Regtech

Digital Solutions

  • Interview mit Enrico Giacoletto
  • CEO
  • EasyReg

„Ein echter Bedarf die Prozesse zu optimieren, die mit der Regulierung verbunden sind“.

Die Suche und Verwaltung von Finanzvorschriften erfolgen nach wie vor weitgehend manuell. Es gibt keinen zentralen, einfachen, schnellen und sicheren Zugang. Das 2018 von Enrico Giacoletto gegründete Regtech EasyReg will dieses Problem mit einer Lösung beheben, die die Suche in der Regulierung und das Management ihrer Änderungen effizienter und kostengünstiger macht. Mit einfachen Klicks …

Von Levy-Sergio Mutemba

Was ist die „e-Reg“-Lösung?

E-Reg ist der Name der RegTech-Lösung, die eine Online-Plattform im SaaS-Modus ist und in der Schweiz gehostet wird. Da sich die Vorschriften von Woche zu Woche ändern, ist es wichtig, dass die Plattform ständig aktualisiert werden kann. Ihre Hauptfunktionalität besteht darin, die Vorschriften zu durchsuchen. Sie bietet aber auch eine Kollaborationslösung, die es den Nutzern ermöglicht, Texte zu kommentieren.

Die Lösung dient auch als Plattform für die Überwachung von Vorschriften, in die alle aktuellen Änderungen integriert werden. Sie übernimmt alle Codes und Lösungen, die Fachleute verwenden, um die Finanznachrichten zu verfolgen und wendet sie auf die regulatorischen Nachrichten an. Das heisst, Newsfeed, Suchmaschine, kontextbezogene Ergebnisse, aktive Links, Warnungen, Analysen von Spezialisten usw. Es ist möglich, in dieser digitalen Bibliothek entweder nach dem Datum der Bekanntgabe von Änderungen der Vorschriften oder nach dem Datum des Inkrafttretens zu arbeiten. Es kommt tatsächlich recht häufig vor, dass ein einziges Änderungsdatum von mehreren Inkraftsetzungsdaten begleitet wird. e-Reg bietet somit eine zentrale Sicht auf das regulatorische Pflichtenheft.

Wie wird dieser umfangreiche Satz an regulatorischen Daten technisch organisiert?

Wir standardisieren die Regulierung. Ein Gesetzestext ist ganz anders aufgebaut als ein erläuternder Text oder eine Mitteilung. Wir haben Werkzeuge und Technologien entwickelt, die es der e-Reg ermöglichen, Gesetzestexte zu lesen und zu unterscheiden. Unser Tool weiss zum Beispiel, dass die Begriffe „FINIG“, die dem Gesetz über Finanzinstitute entsprechen, auf Italienisch „LIsFi“ für „legge federale sugli istituti finanziari“ heissen. Das System weiss, dass Artikel 4 auf Französisch dem Artikel 4 auf Italienisch oder Deutsch desselben Gesetzes entspricht.

Das System spürt also alle regulatorischen Verweise in den verschiedenen Texten auf, um die notwendigen Verbindungen herzustellen, damit man sich in den Gesetzestexten zurechtfinden und ein Thema, die damit verbundenen Konzepte, ihre Definitionen, die Auswirkungen und Schlüsseldaten verfolgen kann. Aber auch die Ausnahmen und andere Vereinfachungen können somit wiedergefunden werden.

Auf welche Schwierigkeiten stossen Finanzinstitute, wenn sie nach regulatorischen Informationen suchen?

Die Schweiz hat den Vorteil, dass sie einen pragmatischen Regulierungsrahmen bietet. Dennoch ist die Architektur manchmal komplex, und es gibt viele verschiedene Quellen, die konsultiert werden müssen. Die Bandbreite reicht von offiziellen bis hin zu weniger offiziellen Regulierungsdokumenten. Alle sind vollgepackt mit nützlichen Informationen. Dies wirft die Frage auf, wie man die Antwort auf eine regulatorische Frage finden kann, wenn diese nicht in einem Gesetz oder einem Rundschreiben der FINMA enthalten ist, sondern beispielsweise in einer öffentlichen Konsultation oder in einem erläuternden Bericht behandelt wird.

Und wie findet man Meinungen oder Interpretationen, die man von externen Stellen wie der Aufsichtsbehörde, Wirtschaftsprüfern oder Anwaltskanzleien erhalten hat? Viele Kunden müssen heute immer noch ihre E-Mails bemühen, um Stellungnahmen oder Empfehlungen von Experten zu einer bestimmten Regulierungsfrage zu finden. Es sind aber diese Empfehlungen, welche die derzeitige Praxis des Instituts erklären und rechtfertigen.

