Absichten
Yohann Palleau
NFG Partners
« Performance darf keine blosse Absichtserklärung mehr sein – sie muss geprüft werden »
Als Mitgründerin von SmartPurse hat sich Olga Miler im Bereich Finanzausbildung einen Namen macht. Im März startete sie zusammen mit der Alpian Bank die Initiative SheWealth Collective. Und weitere schöne Projekte werden unter seiner Führung vorbereitet.
Sie haben neue Kooperationen – unter anderem mit Alpian – angekündigt und ein neues Buch publiziert. Was ist noch zu erwarten?
Wir sind davon überzeugt, dass Finanzwissen einer der Grundbausteine für Chancengleichheit und wirtschaftliche Freiheit ist. Gestartet sind wir vor vier Jahren mit Kursen und einer kleinen Web-Plattform, fokussiert auf Frauen. Weil es da am meisten Aufholbedarf gab, wir selber Frauen sind und aufgrund unserer Erfahrung aus der Finanzindustrie viel gelernt haben.
Heute verstehen wir uns als Plattform und innovativer Spezialist für Finanzwissen, welcher nah am Menschen ist. Wir möchten zusammen mit der Finanzindustrie, Unternehmen und Organisationen das Finanzwissen in der ganzen Schweiz steigern. Deshalb arbeiten wir, wo immer es geht, mit Partnern zusammen.
Bei unserer Arbeit mit Menschen haben wir schon sehr früh festgestellt, dass es ganz unterschiedliche Kanäle braucht. Niemand lernt über Geld nur aus einer App. Deshalb experimentieren wir mit verschiedenen Dingen, wie eine App, wie ein eigenes Metaverse, wir arbeiten an Avataren, Spielen, geben aber auch ganz traditionellen Kursen und jetzt kommt das Buch «Rich, Richer…Me!» hinzu. Das Buch schafft mit seinen pointierten Zeichnungen eine neue Dimension für die Kommunikation und zeigt, dass ein guter Umgang mit Geld weder kompliziert noch langweilig sein muss.
Wie steht es mit dem Finanzwissen in der Schweiz, dem Land der Banken, wirklich?
Finanzwissen ist eine globale Herausforderung. Gemäss Daten der OECD erreichten im Durchschnitt in allen teilnehmenden Ländern und Volkswirtschaften nur 34% der Erwachsenen die Mindestpunktzahl für Finanzkompetenz. In der Schweiz schätzen gemäss Studien von SOTOMO 18% der Frauen und 27% der Männer ihr Finanzwissen als gut ein.
Weitere Daten zeigen, dass gerade mal etwas mehr als die Hälfte der Befragten alle drei gestellten Wissensfragen korrekt beantwortet haben, bei den Frauen lag der Wert sogar nur bei 44.7%. Bei der Generation Z waren sind es lediglich 43.8 Prozent. Zudem besteht eine Korrelation zum Einkommen und Vermögen: bei den Personen mit einem Vermögen von 100’000 Franken und mehr konnten fast drei Viertel die Fragen richtig beantworten, bei denjenigen mit einem monatlichen Einkommen von unter 5’000 Franken waren es gerade mal 38%. Es sind die jüngere, weniger Vermögende und Frauen, welche bei uns den grössten Aufholbedarf haben, und genau da setzen wir mit unserem Motto “Finanzwissen für alle” an.
Wie arbeitet ihr mit Vermögensverwaltern zusammen?
Wir sind überzeugt, dass die Finanzwissenslücke nur gemeinsam mit der Finanzindustrie geschlossen werden kann. Die Kernkompetenz von Vermögensverwalter ist, Vermögen zu verwalten, nicht Wissensvermittlung. Finanzwissen wird im besten Fall als Marketingmassnahme betrieben. Als Spezialist für Finanzbildung haben wir ein bisher einmaliges Financial Education as a Service Modell und arbeiten auf drei Arten mit Vermögensverwaltern zusammen:
. – Verteilung unserer Inhalte an Kunden: Anbieter wie zum Beispiel Alpian oder Kaspar& stellen unsere Inhalte, Kurse, App etc. an ihre Kunden zur Verfügung. Dabei ist wichtig, dass keine intransparente Mischung von Marketing und Wissensvermittlung stattfindet.
– Partnerschaftliche Projekte: wir entwickeln gemeinsam Projekte für einen bestimmten Zweck oder Zielgruppe, von Webinaren bis Spielen und jeder bringt seine Kompetenz mit ein. Dies gilt insbesondere für unsere Zusammenarbeit mit Splint Invest, welche sich auf alternative Anlagen wie zum Beispiel Wein, Kunst, Uhren etc.
