Verstärkung

PubliSphere

    • Carel Huber
    • Global Head Independent Asset Managers
    • Mirabaud

Der Referenzpartner für unabhängige Vermögensverwalter bleiben

Mit einem erweiterten Angebot, einer verstärkten internationalen Präsenz und einer konsequenten Nähe zu seinen Partnern bestätigt Mirabaud seine Position als strategischer Partner der unabhängigen Vermögensverwalter (UVV). Ein Gespräch mit Carel Huber, Global Head Independent Asset Managers.

Können Sie uns das Angebot von Mirabaud für UVV und dessen jüngsten Entwicklungen vorstellen?

Die Abteilung, die wir rund um die unabhängigen Vermögensverwal­ter aufgebaut haben, steht im Zentrum der DNA von Mirabaud. Wir wissen, dass die UVV selbst eine zunehmend anspruchs­volle Kundschaft betreuen, die transparente, massgeschneiderte und hochentwickelte Lösungen erwartet. Unsere Aufgabe ist es, einen konkreten Mehrwert zu schaffen, der es ihnen ermöglicht, sich in einem stark kompetitiven Umfeld zu differenzieren – sei es durch unser Angebot, unsere Expertise oder die enge Partnerschaft, die wir täglich pflegen.

Ein entscheidendes Differenzierungs­merkmal ist unser internationales Netz­werk. Wir stellen Booking Centres in der Schweiz (Genf und Zürich), in Luxem­burg, Dubai und Montréal zur Verfügung. In Dubai verfügen wir seit 2010 über eine Banklizenz, und in Kanada feiern wir dieses Jahr unser 40-jähriges Jubiläum. Diese Booking Centres erlauben es Ver­mögensverwaltern, ihre Kunden in meh­reren Jurisdiktionen zu begleiten – mit einer soliden Infrastruktur und einem passenden regulatorischen Rahmen. Das ist eine wertvolle Flexibilität für ihre inter­nationalen Aktivitäten und für die zuneh­mend komplexen Bedürfnisse im Bereich Vermögensstrukturierung.

Darüber hinaus haben wir zwei Angebote ausgebaut. Einerseits den privilegierten Zugang zu unserer Private-Equity- Plattform, mit exklusiven Club-Deal-Möglichkeiten in zukunftsträchtigen Sek­toren wie technologischer Innovation oder Gesundheitsdienstleistungen. Anderer­seits sind es innovative Lösungen wie Advimation, eine digitale Plattform, die es Vermögensverwaltern erlaubt, das Portfo­lio-Controlling zu optimieren, die Administ­ration zu vereinfachen und von leistungsfä­higen Reporting-Tools zu profitieren.

Können Sie uns mehr über diese Lösung Advimation erzählen?

Advimation– eine Wortschöpfung aus Advisory und Animation – basiert auf drei Säulen: gezielte Research-Dienstleistun­gen, massgeschneiderte Reports und taktische Investmentideen. Unsere Kunden profitieren von direktem Aus­tausch mit einem Berater, von personali­sierten Reporting-Tools – unter anderem mit der Möglichkeit zur Konsolidierung sämtlicher Konten bei Mirabaud – sowie von einem internen Algorithmus, der Marktsignale in ihren Portfolios analysiert. Zudem übersetzen wir die wichtigsten aktuellen Themen in echte Investment-Thesen und bieten damit eine Begleitung, die menschlich, technologisch und strate­gisch ist.

Wie zeigt sich das Wachstum Ihres Bereichs heute, und welche Ambitionen haben Sie für die kommenden Jahre?

In den letzten Jahren haben wir ein steti­ges Wachstum unserer Assets under Management verzeichnet. Diese Entwick­lung spiegelt das Vertrauen wider, das uns unsere Partner entgegenbringen – ebenso wie die konstante Arbeit unserer Teams. Wir haben zudem unsere Ver­triebskapazitäten in allen UVV-Einheiten verstärkt. In Zürich, wo das Netz unab­hängiger Vermögensverwalter beson­ders dicht ist, sehen wir eine wachsende Nachfrage nach anspruchsvollen Lösun­gen wie Private Equity oder digitalen Tools. Insgesamt ermöglicht uns die Ein­führung unserer neuen IT-Plattform, eine persönliche, menschliche Betreuung mit modernster Technologie zu verbinden und damit die Erwartungen einer neuen Generation von Investoren zu erfüllen.

Der Markt für UVV befindet sich im Wandel – wie sehen Sie die Entwicklung?

Wir beobachten einerseits eine schritt­weise Konsolidierung der bestehenden Gesellschaften, andererseits aber auch nach der Neugestaltung des regulatori­schen Rahmens, eine sehr dynamische Entwicklung mit zahlreichen neuen Akteu­ren. Dies zeigt sich in den stetig wachsen­den verwalteten Vermögen seit vielen Jahren. Es besteht kein Zweifel, dass das Modell des unabhängigen Vermögens­verwalters solide ist und bestehen wird. Seine Kundennähe, seine Agilität und seine Fähigkeit, einen massgeschneider­ten Service anzubieten, sind unbestreit­bare Stärken.

Eine Bank wie Mirabaud passt perfekt in dieses Geschäftsmodell. Wir bringen die Stabilität einer internationalen Gruppe, eine robuste Plattform und innovative Lösungen ein – und respektieren gleich­zeitig vollumfänglich die Unabhängigkeit der UVV. Dieses Gleichgewicht ist ent­scheidend, und wir legen grossen Wert darauf.

Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Bereichs und welche Prioritäten haben Sie für die kommenden Jahre?

Unsere Prioritäten sind klar: Wir werden weiterhin in Talente, Technologien und differenzierende Anlagelösungen inves­tieren. Unsere neue IT-Plattform wird uns zusätzliche Agilität verleihen und die Unabhängigkeit des Vermögensverwal­ters weiter stärken. Zudem wollen wir den Mehrwert, den wir den UVV bieten, konti­nuierlich steigern – sowohl in der Schweiz als auch international.

Unabhängigkeit, Exzellenz und eine lang­fristige Vision sind seit über 200 Jahren Teil unserer Kultur. Auf diesem Funda­ment bauen wir die Zukunft – mit einem einfachen Ziel: der Referenzpartner für unabhängige Vermögensverwalter zu bleiben.