Welcher ist Ihr wichtigstes Kundensegment?

Hauptsächlich Banken. Sie müssen zahlreiche Gesetze und Vorschriften einhalten, viel mehr als ein Vermögensverwalter. Bei grösseren Strukturen ist ein effektives Regulierungsmanagement praktisch Teil des Geschäftsmodells. Es besteht ein echter Bedarf, die Prozesse im Zusammenhang mit der Regulierung zu optimieren und sie rational zu verwalten, da die Grösse eines Unternehmens dieses Risiko noch erhöht.

Wir arbeiten aber auch mit Beratern zusammen, die Family Offices und Vermögensverwalter zu ihren Kunden zählen. Sie nutzen unser Tool, um effektiver mit ihren eigenen Kunden zu arbeiten. Regulierungsfachleute haben einen wahren Appetit auf die Nutzung moderner Tools.

Enrico Giacoletto

EasyReg

Enrico Giacoletto gründete EasyReg im Dezember 2018, um e-Reg zu schaffen, eine Anwendung, mit der die Arbeit mit der Finanzregulierung vereinfacht und digitalisiert werden kann. Damit hilft er zahlreichen Kunden, hauptsächlich Privatbanken in Genf und Lugano, ihre Risiken besser zu managen und regulatorische Änderungen zu implementieren. Sein Werdegang in der Finanzindustrie erstreckt sich über mehr als 20 Jahre. Er war unter anderem Marktleiter für eine der Big4 in der Abteilung Finanzdienstleistungen – Risiko in der Westschweiz. Enrico Giacoletto ist CFA und besitzt die FRM-Zertifizierung (Financial Risk Manager).

 

 

 

 

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    • Interview mit René Brunner
    • CEO
    • Valterna

    Von Jérôme Sicard

    Als unabhängiger Vermögensverwalter haben wir eine schöne Zukunft vor uns

    Valterna, der zentralschweizer Vermögensverwalter, hat den gleichen Ursprung wie Partners Group. Beide entstanden aus Asset Management Partners, die 1996 gegründete Muttergesellschaft. Von diesen Wurzeln hat Valterna den grossen Unternehmergeist.

    Auf welche Weise ist Valterna mit der Geschichte von Partners Group verbunden?

    René Brunner. René Brunner: Vor Valterna gab es zuerst die Asset Management Partners, welche 1996 entstand und sich damals mit der Vermögensverwaltung beschäftigte. Es war zu dieser Zeit die allererste Gesellschaft, die von der heutigen Partner Group ins Leben gerufen wurde. Im Jahr 2013 wurde Valterna von Marianne Kirchhofer und Ivo Roos übernommen, welche die Leitung des Unternehmens hatten. Ein bisschen mehr als zehn Jahre sind vergangen, doch ich erkenne immer noch Wert- und Zielvorstellungen unserer ehemaligen Muttergesellschaft.
    Der Unternehmergeist auf allen Ebenen, die kollaborative Herangehensweise und das Konkurrieren von Ideen, die sich bei Partners Group abzeichneten, finden sich auch bei Valterna wieder. Die Unternehmenskultur wurde gut weitergegeben!

    Welche Beziehungen bestehen heute noch zwischen Valterna und Partners Group?

    Wir pflegen weiterhin eine enge Beziehung zu Partners Group, da wir mit ihnen assoziiert sind. Wir stehen täglich auf verschiedenen Ebenen im gemeinsamen Austausch. Natürlich haben wir einen vorteilhaften Zugang zu Anlagelösungen, auch wenn wir immer in einer offenen Architektur mit nahezu uneingeschränkter Auswahl an Anlageinstrumenten arbeiten.

    Auf welche Gelegenheiten und Wachstumsstrategien werden Sie sich von nun an, da Sie jetzt die Leitung von Valterna übernommen haben, konzentrieren?

    Als unabhängiger Vermögensverwalter haben wir eine schöne Zukunft vor uns. Wir müssen aber noch mehr Begeisterung für unsere Dienstleistungsangebote und Denkhaltung wecken. Wir sind ein Nischenunternehmen und möchten uns gerne mehr ausweiten. Auch unsere Kunden möchten das. Unser Business soll dabei in ähnlichen Teilen mittels Public & Private Market Investments wachsen, sei dies durch klassische Vermögensverwaltungsmandate oder dank unserer Anlageberatung. Gleichzeitig möchten wir gerne Kundenverantwortliche einstellen, die eine mit uns vergleichbare DNA haben.

    Inwiefern wird Valterna am meisten von der Erfahrung, die Sie bei der UBS gesammelt haben, profitieren?

