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Investment-Lösungen

    • Alicia Daurignac
    • Fondsmanagerin-Analystin
    • La Financière de l’Echiquier

Kommunikation: die Satelliten-Revolution

Die Satellitenkommunikation erreicht eine neue Dimension. Angetrieben durch sinkende Startkosten, die zunehmende Zahl von Satellitenkonstellationen sowie den Aufstieg von Direct-to-Device – einer Technologie, die Smartphones eine direkte Verbindung zu Satelliten ermöglicht – entwickelt sie sich zu einem zentralen Wachstumstreiber der Raumfahrtindustrie.

 

Wir erleben zurzeit eine Revolution. Kommunikationsinfrastrukturen werden nicht mehr auf der Erde, sondern direkt im Weltall errichtet. Der erste Satellit wurde schon 1957 in den Orbit geschickt. Heute jedoch erreichen wir ganz andere Dimensionen, denn mittlerweile drängen sich dort fast 15.000 Satelliten. Die Satellitenkommunikation ist inzwischen einer der wichtigsten Wachstumsmotoren der Raumfahrtindustrie. Der globale Markt für Satellitenkommunikation, der auf über 20 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, dürfte bis 2034 jährlich durchschnittlich um rund 20 % wachsen*. Anlegern eröffnet dieses exponentielle Wachstum eine Vielzahl an Chancen.

Rasantes Tempo

Indem sie Signale von der Erde empfangen, verstärken und weiterleiten, spielen Satelliten eine zentrale Rolle für die Kommunikation. Die Satellitenbranche verzeichnet dank drastisch sinkender Kosten für Raketenstarts einen strategischen Aufschwung. SpaceX ist mit seinem Satellitennetzwerk Starlink führend. Durch die Innovationen, die beim Bau der Trägerrakete Falcon 9 umgesetzt wurden, und durch die Wiederverwendung der ersten Raketenstufe hat SpaceX ein bisher nie gekanntes Tempo bei Satellitenstarts erreicht, und dies zu unschlagbaren Kosten. 2025 konnte das US-Unternehmen daher mehr Raketenstarts durchführen als alle anderen Akteure der globalen Raumfahrtindustrie zusammen. Und das Tempo dürfte weiter steigen: Anfang Januar 2026 hat Starlink zusätzlich zu seinen bereits über 9’000 aktiven Satelliten die Genehmigung für weitere 7’000 Satellitenstarts erhalten.

Das Rennen ist im vollen Gange. China versucht, seinen Rückstand gegenüber den USA aufzuholen, und plant dazu eine Konstellation aus über 200.000 Satelliten. Europa hinkt deutlich hinterher und setzt auf die Satellitenkonstellation „Iris²“, die bis 2030 realisiert sein soll.

Wettlauf um Frequenz-Lizenzen

Das immer höhere Tempo befeuert die gesamte Branche und öffnet den Weltraum für eine neue Generation von Akteuren. Daher ist die Regulierung eine Schlüsselfrage. Um Daten aus dem Weltraum zur Erde senden zu können, müssen Satellitenbetreiber eine „Frequenz-Lizenz“ besitzen. Diese Lizenzen dienen insbesondere dazu, die Gefahr von Interferenzen zu begrenzen und den Parallelbetrieb mehrerer Satellitenkonstellationen zu regeln. Der Besitz solcher Lizenzen, die strengen Auflagen unterliegen, ist für den gesamten Sektor zu einer Grundvoraussetzung geworden. Da nur wenige vergeben werden und ihr Wert ständig steigt, hat ein weltweiter Wettlauf um diese Lizenzen begonnen. Um sie zu erhalten, gibt es nur eine Möglichkeit: den Kauf. So hat beispielsweise SpaceX im Sommer letzten Jahres für 17 Milliarden US-Dollar einen Teil der Frequenz-Lizenzen des US-Unternehmens Echostar übernommen.

Neuer Trend: „Direct to Device“

Eine der bedeutendsten technologischen Entwicklungen ist derzeit Direct-to-Device. Diese Technologie ermöglicht es, ein herkömmliches Smartphone direkt mit einem Satelliten zu verbinden – ohne zwischengeschaltete terrestrische Infrastruktur. Satelliten fungieren dabei als Antennen im All und ermöglichen Kommunikation nahezu überall auf der Erde, insbesondere in Regionen ohne Netzabdeckung.
Mehrere US-Unternehmen, darunter SpaceX, Amazon und AST SpaceMobile, haben bereits Satelliten in niedrige Erdumlaufbahnen zwischen 500 und 1.200 Kilometern Höhe gebracht. Durch die vergleichsweise geringe Distanz zur Erde ist ein stärkeres Signal möglich, was die direkte Verbindung mit Smartphones technisch realisierbar macht.
Vor dem Hintergrund des stetig wachsenden Bedarfs an Konnektivität gewinnt die Satellitenkommunikation zunehmend an struktureller Bedeutung innerhalb der Raumfahrtindustrie.

Alicia Daurignac

La Financière de l’Echiquier

Alicia Daurignac begann ihre Karriere 2019 bei Fidelity International als Kreditanalystin für Industrieaktien. Im Jahr 2022 wechselte sie zu Exane, wo sie sich als Aktienanalystin auf den Luftfahrt- und Verteidigungssektor spezialisierte. Im Januar 2024, dem Jahr der Fusion von Tocqueville Finance und LFDE, kam sie als Finanzanalystin im Technologie-Team von LFDE zu La Financière de l’Echiquier. Alicia Daurignac hat einen Abschluss in Informatik und Mathematik von der Universität Exeter sowie einen Master in Internationaler Finanzwirtschaft der HEC erworben.