Wealth Management, unabhängige Vermögensverwalter | Mirabaud Group | Mirabaud Group

 

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    • Joël Schüepp
    • Chief Executive Officer
    • Cinerius Financial Partners

    „Unsere Stärke liegt darin, ein Modell für Unternehmer entwickelt zuhaben“

    In nur vier Jahren hat die Plattform Cinerius Mehrheitsbeteiligungen an bereits zehn unabhängigen Vermögensverwaltern in Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg erworben. Joël Schüepp erläutert die Dynamik dahinter und erklärt das Modell, das gezielt auf unternehmerisch denkende Partner ausgerichtet ist: mit Autonomie, gemeinsamen Hebeln, Nachfolgelösungen, digitalem Marketing und zentraler Unterstützung bei Schlüsselaufgaben.

    Von Jérôme Sicard

    Wo steht Cinerius heute in seiner Entwicklung?

    In nur vier Jahren haben wir 15 Milliarden an verwalteten Vermögen erreicht und sind gemessen an den Assets under Management zur grössten Plattform für unabhängige Vermögensverwalter im DACH-Raum geworden. Aber dabei wol­len wir es nicht belassen. Wir stehen kurz vor dem Abschluss unserer ersten Trans­aktion in Luxemburg und damit vor dem Eintritt in einen neuen Markt.

    Unsere Stärke liegt darin, ein Geschäftsmo­dell für Unternehmer entwickelt zu haben. Wir gewähren unseren Partnern Autonomie in der Markenführung, in der Kundenbetreu­ung und im Portfoliomanagement. Gleichzei­tig stellen wir einen Werkzeugkasten zur Ver­fügung mit partnerschaftlich entwickelten Services, die ihr Wachstum fördern und es ihnen ermöglichen, sich noch stärker auf ihre Kundinnen und Kunden zu konzentrieren.

    Dank dieses Modells lag unser annualisier­tes organisches Nettoneugeldwachstum im ersten Halbjahr bei 8 % auf Basis unserer Kundenvermögen. Mit der Marktdynamik und den laufenden Akquisitionen peilen wir bis Ende 2025 ein Gesamtwachstum von 15 bis 20 % an. Unser Fokus bleibt dabei zwei­gleisig: Einerseits werden wir durch weitere Zukäufe wachsen. Andererseits werden wir mit steigender Grösse unser Leistungsan­gebot weiter ausbauen und dadurch das organische Wachstum weiter unterstützen.

    Wie sieht Ihr idealer Partner im Bereich der unabhängigen Vermögensverwalter aus?

    Wir konzentrieren uns auf erfolgreiche Vermögensverwalter, die ihre Fähigkeit zu organischem Wachstum bereits unter Beweis gestellt haben. Geografisch fokus­sieren wir uns aktuell auf die DACH-Region und Luxemburg. Die Vermögensverwal­tung soll das Kerngeschäft darstellen – sie soll nicht einfach eine von vielen Aktivitä­ten, sondern das eigentliche Rückgrat des Unternehmens sein.

    Doch am wichtigsten ist der menschliche Faktor. Bei Cinerius stehen die Menschen im Mittelpunkt, und die Chemie muss stim­men. Für eine erfolgreiche Zusammenar­beit ist es entscheidend, dass die Bezie­hung auf gegenseitigem Vertrauen beruht. Generell müssen nicht alle Kriterien erfüllt sein, aber wir bleiben anspruchsvoll bei unseren Auswahlprozessen.

    Was sind die Hauptgründe, warum sich Vermögensverwalter mit Cinerius austauschen?

    Vier Motive tauchen immer wieder auf. Erstens das Alter der Gründer. Viele sind sehr aktiv, aber beginnen verständlicher­weise, über ihre Nachfolge nachzudenken. Dafür bieten wir ein Nachfolgemodell, das auf Unternehmerinnen und Unternehmer zugeschnitten ist – mit Respekt für ihr Tempo und ihre Vision.

    Zweitens das Wachstum. Manche möchten den nächsten Entwicklungsschritt machen und weiterkommen. Wir bringen dafür Kapital, Know-how, Möglichkeiten für Zukäufe und konkrete Ideen für mehr orga­nisches Wachstum mit. Die Kundenerwar­tungen verändern sich, die Digitalisierung wird zum Muss – auch auf diesen Feldern unterstützen wir unsere Partner aktiv.

    Drittens die zunehmenden regulatori­schen Anforderungen. Sie werden kom­plexer und anspruchsvoller, hier entlasten wir ganz gezielt.

    Und viertens das Thema Governance. In manchen Firmen ist das Aktionariat sehr fragmentiert. Wenn wir eine Beteiligung eingehen, schaffen wir auch hier klarere Strukturen.

    Mit welchen Partnern haben Sie bereits eine Nachfolgelösung umgesetzt?

    Wir haben bereits mehrere Nachfolgelö­sungen begleitet und dabei wertvolle Erfahrung gesammelt. Bei KSW Vermö­gensverwaltung beispielsweise haben drei neue, intern ausgewählte Geschäftsführer die Leitung übernommen. Bei BV&P Ver­mögen sind zwei interne Geschäftsführer zum Gründer gestossen, um Kontinuität zu gewährleisten. Bei HP&P und B&K haben wir ergänzend externe Lösungen gewählt und erfolgreich Führungskräfte von ausser­halb eingesetzt.

    Jede Situation erfordert eine individuelle Herangehensweise. Manche möchten nur etwas kürzertreten, die Geschäftsführung erweitern oder dem Verwaltungsrat beitre­ten. Andere bevorzugen einen klaren Schnitt – was nicht immer leichtfällt. Unser Ziel ist in jedem Fall dasselbe: eine erfolg­reiche Zukunft für das Unternehmen zu sichern und das zu bewahren, was seinen Wert ausmacht – nämlich die langjährigen Kundenbeziehungen und Mitarbeitenden.

    Wie würden Sie Ihr Leistungs-versprechen beschreiben?

    Unsere Partner sind etablierte, grosse Häuser, die das bewahren sollen, was sie erfolgreich gemacht hat. Deshalb lassen wir ihnen Freiheit in der Betreuung der Kundschaft und im Portfoliomanagement.

    Ergänzend kommt der Beitrag von Cine­rius hinzu. Wir bieten eine strukturierte Begleitung, um sie beim Wachstum zu unterstützen und operativ zu entlasten. Wir bieten den besagten Werkzeugkasten und zusammen mit jeder Gesellschaft wählen wir die für sie passenden Leistungen aus, je nach Bedarf und Priorität.

    Beim Thema Wachstum unterstützen wir gezielt im Bereich Digital Marketing, beim Recruiting von Relationship Managern sowie bei der Erweiterung des Angebots – etwa mit Private-Markets-Expertise oder digitalen Assets. Und wenn es um externes Wachstum geht, begleiten wir unsere Part­ner auch bei Add-on-Transaktionen.