    Ich habe 35 Jahre in dieser Grossbank verbracht und dort gelernt, dass man aus jeder Erfahrung, ob positiv oder negativ, etwas lernen kann. Trotz des zunehmenden Verkaufsdrucks «aus der Zentrale» habe ich es immer vermieden, mich von Handlungen hinreissen zu lassen, von denen ich nicht selbst zu hundert Prozent überzeugt war. Ich stehe für eine langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kunden. Dabei habe ich stets den Grundsatz verfolgt, niemals ein langfristiges Geschäft für einen kurzfristigen Gewinn aufs Spiel zu setzen.

    Was hat Sie am Projekt Valterna so sehr angesprochen, dass Sie die Leitung übernehmen wollten?

    Ich kann weiterhin meinen Traumberuf mit viel Freiheit und Agilität im Umfeld eines KMUs ausüben. Bei Valterna haben wir vielleicht strenge Prozesse, sind aber auch in der Lage schnell Entscheidungen zu treffen. Dies gibt mir, trotz meiner Rolle als CEO, umso mehr Zeit, mit meinen Kunden zu interagieren.

    Wie geht man die Aktienmärkte an, wenn Privatmarkt-Anlagen sehr stark in der DNA des Unternehmens verankert ist?

    Zunächst möchte ich daran erinnern, dass unsere Anlagephilosophie auf einem transparenten, strukturierten und empirisch gestützten Prozess beruht.
    Er ist dementsprechend jederzeit nachvollziehbar. Natürlich sind Privatmarkt-Anlagen ein strategisch wichtiger Teil unserer Vermögensallokation. Aber insofern, dass wir uns auf langfristige Vermögensanlagen orientieren, sind Aktien ebenfalls wesentliche Bausteine unserer Portfolien.

    Wenn es die Bedingungen zulassen, bevorzugen wir Direktinvestitionen und konzentrieren uns dabei auf qualitativ hochwertige Large Caps, die weltweit operieren.
    Aus quantitativem Screening, Bottom Up-Overlay und qualitativer Beurteilung wird eine Liste von Einzeltiteln, die als Kaufkandidaten in Frage kommen, aktiv gepflegt. Selbstverständlich folgt eine regelmässige und systematische Beurteilung unserer Investitionen mit Neuausrichtung, wenn diese notwendig ist.

    Worauf kommt es bei der Kontrolle dieser Investitionen, die grosse Anteile am Privatmarkt haben, für Sie an?

    Wir unterziehen alle Investments regelmässig einem sehr kritischen Risk-Return-Review und leiten darauf basierend Massnamen ab. Was Neuinvestitionen anbelangt, so durchlaufen sie einen mehrstufigen Due-Diligence-Prozess. Wir pflegen mit allen Privatmarkt-Anbietern ein sehr partnerschaftliches und enges Arbeitsverhältnis.

    Da wir gerne langfristig arbeiten möchten, ist ein sehr hohes Mass an Vertrauen unabdingbar.

    Wie kann man Investoren, die nur auf Public Markets schwören, auch von Privatmarkt-Anlagen überzeugen?

    Oftmals bevorzugen Anleger börsengehandelte Unternehmen, weil sie diese Märkte bereits kennen, die Mechanismen verstehen und in der Regel positive Erfahrungen damit gemacht haben. Unser Ziel ist es dann, ihnen die Vorteile der Beimischung von Privatmarkt-Anlagen in ihrem Portfolio aufzuzeigen. Bei uns sind diese beiden Anlageformen nicht nur gleichwertig, sondern ergänzen sich auch.

    Anstatt eine Standardstrategie anzubieten, erarbeiten wir eine individuelle Anlagestrategie für jeden Kunden und schneiden sie auf seine Risikotoleranz und Präferenzen zu. Die Eigenschaften, Vorteile und der zentrale Nutzen beider Anlagemärkte werden dem Kunden transparent, sachlich und ohne Dogmen erklärt. So können wir beide Märkte bedürfnisgerecht einsetzen. Es gibt kein «entweder oder», sondern vielmehr beide Märkte im Zusammenspiel.

    Welche Empfehlungen würden Sie Verwaltern geben, die Privatmarkt Tranchen in ihr Portfolio aufnehmen möchten?

    Halten Sie sich an etablierte Anbieter mit einem nachvollziehbaren Track Record. Kleine Strukturen oder Neulinge können kurzfristig sehr gute Renditen liefern, aber falls Probleme auftreten, wie zum Beispiel das Ausscheiden von Schlüsselpersonen, fehlsteuernde Vergütungsmodelle oder auch Produktions- sowie Lieferengpässe, offenbaren sich die offenkundigen und latenten Risiken schlagartig. Es drohen dann grössere Verluste oder eine langjährige Blockierung von investierten Geldern.