– Beratung und Lizenzierung: auf Wunsch unterstützen wir Vermögensverwalter mit Beratung bei der Definition von Customer Experience Prozessen, der Erstellung von Inhalten und stellen wo gewünscht unsere Tools in Lizenz als Grundlage zur Verfügung. Das ist effizienter und günstiger als alles in-house von Grund auf neu zu machen.
Olga Miler
SmartPurse
Als Ökonomin, Fintech-Unternehmerin hat Olga Miler zahlreiche Auszeichnungen für ihre transformative Arbeit in der Finanzindustrie erhalten. Nach ihrer Karriere bei verschiedenen Banken hat sie die Finanzbildungsplattform SmartPurse gegründet – die Kurse, Workshops und digitale Tools rund um das Thema Geld und Finanzen anbietet. In diesem Jahr veröffentlichte Olga Miler „Rich, Richer, Me… !“, ihr erstes Buch, im Beobachter-Verlag.
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Zwei Wealth hat sein Transparenzportal gestartet, um den Kunden einen besseren Einblick in die Angebote von Banken und Vermögensverwaltern zu geben. Für Patrick Müller soll das Portal aber auch die Vermögensverwalter dazu ermutigen, die Qualität ihrer Dienstleistungen noch weiter zu steigern.
In einem Interview mit SPHERE vor einigen Jahren haben Sie Ihren Wunsch geäussert, zur Verbesserung der Finanzdienstleistungen in der Schweiz beizutragen. Welche Fortschritte konnten Sie seither beobachten?
Wir verfolgen dieses Ziel immer noch mit der gleichen Entschlossenheit. Obwohl das Finanzökosystem der Schweiz weiterhin sehr gut ist, ist es in Bezug auf Wettbewerb und Transparenz nicht führend. Das ist ein Nachteil, dem wir zum Wohle der gesamten Branche entgegenwirken möchten.
Zwei wichtige Verbesserungen sind jedoch erwähnenswert. Vor fünf Jahren antworteten gerade einmal knapp ein Drittel der Vermögensverwalter oder Banken auf Request for Proposals. Heute weigert sich nur noch ein Drittel, daran teilzunehmen, was zeigt, dass ein wettbewerbsintensiveres Umfeld entsteht. Die zweite Veränderung betrifft die Bereitschaft der Kunden, die Bank oder den Vermögensverwalter zu wechseln. Sie hat erheblich zugenommen. Jedes Jahr ziehen es immer mehr Menschen vor, ihre Entscheidungen auf Wettbewerbsangebote zu stützen, und verfolgen damit einen dynamischeren Ansatz.
In welchen Bereichen besteht Ihrer Meinung nach noch dringender Verbesserungsbedarf?
Es gibt zwei Hauptbereiche. Der eine konzentriert sich auf die Technologie – das ist sozusagen der Behälter – und der andere auf die Investitionen – das ist der Inhalt. Auf der technischen Seite wird die Vermögensverwaltung immer modularer, und die Kunden möchten viel mehr Dienstleistungen oder Lösungen kombinieren, was technisch heute noch nicht genügend einfach möglich ist.
Inhaltlich müssen die Vermögensverwalter einen Gang höher schalten und neben den traditionellen Anlagen auch Investitionen in Private-Market in guter Qualität anbieten und einbinden können. Sie müssen den Rahmen erweitern und weit über das übliche „Balanced“-Portfolio hinausgehen, das von Überalterung bedroht ist.
Was sind die wichtigsten Dienstleistungen, die Sie mit Ihrem Transparenz Portal anbieten?
Wir bieten drei Hauptarten von Dienstleistungen an. Erstens ermöglichen wir es den Kunden, kostenlos zu recherchieren, falls sie die Bank oder den unabhängigen Vermögensverwalter wechseln möchten. Jeder Kunde kann dann kostenlos Vorschläge von zahlreichen Wealth Managern erhalten. Zweitens haben wir einen Bereich, in dem die Kunden verschiedene Lösungen vergleichen können, einschliesslich der Lösung, die sie verwenden, wobei sie sich auf Risiken, Kosten und die Qualität des Managers konzentrieren. Auch diese Bewertung ist kostenlos.
Schliesslich leiten wir Kunden bei der Suche nach bestimmten Lösungen an, zum Beispiel bei Vorsorgeplänen oder Private-Equity-Investitionen. Wir haben ein Netzwerk von spezialisierten Anbietern, auch für den Privatmarkt, aufgebaut, das die Kunden konsultieren können. Dieses Netzwerk haben wir auch für institutionelle Kunden zugänglich gemacht.
