Prinzipien
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Trotz globaler Unsicherheiten sind Anleihen aus Schwellenländern weiterhin ein Renditetreiber. Während ein schwächerer Dollar und sinkende Inflation die finanziellen Bedingungen entspannen, deutet die Kombination aus stabilem Wachstum, robuster Zahlungsbilanz und attraktivem Carry darauf hin, dass Schwellenländer weiterhin eine Outperformance erzielen werden.
Von Jérôme Sicard
Wie würden Sie das aktuelle Risiko-Rendite-Verhältnis für Anleihen aus Industrie- und Schwellenländern beschreiben?
Mittelfristig sind die Schwellenländer nach wie vor eine der wenigen Regionen mit robustem Wachstumspotenzial. Ein schwächerer Dollar und eine rückläufige Inflation dürften zu einer Lockerung der finanziellen Rahmenbedingungen führen, während eine starke Zahlungsbilanzdynamik und eine Reihe positiver Reformen das Wachstum der Schwellenländer auf rund 4 % ankurbeln und damit ihre Widerstandsfähigkeit unterstreichen dürften. Auch die Qualität des Wachstums verbessert sich leicht, da es weniger kreditgetrieben ist und stärker durch Exporte und Investitionen gestützt wird. Gleichzeitig stärken verbesserte institutionelle Rahmenbedingungen das Vertrauen der Anleger.
Die Kombination aus strengeren makroökonomischen Ankern, gesünderen externen Puffern und besseren Schuldenstrukturen deutet auf eine grössere Widerstandsfähigkeit der Schwellenländer hin. Ratingagenturen haben diese Dynamik in den letzten Jahren mit Aufwertungen belohnt, während nur wenige Länder herabgestuft wurden. Das positive Wachstumsumfeld stützt somit die Gesamtrenditen innerhalb des Sektors. Das Wachstumsgefälle zwischen Industrie- und Schwellenländern dürfte auch weiterhin dafür sorgen, dass Schwellenländeranleihen eine Outperformance gegenüber ihren Pendants aus den Industrieländern erzielen.
Was sind die wichtigsten Unterschiede in der Liquidität zwischen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen in Schwellenländern?
Die Fundamentaldaten der Unternehmen in Schwellenländern sind grundsätzlich weiterhin robust. Die Fähigkeit zur Schuldentilgung hat sich verbessert, da die Emittenten proaktiv Schuldenrückkäufe durchgeführt und Laufzeiten verlängert haben. Darüber hinaus wird die Bedienungen der Auslandschulden für Unternehmen durch die Stärke der jeweiligen Länderwährungen erleichtert. Desweiteren haben die lokalen Finanzmärkte mehr Möglichkeiten für Refinanzierungen eröffnet. Dies hat zu einer gewissen Stabilität im Unternehmenssektor geführt, auch wenn die operativen Margen unter Druck stehen.
Staatsanleihen hingegen profitieren von einer soliden Zahlungsbilanz und makroökonomischen Ankern, wodurch ihre Liquidität insgesamt höher und stabiler erscheint. Unternehmensanleihen sind hingegen stärker von den Marktbedingungen, globalen Kapitalströmen und sektorspezifischen Risiken abhängig. Der Markt ist auch kleiner, was die Händlergemeinschaft für Titel unterhalb der Investment-Grade-Kategorie betrifft. Infolgedessen wirken sich negative Nachrichten stärker auf die Preise aus, oft über das Mass hinaus, das der fundamentale Wert vermuten lassen würde.
Wie wirken sich politische Risiken derzeit auf die Kreditspreads in Schwellenländern aus?
Politische Entwicklungen spielen eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Kreditspreads. Die Wahlkalender in Ländern wie Argentinien, Brasilien und Kolumbien zeigen, wie politische Ereignisse sowohl Stressszenarien auslösen können als auch Chancen bieten. Anleger müssen diese Faktoren einberechnen, um Risiken angemessen bewerten zu können.