    Wie lautet das Wertversprechen, auf das Sie die Entwicklung von Valterna stützen wollen?

    Unsere Vision bei Valterna ist Menschen zu begeistern! Wir konzentrieren uns auf das, worin wir Meister unseres Fachs sind und wirklich auch Erfahrung haben – nämlich auf die Erarbeitung und Umsetzung individueller Anlagelösungen. Wir kommunizieren offen und transparent mit unseren Kunden und stehen ihnen gerne zur Verfügung, um uns über jede Art von Fragen auszutauschen.

    René Brunner

    Valterna

    René Brunner übernahm im vergangenen Jahr die Leitung von Valterna – eine Zusammensetzung aus Value und Alternative – wo er Ivo Roos als Chief Executive Officer ablöste. Bevor er zu Valterna (vormals Asset Management Partners) kam, arbeitete René Brunner 35 Jahre lang für Credit Suisse und UBS in den Bereichen Vermögensverwaltung und Anlageberatung. Zwischen 2011 und 2023 war er bei UBS für das Wealth Management in der Region Luzern verantwortlich. René Brunner verfügt über ein eidgenössisches Diplom als Bankfachmann und einen Executive Master in Private Banking und Wealth Management, die er an der Hochschule Luzern erworben hat.

     

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    Initiativen

    PubliSphere

      • Frédéric Toselli, Patrizia Colombini, Anja Karcher, Pierre-Emile Schifferli, Juan Alvarez
      • EAM-Desk
      • Union Bancaire Privée (UBP)

    Unsere Servicequalität sorgt für selektives Wachstum

    Die Betreuung externer Vermögensverwalter (EVV) ist ein wichtiges Geschäftsfeld für die UBP und nimmt mit verwalteten Vermögen von CHF 20 Milliarden einen hohen Stellenwert ein. Ein Interview mit den Schweizer Experten.

    Bildunterschrift.

    Von links nach rechts : Pierre-Emile Schifferli (Head of EAM Genève), Frédéric Toselli (Global Head of EAM), Anja Karcher (Head of EAM Bâle), Juan Alvarez (Deputy to the Global Head of EAM), Patrizia Colombini (Head of EAM Zurich & Lugano).

    Wie gross ist die EVV-Abteilung der UBP?

    Frédéric Toselli, Global Head of EAM: Unser Team zählt heute 50 Mitarbeitende und ist weltweit an zehn Standorten präsent. Wir können auf die Ressourcen der gesamten UBP-Gruppe zurückgreifen, deren verwaltete Vermögen sich per 30. Juni 2024 auf 150,8 Milliarden Franken beliefen. Unsere Finanzkraft ist zweifellos eine unserer wichtigsten Qualitäten. Mit einer Eigenkapitalquote von 27,2% und einer kurzfristigen Mindestliquiditätsquote von 267,8% gehören wir zu den bestkapitalisierten Banken der Schweiz. Moody’s bestätigte kürzlich unser langfristiges Aa2-Rating.

    Die EVV-Abteilungen sind in der Schweiz in Basel, Zürich, Lugano und Genf vertreten. An jedem Standort leitet ein Senior Manager ein Team von Kundenberatern und Account Managern (insgesamt rund dreissig). Diese Organisation erlaubt uns, den Schwerpunkt auf die Servicequalität für die EVV und unsere Kundinnen und Kunden in den verschiedenen Buchungszentren zu legen sowie unser Angebot und unsere Geschäftspraktiken an lokale Gegebenheiten anzupassen.

    Worin zeichnet sich das Angebot der UBP aus?

    Patrizia Colombini, Head of EAM Zürich & Lugano: Dank unserer Agilität, die auch ein Leitwert der UBP ist, konnten wir uns immer wieder rasch an die sich in stetem Wandel befindlichen Marktbedingungen und regulatorischen Anforderungen anpassen. Wir sehen uns als Partner unserer EVV und wollen im gegenseitigen Interesse handeln. Mit diesem Ziel vor Augen können wir potenzielle Geschäftsbeziehungen besser beurteilen und auf unsere Risikotoleranz abstimmen, um uns besser auf die Kundenbedürfnisse auszurichten und neue Marktgelegenheiten zu nutzen.

    Wir bedienen EVV in den verschiedensten Regionen, von Europa über den Nahen Osten, bis nach Asien und Lateinamerika. Unsere internationale Ausrichtung und die starke Expertise unserer Compliance Officer liefern uns die geeignete Basis dafür. Diese Verstärkung hat wesentlich zur Diversifizierung unseres Kundenportfolios beigetragen. In Zürich und Lugano beschäftigen wir 14 mehrsprachige Experten mit multikulturellem Hintergrund. Dies verbessert nicht nur die Kommunikation mit unseren Kundinnen und Kunden, ungeachtet ihres Wohnsitzes, sondern hilft uns, auf ihre individuellen Bedürfnisse einzugehen.