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    SPHERE

    The Swiss Financial Arena

    Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.

    Mens sana

    PubliSphere

      • Dr. Christian Koch
      • Leiter Team BB Biotech

    Biotechnologie: Von der Innovation zur Wertschöpfung

    Der Biotechnologiemarkt tritt in eine neue Phase der Stabilität und des Wachstums ein. Nach mehreren Jahren der Normalisierung der Bewertungen und einer erhöhten finanziellen Disziplin gewinnt der Sektor wieder an gesunder Dynamik.

    Nach mehreren Jahren, die von erhöhten Kapitalkosten, Bewertungsdruck und ausgeprägter Risikoaversion geprägt waren, hat sich das Umfeld seit dem vergangenen Jahr spürbar stabilisiert. Finanzierungsbedingungen sind berechenbarer geworden, die Fundamentaldaten vieler Unternehmen haben sich verbessert, und der Markt richtet den Fokus zunehmend wieder auf klinische Substanz, strategische Relevanz und operative Umsetzung statt auf pauschale Sektorallokationen.

    Diese Rückbesinnung auf Qualität und Differenzierung war 2025 deutlich sichtbar. BB Biotech erzielte eine Gesamtrendite von +53.7% in USD, während der Nasdaq Biotechnology Index um +33.4% zulegte. Auch auf NAV-Ebene spiegelte sich die Dynamik wider, begleitet von einer Verringerung des Abschlags. Diese Entwicklung unterstreicht, dass disziplinierte Selektion in einem zunehmend differenzierten Umfeld an Bedeutung gewinnt.

    M&A als Signal: Strategische Käufer kehren zurück

    Ein besonders sichtbarer Ausdruck dieser strukturellen Dynamik ist die wieder deutlich zunehmende M&A-Aktivität. Die biopharmazeutische Industrie steuert auf eine ausgeprägte Patentklippe bis Mitte der 2030er-Jahre zu. Der Druck, Pipelines durch externe Innovation zu erneuern, nimmt entsprechend zu. Strategische Käufer verfügen weiterhin über erhebliche Bilanzkapazitäten und zeigen eine wachsende Bereitschaft, klinisch validierte, differenzierte Assets zu attraktiven Prämien zu akquirieren.

    Für BB Biotech spiegelte sich diese Entwicklung in mehreren Übernahmen in 2025 innerhalb des Portfolios wider – darunter Intra-Cellular Therapies, Blueprint Medicines, Avidity Biosciences sowie Akero Therapeutics und Amicus Therapeutics. Diese Transaktionen verdeutlichen nicht nur die strategische Nachfrage im Sektor, sondern unterstreichen implizit auch die Wirksamkeit eines Investmentansatzes, der auf wissenschaftliche Differenzierung, klinische Reife und industrielle Relevanz fokussiert ist.

    Regulatorische Visibilität bleibt begrenzt

    Gleichzeitig bleibt das regulatorische Umfeld ein zentraler Einflussfaktor. Zwar hat sich die Lage im Vergleich zu früheren Phasen erhöhter Volatilität etwas stabilisiert, doch politische und regulatorische Fragezeichen bestehen fort. In den USA prägen Diskussionen über Bezahlbarkeit, Lieferkettenresilienz und industrielle Standortpolitik weiterhin das Umfeld. Der Inflation Reduction Act wirkt strukturell auf die Preisdynamik, insbesondere bei reiferen Produkten. Zugleich bleiben differenzierte Therapien in Bereichen mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf regulatorisch und erstattungsseitig grundsätzlich tragfähig.

    Zulassungsbehörden agieren zudem in einem komplexen Kontext aus Ressourcenengpässen, Führungswechseln und sich wandelnden politischen Prioritäten. Entscheidungen bleiben selektiv und mitunter schwer prognostizierbar.

    Ausblick 2026: Klinische Katalysatoren und Einstiegspunkte

    Der Ausblick auf 2026 ist von einem klaren Leitmotiv geprägt: Innovation bleibt hoch, Kapital wird gezielter eingesetzt, und Wertschöpfung entsteht zunehmend dort, wo klinischer Fortschritt und strategische Umsetzung überzeugend zusammenkommen.

    BB Biotech startet mit einer klaren strategischen Ausrichtung ins Jahr 2026. Mehrere Portfoliounternehmen stehen vor wichtigen klinischen, regulatorischen und kommerziellen Meilensteinen, die den weiteren Wertschöpfungspfad wesentlich prägen dürften.

    In der Immunologie treiben beispielsweise Argenx und Viridian zentrale Phase-III-Programme und Indikationserweiterungen voran, während Celldex in chronischer spontaner Urtikaria Topline-Phase-III-Ergebnisse für das zweite Halbjahr 2026 erwartet. In der Onkologie steht Revolution Medicines vor einer dichten Sequenz pivotaler und zulassungsrelevanter Ereignisse über mehrere KRAS-getriebene Programme hinweg, ergänzt durch regulatorische Meilensteine bei Nuvalent.