    Auf der Supportseite können wir zentral die Bereiche Compliance, regulatorische Anforderungen, IT und HR begleiten oder übernehmen. So gewinnen unsere Part­ner wertvolle Zeit, die sie ihren Kunden widmen können.

    Welche Modelle gibt es aktuell, um Teil von Cinerius zu werden? Bieten sie nur die komplette Integration als Add-on an, wie Sie es erwähnt haben?

    Nein, wir bieten zwei Wege, um Teil des Cinerius-Verbunds zu werden. Der erste ist, als eigenständiger ‘Hub’ mit eigener Struktur und Identität in die Plattform einzu­treten. Die zweite, neuere Option ist die Integration in eine bestehende Gesell­schaft innerhalb des Verbunds – dies bezeichnen wir als ‘Add-on’.

    Dieses Format entspricht einer Entwick­lung, die wir im Markt beobachten: Unsere bestehenden Partner erhalten so die Möglichkeit, gezielte externe Wachs­tumsoptionen zu verfolgen. Wir beglei­ten sie durch den gesamten Prozess – Finanzierung, Strukturierung und Integ­ration neuer Teams. In diesem Jahr haben in Zürich Huber & Partner und Monaval diesen Weg gewählt und sich im Rahmen eines Add-ons der bestehenden Grup­pengesellschaft SSI angeschlossen.

    Sie haben Ihren Beitrag im digitalen Marketing erwähnt. Was heisst das konkret?

    Digital Marketing ist ein Sammelbegriff, der vieles bedeuten kann. Bei Cinerius steht er für sehr konkrete Aktivitäten. Unsere Grösse erlaubt uns Investitionen in Wachstumsträger, die für einzelne Gesellschaften schwer umsetzbar wären. Genau so ist unser digitales Marketing entstanden. Wir haben intern eigene Kompetenzen aufgebaut, wodurch wir spezifische Programme entwickeln und umsetzen. Das umfasst LinkedIn- Kampagnen mit Fokus auf Unternehmer, Google Ads mit branchenspezifischen Keywords, SEO sowie umfassende Opti­mierungen der Websites unserer Partner.

    Das ist kein Selbstzweck – im Gegenteil: Bereits in diesem Jahr haben diese Kampa­gnen neue Kunden generiert und jüngere Zielgruppen erreicht, die über klassische Wege kaum angesprochen werden. Und wir testen bereits neue Kanäle wie Insta­gram oder YouTube.

    Alle diese Massnah­men erfolgen unter der Marke und dem Auftritt der jeweiligen Partnergesellschaft.

    Wie sieht Ihre Erfolgsbilanz beim Recruitment von Relationship Managern aus?

    In diesem Markt sucht jeder nach Talen­ten – aber nur wenige wissen, wie aufwen­dig das tatsächlich ist. Es braucht viel Ener­gie, Struktur und Durchhaltevermögen.

    Wenn eine Rekrutierung nicht über das persönliche Netzwerk erfolgt, wird der Prozess schnell sehr anspruchsvoll. Man muss zahlreiche Kontakte knüpfen, Gesprä­che führen, Interviews organisieren – oft mit geringer Abschlussquote. Um hier effi­zienter zu werden, haben wir eine eigene HR-Einheit aufgebaut. Damit konnten wir in den vergangenen zwölf Monaten 25 neue Talente für unsere Gruppe gewinnen.

    Joël Schüepp

    Cinerius Financial Partners

    Joël Schüepp ist seit letztem Jahr CEO der Cinerius Financial Partners AG. Er verbindet langjährige internationale Erfahrung im Wealth Management mit strategischer Innovationskraft. Mit Stationen als Managing Director bei Credit Suisse und UBS sowie als Partner bei Boston Consulting Group hat er Wealth Management Geschäfte verantwortet und zu nachhaltigem Wachstum geführt, digitale & analytics-basierte Innovationen vorangetrieben und Unternehmen erfolgreich transformiert.

    Joël Schüepp hat sein Studium in Banking & Finance an der Universität Zürich abgeschlossen und einen internationalen MBA im Austauschprogramm zwischen der Tsinghua University und der MIT Sloan School of Management absolviert.

     

    EAM-Lösungen
    Rahmen

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    Mario Pfiffner
    Invest-Partners
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    Zusammensetzung

    EAM-Lösungen

    • Marc Briol
    • Chief Executive Officer
    • Pictet Asset Services

    „Das Family Office steht an der Schnittstelle von Wealth Management, Asset Management und Asset Servicing“

    Zwischen dem Anspruch auf Vertraulichkeit, der Diversifizierung der Dienstleistungen und zunehmender technologischer Raffinesse treiben die Family Offices – sowohl Single als auch Multi – ihre Professionalisierung voran. Sie überarbeiten ihre Modelle, formulieren neue Erwartungen und treiben die Vermögensverwaltung in Richtung einer immer stärkeren Institutionalisierung.

    Von Jérôme Sicard

    Welche Bedürfnisse haben Family Offices heutzutage?

    Zunächst muss man unter­scheiden: Es gibt Single Family Offices, die für eine einzelne Familie oder einen engen Kreis gegründet wurden, und Multi Family Offices, die die Interessen mehre­rer Familien verwalten. Für beide beob­achten wir fünf zentrale Bedürfnisse. An erster Stelle steht das absolute Verlangen nach Diskretion und Vertraulichkeit. Hinzu kommt ein Best-in-Class-Investmentan­satz, modular aufgebaut und individuell kombinierbar. Ebenso wichtig ist der Wunsch, die operative und technologi­sche Belastung so weit wie möglich zu reduzieren, damit die Strukturen einfach funktionieren und mit minimalem Aufwand betrieben werden können. Daneben erwarten die Familien Zugang zu einem sehr breiten Spektrum an Dienstleistun­gen – von Steuerfragen über Philanthro­pie, Konsolidierung und Reporting bis hin zu Private Equity. Schliesslich wollen sie Leistungen auf institutionellem Niveau, sowohl in der Servicequalität als auch in der Preisgestaltung.

    Worin unterscheiden sich die operativen Herausforderungen von Family Offices gegenüber unabhängigen Vermögensverwaltern?

    Es gibt viele Überschneidungen, aber auch wesentliche Unterschiede. Wie unab­hängige Vermögensverwalter arbeiten auch Family Offices mit Depotbanken und benötigen eine konsolidierte Sicht auf ihre Portfolios. Die meisten entscheiden sich allerdings für eine einzige Depotbank, was die Beziehung vereinfacht. Unabhängige Vermögensverwalter hingegen müssen oft mit zahlreichen Gegenparteien umgehen, da sie die Kunden meist mit deren beste­hender Bank übernehmen. Dadurch wird ihre Organisation komplexer. Bei den gewünschten Dienstleistungen – Perfor­manceanalyse, Reporting, Transparenz – sind die Bedürfnisse jedoch sehr ähnlich.