    Wie fördert die UBP enge Beziehungen und eine effiziente Zusammenarbeit mit den EVV?

    Anja Karcher, Head of EAM Basel: Wir sehen uns als Partner in dieser auf gegenseitigem Vertrauen beruhenden Beziehung, welche die Bank, die EVV und Kunden miteinander verbindet. Unsere oberste Priorität ist die Schaffung von Mehrwert – gleichermassen für die EVV und die Kunden. Als familiengeführte Bank können wir von kurzen Entscheidungswegen profitieren. Wir pflegen enge und persönliche Kontakte, die von einem regen Austausch und klaren Dialog geprägt sind. Die Mitglieder unseres Basler Teams verfügen im Durchschnitt über mehr als 18 Jahre Erfahrung, was zur Förderung von langfristigen Vertrauensbeziehungen beigetragen hat. Einige Kunden halten uns seit über 40 Jahren die Treue, und wir freuen uns, auch schon den nachkommenden Genera-tionen zu dienen.

    Können Sie einige Beispiele nennen, wie diese enge Beziehung gefördert wird?

    Pierre-Emile Schifferli, Head of EAM Genf: Unsere Kundenorientierung und unser Unternehmergeist haben uns immer wieder dazu veranlasst, unsere Geschäftstätigkeit fortlaufend zu überdenken, um stets anspruchsvollere Anfragen und Erwartungen zu erfüllen. In diesem Jahr haben wir zwei Senior Business Developer und mehrere im EVV-Bereich erfahrene Banker rekrutiert, um unser Wachstum gezielt zu fördern.

    Ausserdem haben wir neue Projekte aufgegleist, wie der wöchentliche Advisory-Talk zur Marktlage. Dabei äussern sich die Anlagespezialisten zu wichtigen Markttrends, der aktuellen Positionierung und den zentralen Anlageüberzeugungen der Bank, die dann in konkrete Anlageideen einfliessen. Ein weiteres Beispiel sind die morgendlichen Konferenzen, um bei einem gemeinsamen Frühstück mit externen oder bankeigenen Spezialisten aktuelle Themen zu besprechen.

    Und schliesslich investieren wir weiter in die Automatisierung unserer Prozesse, insbesondere im elektronischen Handel dank dem FIX®-Protokoll sowie mit dem Beitritt zur Wecan-Plattform, die eine beschleunigte operative Interaktion ermöglicht.

    Die UBP ist für ihr Know-how zu Finanzanlagen bekannt. Inwieweit nutzen Sie diese Expertise in der Entwicklung von Dienstleistungen für EVV?

    Juan Alvarez, Deputy to the Global Head of EAM: Unsere EVV-Partner geniessen einen privilegierten Zugang zum gesamten Anlageuniversum der UBP (traditionelle Anlagefonds, Hedgefonds und Private Equity). Dabei kommt auch die Abteilung Treasury & Trading (T&T) ins Spiel, um Dienstleistungen mit hoher Wertschöpfung zu bieten. Dazu gehört der Direktzugang zum Handelsraum, der mit einer proaktiven Beratung durch einen persönlichen Trader einhergeht, um taktische Gelegenheiten an den Finanzmärkten zu nutzen.

    Die T&T-Abteilung hat auch erfahrene Spezialisten eingestellt, um eine Erweiterung ihres Angebots vorzunehmen. So können EVV über unsere kürzlich entwickelte Online-Plattform, die von der Bank eigens für EVV-Kunden aufgelegten, aktiv gemanagten Zertifikate (AMC) selbständig verwalten. Bald steht auch eine Click & Trade-Plattform zur Verfügung, um die Auswahl und Orderausführung für strukturierte Produkte zu erleichtern.

    Für weitere Informationen :

    www.ubp.com

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      Insight

      Investment Lösungen

        • Fadi Barakat
        • Chief Investment Officer
        • Reyl Finance MEA

      Eine neue Ära der Geldpolitik

      Es gab im Jahr 2022 eine sehr starke Korrelation zwischen Aktien und Anleihen, die mit einem raschen Anstieg der Zinssätze zur Bekämpfung der Inflation verbunden war. Die Lockerung der Geldpolitik, welche die Zentralbanken derzeit bevorzugen, könnte dies natürlich ändern.