    Auch im Bereich seltener Erkrankungen verdichten sich die Katalysatoren: Ionis nähert sich mehreren Phase-III-Readouts sowie regulatorischen Meilensteinen im Jahresverlauf, Wave Life Sciences adressiert mit RNA-basierten Programmen hochrelevante neuromuskuläre Indikationen, und Vertex treibt den klinische und regulatorische Visibilität, kombiniert mit weiterhin attraktiven Bewertungen insbesondere im Mid-Cap-Segment, schafft ein Umfeld, in dem Wachstumspotenzial, Validierung und strategische Relevanz zunehmend kommerziellen Rollout neuer Therapien sowie weitere Zulassungsprogramme voran. Diese zunehmende zusammenfallen.

    Die langfristigen Treiber der Biotechnologie bleiben dabei klar intakt.

    Der medizinische Bedarf steigt – getragen von demografischen Entwicklungen, der wachsenden Prävalenz chronischer Erkrankungen und der zunehmenden Nachfrage nach präzisionsbasierten Therapien. Gleichzeitig erweitern technologische Fortschritte in RNA-Therapeutika, Gentherapie oder gezieltem Proteinabbau die therapeutischen Möglichkeiten erheblich und erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit in der Entwicklung.

    Weitere Informationen über den Sektor und unser Portfolio finden Sie auf unserer Website.

    Dr Christian Koch

    BB Biotech

    Dr. Christian Koch, seit 2025 Head BB Biotech Team und Executive Board Member der Bellevue Asset Management, stiess 2014 als Portfoliomanager bei BB Biotech zu Bellevue Asset Management. Von 2013–2014 war er Sell-side Pharma- & Biotech-Aktienanalyst bei der Bank am Bellevue in Küsnacht und von 2010–2013 Research Associate am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften an der ETH Zürich. Er promovierte im Bereich Computer-Assisted Drug Design am Pharmazeutischen Institut der ETH Zürich und studierte Bioinformatik an der Goethe-Universität Frankfurt.

    BB Biotech

    BB Biotech AG ist eine Investmentgesellschaft mit Sitz in Schaffhausen/Schweiz, die an der Schweizer und deutschen Börse notiert ist. Seit 1993 investiert das Unternehmen in innovative Unternehmen der Medikamentenentwicklung, die hauptsächlich in den USA und Westeuropa ansässig sind. BB Biotech AG ist eine der führenden Investoren in diesem Sektor. Der kompetente Verwaltungsrat mit seiner langjährigen Erfahrung legt die Anlagestrategie und -richtlinien fest. Die Anlageentscheide werden durch das erfahrene Investment Management Team der Bellevue Asset Management AG auf der Basis von umfassendem Investment Research getroffen.

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      SPHERE

      The Swiss Financial Arena

      Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.

      Führung

      • Jérôme Koechlin
      • Partner, Leadership Management International
      • CEO, Swiss Who’s Who

      „Modernes Leadership ist kein Leadership der Autorität mehr, sondern ein Leadership der Zustimmung.“

      Mehr als eine hierarchische Funktion wird Leadership heute zu einer gezielt zu entwickelnden Kompetenz – getragen von strategischer Klarheit, Einflussfähigkeit und menschlicher Ausrichtung. Jérôme Koechlin analysiert die neuen Grundlagen modernen Leaderships und die Voraussetzungen, um Organisationen langfristig leistungsfähig und sinnstiftend zu gestalten.

      Von Jérôme Sicard

      Sie sind Leadership Management International beigetreten. Welche Rolle übernehmen Sie innerhalb dieser Struktur?

      In einer Welt, die sowohl makroökonomisch als auch geopolitisch von Unsicherheit geprägt ist, verändert sich die Rolle von Leadern grundlegend. Heute sind vielfältige und komplementäre Fähigkeiten gefragt. Mein Engagement bei Leadership Management International besteht darin, Entscheidungsträger beim Aufbau eines bewussteren, strategischeren, wirkungsvolleren und menschlicheren Leaderships zu begleiten.

      LMI beruht auf einer klaren Überzeugung: Leadership ist kein Status, sondern eine Kompetenz, die sich entwickeln lässt. Unser Ziel ist es, Organisationen und ihre Leader dabei zu unterstützen, ihr Potenzial in reale Wirkung zu übersetzen – durch Arbeit an persönlicher Produktivität, persönlichem und motivationalem Leadership, Entscheidungs-Governance sowie der Fähigkeit, Teams um eine gemeinsame Vision zu mobilisieren. Die LMI-Methodik basiert auf soliden Grundlagen und integriert aktuelle Erkenntnisse aus Leadership, Kommunikation sowie kognitiven und verhaltenswissenschaftlichen Disziplinen. Seit 50 Jahren hat LMI weltweit mehr als zwei Millionen Leader ausgebildet.

      Gemeinsam mit meinen Partnern möchte ich ein umfassenderes und transformatorisches Leadership-Verstaendnis fördern, das wirtschaftliche, technologische und gesellschaftliche Veränderungen antizipieren kann und den Beitrag von Organisationen neu definiert.

      Was unterscheidet leistungsstarke Organisationen dauerhaft von anderen?

      Die erfolgreichsten Organisationen sind nicht zwingend jene mit den grössten Ressourcen, sondern jene, denen es gelingt, Vision, Kultur und Umsetzung in Einklang zu bringen. In einem sich schnell verändernden wirtschaftlichen Umfeld basiert nachhaltige Performance vor allem auf strategischer Klarheit, Umsetzungsdisziplin, hoher Leadership-Qualität und kontinuierlicher Lernfähigkeit. Erfolgreiche Organisationen zeichnen sich durch Leadership aus, das zugleich klar, entschlossen, empathisch und anspruchsvoll ist. Organisationen in Schwierigkeiten hingegen zeigen oft Schwächen in ihrer Governance oder in ihrer Fähigkeit, gemeinsamen Sinn zu stiften.

