Investment-Lösungen
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- Interview mit Véronique Fournier
- Partner, Head of EMEA Global Wealth
- Apollo Global Wealth Management
« Private Markets – eine tragende Säule der modernen Portfoliokonstruktion »
Private Märkte nehmen in den Allokationen professioneller Investoren in der Schweiz einen immer wichtigeren Platz ein. In diesem Gespräch analysiert Véronique Fournier die strukturellen Treiber dieser Entwicklung, die Ausweitung des Zugangs zu privaten Strategien sowie die Herausforderungen in Bezug auf Liquidität und Vermittlung, die mit ihrer Integration in die moderne Portfoliokonstruktion einhergehen.
Von Jérôme Sicard
Private Equity hat sich als eigenständige Anlageklasse etabliert. Wie zeigt sich dieser Bedeutungszuwachs konkret bei professionellen Investoren in der Schweiz?
Die Nutzung privater Märkte durch professionelle Investoren und Vermögensverwalter in der Schweiz nimmt deutlich zu. Dies gilt für Private Equity ebenso wie für Private Credit und hybride Strategien. Um Investoren und Asset Allocators zu überzeugen, ist ein ganzheitlicher Lösungsansatz erforderlich, der Investitions-, Währungs- und Liquiditätsbedürfnisse gleichermassen berücksichtigt. Gleichzeitig ist es entscheidend, die Funktionsweise privater Märkte und ihre Rolle in heutigen Portfolios umfassend zu erklären.
Ebenso klar ist, dass die Interessengleichheit mit unseren Kunden für diese ein zentrales Kriterium darstellt. Über die Versicherungseinheiten von Apollo sind wir häufig selbst der grösste Investor in unseren eigenen Produkten, was bedeutet, dass wir letztlich dieselben Renditen erzielen wie unsere Kunden. Diese Konvergenz der Interessen und die damit verbundene gemeinsame Verantwortung werden von unseren Investoren und Partnern in der Schweiz sehr positiv wahrgenommen.
Private Märkte scheinen heute zunehmend gegenüber den kotierten Märkten an Bedeutung zu gewinnen. Welche strukturellen Faktoren erklären diesen Wandel?
Private Märkte sind zu einer tragenden Säule der modernen Portfoliokonstruktion geworden. Öffentliche Märkte bleiben unverzichtbar, doch da ein grosser Teil der europäischen Unternehmen nicht börsenkotiert ist, spiegeln sie allein die Realwirtschaft, zu der Investoren Zugang suchen, nicht mehr vollständig wider. Rund 95 Prozent der europäischen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 100 Millionen US-Dollar befinden sich in privatem Besitz. Zudem sind die kotierten Märkte zunehmend indexiert und untereinander stark korreliert. Private Märkte können zur Diversifikation von Portfolios beitragen und ermöglichen den Zugang zu einem breiteren Anlageuniversum, das häufig weniger volatil ist als börsennotierte Aktien.
Wie würden Sie die aktuelle Dynamik der privaten Märkte beschreiben – insbesondere mit Blick auf Strategiediversifikation, Liquidität und Transparenz?
Der Zugang und die Auswahlmöglichkeiten, über die Investoren heute bei privaten Märkten verfügen, sind mit der Situation vor zehn Jahren nicht vergleichbar. Mit dem Aufkommen von Evergreen-Fonds und semi-liquiden Lösungen erhalten Investoren heute Zugang zu Produkten in institutioneller Qualität. Diese waren früher den grössten Pensionskassen und Staatsfonds vorbehalten, die in geschlossene Strukturen mit Kapitalabrufen und Bindungsfristen von fünf, zehn oder mehr Jahren investierten.
Heute bieten wir bei Apollo beispielsweise sieben semi-liquide Lösungen im Bereich der privaten Märkte an. Sie decken verschiedene Anlageklassen in Europa ab und stellen Vermögensverwaltern das Beste unserer Plattform zur Verfügung. Diese Strukturen bieten mehr Flexibilität in Bezug auf den akzeptierten Liquiditäts- beziehungsweise Illiquiditätsgrad in den Portfolios und ermöglichen eine sofortige Allokation in grosse, vollständig investierte Portfolios.
Erleben die privaten Märkte mit der Entwicklung von Evergreen-Fonds, einem aktiveren Sekundärmarkt und zunehmender Standardisierung so etwas wie einen «UCITS-Moment»?
Private Märkte entwickeln sich rasant weiter und bieten deutlich mehr Strukturen und Zugangspunkte für Investoren. Ein bloss erweiterter Zugang ohne begleitende Vermittlung führt jedoch nicht wirklich weiter. Umso wichtiger ist es, das Verständnis und das Vertrauen innerhalb der breiten Investorenbasis weiter zu stärken. Vor diesem Hintergrund haben wir erhebliche Ressourcen in Initiativen für Distributoren, Berater und Kunden investiert, um besser zu vermitteln, welche Rolle private Märkte in Portfolios spielen können. So stellen wir unter anderem Modellportfolios zur Verfügung, die den ergänzenden Einsatz privater Strategien neben traditionellen Allokationen aufzeigen – mit dem Potenzial für Alpha, das von den kotierten Märkten entkoppelt ist.
Véronique Fournier
Apollo Global Management
Véronique Fournier ist 2022 zu Apollo gestossen und verantwortet als Head of EMEA Distribution den Bereich Global Wealth Management Solutions mit Sitz in Zürich. Zuvor war sie acht Jahre bei Barings tätig, zuletzt als Managing Director und Co-Head European Distribution. Davor hatte sie verschiedene Vertriebsfunktionen bei Schroder Investment Management, Aviva Investors und InterSec Research inne. Véronique Fournier verfügt über einen Bachelor of Science in Economics der London School of Economics and Political Science sowie einen Master of Arts in International Economics der University of Essex.
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