      2022 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem keine Anlageklasse verschont wurde. Die Korrelation zwischen festverzinslichen Wertpapieren und Aktien war am höchsten, als der S&P 500 um 19,44% fiel und der globale aggregierte Kreditindex fast 16,96% verlor. Diese positive Beziehung war ungewöhnlich, denn sie widersprach den wissenschaftlichen Lehrbüchern und der Portfoliotheorie.

      Der Grund für dieses Marktverhalten war natürlich der rasante Zinserhöhungszyklus zur Eindämmung der Inflation. Dieser löste den Börsencrash aus, obwohl die Wirtschaft wuchs. Können die Zentralbanken nun mit dem eingeleiteten Zinssenkungszyklus in Europa und in den USA diesen Prozess umkehren? Was können wir in naher Zukunft von den Märkten erwarten?

      Vergangene Zyklen

      Als die «Dot.com»-Blase zwischen März 2000 und Juli 2002 platzte, verloren Aktien gemessen am S&P 500 rund 50,0 % ihres Wertes, während Anleihen (Benchmark Global Aggregate Credit Index) um 29,7 % stiegen. In diesem Zeitraum senkte die Fed den Tagesgeldsatz um fast 500 Basispunkte, um die von der Rezession gebeutelte Wirtschaft zu stützen. Tatsächlich glichen Anleihen einen Grossteil der Verluste bei Aktien aus. Ausgewogene Portfolios hielten sich relativ gut. Im Gegensatz zu 2022 wirkten die Zinssätze wie ein Stossdämpfer für Aktien.

      Während der globalen Finanzkrise 2008 – von September 2007 bis März 2009 – fielen Aktien um 57%, während Anleihen aufgrund von Kreditausweitungen und Zahlungsausfällen ebenfalls um 10% fielen. Die risikofreien 10-jährigen US-Staatsanleihen stiegen jedoch um 4,3%. Die negative Korrelation ist offensichtlich und der Grund dafür einfach: In den Jahren 2000 und 2008 fielen die Märkte stark ab, die als Vorläufer für das wirtschaftliche Wohlergehen fungierten. Die Wirtschaft geriet in eine Rezession, die eine Lockerung der Geldpolitik zur Folge hatte. Dies im Gegensatz zum Marktverhalten von 2022. Wie aus dem Lehrbuch fungierten Anleihen als defensive Anlageklasse angesichts der zusammenbrechenden Aktienmärkte. Dies führt uns zum heutigen Tag, an dem wir die Lektionen aus der Vergangenheit ziehen und versuchen, die Zukunft mit einem gewissen Grad an Genauigkeit vorherzusagen.

      Zinssenkung stärker als erwartet

      Dies ist das erste Mal in den 2000er Jahren, dass die Fed die Zinsen um 50 Basispunkte senkt, ohne dass eine Rezession in Sicht ist – erst das zweite Mal in der modernen Geschichte. Dies könnte sowohl als Präventivmassnahme gegen eine Verlangsamung des Arbeitsmarktes als auch als Neuanpassung der realen Renditen gesehen werden. Da die Inflation deutlich unter 3% liegt und stabil ist, gibt es wenig Grund, eine restriktive Geldpolitik beizubehalten. So hat die Fed beschlossen, die Zinsen jetzt stark zu senken, um sich später mehr Spielraum zu verschaffen. Angesichts der geldpolitischen Verzögerung werden die Auswirkungen dieser Senkung erst in sechs bis zwölf Monaten zu spüren sein. Das heisst, es könnte zu spät sein, um die Wirtschaft zu stimulieren.

      Bislang haben die Märkte positiv auf den «kühnen» Schritt reagiert. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts bewegen sich die US- und europäischen Aktien in der Nähe von Rekordwerten. Die Anleihemärkte sind stabil und die Renditenaufschläge für Hochzinsanleihen auf einem historischen Tiefstand. Solange die Konsumausgaben stark bleiben und das BIP-Wachstum auf Kurs ist, gibt es keine Befürchtungen, dass sich frühere Krisen wiederholen werden. Im Gegenteil, sowohl der Anleihemarkt als auch die Aktienmärkte könnten sich gut entwickeln.

      Kleine und mittlere Unternehmen werden am meisten von Zinssenkungen profitieren, da sie dadurch direkten Zugang zu billigerem Kapital erhalten. Daher könnte es zu einer Rotation weg von Unternehmen mit hohen Barmitteln und Mega-Caps kommen. Sie werden mit ihren beträchtlichen Bargeldbeständen Jahr für Jahr weniger verdienen als der breite Markt. Auch hochverzinsliche Dividendentitel werden aufgrund des besseren relativen Werts gegenüber dem risikofreien Zinssatz attraktiver.