Welche Kriterien verwenden Sie bei der Bewertung von Banken und Vermögensverwaltern?
Die Bewertung von Banken und unabhängigen Vermögensverwaltern beruht nicht nur auf ihrer Leistung. Wir wenden vielmehr vier Kriterien an. Das erste ist die Kompetenz, die wir als „provider rating“ bezeichnen. Zweitens berücksichtigen wir den Track Record, der Leistung, Risiko und Konsistenz umfasst. Das dritte Kriterium betrifft die Kosten, wobei wir uns dann auf die Total Expense Ratio stützen. Schliesslich bewerten wir die Qualität, das heisst die für die Kunden wichtigen qualitativen Komponenten, die wir als Angemessenheit der Lösung bezeichnen. Diese vier Kriterien ermöglichen eine massgeschneiderte Bewertung der Vermögensverwalter und der von ihnen angebotenen Lösungen.
In der Pressemitteilung, die Sie zur Ankündigung der Einführung des Transparenz Portals verschickt haben, erwähnen Sie eine gewisse Verwirrung über die mit der Vermögensverwaltung verbundenen Kosten. Worin liegt Ihrer Meinung nach die Ursache dafür?
Diese Verwirrung rührt hauptsächlich daher, dass Kunden nicht in der Lage sind, ihre gesamten Kosten zu bewerten. Den Kunden wird oft eine All-in-Fee angeboten, die häufig bei etwa 1 % liegt, aber diese All-in-Fee beinhaltet nicht alles. Es kommen viele zusätzliche Kosten hinzu, die den Kunden nicht bekannt sind. In Wirklichkeit können sich die Kosten leicht verdoppeln. Die all-in fee deckt in Wirklichkeit vielleicht nur 50-60% des Gesamtpakets ab, daher die Verwirrung.
Patrick Müller
Zwei Wealth
Patrick Müller hat im Bank- und Finanzsektor vor allem bei Crédit Suisse und der UBS mehrere Positionen bekleidet. Hervorzuheben ist hierbei die Gründung einer philantropischen Stiftung, ausserdem war er für den israelischen und afrikanischen Markt zuständig. Als Sales & Marketing-Leiter war er zudem für die Entwicklung und den Vertrieb von Anlagelösungen verantwortlich. An der Universität St. Gallen erwarb er einen Master.
2024 haben sowohl Aktien als auch Obligationen einen hohen Stellenwert in den Portfolios unabhängiger Schweizer Vermögensverwalter. Der Anteil an Direktinvestitionen stieg über alle Anlageklassen stetig an. Dies zeigt eine neue Umfrage. Die beiden Studienautoren erklären.
Welche Ergebnisse der Umfrage zur Asset Allokation von Schweizer Vermögensverwalter haben Sie besonders überrascht?
Manfred Stüttgen: Dass unabhängige Vermögensverwalter dieses Jahr erstmals U.S.-Aktien übergewichten, springt besonders ins Auge. Die höhere Gewichtung ist leicht nachvollziehbar, wenn sie durch die laufende Höherbewertung des U.S.-Aktienmarktes verursacht wurde. Vielleicht haben die Vermögensverwalter aber auch in den vergangenen 12 Monaten zusätzliche neue Mittel in U.S. Aktien investiert oder zu deren Gunsten umgeschichtet.
Ebenfalls eine interessante Einsicht ist, dass Schweizer Vermögensverwalter im Schnitt noch untergewichtet sind in Staatsanleihen aus der Schweiz, Europa und USA, obwohl diese Anleihen nun wieder positiv rentieren. Dass sie hingegen nun vermehrt auch in europäische und amerikanische Unternehmensanleihen investieren, überrascht hingegen weniger.
Die Tatsache, dass viele Vermögensverwalter sehr stark in Schweizer Aktien investieren, hat verschiedene Folgen: Sie suchen weniger nach Finanzprodukten und sie sind weniger stark im Bereich Nachhaltigkeit investiert. Sehen Sie das auch so?
Manfred Stüttgen. Die befragten Schweizer Vermögensverwalter haben in der Tat einen «Home Bias» zugunsten von Schweizer Aktien. Zugleich investieren sie in Schweizer Aktien mehrheitlich direkt und nutzen – im Vergleich zu anderen Märkten – seltener Fonds oder ETFs. Die geringere Produktnutzung für Schweizer Aktien könnte darin liegen, dass sie den Heimatmarkt Schweiz besonders gut kennen und sich die Aktienselektion hier zuverlässig zutrauen.