    Muss ein Family Office oder Multi Family Office die Verwaltung der Finanzanlagen zwingend auslagern?

    Historisch gesehen war das der Ansatz. Die Auswahl von Vermögensverwaltern stand im Zentrum, und die Verwaltung wurde deshalb delegiert. Heute sehen wir jedoch einen Wandel. Immer mehr Struk­turen übernehmen Teile des Asset Manage­ments selbst, insbesondere die grösseren, die in der Lage sind, Spezialisten aus Ban­ken oder Asset-Managern einzustellen. Das Modell wird damit hybrid: Ein Teil der Allokationen wird direkt verwaltet, ein anderer Teil extern vergeben. Was man kaum noch findet, sind Strukturen, die ent­weder alles auslagern oder alles intern abwickeln. Die Zeit, in der eine einzige Bank sämtliche Bedürfnisse abdecken konnte, ist vorbei.

    Wie positionieren Sie sich heute gegenüber Family Offices?

    Wir können mehrere Dimensionen abde­cken. Dazu gehört die Strukturierung der Vermögenswerte – sei es durch die Schaf­fung dedizierter Fonds oder durch kom­plexe Lösungen. Dieses Know-how haben wir im Umgang mit institutionellen und internationalen Kunden aufgebaut. Hinzu kommt die Umsetzung von Strategien über unsere institutionellen Trading-Desks, mit einer breiten Ausführung über alle Anlageklassen hinweg, sowohl für bei Pictet als auch bei anderen Depotbanken geführte Konten. Eine dritte Dimension ist die Technologie: Unsere Lösung Pictet Connect ermöglicht eine nahtlose Integ­ration mit marktüblichen PMS-Systemen und erleichtert so Reporting, Konsolidie­rung und Datentransfer. Spezialisierte Teams liefern hochgranulare Informatio­nen, die für Family Offices entscheidend sind. Schliesslich bieten wir privilegierten Zugang zur Expertise der Pictet-Gruppe – von Fonds und Mandaten über Private Equity und Hedgefonds bis hin zu alterna­tiven Strategien und thematischen Invest­ments. Ziel ist es, diese Elemente flexibel und kohärent auf die Bedürfnisse jedes Family Offices abzustimmen.

    Family Offices wollen ihre IT-Belastung reduzieren.. Welche digitalen Lösungen bieten Sie an?

    Unsere Lösungen basieren auf Pictet Con­nect, das strategisches Reporting, Perfor­manceanalysen und Tools für das Monito­ring von Vermögensverwaltern bereitstellt. Die Family Offices haben direkten Zugang zu unserem Trading-Floor, der sie bei Aus­wahl und Überwachung von Börsen-Trans­aktionen unterstützt. Unsere Trader agieren als ausgelagertes Buy-Side-Team ohne Eigenpositionen, sodass Family Offices keine teure Infrastruktur aufbauen müssen. Da wir uns nahtlos in ihre Systeme integrie­ren, reduzieren sich die Automatisierungs­kosten erheblich und die interne Organi­sation wird vereinfacht.

    Wie können unabhängige Vermögens­verwalter heute mit Family Offices zusammenarbeiten?

    Es gibt verschiedene Modelle. Manche unabhängige Vermögensverwalter mit hoher Spezialisierung werden von Family Offices für ihre Expertise in einer bestimmten Anlageklasse oder einem spezifischen Markt ausgewählt. Umge­kehrt entwickeln sich immer mehr unab­hängige Vermögensverwalter in Richtung Multi Family Office, indem sie ihr Service­angebot erweitern und institutionelle Funktionen integrieren. Die Grenze ist fliessend. Das Wesentliche eines Family Office bleibt jedoch der offene Architek­turansatz und die Fähigkeit, unterschiedli­che Dienstleister um die Bedürfnisse der Familie herum zu orchestrieren.

    Wie stark ist der Bedarf nach massgeschneiderten Lösungen?

    Sehr stark. Jede Struktur ist anders – nicht nur in der Grösse, sondern auch im Ent­wicklungsstadium. Manche befinden sich noch im Aufbau, mit einem Gründer, der stark in Investitionsentscheidungen invol­viert ist, während andere Organisationen mit mehreren Dutzenden oder Hundertenvon Mitarbeitenden und spezialisierten Abteilungen aufgebaut haben. Die Beglei­tung muss daher individuell erfolgen, von der Einrichtung einer Kreditlinie bis zum Zugang zu spezifischen Investment-Exper­tisen. Bei Pictet stellen wir für jede Familie eigene Teams und Lösungen zusammen. Das Family Office liegt an der Schnittstelle von Wealth Management, Asset Manage­ment und Asset Servicing, und diese Kom­plexität muss berücksichtigt werden.

    Wie entwickeln sich die Segmente – Single Family Offices, Multi Family Offices und unabhängige Vermögens­verwalter – in der Schweiz?

    Wir sehen mehrere Trends. Single Family Offices gewinnen an Bedeutung und übernehmen mehr Funktionen intern. Multi Family Offices wachsen rasant, oft durch Fusionen, die globale Akteure mit Hunderten Milliarden an verwaltetem Ver­mögen entstehen lassen. Diese Strukturen setzen konsequent auf offene Architektur und suchen Partner, die sie in dieser Logik begleiten können. Für unabhängige Ver­mögensverwalter bleibt die Spezialisie­rung und die Vertrauensbeziehung ihre grösste Stärke. Manche von ihnen ­orien­tieren sich jedoch ebenfalls stärker an ins­titutionellen Standards und erweitern ihr Angebot, um Zugang zu neuen Anlage­klassen zu erhalten.

    Werden Family Offices derzeit ähnlich professionalisiert wie unabhängige Vermögensverwalter?

    Absolut. Viele Family Offices rekrutie­ren Fachkräfte aus grossen Investment­banken oder internationalen Asset-Ma­nagern. Diese Teams kennen die Markt­preise sehr genau und wissen, welche Dienstleistungen sie erwarten können. Zudem sind sie äusserst schnell in der Entscheidungsfindung. Insgesamt sehen wir eine klare Institutionalisierung des Wealth Managements, sowohl bei den unabhängigen Vermögensverwaltern als auch bei den Family Offices.