Gleichzeitig führt das derzeit günstige makroökonomische Umfeld – mit stabilen Wachstumsraten und der Einleitung des Zinssenkungszyklus durch die US-Notenbank – zu einer allmählichen Verringerung der Spreads. Dennoch bleiben die Märkte vorsichtig positioniert, insbesondere angesichts der politischen Unsicherheit in den USA. Wenn das globale Umfeld stabil bleibt, dürften die Spreads in einem begrenzten Bereich bleiben, während politische Risiken weiterhin selektive Anpassungen erfordern.
Wie hat sich der stärkere US-Dollar auf die Kreditkosten für Emittenten aus Schwellenländern ausgewirkt?
Die Fed hat ihren Zinssenkungszyklus wieder aufgenommen, um dem schwächelnden Arbeitsmarkt entgegenzuwirken, was einen möglichen Aufwärtstrend des US-Dollars begrenzen dürfte. Das Nachlassen jener Kräfte, welche die bisherige Ausnahmestellung der USA gestützt haben, sowie das angeschlagene Vertrauen in die US-Politik wirken sich dämpfend auf den Dollar aus.
Dies ist positiv für Emittenten aus Schwellenländern: Ein stabiler oder schwächerer Dollar erleichtert die Bedienung ausländischer Schulden und senkt somit die Kreditkosten. Gleichzeitig unterstützt die Stärke der lokalen Währungen die Fähigkeit der Unternehmen, ihre Schulden zu bedienen. In einem Umfeld ohne Rezession in den USA und mit Zinssenkungen durch die Fed bleiben die Kreditkosten für Emittenten aus Schwellenländern überschaubar und tendieren nach unten.
Welche Regionen bieten derzeit die attraktivsten Chancen für Kredite in Schwellenländern?
Insbesondere Lateinamerika sticht derzeit als attraktive Region hervor. Der Währungsmarkt der Schwellenländer hat sich in letzter Zeit robust entwickelt, wobei Lateinamerika erneut die beste Performance erzielte. Angesichts des aktuellen globalen Strebens nach Rendite haben sich EMFX mit hohem Carry tendenziell gut entwickelt – insbesondere rohstoffsensitive Währungen. Auch die sich verändernde globale Handelsdynamik, einschliesslich einer Deeskalation der maximalistischen Zölle und Handelsabkommen seitens der USA, welche zu niedrigeren effektiven Zöllen geführt haben als ursprünglich befürchtet, haben ausgewählten Schwellenländern geholfen. Ebenso konnten viele Länder ihre geopolitische Lage, ihre natürlichen Ressourcen und ihre Lieferkettendynamik zu ihrem Vorteil nutzen. Dazu gehören Länder wie Mexiko, Argentinien, Brasilien und Kolumbien in verschiedenen Schwellenländer-Sektoren.
Werden Anleihen in Lokalwährung aus Schwellenländern zu einer attraktiveren Option?
Anleihen in Lokalwährung werden zunehmend attraktiver. Die Zinsen in den Schwellenländern sind zuletzt leicht gesunken, insbesondere in Brasilien und Chile. Gleichzeitig rechnen wir mittelfristig mit einer weiteren Abwertung des US-Dollars, insbesondere wenn die Fed angesichts des schwachen Arbeitsmarktes die Zinsen weiter senkt.
Diese Kombination aus sinkenden lokalen Zinsen, einer stabilen makroökonomischen Lage und einem schwächeren Dollar schafft ein günstiges Umfeld für Anleihen in lokaler Währung. Anleger können von hohen Carry-Erträgen und zusätzlichen Kursgewinnen durch Währungsaufwertungen profitieren. Insgesamt bleibt das Umfeld für selektive Engagements in Schwellenländerwährungen und lokalen Anleihen positiv, sofern die Fundamentaldaten und relativen Bewertungen sorgfältig berücksichtigt werden.