      Wie zeichnet sich wirklich einflussreiches und nachhaltiges Leadership aus?

      Einflussreiches und nachhaltiges Leadership misst sich nicht an der hierarchischen Position, sondern an der Fähigkeit zuzuhören, eine klare Vision zu vermitteln und Verhalten sowie Entscheidungen langfristig positiv zu prägen. Es beruht auf der konsequenten Übereinstimmung von Werten und Handlungen, auf emotionaler und relationaler Intelligenz sowie auf der Fähigkeit, in unsicheren Zeiten Vertrauen zu schaffen. Modernes Leadership ist kein Leadership der Autorität mehr, sondern eines der Zustimmung. Leader, die ihre Zeit prägen, sind jene, die Sinn schaffen, nicht jene, die lediglich Entscheidungen durchsetzen. Die Harvard Business Review hat in diesem Zusammenhang das Konzept der „Level-5-Leader“ hervorgehoben, die langfristige strategische Vision, Entschlossenheit und Demut vereinen.

      Wo sollte ein Leader beginnen, der seine Wirkung verstaerken moechte?

      Leadership beginnt immer bei der eigenen Person. Es entsteht aus der bewussten Entscheidung, Einfluss, Wirkung und Verantwortung auszubauen. Der amerikanische Professor Richard Boyatzis beschreibt dies als Theorie des intentionalen Wandels. Leadership entwickelt sich aus dem klaren Willen, sich weiterzuentwickeln und den eigenen Wirkungskreis zu erweitern.

      In anspruchsvollen Umfeldern besteht die erste Verantwortung eines Leaders darin, seine persönliche Produktivität zu steuern – Zeit, Energie und Prioritäten diszipliniert zu managen. Strategische Wirksamkeit hängt nicht von der Anzahl der Aktivitäten ab, sondern von der Qualität der getroffenen Entscheidungen. Nein sagen zu können, Ziele zu priorisieren und ein Gleichgewicht zwischen beruflicher Leistung und persönlicher Balance zu wahren, sind zentrale Kompetenzen geworden. Modernes Leadership beruht ebenso auf mentaler Resilienz wie auf fachlicher Kompetenz.

      Warum bleiben Governance und strategische Kommunikation häufig untergenutzt?

      Weil sie noch immer zu oft als Supportfunktionen und nicht als strategische Werttreiber verstanden werden. Nicht selten lautet die Antwort auf Leadership-Programme: „Ich habe keine Zeit.“ Gerade deshalb ist es entscheidend, bewusst Abstand zu nehmen, um leistungsfähiger zu werden. Ich durfte Kofi Annan am Ende seiner Amtszeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen beraten, als er von zahlreichen Staats- und Regierungschefs stark beansprucht wurde. Gemeinsam haben wir Prioritäten definiert und zwischen zwingenden und wichtigen Aktivitäten unterschieden. Das half ihm, seine Zeit besser zu strukturieren – die bekanntlich für alle gleich bemessen ist.

      Eine solide Governance stellt die langfristige Kohärenz von Entscheidungen sicher, während klare strategische Kommunikation Vertrauen zwischen den Anspruchsgruppen schafft. In einer von Informationsbeschleunigung und kurzfristigem Druck geprägten Welt werden beide Dimensionen zu zentralen Faktoren organisationaler Resilienz. Die Organisationen von morgen werden jene sein, die Strategie, Kommunikation und menschliches Leadership überzeugend miteinander verbinden.

      Sie haben im vergangenen Herbst das Swiss Who’s Who übernommen. Welche Ambitionen verfolgen Sie?

      Gemeinsam mit meinen Kollegen möchten wir das Swiss Who’s Who als nationale und internationale Referenz für die Anerkennung von Leadern positionieren – sei es in Bezug auf ihren Impact oder ihren Einfluss – und jene sichtbar machen, die die Schweiz von heute und morgen prägen.

      Wir beschränken uns nicht auf eine biografische Perspektive. Unser Ziel ist es, Leader hervorzuheben, die konkret zum wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Fortschritt der Schweiz und darüber hinaus beitragen.
      Die Schweiz verfügt über ein einzigartiges Kapital an Exzellenz und Innovation. Dieses Potenzial möchten wir national wie international stärker sichtbar machen.

      Welche Entwicklungen haben Sie bereits angestossen?

      Wir haben mehrere strategische Initiativen lanciert, um die nationale und internationale Dimension des Swiss Who’s Who zu stärken, Inhalte und Veranstaltungen rund um Leadership, Innovation und Wissenstransfer zu entwickeln sowie Themen wie künstliche Intelligenz und digitale Transformation stärker in die Leadership-Reflexion einzubinden. Zudem arbeiten wir an neuen Begegnungsformaten zwischen wirtschaftlichen, akademischen und institutionellen Leadern.

      Unser Ziel ist es, das Swiss Who’s Who zu einem lebendigen Raum für Austausch, Inspiration und Anerkennung von Exzellenz zu entwickeln – insbesondere über unsere digitale Plattform.

