EAM-Lösungen
- Interview mit Bekim Laski
- Chief Investment Officer & Partner
- smzh
«Professionelles Investieren sollte kein Privileg für wenige, sondern eine reale Möglichkeit für alle sein».
In einem Finanzumfeld, das durch den erweiterten Zugang zu den Märkten, den Aufstieg digitaler Plattformen und veränderte Kundenerwartungen geprägt ist, befindet sich das Wealth Management in einem tiefgreifenden Wandel. Bekim Laski vertritt eine zugleich anspruchsvollere und inklusivere Investmentvision: Vermögensverwaltung einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, ohne dabei auf ihre zentralen Grundsätze zu verzichten.
Von Jérôme Sicard
Wie definieren Sie heute systematisches Investieren, wie Sie es nennen?
Für uns bedeutet systematisches Investieren nicht die Anwendung quantitativer oder regelbasierter Strategien, sondern vielmehr einen grundlegenden Mentalitätswandel, vom Sparen hin zum Investieren. Viele Menschen verfügen über ein gutes Einkommen und sparen konsequent, schenken jedoch der strukturierten und kontinuierlichen Anlage ihres Kapitals zu wenig Aufmerksamkeit. Systematisches Investieren bedeutet daher, die eigene finanzielle Zukunft aktiv zu gestalten und das Kapital über die Zeit für sich arbeiten zu lassen. Unser Ziel bei smzh ist es, den Zugang zu professionellen Anlagelösungen zu demokratisieren. Professionelles Investieren sollte kein Privileg für wenige, sondern eine reale Möglichkeit für alle sein, unabhängig von Vermögen oder Einkommen.
Was sind aus Ihrer Sicht die wahren Grundlagen langfristigen finanziellen Erfolgs für Privatanleger im heutigen Umfeld?
Langfristiger finanzieller Erfolg beruht auf wenigen zeitlosen Prinzipien. Er beginnt damit, weniger auszugeben als man erwirtschaftet, früh zu investieren und den Zinseszinseffekt wirken zu lassen. Erfolgreiche Anleger konzentrieren sich auf das, was sie wirklich kontrollieren können: niedrige Kosten, breite Diversifikation und Disziplin in Phasen der Angst und Euphorie. Zeit im Markt statt Markttiming bleibt ein starker Treiber des Vermögensaufbaus.
Diversifikation mag nicht aufregend sein, ist aber essenziell. Konzentrierte Positionen können grosses Vermögen schaffen, zerstören es jedoch häufiger.
Doch Strategie allein genügt oft nicht. Wahrer Erfolg liegt in der Abstimmung von Anlageentscheidungen auf individuelle Ziele. Disziplin, Diversifikation und Geduld sind die Konstanten, die Finanzpläne in dauerhaften Wohlstand verwandeln.
Wie sehen Sie die Balance zwischen Wealth Management und Wealth Advisory in ihrer Entwicklung? Wird strategische Beratung wichtiger als traditionelles Portfoliomanagement?
Traditionelle Bankmodelle haben sich zunehmend auf wohlhabendere Kundensegmente konzentriert, während umfassende Beratung für ein breiteres Kundenspektrum schwieriger zugänglich geworden ist. Gleichzeitig haben digitale Plattformen den Zugang zu Finanzmärkten erfolgreich erweitert, jedoch ohne persönliche und strategische Beratung. Dies hat eine strukturelle Lücke zwischen Zugang und Beratung geschaffen. Da das Portfoliomanagement durch Technologie zunehmend kommoditisiert wird, werden strategische Beratung und das Verständnis des gesamten finanziellen Lebens der Kunden zum wahren Differenzierungsmerkmal. Bei smzh überbrücken wir diese Lücke mit unserem Family-Office-Light-Modell. Wir begleiten Kunden in ihrem gesamten finanziellen Ökosystem, in jeder Lebensphase, und senken gleichzeitig die Einstiegshürden.
