Die OpenWealth Association schafft ein Standard für Kundeneröffnung und KYC
Anfang dieses Jahres feierte die OpenWealth Association ihr 2-jähriges Jubiläum. Über 50 Unternehmen haben sich in der OpenWealth Association zusammengefunden, um gemeinsam einen Standard für den Austausch von Daten zwischen Finanzinstituten und Drittanbieter im Bereich der Vermögensverwaltung zu definieren und dessen Verbreitung aktiv zu unterstützen.
- Von Dr. Simon Alioth
- Vizepräsident OpenWealth Association
- Managing Director Synpulse8
Durch den OpenWealth Standard können Portfolio Management Systeme (PMS) mit derselben Schnittstelle Daten mit mehreren Depot-Banken austauschen. Neue OpenWealth Depotbanken können also in einem «Plug-and-Play» Ansatz von Vermögensverwaltern hinzugefügt werden, ohne dass für die involvierten Parteien zusätzliche Kosten entstehen. Neben der einfachen Anbindung stellt OpenWealth auch eine standardisiert hohe Datenqualität sicher, sodass die Aggregation für den Vermögensverwaltungskunden ohne manuelle Korrekturen erfolgen kann. OpenWealth besteht aktuell aus drei Teilbereichen. Die Custody Service API stellt Positions- und Transaktionsdaten zu Verfügung, die Order Placement API dient zur Übermittlung von Börsenaufträgen und das Customer Management API für die Kundeneröffnung und Pflege von Kundenstammdaten inklusive Know-your-client (KYC) Informationen.
Ein Standard für Kundeneröffnung und KYC
Der Austausch von Positions- und Transaktionsdaten sowie die Übermittlung von Börsenaufträgen zwischen Vermögensverwalter und Depotbank ist über proprietäre Schnittstellen schon lange möglich, die automatische Eröffnung eines Kunden und der Abgleich von Kundendaten ist aber eine Innovation. Bei der Kundeneröffnung werden auch KYC-Informationen standardisiert an die Banken übermittelt. Um dies zu ermöglichen, mussten sich alle Banken im Verein auf einen gemeinsamen KYC-Standard einigen. Dieses Vorhaben schien anfänglich schwierig, durch die gute Kollaboration im Verein haben wir aber schnell einen Konsens gefunden. Der KYC-Standard wird mit dem Customer Management API Version 2 im Laufe dieses Jahres publiziert. Für externe Vermögensverwalter verspricht diese Neuerung eine grosse Effizienzsteigerung, da die Kundeneröffnung bei verschiedenen Depotbanken bislang meist ein aufwändiger und zeitintensiver Prozess für alle beteiligten Parteien war. Zudem wissen Vermögensverwalter sehr früh im Prozess, welche KYC-Informationen und Kundendaten fehlen und ob die Bank den Kunden auch aufnehmen wird.
Adaption der des OpenWealth Standards ist das höchste Ziel für 2023
Obwohl seit der Gründung des Vereins kaum Zeit verstrichen ist, haben bereits mehrere Mitglieder die OpenWealth API (Programmierschnittstelle) produktiv im Einsatz. Die St.Galler Kantonalbank und Zürcher Kantonalbank sind live und unterstützen den sicheren und skalierbaren Datenaustausch über die OpenWealth API.
Für die Adaption des OpenWealth Standards sind aber nicht nur die Depotbanken entscheidend. Es ist genauso wichtig, dass Portfolio Management Systeme den Standard umsetzen. Bei den Anbietern Alphasys, Assetmax und Etops ist die Umsetzung bereits erfolgt, was ihrer Kundschaft, den externen Vermögensverwaltern, heute den Arbeitsalltag erleichtert.
Weitere Depotbanken sind in Umsetzungsprojekten und werden dieses Jahr mit OpenWealth live gehen. Ausserdem sehen wir, dass die meisten PMS-Hersteller die OpenWealth APIs auf ihrer Roadmap für 2023 haben. Eine Umsetzungswelle ist hier zu erwarten. Die OpenWealth API wird Open Source allen Marktteilnehmenden zur Verfügung gestellt. Auch Nicht-Vereinsmitglieder setzen schon heute auf den OpenWealth-Standard. Weitere Implementierungen ausserhalb des Mitgliederkreises des Vereins sind daher zu erwarten.
Vermögensverwalter sollten sich nach dem Stand der Umsetzung bei Ihren Depotbanken und Softwarelieferanten erkundigen, denn eine schnelle Adaption von OpenWealth reduziert nachhaltig die Kosten in der gesamten Wertschöpfungskette.
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