Cathy Hepworth
PGIM
Cathy Hepworth, CFA, ist Managing Director und Head of Emerging Markets Debt im Bereich Fixed Income bei PGIM. Hepworth war 1995 Mitbegründerin des Emerging Markets Debt Management Teams des Unternehmens. Zuvor war sie als Analystin in der Kreditabteilung der Capital Management Group des Unternehmens tätig, wo sie sich auf verschiedene Staats-, Finanz- und Unternehmenssektoren konzentrierte. Bevor sie 1989 zu PGIM kam, war sie als Analystin bei Bankers Trust, Merrill Lynch und Golembe Associates tätig. Hepworth hat einen BSFS-Abschluss der Georgetown University, School of Foreign Service. Sie ist Chartered Financial Analyst (CFA).
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Zwischen Kunstwerken, Schmuck, Oldtimern oder hochwertigen Immobilien sind Luxury Assets oft verstreut, schlecht dokumentiert und unterversichert. Auf Initiative von Fanny Eyraud bietet Jema heute eine Online-Plattform, die Eigentümern, Vermögensverwaltern und Versicherern eine konsolidierte, intuitive und nutzerfreundliche Sicht auf die Gesamtheit dieser Werte ermöglicht.
Von Jérôme Sicard
Von welcher Beobachtung sind Sie ausgegangen, um Jema zu entwickeln?
Jema entstand aus einer einfachen Feststellung: Sammler, Family Offices oder Versicherer arbeiten noch immer viel zu oft mit fragmentierten Tools, verstreuten Datenbanken und Dokumenten. Diese Fragmentierung führt zu Wertabweichungen, Unterversicherungsrisiken und einem Verlust an Transparenz über das Vermögen. Mit mehr als fünfzehn Jahren Erfahrung an der Schnittstelle zwischen Versicherung und Kunstmarkt wollte ich eine einheitliche, zuverlässige und sichere Sicht auf aussergewöhnliche Vermögen anbieten. So entstand die Idee einer intuitiven digitalen Anwendung, die jederzeit und auf einen Blick eine klare und aktualisierte Übersicht über sämtliche physischen Vermögenswerte bietet.
Warum ist die Digitalisierung des Vermögens – insbesondere von Luxury Assets – aus Ihrer Sicht heute unverzichtbar?
Die Digitalisierung ist keine Option mehr. Sie entspricht der Entwicklung des Marktes und der Nutzungsgewohnheiten. 51 % der Sammler erwerben ihre Werke inzwischen online, während gleichzeitig die Risiken zunehmen: Diebstahl, Verlust von Informationen, falsche Deklarationen, unvollständige Dokumentation.
Family Offices suchen nach zuverlässigen, konsolidierten und aktualisierten Daten für die Verwaltung und Übertragung ihrer Werte. 73 % von ihnen stellen die Vermögensübertragung ins Zentrum ihrer Strategie. In diesem Kontext wird ein digitales Tool unverzichtbar.
Was umfasst diese aussergewöhnlichen Vermögenswerte?
Wir erfassen sämtliche Luxury Assets, also Kunst, Schmuck, Uhrmacherei, Oldtimer, Weine, hochwertige Immobilien, Yachten, Privatluftfahrt und Sammlungsobjekte. Wir wollten in der Lage sein, mit der Vielfalt zeitgenössischer Vermögen zu arbeiten, die oft über mehrere Orte und Länder verteilt sind.
Wie kann diese Informationszentralisierung die Art verändern, wie Wealth Manager ihre Kunden begleiten?
Sie ist ein echter strategischer Vorteil. Wealth Manager verfügen über zuverlässige, vollständige und aktuelle Informationen, die Unsicherheiten im Zusammenhang mit Deklarationen, Bewertungen oder teilweisen Inventaren eliminieren. Sie gewinnen an Effizienz beim Vermögensmonitoring, bei der Compliance und bei der Koordination mit Versicherern – und können sich auf Beratung konzentrieren, ihren eigentlichen Mehrwert. Die Möglichkeit der Zentralisierung erleichtert zudem die Zusammenarbeit zwischen Beratern, Erben und Experten über eine dedizierte Multi-Access-Schnittstelle.