      Jérôme Koechlin

      Leadership Management International

      Jérôme Koechlin ist Partner bei Leadership Management International. Zudem ist er CEO des Swiss Who’s Who und Gründer von JK Consulting. Zuvor bekleidete er Führungsfunktionen in den Bereichen Banking, Finance, Biotech, öffentlicher Sektor und Medien, zuletzt bei der Bank REYL (Intesa Sanpaolo) als Director of Communications und Secretary des Executive Committee. Er verfügt über ein Doktorat in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Genf, einen Master in Communication der New York University sowie ein Diplom des Graduate Institute of International and Development Studies.

       

      SPHERE

      The Swiss Financial Arena

      Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.

      Thinking Big

      Investment-Lösungen

        • Interview mit Grégory Raymond
        • Redaktionsleiter
        • The Big Whale

      « Die Schweiz nimmt in diesem Blockchain-Ökosystem eine ganz besondere Stellung ein. »

      Anlässlich des von SPHERE und The Big Whale am 29. Januar in Genf organisierten Events Digital Assets zeichnete Grégory Raymond ein präzises Bild des Blockchain-Ökosystems jenseits der reinen Kryptowährungen. Im Gespräch mit Jérôme Sicard beleuchtet er das tatsächliche Gewicht des Sektors in Europa und in der Schweiz, seine wichtigsten Wachstumstreiber, den Aufstieg der Tokenisierung sowie die Entwicklung der Geschäftsmodelle.

      Von Jérôme Sicard

      Wenn man den reinen Kryptowährungssektor ausklammert: Wie viele Unternehmen sind heute im Blockchain-Bereich in Europa und in der Schweiz aktiv?

      Bei Zahlen ist Vorsicht geboten, doch es gibt eine verlässliche Basis: die Zahl der regulierten Anbieter von Dienstleistungen im Bereich digitaler Assets in Europa. In diesem Rahmen sprechen wir von rund 3’000 Unternehmen. Dazu gehören Plattformen, Broker und verschiedene regulierte Dienstleister.

      Diese Zahl deckt jedoch nicht das gesamte Ökosystem ab. Viele Unternehmen sind in den Bereichen Infrastruktur, Software, Sicherheit oder technische Dienstleistungen tätig, ohne eine spezifische Lizenz zu benötigen. Rechnet man diese Akteure hinzu, liegt die realistischste Schätzung eher bei rund 5’000 Unternehmen in Europa.

      Die Schweiz nimmt in diesem Umfeld eine sehr besondere Stellung ein. Hier gibt es rund 1’200 Blockchain-Unternehmen, was das Land zu einem wichtigen Zentrum macht. Das Ökosystem ist stark in der Crypto Valley zwischen Genf, Zug und Lugano konzentriert. Rund 5’000 hochqualifizierte Fachkräfte arbeiten in diesem Bereich. Auf europäischer Ebene gehört die Schweiz klar zu den wichtigsten Schwerpunkten der Branche.

      In welchen Bereichen sind diese Unternehmen hauptsächlich tätig?

      Der erste grosse Bereich ist weiterhin der Handel und die Vermittlung digitaler Assets. Diese Plattformen ermöglichen den Kauf, Verkauf und Handel digitaler Vermögenswerte. In der Schweiz gibt es mehrere führende Akteure wie Bitcoin Suisse oder SwissBorg, die zu den solidesten in Europa zählen. Bitstamp, ursprünglich aus Luxemburg, gehört ebenfalls zu den wichtigsten Plattformen in Europa.

      Der zweite Pfeiler ist die Verwahrung digitaler Vermögenswerte. Dies ist heute vermutlich das reifste Segment, insbesondere weil es den Bedürfnissen institutioneller Investoren entspricht. Schweizer Unternehmen wie Taurus oder Metaco sind zu globalen Marktführern im institutionellen Custody-Bereich geworden. International spielen auch Akteure wie Ledger oder Fireblocks eine zentrale Rolle.

      Der dritte Schwerpunkt liegt auf Tokenisierung und Stablecoins. Stablecoins stellen eine Form der Tokenisierung von Geld dar, während Tokenisierung im weiteren Sinne bedeutet, reale Vermögenswerte — Wertpapiere, Fonds oder Anleihen — auf die Blockchain zu übertragen. Traditionelle Banken engagieren sich zunehmend in diesem Bereich, etwa mit dem Euro-Stablecoin von Société Générale Forge oder Initiativen von Häusern wie Oddo. Hinter diesen Projekten stehen umfangreiche Infrastruktur- und B2B-Softwarelösungen.

      Haben Sie eine Vorstellung vom aktuellen Gesamtumsatz dieser Unternehmen?

      In Europa belaufen sich die Schätzungen für den kumulierten Umsatz von Krypto- und Blockchain-Unternehmen im weiteren Sinne auf rund 9 Milliarden US-Dollar. Das bleibt im Vergleich zur traditionellen Finanzindustrie relativ bescheiden.

      Allerdings erfasst diese Zahl nicht die gesamte Wertschöpfung. Ein erheblicher Teil entsteht auf Protokollebene — also in den Software-Layern — sowie durch Netzwerkeffekte. Betrachtet man ausschliesslich klar identifizierbare kommerzielle Unternehmen, liegt die Grössenordnung in diesem Bereich. Das zeigt, dass das Ökosystem noch jung ist, aber bereits strukturiert.

      Wo könnten die kumulierten Umsätze bis 2030 liegen?

      Es gibt mehrere Prognosen. Eine der glaubwürdigsten stammt von BCG, die für das gesamte Tokenisierungs-Ökosystem bis 2030 jährliche Umsätze von rund 400 Milliarden US-Dollar erwartet.