Wir beobachten zugleich, dass 20 Prozent der Vermögensverwalter standardmässig Nachhaltigkeitskriterien in ihre Anlageprozesse inkludieren; weitere 48 Prozent tun dies auf Kundenwunsch. Die Vermögensverwalter unterscheiden sich hier kaum von anderen Anlegerinnen und Anlegern: Ähnliche Verteilungen sehen wir auch in anderen Anlage-Märkten und Vertriebskanälen – und zwar unabhängig davon, ob es sich um Aktienanlagen in Schweizer Aktien oder nicht. Insofern lässt sich aus der aktuellen Vorliebe von Vermögensverwaltern für Schweizer Aktien keine zuverlässige Aussage dazu folgern, wie Vermögensverwalter zu nachhaltigen Investments eingestellt sind.
Erstmals haben Sie die Unabhängigen Vermögensverwalter auch nach der Anwendung von Tools nachgefragt – also den Stand der Digitalisierung der Portfolios. Wo sehen diese das grösste Potential?
Tatiana Agnesens. In den Kernprozessen des Portfoliomanagements – beispielsweise der Portfoliokonstruktion, dem Portfoliomonitoring oder auch dem Rebalancing – verlassen sich die Schweizer Vermögensverwalter in grosser Mehrheit auf ihre eigenen Werkzeuge und Methoden. Anders sieht dies aus bei Prozessen, die die Produktselektion oder die «Product Suitability» betreffen: dort werden immer öfter auch externe Tools oder Services genutzt.
Welche externen Tools und in welchem Umfang für Vermögensverwalter sinnvoll wären, dazu lässt sich aus unserer Umfrage keine klare Aussage treffen. Vieles hängt vom jeweiligen konkreten Set-up der Vermögensverwalter ab. Sicherlich könnten viele unabhängige Vermögensverwalter aber von der vermehrten Nutzung innovativer Werkzeuge profitieren und die Effizienz und Qualität ihrer Prozesse weiter steigern. Insofern überrascht es auch nicht, dass fast die Hälfte der Vermögensverwalter plant, zumindest einen ihrer Portfoliomanagementprozesse künftig mit Hilfe von entsprechenden Werkzeugen und Services noch weiter zu verbessern.
Auffällig ist, dass die Grösse eine Rolle spielt: Grössere Vermögensverwalter unterscheiden sich von den kleinerein im Anlageverhalten, im Einsatz von digitalen Tools aber auch in ihrer Haltung gehgenüber Nachhaltigkeitsthemen. Woran liegt das?
Tatiana Agnesens. Die Unterschiede können vielfältige Gründe haben: die grösseren Vermögensverwalter haben oft mehr Ressourcen als die kleineren Vermögensverwalter, sowohl finanziell als auch personell. Dies ist aber bei weitem nicht der einzige Grund für mögliche Unterschiede. Auch die Andersartigkeit der Kundenbasis oder die Verschiedenartigkeit der strategischen Positionierung können erklären, warum jemand anders investiert oder sich anders prozessual organisiert. So betreut nur etwa die Hälfte der befragten Vermögensverwalter institutionelle Kunden; 98 Prozent der befragten Vermögensverwalter betreuen private Kunden. Je nach Art der Endkunden – oder auch deren Steuerdomizil, Risikopräferenz oder Nachhaltigkeitsvorlieben – stellen sich die Vermögensverwalter unterschiedlich auf, um die spezifischen Kundenbedürfnisse bestmöglich zu erfüllen.
Zum Schluss noch die Frage nach der Nachhaltigkeit: Die Bewegungen sind im Jahresvergleich gering. Nach wie vor ist jedoch ein grosser Teil der VV bereit, in ESG/Nachhaltigkeits-Produkte zu investieren, wenn die Kunden es wünschen. Welche Schlüsse ziehen Sie daraus?
Manfred Stüttgen: Manfred Stüttgen: Nachhaltigkeitsaspekte spielen für zwei Drittel der Vermögensverwalter eine wichtige Rolle: sie integrieren die sogenannten ESG-Kriterien entweder standardmässig in Anlageprozesse oder auf speziellen Kundenwunsch. Man kann diese Entwicklung auf zweierlei Weise interpretieren: Ein Teil der Vermögensverwalter geht das Thema Nachhaltigkeit sehr aktiv und systematisch an; ein anderer Teil eher pragmatisch und kundenorientiert.