    Marc Briol

    Pictet Asset Services

    Marc Briol kam 1995 zu Pictet.Er ist CEO von Pictet Asset Services, einem Geschäftsbereich, der Dienstleistungen im Bereich Verwahrung, Fondsadministration und governance für unabhängige Vermögensverwalter, Fondsmanager und institutionelle Kunden erbringt. Bei Pictet war Briol zuvor als COO der Technology & Operations-Division tätig. Davor bekleidete er die gleiche Funktion bei Pictet Asset Management in London von 1997 bis 2008.

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    Interview Chairman

    Interview Chairman

    • Interview mit Markus Wintsch
    • Chief Executive Officer
    • swisspartners

    „Es würde mich nicht überraschen, wenn die Zahl der Finanzdienstleister in drei bis fünf Jahren unter 1000 sinken würde“

    Alternde Portfolios, ermüdete Geschäftsmodelle, regulatorischer und generationeller Druck: Markus Wintsch spricht offen über die tiefgreifenden Veränderungen, die das Umfeld unabhängiger Vermögensverwalter umgestalten. Seiner Einschätzung nach könnte der Markt in den kommenden Jahren über ein Drittel seiner Akteure verlieren. Die Konsolidierung erscheint ihm unausweichlich – doch sie lässt sich nicht verordnen. Nur wenige Anbieter sind darauf wirklich vorbereitet. Deshalb plädiert er für eine strategische Neuausrichtung: eine klare Positionierung, ein gezielter Ausbau der Dienstleistungen und der Aufbau sinnvoller Partnerschaften – mit Kohärenz, ohne zwanghaftem Streben nach Grösse.

    Von Jérôme Sicard

    Der Vermögensverwaltungs-sektor befindet sich im Umbruch. Dennoch lässt die Konsolidierung auf sich warten. Warum?

    Sie haben Recht. Seit Jahren ist von Konsolidierung die Rede, doch sie bleibt sehr marginal. Ich denke, dass sich dies bald ändern wird, aber nicht aufgrund der Regulierung, auch wenn der neue Rahmen der FINMA bereits einige hundert Akteure zum Rückzug veranlasst hat. Was wirklich ins Gewicht fallen wird, ist die Demografie. Es ist die Alterung sowohl der Endkunden als auch ihrer Vermögens­verwalter. Viele Portfolios werden noch immer von Relationship Managern betreut, die kurz vor der Pensionierung stehen. Ein Übergabeprozess ist jedoch komplex und kostspielig. Es müssen geeignete Nachfol­ger gefunden werden, es muss sicherge­stellt werden, dass die Kunden diese akzep­tieren, und es muss ein Übergang finanziert werden, der mindestens drei bis fünf Jahre dauern wird. Viele kleine Strukturen verfü­gen einfach nicht über die entsprechenden Kapazitäten. Und genau das dürfte eine gro­sse Welle von Ausstiegen auslösen.

    Nur wenige Vermögensverwalter sind struk­turell oder kulturell darauf vorbereitet. Einige sehen Chancen für externes Wachstum, aber viele konzentrieren sich zunächst auf ihr Überleben. Konsolidierung erfordert Weitblick – und Mut. Und diese beiden Eigenschaften sind noch recht selten. Es feh­len auch die Mittel: Kapital, operative Ener­gie, Zeit. Viele Strukturen sind vom Tagesge­schäft absorbiert und haben weder die Res­sourcen noch die Verfügbarkeit, um über einen tiefgreifenden Wandel nachzudenken.

    Warum sind so wenige Manager in der Lage, zu fusionieren?

    Da ist zunächst einmal die persönliche Dimension. Eine Fusion bedeutet, auf einen Teil seines Einkommens zu verzichten. Ausserdem macht sie nur Sinn, wenn eine echte Kompatibilität besteht – auf allen Ebe­nen: Teams, Kultur, Methoden. Und dann sind da noch die Egos, die es zu managen gilt, mit manchmal recht trivialen Überlegungen. Wer übernimmt den Posten des CEO? Wo wer­den die Büros sein? Welche Kaffeemaschine wird aufgestellt? Oft sind es solche Details, die schon vor der Diskussion über Investitio­nen zu Blockaden führen. Wenn die Grundla­gen nicht stimmen, scheitert die Fusion.

    Hinzu kommt die Komplexität der Aktionärs­struktur. Viele Unternehmen befinden sich im Besitz mehrerer Gesellschafter mit sehr unterschiedlichen Ansichten. Einige wollen aussteigen, andere weitermachen, und die Jüngeren haben oft nicht die Mittel, um die Anteile zu kaufen. Das führt zu Blockaden. Schliesslich gibt es noch einen identitätsbe­zogenen Aspekt: Diese Unternehmen spie­geln ihre Gründer wider. Sie zu einer Fusion aufzufordern, bedeutet manchmal, sie zu bit­ten, einen Teil von sich selbst aufzugeben.

    Können die Audits der FINMA als Auslöser dienen?

    Nicht wirklich. Nach dem, was ich höre, laufen die Audits recht gut. Die Regulierung übt einen echten Druck auf die Strukturen aus, aber er bleibt überschaubar. Was den Sektor verändern wird, ist die Anhäufung: steigende Kosten, eine sich verschlech­ternde Vision, sich ändernde Kundenerwar­tungen. Es ist eher diese Kombination, die sich als entscheidend erweisen wird.

    Was wird die Konsolidierung beschleunigen?

    Mehrere Faktoren. Unter Druck stehende Einnahmen, immer strengere Compliance-Anforderungen und Depotbanken, die ein Mindestvolumen erwarten, um die Bezie­hung aufrechtzuerhalten. Einige ziehen es vor, Vermögensverwalter unterhalb einer bestimmten Betragsschwelle nicht mehr zu bedienen. Hinzu kommt der Generations­druck: Junge Kunden haben andere Erwar­tungen. Wenn Sie darauf nicht reagieren, schneiden Sie sich selbst ab.

    Man muss auch über das Serviceniveau sprechen. Kunden wollen heute umfassen­dere Lösungen: Steuerberatung, grenz­überschreitende Verwaltung, Konsolidie­rung, Digitalisierung. Nur wenige Akteure können all das alleine anbieten. Das reak­tive Modell mit begrenztem Umfang wird – nicht mehr ausreichen.

    Wenn nicht die Vermögensverwalter selbst, wer wird dann diese Konsolidierungsbewegung vorantreiben?

    Ich sehe vier Arten von Akteuren.

    Konsoli­dierer wie Quaestor Coach, Cinerius und Focus Financial Partners. Ihre Modelle sind unterschiedlich erfolgreich, und einige haben den Schweizer Markt sogar verlassen.