      Diese Schätzung basiert auf einem Szenario, in dem bis dahin reale Vermögenswerte im Wert von etwa 10 Billionen US-Dollar tokenisiert sein könnten. Sollte sich diese Entwicklung durchsetzen — und viele grosse Finanzakteure arbeiten bereits daran — entstehen daraus erhebliche Einnahmeströme für Infrastrukturen, Plattformen, Verwahrungslösungen und Software-Layer.

      Bereits heute ist eine klare Bewegung erkennbar: Börsen, Asset Manager und Banken lancieren tokenisierte Versionen von Geldmarktfonds, Aktien oder Anleihen. Das Thema ist längst nicht mehr experimentell, sondern ein industrielles Projekt.

      Beobachten Sie viele Liquidity Events?

      Der Sektor ist noch jung, und Börsengänge bleiben selten. Coinbase in den USA ist ein bekanntes Beispiel, doch in Europa sind IPOs weiterhin begrenzt.

      Dagegen nehmen Übernahmen zu. Grosse Gruppen erwerben spezialisierte Anbieter, um schnell regulatorische Lizenzen und Kundenbasen zu erhalten. Ein aktuelles Beispiel ist die Übernahme von Bitstamp durch Robinhood für rund 200 Millionen US-Dollar, mit dem klaren Ziel, den Zugang zum regulierten europäischen Markt zu beschleunigen.

      Auch die Einführung des europäischen Regulierungsrahmens MiCA führt zu einer Konsolidierungsdynamik. Lizenzen sind teuer und komplex zu erhalten. Viele kleinere Anbieter werden zu Übernahmezielen grösserer Gruppen, die ihr Lizenzportfolio rasch erweitern wollen. Entsprechend sieht man mehr M&A-Transaktionen als klassische Börsenexits.

      Wie bewertet man Token-basierte Projekte?

      Lange Zeit basierten Token-Investments vor allem auf Narrativen — etwa KI, Web3 oder Infrastruktur — ohne echtes Analysemodell. Das war stark spekulativ.

      Heute professionalisieren sich die Ansätze. Zunächst muss die Fähigkeit eines Protokolls analysiert werden, Einnahmen über Nutzungsgebühren zu generieren. Danach gilt es zu verstehen, wie dieser Wert verteilt wird. Lange Zeit flossen Einnahmen vor allem an die Unternehmen hinter den Protokollen, nicht an Token-Inhaber, unter anderem aus regulatorischen Gründen.

      Zunehmend werden indirekte Wertverteilungsmechanismen eingeführt: Token-Rückkäufe, Burn-Programme zur Reduktion des Umlaufs oder ökonomische Anreize für Token-Holder.

      Ein weiterer zentraler Punkt ist die Emissionsstruktur. Nicht alle Tokens sind von Beginn an im Umlauf. Es gibt Vesting-Zeitpläne für frühe Investoren. Diese Freigaben erhöhen das Angebot und können die Preise beeinflussen. Die Analyse eines Tokens erfordert heute eine detaillierte Betrachtung von Cashflows, Governance und Angebotsdynamik — fast wie bei einer Aktie.

      Tether hat 13 Milliarden Gewinn erzielt. Wie ist das möglich?

      Tether ist ein Sonderfall. Das Unternehmen emittiert den weltweit grössten Stablecoin mit rund 130 Milliarden Dollar Umlaufvolumen. Das operative Modell ist extrem schlank, da die Emission eines Stablecoins nur wenig Personal erfordert.

      Die Einnahmen stammen aus den Reserven, die die Tokens decken. Diese werden insbesondere in US-Staatsanleihen investiert. Mit dem starken Zinsanstieg in den Jahren 2023 und 2024 explodierten die Erträge — daher die 13 Milliarden Gewinn. Der Umsatz pro Mitarbeitenden übertrifft den vieler Investmentbanken.

      Die Einnahmen sind mit sinkenden Zinsen zurückgegangen, bleiben aber sehr hoch. Zudem profitiert Tether von einer Goldexponierung. Das Unternehmen versucht derzeit Kapital zu einer sehr ambitionierten Bewertung aufzunehmen. Trotz kontroverser Reputation und Debatten über die Qualität der Reserve-Audits hat es alle Marktzyklen überstanden. Wäre es nicht robust, wäre es verschwunden. Es bleibt ein zentraler Akteur — auch wenn der regulatorische Druck steigen wird.

      Grégory Raymond

      The Big Whale

      Grégory Raymond ist Co-Gründer und Editorial Director von The Big Whale, einer Market-Intelligence-Plattform für digitale Assets und die finanzielle Transformation durch Blockchain. Als Journalist hat er sich als einer der profiliertesten Beobachter des Krypto-Ökosystems in Frankreich und Europa etabliert. Mit The Big Whale begleitet er Investoren, Finanzinstitute und Entscheidungsträger bei der Analyse von Web3-Dynamiken, Blockchain-Infrastrukturen und der Entwicklung digitaler Asset-Märkte.

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        The Swiss Financial Arena

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        EAM-Lösungen

        • Interview mit Bekim Laski
        • Chief Investment Officer & Partner
        • smzh

        «Professionelles Investieren sollte kein Privileg für wenige, sondern eine reale Möglichkeit für alle sein».