      Die jüngste Umkehrung der Renditekurve deutet jedoch darauf hin, dass die Gewinne aus festverzinslichen Anlagen auf den durch das Halten von Cashflow beschränkt sein werden. Ein Kapitalzuwachs durch einen weiteren Rückgang der Zinssätze ist unwahrscheinlich – Zinssenkungen werden abgezinst. Die Inflationsrisiken haben sich noch nicht vollständig verflüchtigt, da potenzielle neue Handelskriege und eine expansive Finanzpolitik unvorhergesehene Risiken für die Preise darstellen.

      Ein tückischer Pfad

      Es werden sehr interessante zwölf Monate vor uns liegen. Die Märkte erwarten eine Senkung um 175 Basispunkte, um den neutralen Zinssatz von 3% zu erreichen. Der Weg dorthin ist jedoch holprig und verläuft selten geradlinig. Die vor uns liegenden Zeiten sind schwierig: Die geopolitischen Risiken nehmen zu, sind aber nicht unbedingt eingepreist. Wir warten auch auf die US-Wahlen und ihre Auswirkungen auf die Finanzpolitik gepaart mit einem unsicheren Arbeitsmarkt, um nur einige Risiken zu nennen. Aber in der Zwischenzeit geht die Party weiter, solange die Musik spielt.

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        Erfahrungsberichte

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        • Interview mit Guillaume de Boccard
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        Von Jérôme Sicard

        „Die Audits werden von den UVV, die sich gut vorbereitet haben, recht gut aufgenommen“.

        Nach dem EAM Day, der von SPHERE in Genf organisiert wurde, spricht Guillaume de Boccard über die wichtigsten Punkte des Panels zu den aufsichtsrechtlichen Audits und die ersten Erfahrungsberichte.

        Nach welchen Kriterien sollten Vermögensverwalter ihren Prüfer auswählen?

        Zunächst muss sichergestellt werden, dass der Prüfer die Grundsätze der Vermögensverwaltung und der Finanzdienstleistungen beherrscht und die spezifischen Aktivitäten der einzelnen Vermögensverwalter, ihre verschiedenen Modelle, ihre Arbeitsweise und die verwendeten Produkte versteht. Nicht alle Wirtschaftsprüfer verfügen über diese Spannbreite. Neben seinem Fachwissen muss der Prüfer auch in der Lage sein, mit den Compliance-Beauftragten gut zusammenzuarbeiten. Ich möchte daran erinnern, dass die Kontrolle auf drei Ebenen stattfindet: der Manager, seine Compliance-Abteilung und der Prüfer. Diese drei sind verpflichtet, sich auf einen gemeinsamen Zeitplan und gemeinsame Ziele zu einigen, mit dem Wunsch, gemeinsam voranzukommen.

        Wie fügt sich das Audit in die Kontinuität der FINMA-Bewilligung ein?

        In der Praxis ermöglichen die ersten Audits der Aufsichtsbehörde, durch die Auditoren zu überprüfen, ob die Elemente, die der FINMA im Rahmen des Bewilligungsgesuchs vorgelegt wurden, auch tatsächlich umgesetzt worden sind. Es geht darum, nachzuweisen, dass die gegenüber der FINMA eingegangenen Verpflichtungen in funktionaler Hinsicht eingehalten wurden. Nun wird es wahrscheinlich ein oder zwei Audits brauchen, bis alle Vermögensverwalter perfekt in die Schranken gewiesen sind.

        Wie müssen Vermögensverwalter bei der Weiterentwicklung ihrer Dienstleistungen den regulatorischen Wandel berücksichtigen?

        Es geht nicht nur darum, wie sie ihre Dienstleistungen weiterentwickeln, sondern auch darum, wie sie ihre Organisation weiterentwickeln. Sie müssen gegenüber der FINMA komplett transparent sein, unabhängig davon, welche Veränderungen sie vornehmen: eine Änderung der Aktionärsstruktur, neue Beteiligungen an Tochtergesellschaften oder die Ernennung neuer Mitglieder des Verwaltungsrats. Dasselbe gilt für Änderungen in den Kontroll-, Compliance- und Risikomanagementfunktionen.

        Was die eigentlichen Dienstleistungen betrifft, so muss jede Änderung der angebotenen Palette vorab von der FINMA genehmigt werden. Ein Vermögensverwalter, der sich auf die Verwaltung mit Ermessensspielraum beschränkt, kann nicht in das Advisory-Geschäft einsteigen, wenn er die FINMA nicht vorher informiert und ihre Genehmigung erhalten hat. Dasselbe gilt für eine reine Execution-only-Dienstleistung.

        Sind sich die Vermögensverwalter dieser Verpflichtungen bewusst?