    Private-Equity-Fonds mit einem offensive­ren Ansatz: kaufen, zusammenlegen, ratio­nalisieren, weiterverkaufen.

    Depotbanken. Einige haben Übernahmen oder Beteiligungen an verschiedenen Unternehmen getätigt, aber es gibt keine wirklich bedeutenden Entwicklungen. Viele beobachten die Lage.

    Und schliesslich Family Offices oder sogar Treuhänder. Diese sind oft die interessan­testen Akteure. Sie denken langfristig, brin­gen ihre Kunden und ihr Netzwerk mit, las­sen die Teams an Ort und Stelle und den­ken strategisch.

    Die glaubwürdigsten Investoren auf lange Sicht sind diese Family Offices und Treu­händer, sofern sie eine gewisse Grösse haben. Sie verfügen über Geduld, Syner­gien und eine echte industrielle Logik.

    Es gibt etwa 1’600 von der FINMA zugelassene unabhängige Vermögensverwalter. Wird ihre Zahl ebenso stark zurückgehen wie bei den Privatbanken in der Schweiz?

    Es würde mich nicht überraschen, wenn sie in drei bis fünf Jahren unter die Marke von 1’000 fallen würde. Das ist meiner Meinung nach eine recht vorsichtige Schätzung. Es werden neue, hochwertige Strukturen mit sehr erfahrenen Profilen entstehen, aber der Trend wird eindeutig rückläufig sein.

    Die erste Filterwelle erfolgte auf regulatori­scher Ebene über die Zulassungen. Die nächste wird ganz natürlich sein: Einige werden verschwinden, weil sie keine Nach­folger haben, andere, weil sie nicht skalie­ren können. Wieder andere werden sich dafür entscheiden, auszusteigen, anstatt in einem Umfeld weiterzumachen, das für sie zu restriktiv geworden ist.

    Was wird aus diesen 600 Unternehmen, die verschwinden werden?

    Die meisten werden schliessen. Die Kun­den werden zu Depotbanken wechseln. Einige Strukturen werden fusionieren, andere werden ihre Portfolios verkaufen. Das vorherrschende Szenario wird jedoch die Liquidation sein. Wenn ein Unterneh­men heute weder den Willen noch die Mit­tel hat, sich weiterzuentwickeln, bezweifle ich, dass es dies morgen tun kann.

    Es wird auch schrittweise Ausstiege geben: Kundenberater werden reibungslos die Verantwortung abgeben, die Kunden wer­den sich anderswo neu orientieren, die Geschäftstätigkeit wird langsam auslaufen.

    Welche Rolle will swisspartners in diesem Zusammenhang spielen?

    Wir haben gerade eine Zürcher Finanz­boutique mit drei Kundenberatern integ­riert. Wir sind offen für alle Gespräche, für den Kauf kleiner Teams, von Unternehmen unserer Grösse oder sogar das Zusam­mengehen mit grösseren Strukturen. Vor allem aber müssen sie mit unserem Modell kompatibel sein, damit es Sinn macht. Die Kultur zählt: Kundschaft, Anlagestil, Werte. Ohne dies bleibt eine Transaktion nur eine Papierübung.

    Wir wissen, dass die Unternehmensführung oft der Knackpunkt ist. Viele Unternehmen befinden sich im Besitz von geschäftsfüh­renden Gesellschaftern mit sehr unter­schiedlichen Visionen. Das macht jede Transaktion komplexer. Und oft sind die Preisvorstellungen realitätsfern. Man „ver­kauft” eine Kundenbeziehung nicht wie einen gewöhnlichen Vermögenswert.

    Wir glauben an den Dialog. Wenn die Denkweisen, Ambitionen und Modelle übereinstimmen, dann lohnt es sich, weiter zu verhandeln. Aber wir jagen nicht nach Grösse. Was uns interessiert, ist, etwas Langfristiges auszubauen.

    Und die Allianz Schweizer Vermögens­verwalter?

    Die Allianz umfasst heute 42 Mitglieder, die alle mehr als eine Milliarde unter Verwaltung haben. Es handelt sich nicht um einen Berufs­verband, sondern um eine Interessenge­meinschaft. Die ursprüngliche Idee war, bewährte Praktiken auszutauschen, die Zusammenarbeit zwischen Gleichgesinnten zu stärken und eine gemeinsame Stimme zu entwickeln. Wir organisieren Arbeitsgrup­pen, erleichtern den Austausch mit Verwahr­stellen und IT-Anbietern und entwickeln gemeinsame Projekte. Angesichts ihrer Grö­sse und der Qualität ihrer Strukturen sind die Mitglieder der Allianz natürlich dazu aufge­rufen, eine zentrale Rolle bei der Konsolidie­rung zu übernehmen.

    Welches Gewicht kann die Allianz bis 2030 erreichen?

    Heute verwalten unsere Mitglieder gesamt­haft rund 150 Milliarden Franken und beschäf­tigen 1’800 Mitarbeiter. Bis 2030 könnten es 200 Milliarden sein. Aber über die Zahlen hinaus zählt der kollektive Einfluss: gegen­über Regulierungsbehörden, Dienstleistern und dem Arbeitsmarkt. Wenn wir dieses Segment der Branche gut strukturieren, kann es zu einer wichtigen Referenz werden.

    Wie wird sich der Beruf über die Konsolidierung hinaus entwickeln?

    Jeder Vermögensverwalter muss seine Strategie klar definieren. Alles beginnt mit drei Fragen: Wer sind Ihre Kunden, wo sind sie ansässig und was bieten Sie ihnen an? Dann muss man sich für ein Modell entschei­den. Entweder positioniert man sich als Spe­zialist und ist bestrebt sich als Brancheninti­mus in einem bestimmten Bereich – z.B. Schweizer Aktien, Private Equity, Kryptowäh­rungen usw. Zu etablieren. Aber das setzt eine überdurchschnittliche Performance voraus. Oder Sie sind ein Generalist, eine zentrale Anlaufstelle. Diese Entscheidung wurde bei swisspartners getroffen. Wir decken die Bereiche Vermögensverwaltung, Treuhand, Immobilien, Family-Office-Dienst­leistungen, Vermögenskonsolidierung und Versicherungen ab. Unsere Kundschaft ist überwiegend schweizerisch und vermö­gend. Hier liegt unser grösster Mehrwert.

    Auch die Beziehung zum Kunden verändert sich. Was früher ein Pluspunkt war, ist heute Standard: digitale Tools, Transparenz, Unter­stützung in mehreren Rechtsordnungen.