Je nach Art der betreuten Endkunden gibt es für beide Zugänge gute Argumente. Die Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten in Portfolios ist ein anspruchsvolles Thema, das viel Wissen und auch entsprechende Daten voraussetzt. Nach einigen Jahren des sehr rasanten Wachstums von nachhaltigen Anlagen sehen wir aktuell bei den Vermögensverwaltern – aber auch in anderen Märkten – ein etwas abflachendes Wachstum. Wir erwarten aber, dass trotz aktuellem Gegenwind, das Wachstum in nachhaltigen Anlagenstrategien noch einige Jahre anhalten wird.
Manfred Stüttgen
Manfred Stüttgen Manfred Stüttgen ist Professor für Banking an der Hochschule Luzern. Er lehrt und forscht in den Bereichen Wealth Management und nachhaltige Anlagen. In der Finanzindustrie ist er langjährig in Leitungsfunktionen und Mandaten aktiv.
Tatiana Agnesens
Tatiana Agnesens ist als Dozentin für Finanzmathematik an der Hochschule Luzern tätig. Ihr Fachgebiet umfasst die Lehre und Forschung zur digitalen Anlagelösungen, Asset Management und Verhaltensökonomie. Vor ihrer Tätigkeit an der Hochschule promovierte sie an der Universität St. Gallen und sammelte einige Jahre Erfahrung im Bereich Corporate Finance sowie in der externen Vermögensverwaltung.
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Assetmax wurde Ende 2022 von Infront übernommen, dem europäischen Wealth-Tech-Unternehmen mit fast 500 Mitarbeitern und Niederlassungen in den nordischen Ländern, den Niederlanden, Deutschland, Grossbritannien, der Schweiz und Italien. Massimo Ferrari erklärt was seither passiert ist und welche Rolle die Cloud-Fähigkeit spielt.
Wie hat sich Ihr ehemaliges Unternehmen seit der Übernahme durch Infront entwickelt?
Infront, gegründet in den 2000er Jahren in Norwegen, bedient Tausende von Finanzfachleuten mit Technologien für Trading und Konnektivität, Datenfeeds, Finanzanalysen, sowie Dienstleistungen in Risiko- und Bewertung, Portfoliomanagement und Beratung. Das Ziel der Übernahme war die Konsolidierung von Assetmax in der Schweiz und die Ausweitung der Assetmax-Technologie in Europa. Infront investiert dabei in die Verbesserung der Funktionalität und die Europäisierung des Produkts, insbesondere durch das Hinzufügen und Optimieren regulierungsbezogener Funktionen sowie die Anpassung an spezifische lokale Anforderungen der verschiedenen Märkte.
Auf Gruppenebene investiert Infront in die Cloudialisierung seiner Technologiedienste, ein Prozess, der auch Assetmax betrifft. Ein spezialisiertes Team arbeitet daran, Assetmax in die Amazon Web Services zu integrieren, um Skalierbarkeit, Flexibilität, Sicherheit und Kosteneffizienz zu optimieren. Diese Transformation ist nicht nur aus technologischer Sicht von Bedeutung, sondern auch im Hinblick auf regulatorische Aspekte wie Datenschutz und die Flexibilität der Arbeitsabläufe, sowie aus Sicht der Cybersicherheit. Angesichts steigender Standards in diesen Bereichen sind wir überzeugt, dass zukünftig nur grosse Infrastrukturanbieter wie Amazon in der Lage sein werden, diese Anforderungen zu erfüllen.
Das Jahr 2023 war geprägt von der Integration von Assetmax in die Infront-Struktur. Wie verlief die Integration?
Das Jahr 2023 war ein Rekordjahr für Assetmax und das gibt uns viel Vertrauen in die Qualität unserer Bemühungen und eine klare Richtung, wie wir die kommenden Herausforderungen angehen können. Wie jeder Integrationsprozess war auch dieser mit Herausforderungen verbunden, die sowohl Assetmax als auch Infront betrafen. Infront setzte sich dafür ein, den erstklassigen Service, die Swissness und die Philosophie von Assetmax beizubehalten. Die Professionalisierung der internen Geschäftsprozesse, die bei Assetmax noch an die Struktur eines Start-ups erinnerten, führte zu verschiedenen betrieblichen und organisatorischen Veränderungen. Der Kultur- und Erfahrungsaustausch mit Gruppenunternehmen in anderen Ländern, die schon viel länger als Assetmax auf dem Wealth-Tech-Markt tätig sind, führte zu einer deutlichen Bereicherung.
Wie wird sich das Produkt weiterentwickeln?