        In einem Finanzumfeld, das durch den erweiterten Zugang zu den Märkten, den Aufstieg digitaler Plattformen und veränderte Kundenerwartungen geprägt ist, befindet sich das Wealth Management in einem tiefgreifenden Wandel. Bekim Laski vertritt eine zugleich anspruchsvollere und inklusivere Investmentvision: Vermögensverwaltung einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, ohne dabei auf ihre zentralen Grundsätze zu verzichten.

        Von Jérôme Sicard

        Wie definieren Sie heute systematisches Investieren, wie Sie es nennen?
        Für uns bedeutet systematisches Investieren nicht die Anwendung quantitativer oder regelbasierter Strategien, sondern vielmehr einen grundlegenden Mentalitätswandel, vom Sparen hin zum Investieren. Viele Menschen verfügen über ein gutes Einkommen und sparen konsequent, schenken jedoch der strukturierten und kontinuierlichen Anlage ihres Kapitals zu wenig Aufmerksamkeit. Systematisches Investieren bedeutet daher, die eigene finanzielle Zukunft aktiv zu gestalten und das Kapital über die Zeit für sich arbeiten zu lassen. Unser Ziel bei smzh ist es, den Zugang zu professionellen Anlagelösungen zu demokratisieren. Professionelles Investieren sollte kein Privileg für wenige, sondern eine reale Möglichkeit für alle sein, unabhängig von Vermögen oder Einkommen.

        Was sind aus Ihrer Sicht die wahren Grundlagen langfristigen finanziellen Erfolgs für Privatanleger im heutigen Umfeld?
        Langfristiger finanzieller Erfolg beruht auf wenigen zeitlosen Prinzipien. Er beginnt damit, weniger auszugeben als man erwirtschaftet, früh zu investieren und den Zinseszinseffekt wirken zu lassen. Erfolgreiche Anleger konzentrieren sich auf das, was sie wirklich kontrollieren können: niedrige Kosten, breite Diversifikation und Disziplin in Phasen der Angst und Euphorie. Zeit im Markt statt Markttiming bleibt ein starker Treiber des Vermögensaufbaus.

        Diversifikation mag nicht aufregend sein, ist aber essenziell. Konzentrierte Positionen können grosses Vermögen schaffen, zerstören es jedoch häufiger.

        Doch Strategie allein genügt oft nicht. Wahrer Erfolg liegt in der Abstimmung von Anlageentscheidungen auf individuelle Ziele. Disziplin, Diversifikation und Geduld sind die Konstanten, die Finanzpläne in dauerhaften Wohlstand verwandeln.

        Wie sehen Sie die Balance zwischen Wealth Management und Wealth Advisory in ihrer Entwicklung? Wird strategische Beratung wichtiger als traditionelles Portfoliomanagement?
        Traditionelle Bankmodelle haben sich zunehmend auf wohlhabendere Kundensegmente konzentriert, während umfassende Beratung für ein breiteres Kundenspektrum schwieriger zugänglich geworden ist. Gleichzeitig haben digitale Plattformen den Zugang zu Finanzmärkten erfolgreich erweitert, jedoch ohne persönliche und strategische Beratung. Dies hat eine strukturelle Lücke zwischen Zugang und Beratung geschaffen. Da das Portfoliomanagement durch Technologie zunehmend kommoditisiert wird, werden strategische Beratung und das Verständnis des gesamten finanziellen Lebens der Kunden zum wahren Differenzierungsmerkmal. Bei smzh überbrücken wir diese Lücke mit unserem Family-Office-Light-Modell. Wir begleiten Kunden in ihrem gesamten finanziellen Ökosystem, in jeder Lebensphase, und senken gleichzeitig die Einstiegshürden.

        Was bedeutet ein vollständiges Verständnis der finanziellen Gesamtsituation eines Kunden konkret für einen CIO oder Portfoliomanager heute?
        Meiner Ansicht nach sollte es über die bankfähigen Vermögenswerte in einem Kundenportfolio hinausgehen. Es geht darum, das zu sehen, was man die «Bilanz des Lebens» nennen könnte, und nicht nur das Anlageportfolio. Dazu gehören sowohl bankfähige als auch nicht-bankfähige Vermögenswerte wie Immobilien, Anteile an privaten Unternehmen, Pensions- und strukturierte Vergütungspläne, Luxusgüter oder künftige Verpflichtungen. Zudem führen Anleger oft mehrere Portfolios mit unterschiedlichen Strategien und Depotbanken. Diese Flexibilität ist wertvoll, doch unstrukturiertes «Mental Accounting» sollte vermieden werden. Ohne übergeordneten Rahmen können separate Allokationen Risiken duplizieren und die Gesamtrisikokapazität der Kunden verzerren. Bei smzh setzen wir dies mit einer konsolidierten Gesamtvermögensanalyse um, die im Mittelpunkt jeder Kundenbeziehung steht. Wir sind überzeugt: Nur wer das Gesamtbild sieht, kann wirklich unabhängige und relevante Beratung erbringen.

        Glauben Sie, dass die ganzheitliche Vermögensberatung die Zukunft des Wealth Management in der Schweiz ist?
        Ganzheitliche Beratung ist kein neues Konzept, sie repräsentiert Best Practice im Schweizer Private Banking. Was sich verändert, ist die Zugänglichkeit. Die traditionsreiche Stärke der Schweiz im Wealth Management muss über Ultra-High-Net-Worth-Segmente hinausgehen, um eine breitere Klientel effektiv zu bedienen. Die wachsende Nachfrage der Kunden nach integrierten Lösungen, von Anlagen über Immobilien bis hin zu Steuer- und Versicherungsplanung, macht dies zwingend erforderlich. Ganzheitliche Beratung ist kein Trend, sondern die logische Weiterentwicklung der Treuhandverantwortung in einer zunehmend zugänglichen Wealth-Management-Landschaft. Zugang zu holistischer Finanzberatung sollte kein Privileg sein, sondern ein Standardbestandteil verantwortungsvollen Vermögensmanagements.