    Schliesslich hängt der Fortbestand des Unternehmens vom Team und der Qualität der Mitarbeiter ab, die es zusammen­bringt. Wir investieren in Bildung, Ausbil­dungsprogramme und Partnerschaften mit Schulen. Man muss in der Lage sein, die nächste Generation anzuziehen, auszubil­den und zu halten.

    Was wird den Erfolg eines Schweizer Vermögensverwalters in den nächsten 10 Jahren ausmachen?

    Die Fähigkeit, sich anzupassen, eine klare Vision zu haben und das Vertrauen ver­schiedener Kundengenerationen zu gewin­nen. Die Grösse kann helfen, aber sie ent­scheidet nicht alles. Was zählt, ist, relevant zu sein. Wer zu spät reagiert, wird überholt. Wer sich selbst hinterfragen und voraus­schauend handeln kann, bleibt im Rennen.

    Markus Wintsch

    swisspartners

    Markus Wintsch ist CEO und Partner von swisspartners. Er trat 1995 in die Gruppe ein. Damals war er erst der sechste Mitarbeiter. Im Jahr 2001 wurde er zum CEO ernannt und übernahm die strategische Leitung des Unternehmens. Im Jahr 2017 übernahm er die Leitung des Group Management Board, das er bis heute leitet. Markus begann seine Karriere bei der UBS, wo er von 1992 bis 1995 als Senior Relationship Manager tätig war.

    Er ist ausserdem Vizepräsident der Allianz Schweizer Vermögens­verwalter, einer Interessengemeinschaft, die Vermögensverwaltungs­gesellschaften mit einem Vermögen von über einer Milliarde vereint. Die Allianz hat sich zum Ziel gesetzt, den Austausch bewährter Praktiken zwischen den Mitgliedern zu fördern und den Dialog mit Verwahr­stellen, Dienstleistern und Aufsichtsbehörden in einer Branche zu strukturieren, die sich derzeit in einem Umbruch befindet.

     

    EAM-Lösungen
    Rahmen

    Rahmen

    Mario Pfiffner
    Invest-Partners
    «Die FINMA sollte die strukturellen Besonderheiten der uVV stärker berücksichtigen.».

    DIGITAL LÖSUNGEN
    Check-Up

    Check-Up

    Dimitri Petruschenko
    EAM Resilience Program
    « Die IT-Infrastruktur und Cyber-Resilienz von Vermögensverwaltern anhand klarer Kriterien beurteilen »

    SPHERE

    The Swiss Financial Arena

    Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.

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    © 2023 Sphere Magazine

    Instrument

    EAM-Lösungen

    • Aurélie Léger
    • Leiterin des Bereichs Financing
    • Indosuez Wealth Management

    „Für Vermögensverwalter ist der Kredit zu einem Instrument zur Gewinnung neuer Kunden geworden.“

    In einem Umfeld, in dem finanzielle Flexibilität zu einem strategischen Hebel geworden ist, hat sich der Kredit zu einer Säule der Vermögensverwaltung entwickelt. Kreditlösungen sind vielfältiger und ausgefeilter geworden und haben sich zu einem echten Instrument zur Gewinnung neuer Kunden für Vermögensverwalter entwickelt. Aurélie Léger gibt hier einen Überblick.

    Von Jérôme Sicard

    Welche Kreditarten werden heute am häufigsten nachgefragt?
    Das Flagschiffprodukt ist nach wie vor der Lombardkredit, mit dem Liquidität aus einem Portfolio von Finanzanlagen generiert werden kann. Er macht mehr als 80 % unseres Kreditvolumens aus. Diese Finanzierungen stützen sich insbesondere auf traditionelle Anlageportfolios, Private-Equity-/Kreditfonds oder Lebensversicherungsverträge.
    Wir finanzieren auch Wohn- und Gewerbeimmobilien, hauptsächlich in der Schweiz, in Frankreich, Monaco, London und Singapur. Dank Crédit Agricole CIB, unserer Investmentbank, sowie unseren Schwestergesellschaften in den Benelux-Ländern und Südeuropa (Italien & Spanien) können wir unsere Finanzierungskapazitäten zusätzlich erweitern. Dieser Geschäftsbereich macht etwa 15 % unserer Ausleihungen aus. Wir stützen uns dabei auf den von einem zugelassenen externen Sachverständigen geschätzten Marktwert oder den Kaufpreis. Bei gewerblichen Vermögenswerten steht die Renditefähigkeit im Vordergrund.
    Schliesslich sind wir auch im Bereich atypischer Finanzierungen tätig: Privatjets, Leasing-Yachten oder bestimmte nicht börsennotierte Unternehmen, die vorzugsweise bereits von der Gruppe betreut werden.

    Wie hat sich das Angebot in den letzten Jahren entwickelt?
    Wir haben uns darauf konzentriert, unser Angebot zu verfeinern. Unsere Kreditpolitik wurde überarbeitet, um die Belehnungswerte insbesondere bei Anleihen und strukturierten Produkten genauer zu bestimmen. Während wir früher relativ breite Raster nach Laufzeiten oder Ratings anwendeten, verfügen wir heute über sehr präzise Matrizen, was uns gegenüber der Konkurrenz wettbewerbsfähiger macht.
    Zudem haben wir die Belehnungswerte im Bereich Private Equity, in dem Indosuez über ausgewiesene Expertise verfügt, erhöht. Dies ist ein Schwerpunkt, den wir künftig stärker hervorheben wollen. Wir haben auch neue Anlageklassen geprüft, etwa katarische und demnächst saudische Wertpapiere. Andere Anfragen – beispielsweise im Bereich Kunstwerke – führen dazu, dass wir die Machbarkeit neuer Produkte testen. Wir sagen nicht immer Ja, aber solche Anfragen fliessen in unsere strategischen Überlegungen ein.

    Inwieweit ist Kredit heute zu einem festen Bestandteil der Vermögensverwaltung geworden?

    Kredite sind zu einem unverzichtbaren Hebel geworden. Sie ermöglichen es, die Vermögensstruktur zu optimieren, zu diversifizieren, die Liquiditätsallokation zu verbessern, Investitionen zu finanzieren, ohne sich zu desinvestieren, Nachfolgelösungen vorzubereiten, die Steuerstruktur zu optimieren – und selbstverständlich die Portfolioperformance durch den Leverage-Effekt zu steigern.
    Der Einsatz von Krediten hat sich stark verbreitet, insbesondere bei jüngeren Generationen, die ihn als ein natürliches Optimierungsinstrument betrachten. Ältere Kunden sind teilweise zurückhaltender – manche haben noch nie einen Kredit in Anspruch genommen –, aber der Trend ist eindeutig. Für Vermögensverwalter ist Kredit zu einem Akquisitionsinstrument und einem Differenzierungsfaktor geworden.