Neben der bereits erwähnten Europäisierung investieren wir in die Integration der wichtigsten Dienstleistungen von Infront in das Assetmax-Produktangebot. Wir führen derzeit einen wettbewerbsfähigen und umfassenden Finanzdatenfeed-Service für die Vermögensverwaltung ein, der alle Assetmax-Kunden nutzen können. Der Service umfasst auch ESG-Daten von Clarity AI und unser Investment Manager Finanzterminal mit Intraday-Daten. In der Pipeline haben wir auch die Integration von Tradingdienstleistungen. Ebenso wurde ein Pilotprojekt mit der Zürcher Kantonalbank und der Winterthur Consulting Group für den Einsatz der „Order Placement API“ im OpenWealth Standard erfolgreich finalisiert. Die Trading-Schnittstelle ist eine kostengünstige und effiziente Alternative zum FIX-Protokoll, über die Börsenaufträge in einem bankfremden Portfoliomanagementsystem erfasst werden können.
Wie wird sich das auswirken?
Die Digitalisierung des Handels ist schon seit einigen Jahren ein strategisches Ziel der Schweizer Depotbanken und ein grosser Schritt nach vorne im Tagesgeschäft der Vermögensverwalter. In der Schweiz stehen wir noch am Anfang der Einführung dieser Technologie für die Vermögensverwaltung, aber ein Blick auf andere Finanzsektoren und das Ausland zeigt deutlich, dass das Trading in einigen Jahren alle Anlageklassen umfassen und immer unmittelbarer und damit technologisch anspruchsvoller und komplexer zu verwalten sein wird.
Infront verfügt über eine Tradingtechnologie auf dem europäischen Markt, die über mehrere Jahrzehnte entwickelt wurde, und ich freue mich, dass die Assetmax-Kunden davon profitieren können. Zudem erhalten Assetmax-Kunden durch die Integration von Bewertungs- und Risikoberechnungsdiensten (einschliesslich Szenariosimulation und Risikobudgetierung) Zugang zu den modernsten mathematischen Modellen, die derzeit von grossen europäischen Finanzinstituten, einschliesslich der Schweiz, verwendet werden.
Massimo Ferrari
Infront/Assetmax
Kurzbio: Massimo Ferrari studierte Ingenieurwissenschaften an der ETH in Zürich und wirkte an der Entwicklung der Beratungsplattform Finfox mit. Nach seinem MBA-Abschluss an der INSEAD verwaltete er institutionelle Portfolios bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), bevor er Assetmax gründete, die 2022 von Infront übernommen wurde. Derzeit leitet er das Team für Wealth Product Management bei Infront. Massimo Ferrari ist CFA-Charterholder
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Die Industrialisierung der Vermögensverwaltungsindustrie ist im vollen Gang. Invest-Partners geht hier einen eigenen Weg und sieht sich als Dienstleistungs-Zentrum, das zentrale Dienste für ihre Partner anbietet. Mario Pfiffner erklärt das Geschäftsmodell und zeigt die Hintergründe des starken Wachstums auf.
Sie sind seit 12 Jahren bei Invest-Partners, haben vor 5 Jahren die Firma mit zwei Mitaktionären übernommen und haben von Anfang an daraufgesetzt, dass sich die Industrie – also die Vermögensverwalter – digitalisieren. Sehen Sie sich in ihrer Prognose bestätigt?
In einem gewissen Sinn schon. Ich habe Invest-Partners nach dem Management-Buyout stark als Dienstleistungs-Zentrum weiterentwickelt. Wir haben damals für ca. 12 Partner die zentralen Dienste, wie Informatik und umfassende Administration, angeboten. Heute machen wir es für 28 Partner und 2 externe unabhängige Vermögensverwalter als Outsourcing-Dienstleister. Sie sehen also, dass die Nachfrage steigt – gerade auch nach der Einführung der neuen Finma-Regulierungen.
Wieso?
Wir haben gesehen, dass die Regulierung zu noch höheren Kosten führt. Dies brachte manchen Vermögensverwalter dazu, sich nach neuen Lösungen umzusehen.
Wie kommt das Angebot an am Markt?
Wir wuchsen seit der Gründung und konnten allein im vergangenen Jahr sieben neue Partner hinzugewinnen. Diese sind bei uns fest angestellt und bringen in der Regel einen eigenen Kundenstamm mit. Übrigens: Die meisten neuen Partner kommen nicht von Grossbanken zu uns, sondern waren selbst Vermögensverwalter – zum Teil auch selbständig. Wir halten unseren Partnern den Rücken frei, wenn es um administrative, organisatorische und regulatorische Dinge geht. Ausgelagert haben wir bei uns nur die EDV und die Compliance. Wir unterstützen und begleiten aber auch andere Vermögensverwalter in administrativen und organisatorischen Belangen und führen diese unter anderem auch durch die Revisionen. Auch das ist etwas, dass immer mehr Zeit in Anspruch nimmt und gegenüber früher sehr viel aufwendiger geworden ist.