Was bedeutet ein vollständiges Verständnis der finanziellen Gesamtsituation eines Kunden konkret für einen CIO oder Portfoliomanager heute?
Meiner Ansicht nach sollte es über die bankfähigen Vermögenswerte in einem Kundenportfolio hinausgehen. Es geht darum, das zu sehen, was man die «Bilanz des Lebens» nennen könnte, und nicht nur das Anlageportfolio. Dazu gehören sowohl bankfähige als auch nicht-bankfähige Vermögenswerte wie Immobilien, Anteile an privaten Unternehmen, Pensions- und strukturierte Vergütungspläne, Luxusgüter oder künftige Verpflichtungen. Zudem führen Anleger oft mehrere Portfolios mit unterschiedlichen Strategien und Depotbanken. Diese Flexibilität ist wertvoll, doch unstrukturiertes «Mental Accounting» sollte vermieden werden. Ohne übergeordneten Rahmen können separate Allokationen Risiken duplizieren und die Gesamtrisikokapazität der Kunden verzerren. Bei smzh setzen wir dies mit einer konsolidierten Gesamtvermögensanalyse um, die im Mittelpunkt jeder Kundenbeziehung steht. Wir sind überzeugt: Nur wer das Gesamtbild sieht, kann wirklich unabhängige und relevante Beratung erbringen.
Glauben Sie, dass die ganzheitliche Vermögensberatung die Zukunft des Wealth Management in der Schweiz ist?
Ganzheitliche Beratung ist kein neues Konzept, sie repräsentiert Best Practice im Schweizer Private Banking. Was sich verändert, ist die Zugänglichkeit. Die traditionsreiche Stärke der Schweiz im Wealth Management muss über Ultra-High-Net-Worth-Segmente hinausgehen, um eine breitere Klientel effektiv zu bedienen. Die wachsende Nachfrage der Kunden nach integrierten Lösungen, von Anlagen über Immobilien bis hin zu Steuer- und Versicherungsplanung, macht dies zwingend erforderlich. Ganzheitliche Beratung ist kein Trend, sondern die logische Weiterentwicklung der Treuhandverantwortung in einer zunehmend zugänglichen Wealth-Management-Landschaft. Zugang zu holistischer Finanzberatung sollte kein Privileg sein, sondern ein Standardbestandteil verantwortungsvollen Vermögensmanagements.
Welche strategischen Überlegungen sollten EAMs heute in Bezug auf Portfoliomanagement überdenken?
Vermögensverwalter sollten ihre Definition von Erfolg überdenken. Klassische Performancekennzahlen bleiben relevant, spiegeln jedoch nur bedingt den Zielerreichungsgrad der Kunden wider. Unabhängigkeit und Open Architecture werden essenziell, nicht nur als Differenzierungsmerkmale, sondern als Voraussetzung für echte unabhängige Beratung.
Die Digitalisierung etabliert sich als zentraler Differenzierungsfaktor, da Kunden nahtloses Onboarding, konsolidierte Berichterstattung und vollständige Transparenz über ihr Vermögen erwarten. Nicht jede Kompetenz muss jedoch intern aufgebaut werden. Die Entwicklung des Embedded Finance ermöglicht einen modularen Ansatz entlang der Wertschöpfungskette, bei dem Komponenten intern entwickelt oder über Partnerschaften integriert werden können. Bei smzh setzen wir bewusst auf ein partnerschaftsbasiertes Modell, das uns Effizienz, Flexibilität und Raum für echte Wertschöpfung schafft.
Welchen Stellenwert hat die strategische Asset-Allokation in einer Welt erhöhter Unsicherheit und veränderter Marktregime?