        Welche strategischen Überlegungen sollten EAMs heute in Bezug auf Portfoliomanagement überdenken?
        Vermögensverwalter sollten ihre Definition von Erfolg überdenken. Klassische Performancekennzahlen bleiben relevant, spiegeln jedoch nur bedingt den Zielerreichungsgrad der Kunden wider. Unabhängigkeit und Open Architecture werden essenziell, nicht nur als Differenzierungsmerkmale, sondern als Voraussetzung für echte unabhängige Beratung.

        Die Digitalisierung etabliert sich als zentraler Differenzierungsfaktor, da Kunden nahtloses Onboarding, konsolidierte Berichterstattung und vollständige Transparenz über ihr Vermögen erwarten. Nicht jede Kompetenz muss jedoch intern aufgebaut werden. Die Entwicklung des Embedded Finance ermöglicht einen modularen Ansatz entlang der Wertschöpfungskette, bei dem Komponenten intern entwickelt oder über Partnerschaften integriert werden können. Bei smzh setzen wir bewusst auf ein partnerschaftsbasiertes Modell, das uns Effizienz, Flexibilität und Raum für echte Wertschöpfung schafft.

        Welchen Stellenwert hat die strategische Asset-Allokation in einer Welt erhöhter Unsicherheit und veränderter Marktregime?
        Die strategische Asset-Allokation bleibt das Rückgrat des langfristigen Investierens. Allgemein anerkannt ist jedoch, dass das traditionelle 60/40-Aktien-Anleihen-Modell zunehmend unter Druck gerät, besonders in der Schweiz, wo die realen risikofreien Zinsen strukturell niedrig oder negativ bleiben. Staatsanleihen bieten nicht mehr die gleiche Renditeunterstützung oder die gleichen Diversifikationsvorteile wie in der Vergangenheit. Alternative Ertragsquellen wie Privatmärkte, Infrastruktur und Immobilien rücken stärker in den Fokus. Doch in der Schweiz stellen private Immobilien bereits einen erheblichen Teil des Gesamtvermögens vieler Kunden dar, was einen differenzierteren Portfolioaufbau erfordert. Bei smzh überprüfen wir unsere strategische Asset-Allokation jährlich. Wir vermeiden bewusst übermässige taktische Anpassungen im Jahresverlauf, behalten aber die Flexibilität, überzeugende Chancen zu nutzen. Disziplin und Anpassungsfähigkeit müssen koexistieren.

        Wie lässt sich Diversifikation in einer Welt zunehmender Korrelationen erreichen?
        Marktstressphasen haben wiederholt gezeigt, dass Korrelationen genau dann konvergieren, wenn Diversifikation am dringendsten gebraucht wird, womit Portfolios untergraben werden, die unter Normalbedingungen solide erscheinen. Wahre Diversifikation erfordert daher einen Blick über reine Klassifizierung über Anlageklassen hinaus. Effektive Diversifikation sollte Geografien, Faktoren, Liquiditätsprofile und strukturelle Risikoprämien umfassen, einschliesslich gezielter Engagements in Alternativen wie Rohstoffe, Privatmärkte oder versicherungsgebundene Anlagethemen wie Katastrophenanleihen.

        Was ist smzh Invest genau ?

        Mit smzh Invest bieten wir professionelle Vermögensverwaltungslösungen, die allen zugänglich sind, unabhängig von Vermögen oder Einkommen. Unsere Kundinnen und Kunden profitieren von individuell konstruierten, aktiv verwalteten Portfolios bereits ab CHF 100, welche nach derselben Disziplin und denselben Standards aufgebaut sind wie institutionelle Mandate. Unsere besondere Stärke liegt in der Verbindung von Investmentkompetenz mit persönlicher, unabhängiger Beratung. Mit unserem Family Office Light Ansatz begleiten wir unsere Kundinnen und Kunden umfassend über das gesamte finanzielle Ökosystem hinweg, einschliesslich Finanzen und Anlagen, Versicherungen und Vorsorge, Immobilien und Hypotheken sowie Steuern und Rechtsfragen. So stellen wir sicher, dass jede Anlageentscheidung mit den übergeordneten finanziellen Zielen unserer Kundinnen und Kunden im Einklang steht. Das Ergebnis ist eine kohärente, transparente und konsequent kundenorientierte Lösung, die Vermögensverwaltung in institutioneller Qualität für alle zugänglich macht.

        Bekim Laski

        smzh

        Bekim Laski ist ein erfahrener Experte in den Bereichen Vermögensverwaltung und Investitionen. Über 25 Jahre lang hat er seine Karriere bei grossen Banken wie UBS und Credit Suisse absolviert. Im Dezember 2024 trat er als Chief Investment Officer und Partner in die smzh ein. In dieser Rolle ist er für die Leitung der Investitionsabteilung verantwortlich und beteiligt sich aktiv an der strategischen Entwicklung des Unternehmens. Bekim Laski hat an der University of Applied Sciences in Bern studiert und besitzt zudem die CFA-Zertifizierung.

        SPHERE

        The Swiss Financial Arena

        Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.