Sie haben von Beginn an auch auf ein eigenes PMS-Tool gesetzt. Wie hat sich diese Software entwickelt?
Nun, als wir gestartet sind, gab es nur eine Handvoll PMS-Anbieter. Mein Anspruch war es immer, mehr als nur ein PMS zu haben. Ich wollte auch die Administration, Buchhaltung, Risk- und Compliance, die Überwachung der Anlagerichtlinien und Restriktionen und CRM integriert haben. Diese Kombination fand ich nirgends in ausgereifter Version. Doch ich gebe zu: Heute ist die Software technologisch in die Jahre gekommen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, neu mit einem externen Anbieter zusammenzuarbeiten.
Welche Fragen stellten sich bei der Auswahl dieses Tools?
Nun, da gibt es sicher zunächst die Frage nach den Kosten. Aber schaut man bei den Leistungen nach, geht es heute mehr denn je auch um die Entwicklungen der neuesten Technologien, die Anbindung an die Depot-Banken mittels bereits vorhandener Schnittstellen sowie das Interface für weitere Dienste wie e-Dokumente und Bank-Formulare. Die heute gewählte Software muss uns auch ermöglichen, auf Knopfdruck eine Portfolio-Übersicht zu erhalten über alle betroffenen Banken und Depots hinweg. Das ist bei 28 Partnern, die alle im Schnitt drei Depotbanken-Kontakte haben, nicht ganz trivial. Kommt hinzu, dass man als Vermögensverwalter solche Entscheide auch nicht jeden Tag trifft. Das heisst die Auswahl eines Technologie-Partners ist eine strategische Frage, und dabei ist auch wichtig, wer hinter dem Anbieter steckt und wieviele Vermögensverwalter und Finanzgesellschaften das Tool bereits schon aktiv nutzen. Auch das haben wir sorgfältig abgeklärt, bevor wir einen Entscheid für einen Anbieter getroffen haben.
Schauen wir noch kurz die Branche als Ganzes an. Sie setzen sich in verschiedenen Gremien für die Branche ein. Sie hat sich trotz vielen Unkenrufen doch recht gut gehalten, oder?
Auf jeden Fall. Wir können als UVV ganz anders auf die Kunden eingehen als die Privatbanken. Dies gibt uns einen Vorteil, den wir ausspielen können. Ich sehe aber auch, dass es auf der Kundenseite aber auch auf Seiten der Vermögensverwalter einen Generationenwechsel gibt, den wir als Branche noch verarbeiten müssen. Eine neue Generation wächst hier heran, die andere Vorstellungen hat in Bezug auf die Produkte und die Technologie. Für uns als Unternehmer heisst das, das wir uns entsprechend anpassen müssen, auch auf Ausbildung setzen – nur so können wir kompetitiv bleiben. Bei Invest-Partners werden wir hier immer auch darauf achten, dass wir keine grossen Experimente machen und auf einfache und klar verständliche Anlageinstrumente und Technologien setzen.
Mario Pfiffner
Invest-Partners Wealth Management
Seit Februar 2010 ist er bei der Invest-Partners Wealth Management in Zürich tätig, wo er seit dem Management-Buyout im Juli 2019 die Rolle des CEO innehat. In dieser Funktion leitet er die Geschäftsleitung und ist für das Management der Plattform für unabhängige Vermögensverwalter verantwortlich. Seine berufliche Laufbahn begann Mario Pfiffner bei der St. Galler Kantonalbank, wo er nach der Bankausbildung und dem Studium in Betriebsökonomie an der Kaderschule in Zürich verschiedene Rollen als Bank-Generalist innehatte.
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Zwanzig Jahre nachdem sein Vater Jacques das Unternehmen gegründet hat, übernimmt Benjamin Diwan die Leitung von Crescendo, mit Douglas Kalen an seiner Seite. Ein Generationswechsel – der noch von der Finma genehmigt werden muss -, der die derzeitige Erneuerung des Sektors sowohl bei den Kunden als auch bei den Vermögensverwaltern verdeutlicht.
Sie übernehmen die Leitung von Crescendo, zwanzig Jahre nachdem Ihr Vater das Unternehmen 2004 gegründet hat. Welche Ausrichtung möchten Sie dem Unternehmen in den nächsten 20 Jahren geben?