    Warum ist es für einen Vermögensverwalter so wichtig, Kreditlösungen in sein Angebot zu integrieren?
    Heute muss ein unabhängiger Vermögensverwalter in der Lage sein, den gesamten Bedarf seiner Kundschaft abzudecken – sei es, schnell Liquidität zu generieren, eine Immobilie im Ausland zu finanzieren oder komplexere Strukturen im Bereich Private Equity oder Nachfolge umzusetzen. Ohne diesen Baustein bleibt sein Angebot unvollständig, und er läuft Gefahr, dass der Kunde sich einer Bank oder einem anderen Verwalter zuwendet.

    Die Integration von Kredit verändert die Natur der Beziehung: Sie ermöglicht es dem Verwalter, ein ganzheitlicher Partner zu werden, der den Kunden in entscheidenden Momenten begleitet. Sie ist ein starkes Instrument zur Kundenbindung, da eine Finanzierung auf Dauer verpflichtet und gleichzeitig ein strategischer Hebel ist, weil sie das Vertrauen stärkt. Darüber hinaus verschafft die Strukturierung eines Kredits dem Verwalter eine detailliertere Sicht auf das Gesamtvermögen und eröffnet neue Beratungsmöglichkeiten. Kurz gesagt: Wer Kreditlösungen anbietet, erweitert seine Kompetenz, sichert die Kundenbeziehung und schafft einen Mehrwert, den nur wenige unabhängige Anbieter heute liefern können.

    Wie arbeiten Sie in diesem Bereich mit externen Vermögensverwaltern und Family Offices zusammen?
    Wir arbeiten mit zahlreichen Vermögensverwaltern und Family Offices in der Schweiz, im Nahen Osten und in Asien zusammen – dort verfügen wir ebenfalls über ein spezialisiertes Team. So realisieren wir beispielsweise Hypothekarfinanzierungen in Europa für Kunden aus Singapur, Hong Kong Abu Dhabi oder Dubai.
    Mit unseren Partnern setzen wir auf eine transparente Dreiecksbeziehung. Wir präsentieren ihnen regelmässig unser Angebot – sei es im Bereich Lombardkredite, Immobilienfinanzierungen oder atypische Finanzierungen –, damit sie unseren Handlungsspielraum genau kennen. Diese Zusammenarbeit schafft Mehrwert: Sie verschafft mehr Transparenz über das Gesamtvermögen des Kunden und ermöglicht, zusätzliche Lösungen anzubieten. Für Family Offices kann dies sogar so weit gehen, dass wir den Kunden an andere Abteilungen der Gruppe heranführen, etwa an unsere Investmentbank, wenn es um seine Unternehmen geht.

    Wie sind die Finanzierungslösungen bei Indosuez Wealth Management strukturiert?
    Individuell. Wir strukturieren unsere Finanzierungslösungen vollkommen massgeschneidert. Jeder Antrag wird eingehend geprüft – unter Berücksichtigung der gesamten Vermögenssituation des Kunden, seiner Ziele, seiner Bedürfnisse und der Art seiner Vermögenswerte. Wir analysieren sowohl die Besitzstruktur als auch die Liquidität oder Volatilität der Assets, um zu bestimmen, welche Kreditform geeignet ist. Dank unserer soliden Bilanz und unserer Engineering-Kompetenz – sowohl im Kreditbereich als auch in unseren Vermögensstrukturierungsteams – können wir Lösungen von der einfachsten bis zur hochkomplexen Ausgestaltung anbieten, gestützt auf ein breites Spektrum an Sicherheiten: finanzielle, immobilienbasierte oder auch nicht börsennotierte.

    Bieten Sie auch Finanzierungen, die auf nicht börsennotierte Anlagen abgestützt sind?
    Ja, das ist ein stark wachsendes Segment. Wir finanzieren Private-Equity- und Private-Debt-Fonds oder auch bestimmte direkte Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen, sofern diese gut strukturiert sind. Unsere sehr unternehmerisch geprägte Kundschaft ist naturgemäss oft in solchen illiquiden Vermögenswerten investiert. Diese Finanzierungen ermöglichen es ihr, Liquidität zu schaffen, zu diversifizieren oder Nachfolgelösungen vorzubereiten. Wir haben beispielsweise die Kinder eines Kunden finanziert, damit sie Familienbeteiligungen übernehmen konnten, oder auch einen Käufer bei einer Unternehmensnachfolge begleitet.

    Welche spezifischen Herausforderungen sind mit dieser Art der Finanzierung verbunden?
    Die grösste Schwierigkeit liegt in der Liquidität und der Bewertung. Anders als börsennotierte Titel, werden diese Vermögenswerte nicht täglich bewertet. Wir setzen daher Sicherungsmechanismen ein, so beispielsweise regelmässige unabhängige Bewertungen, Diversifikationsanforderungen sowie ein Mindestnettovermögen des Kunden. Wir analysieren auch Aktionärsverträge, da manche deren Zustimmung bei einer Verpfändung oder ihr Vorkaufsrecht beim Verkauf vorsehen. In bestimmten Fällen verlangen wir sogar, dass diese Verträge angepasst werden, um die Bank abzusichern.
    Diese Vorsichtsmassnahmen gewährleisten die Stabilität der Strukturen. Dank der Qualität unserer Kunden und der Strenge unserer Überwachung haben wir nur sehr wenige problematische Fälle. Das bestätigt, dass diese Art von Finanzierung, wenn sie solide strukturiert ist, ein wirkungsvolles Instrument ist, um Unternehmer und ihre Familien langfristig zu begleiten.

    Aurélie Léger

    Indosuez Wealth Management

    Aurélie Léger kam 2022 zum Finanzierungsteam von Indosuez Wealth Management. Sie begann ihre berufliche Laufbahn 2006 in Paris bei der Société Générale Corporate & Investment Banking in der Abteilung für gewerbliche Immobilienfinanzierung für Unternehmens- und institutionelle Kunden. Im Jahr 2008 wechselte sie in die Abteilung für Infrastrukturfinanzierungsberatung der Banque Edmond de Rothschild in Genf und kam 2011 als Spezialistin für die Strukturierung maßgeschneiderter Finanzierungen für UHNW-Kunden zu den Wealth Management-Teams von BNP Paribas (Schweiz). Aurélie Léger absolvierte eine Ausbildung an der ESSEC Business School mit Spezialisierung auf Finanzen.

     

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    EAM Resilience Program
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    Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.