        Viele entdecken sie erst im Laufe der Zeit. Zu den Punkten, die nicht unbedingt offensichtlich sind, zähle ich auch die Formulare des Typs B, in denen die Vermögensverwalter alle ihre Beteiligungen an anderen Unternehmen oder die Mandate, die sie bei anderen Unternehmen ausüben, auflisten müssen. Ein Vermögensverwalter, der beispielsweise in das Unternehmen eines Kollegen investieren möchte, muss zunächst die FINMA informieren und deren Zustimmung einholen, bevor er die entsprechenden Schritte einleiten kann.

        Wie werden die Audits von den Vermögensverwaltern gemäss Ihren Rückmeldungen erlebt?

        Ich finde, dass sie recht gut ankommen, zumindest bei den Vermögensverwaltern, mit denen unsere Kanzlei zusammenarbeitet. Wir bereiten uns bereits seit einigen Jahren darauf vor. Ein Audit kann nicht improvisiert werden, da es sonst dreimal so lange dauert, wie es zu Zeiten der Selbstregulierungsorganisationen der Fall war. Heute dauern Audits vielleicht etwas länger, aber sie lassen sich recht einfach durchführen, wenn Sie erfahrene Fachleute um sich scharen.

        Was sind die Hauptprobleme, die bei Prüfungen auftreten?

        Wie Stephanie Hodara in unserem Panel zusammenfasste, geht es vor allem um die Bewertung erhöhter GwG-Risiken und die Analyse des GwG-Risikos des Unternehmens als Ganzes. Der erste Punkt ist natürlich der wichtigste. Es ist gar nicht so einfach, die richtigen, auf das eigene Geschäft zugeschnittenen Kriterien in Bezug auf das GwG zu haben. Man neigt schnell dazu, sich bei der Beurteilung der betreffenden Kunden mit einem Minimum an Elementen zu begnügen. In unserer Praxis beobachten wir in der Regel ein Minimum von 20% der Beziehungen, die als Beziehungen mit erhöhtem Risiko eingestuft werden. Darunter ist dies sehr oft das Ergebnis von nicht angemessenen Risikokriterien; das Gegenteil ist der Fall, wenn der Prozentsatz der Beziehungen mit erhöhtem Risiko zu hoch ist.

        Auf der Ebene des FinfraG zeigen sich die Probleme vor allem bei den Angemessenheitsprüfungen im Zusammenhang mit Advisory-Mandaten. Die Angemessenheit muss klar ersichtlich sein und es muss bescheinigt werden können, dass die Kunden angemessene Informationen erhalten haben. Auch die eingesetzten Finanzinstrumente müssen gut zu den erstellten Profilen passen. Das ist alles andere als selbstverständlich und die ersten Prüfungen haben gezeigt, dass wir in diesem Bereich noch ein wenig auf der Stelle treten.

        Haben Sie bei diesen Prüfungen eventuell schwarze Löcher entdeckt?

        Nein, ich würde nicht sagen, dass es schwarze Löcher gibt. Ich räume jedoch ein, dass diese Audits zu einem grossen Teil darauf beruhen, wie die Prüfer selbst ihren risikobasierten Ansatz verstehen. Einige Aspekte werden im Moment etwas vernachlässigt, da sich die Prüfer hauptsächlich auf das GwG, das FIDLEG und das FINIG konzentrieren. Was die anderen Regulierungen betrifft, so ist davon auszugehen, dass alle Themenbereiche der Organisation, der Compliance und des Risikomanagements mit der Zeit überprüft werden, wobei je nach risikobasiertem Ansatz mehr oder weniger strenge Kontrollen durchgeführt werden. Die Vermögensverwalter haben also ein Interesse daran, jederzeit und in jedem Bereich auf dem neuesten Stand zu sein und die Vorschriften einzuhalten. Das ist das Beste, was ich ihnen wünsche.

        Guillaume de Boccard

        Geneva Compliance Group

        Guillaume de Boccard ist geschäftsführender Gesellschafter der Geneva Compliance Group, einem Unternehmen, das Finanzinstituten Beratungsdienste in den Bereichen Compliance und Steuerberichterstattung anbietet. Zu Beginn seiner Karriere war er bei der Credit Suisse in Zürich und bei Pictet tätig, wo er sich unter anderem auf die Projekte Rubik, FATCA, Cross-border und CFTC konzentrierte. Guillaume ist Rechtsanwalt in Genf und hat einen MBA von INSEAD.

        EAM-Lösungen
        Roots

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        Antoine Blouin
        Banque Heritage
        „Man muss zum Sparring-Partner der unabhängigen Vermögensverwalter in mehreren Bereichen werden.“

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        Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.

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