Ich möchte zunächst darauf hinweisen, dass ich die Leitung von Crescendo an der Seite von Douglas Kalen übernehme, der die Gruppe mitbegründet hat. Er und ich ergänzen uns sehr gut. Er bringt seine grosse Erfahrung im Bereich der Vermögensverwaltung in das Unternehmen ein, und ich komme mit einem NextgGen-Ansatz, der heute unverzichtbar geworden ist. Mein Vater bleibt im Übrigen im Verwaltungsrat und wir werden auf diese Weist noch weiter von seiner Erfahrung profitieren können.
Gemeinsam wollen wir die DNA von Crescendo und seine einzigartige Positionierung auf dem Markt bewahren, aber wir wollen auch ein neues Angebot entwickeln, das den Erwartungen der neuen Generation besser entspricht. Für mich bedeutet dies eine einfache, konsistente und transparente Verwaltung, die Themen einbezieht, mit denen sich die NextGen-Kunden sofort auseinandersetzen.
Auf einer anderen Ebene werden wir unsere Kapazitäten in Bezug auf Governance und Strukturierung von Finanzprodukten für unsere Privatkunden stärker zur Geltung bringen. Diese Dienstleistungen, die unsere Vermögensverwaltung ergänzen, entsprechen einem immer grösseren Bedarf.
Welche Prioritäten haben Sie heute?
In der nächsten Zeit setzen wir alles daran, einen perfekten Übergang in der Unternehmensführung zu gewährleisten. Gemeinsam mit Douglas nehmen wir uns dabei die Zeit, die wir brauchen, um unseren Kunden und Partnern unsere Vision und Strategien zu erklären.
Was gefällt Ihnen an der Welt der Vermögensverwaltung und an der Art und Weise, wie sie sich heute entwickelt?
Es ist eine Welt, die ich seit meiner Kindheit sehr gut kenne. Ich war schon immer fasziniert von den menschlichen Beziehungen, die zu den Kunden aufgebaut werden, und von dem echten Einfluss, den diese Beziehungen auf ihr Leben haben, und zwar über den rein finanziellen Aspekt hinaus. In einer Welt, in der das Digitale vorherrschend geworden ist, freue ich mich, dass die persönliche Beziehung zwischen einem Kunden und seinem Vermögensverwalter nach wie vor von grösster Bedeutung ist. Immer mehr Kunden werden sich dieses Mehrwerts bewusst, der durch die menschliche Dimension entsteht.
Wo muss man Neues einführen, um den Erwartungen und Bestrebungen der neuen Generationen gerecht zu werden?
Heutzutage sind Technologie oder der Zugang zu privaten Märkten keine Unterscheidungsmerkmale mehr, sondern „Must-haves“. Für mich besteht der Schlüssel darin, ein Mehrgenerationenteam zu haben, das den Erwartungen der neuen Generationen gerecht werden kann. Dazu gehört das Zuhören und Verstehen. In diesem Sinne denke ich, dass Crescendo nun über eine ausgezeichnete Grundlage verfügt.
Wie teilen sich Ihre Aktivitäten heute zwischen Asset Management und Wealth Management auf?
Wir konzentrieren uns überwiegend auf das Wealth Management. Unser Asset Management bedient die Bedürfnisse unserer Kunden sowie anderer Vermögensverwalter und Family Offices mit spezialisierten Strategien, vor allem in privaten Märkten, die nicht leicht zugänglich sind.
Auf welche Weise setzen Sie Endowment-Strategien bei der Verwaltung Ihrer Portfolios um?
Wir erreichen dies durch eine diversifizierte Asset Allocation, die alle Anlageklassen umfasst, sowohl auf öffentlich handelbaren als auch auf privaten Märkten. Wir haben Kompetenzen in den sogenannten privaten Anlageklassen entwickelt, die bei uns Private Debt, Immobilien und Private Equity umfassen.
Benjamin Diwan
Crescendo
Benjamin Diwan Crescendo group Benjamin Diwan kam 2018 zu Crescendo, wo er 2021 zum Chief Operating Officer ernannt wurde. Nachdem er im vergangenen Jahr in Partnerschaft mit einer luxemburgischen Gruppe ein Unternehmen gegründet hatte, das auf Family Governance und Vermögensstrukturierung spezialisiert ist, übernahm er im April 2024 die Position des Managing Partners von Crescendo an der Seite von Douglas Kalen, dem Mitbegründer der Gruppe. Benjamin begann seine Karriere in Kalifornien bei der Firma Genesis Capital als Leiter der Analyseabteilung und wechselte dann zum Investmentteam von Fundana, einem Schweizer Asset Manager, der sich auf Hedgefonds spezialisiert hat. Benjamin hat einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Universität Richmond (Virginia, USA).
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