breitem Lösungs- und Dienstleistungsspektrum, die bedeutende Marktanteile von traditionellen Banken gewinnen; andererseits spezialisierte Boutiquen, stark fokussiert auf bestimmte Kundensegmente oder Anlageklassen. Letztere müssen eine klare und nachvollziehbare Value Proposition formulieren, statt einem breit angelegten Ansatz wie bei einer Grossbank zu folgen.

Wie stellen Sie sich den EAM-Sektor in der Schweiz im Jahr 2030 vor?

Bis 2030 dürfte die Zahl der EAMs in der Schweiz spürbar sinken, wahrscheinlich unter die Marke von 1’000 Einheiten – aufgrund von Konsolidierung, Pensionierungen und regulatorischen Anforderungen. Der Markt wird jedoch keineswegs verwaist sein: Er wird von einigen grossen unabhängigen Vermögensverwaltern dominiert sowie von hochspezialisierten Boutiquen, insbesondere im Bereich Multi Family Offices.

In diesem Segment wird es zu einer Art Selektion kommen. Viele bezeichnen sich heute als MFO, doch nur jene, die echte 360°-Dienstleistungen anbieten – Family Governance, Nachfolgeplanung, Vermögensstrukturierung, Begleitung der Next Gen, Wealth Planning –, werden sich dauerhaft durchsetzen können. Diese Strukturen können keine Vielzahl von Kunden betreuen: Die Tiefe der Dienstleistung erfordert eine begrenzte Kundenzahl, ähnlich dem Geist eines Single Family Office – nur eben in einer gemeinsamen Form.

Antoine Blouin

Banque Heritage

Antoine Blouin ist im Juni 2025 als Head of External Asset Managers zur Banque Heritage gestossen. Mit Sitz in Genf ist er für die strategische Weiterentwicklung des Angebots für unabhängige Vermögensverwalter verantwortlich, in enger Zusammenarbeit mit den Teams in Genf und Zürich. Antoine verfügt über mehr als fünfundzwanzig Jahre Erfahrung im Bankensektor. Nach seinen Anfängen bei der Banque du Louvre wechselte er zur HSBC Private Bank in Genf und anschliessend zu Société Générale Private Banking Suisse, wo er unter anderem als Chief Investment Officer tätig war und die Zürcher Niederlassung leitete. Antoine Blouin besitzt einen Master in Wirtschafts- und Finanzwissenschaften der Universität Rennes und ist Absolvent des Institut des Techniques de Marchés in Paris.

 

 

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Mario Pfiffner
Invest-Partners
«Die FINMA sollte die strukturellen Besonderheiten der uVV stärker berücksichtigen.».

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Fundy

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Laurent Forestier
AtonRâ
„Eine Anlageidee schnell in ein kohärentes Portfolio überführen“

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SPHERE

The Swiss Financial Arena

Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.