Die strategische Asset-Allokation bleibt das Rückgrat des langfristigen Investierens. Allgemein anerkannt ist jedoch, dass das traditionelle 60/40-Aktien-Anleihen-Modell zunehmend unter Druck gerät, besonders in der Schweiz, wo die realen risikofreien Zinsen strukturell niedrig oder negativ bleiben. Staatsanleihen bieten nicht mehr die gleiche Renditeunterstützung oder die gleichen Diversifikationsvorteile wie in der Vergangenheit. Alternative Ertragsquellen wie Privatmärkte, Infrastruktur und Immobilien rücken stärker in den Fokus. Doch in der Schweiz stellen private Immobilien bereits einen erheblichen Teil des Gesamtvermögens vieler Kunden dar, was einen differenzierteren Portfolioaufbau erfordert. Bei smzh überprüfen wir unsere strategische Asset-Allokation jährlich. Wir vermeiden bewusst übermässige taktische Anpassungen im Jahresverlauf, behalten aber die Flexibilität, überzeugende Chancen zu nutzen. Disziplin und Anpassungsfähigkeit müssen koexistieren.
Wie lässt sich Diversifikation in einer Welt zunehmender Korrelationen erreichen?
Marktstressphasen haben wiederholt gezeigt, dass Korrelationen genau dann konvergieren, wenn Diversifikation am dringendsten gebraucht wird, womit Portfolios untergraben werden, die unter Normalbedingungen solide erscheinen. Wahre Diversifikation erfordert daher einen Blick über reine Klassifizierung über Anlageklassen hinaus. Effektive Diversifikation sollte Geografien, Faktoren, Liquiditätsprofile und strukturelle Risikoprämien umfassen, einschliesslich gezielter Engagements in Alternativen wie Rohstoffe, Privatmärkte oder versicherungsgebundene Anlagethemen wie Katastrophenanleihen.
Was ist smzh Invest genau ?
Mit smzh Invest bieten wir professionelle Vermögensverwaltungslösungen, die allen zugänglich sind, unabhängig von Vermögen oder Einkommen. Unsere Kundinnen und Kunden profitieren von individuell konstruierten, aktiv verwalteten Portfolios bereits ab CHF 100, welche nach derselben Disziplin und denselben Standards aufgebaut sind wie institutionelle Mandate. Unsere besondere Stärke liegt in der Verbindung von Investmentkompetenz mit persönlicher, unabhängiger Beratung. Mit unserem Family Office Light Ansatz begleiten wir unsere Kundinnen und Kunden umfassend über das gesamte finanzielle Ökosystem hinweg, einschliesslich Finanzen und Anlagen, Versicherungen und Vorsorge, Immobilien und Hypotheken sowie Steuern und Rechtsfragen. So stellen wir sicher, dass jede Anlageentscheidung mit den übergeordneten finanziellen Zielen unserer Kundinnen und Kunden im Einklang steht. Das Ergebnis ist eine kohärente, transparente und konsequent kundenorientierte Lösung, die Vermögensverwaltung in institutioneller Qualität für alle zugänglich macht.
Bekim Laski
smzh
Bekim Laski ist ein erfahrener Experte in den Bereichen Vermögensverwaltung und Investitionen. Über 25 Jahre lang hat er seine Karriere bei grossen Banken wie UBS und Credit Suisse absolviert. Im Dezember 2024 trat er als Chief Investment Officer und Partner in die smzh ein. In dieser Rolle ist er für die Leitung der Investitionsabteilung verantwortlich und beteiligt sich aktiv an der strategischen Entwicklung des Unternehmens. Bekim Laski hat an der University of Applied Sciences in Bern studiert und besitzt zudem die CFA-Zertifizierung.
Prinzipien
Patrick Humbert-Verri
Probus Pleion
«Technologie ist ein grossartiger Verbündeter. Sie erleichtert das Leben einer hochmobilen Kundschaft.»
Thinking Big
Grégory Raymond
The Big Whale
« Die Schweiz nimmt in diesem Blockchain-Ökosystem eine ganz besondere Stellung ein. »
Prinzipien
Patrick Humbert-Verri
Probus Pleion
«Technologie ist ein grossartiger Verbündeter. Sie erleichtert das Leben einer hochmobilen Kundschaft.»
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The Swiss Financial Arena
Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.
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