Welche zentralen Vorteile können ihre Kunden erwarten?
Sie profitieren von einer umfassenden und dynamischen Sicht auf ihr Vermögen – mit präziser Kartografie und Echtzeitwerten. Sämtliche Schlüsseldokumente – Rechnungen, Zertifikate, Versicherungspolicen, Expertisen usw. – sind in einem sicheren digitalen Bereich zentralisiert und jederzeit abrufbar.
Die Versicherung kann dank unserer internen Experten optimiert werden und reduziert die Risiken von Unter- oder Überversicherung. Strukturierte Reports erleichtern die Vermögensplanung, Audits und die Vorbereitung der Übertragung. All dies eingebettet in eine flüssige, elegante und hochsichere Nutzererfahrung, die den Erwartungen der neuen Generationen entspricht.
Die Funktionen von Jema erleichtern die Optimierung von Versicherungsverträgen und präventiver Konservierung. Warum sind diese Services besonders wichtig?
Weil Luxury Assets lebendige Vermögenswerte sind. Sie entwickeln sich, reisen, verschleissen oder gewinnen an Wert. Eine falsch gehängte Kunstarbeit, ein verlorenes Zertifikat oder ein veralteter Wert kann zu einem nicht gedeckten Schaden oder einem erheblichen Verlust führen.
Mit Jema ist eine kontinuierliche Aktualisierung der Werte möglich, ebenso wie Warnmeldungen und präventive Beratung zur Erhaltung – gestützt auf unsere interne Expertise. Wir übernehmen zudem die Konsolidierung der Versicherungsverträge, analysieren deren Bedingungen und sichern jedem Asset den bestmöglichen Schutz zum besten Preis. Diese Funktionen sind heute unverzichtbar, um ein oft komplexes, mobiles und internationales Vermögen abzusichern.
Wie gewährleisten Sie die Sicherheit der Vermögensdaten – ein besonders sensibles Thema für Wealth Manager und deren Kunden?
Sicherheit ist einer unserer Grundpfeiler. Denn ein aussergewöhnliches Vermögen verdient einen makellosen Schutz. Wir wenden bis 2026 die höchsten Schweizer Standards für Cybersicherheit und Vertraulichkeit an.
Unsere Infrastruktur basiert auf einem 100 % schweizerischen Hosting über eine souveräne Cloud, konform mit ISO 27001, DSGVO und DSG. Sie integriert fortgeschrittene Verschlüsselung, Zwei-Faktor-Authentifizierung sowie ein vollständiges Log-System. Die Architektur ist so konzipiert, dass sie optimale Interoperabilität gewährleistet – ohne jemals die Vertraulichkeit der Daten zu gefährden. Wir haben uns für die Schweiz entschieden, um unseren Nutzern das höchste Schutzniveau zu bieten.
Wie möchten Sie Jema in den kommenden Jahren weiterentwickeln?
Wir werden uns auf zwei zentrale Achsen entwickeln. Erstens wollen wir die Analysefunktionen, das konsolidierte Reporting und die Tools für Family Offices, Versicherer und Privatbanken auf der Plattform stärken. Zweitens soll die Nutzererfahrung zunehmend personalisiert werden. Wir werden massgeschneiderte Dienstleistungen entwickeln – Kataloge, Expertisen, Insights usw. – für Sammler, Familiäre Dynastien und anspruchsvolle Berater. Mein Ziel ist klar: Ich möchte Jema zur weltweiten Referenz für das digitale Management aussergewöhnlicher Vermögenswerte machen.
Fanny Eyraud
JEMA
Technologieorientierte Multi-Unternehmerin, Fanny Eyraud leitet Jema – eine in Genf ansässige Schweizer Plattform, die auf die Konsolidierung, Verwaltung und Absicherung physischer Vermögenswerte ausgerichtet ist. Über mehr als fünfzehn Jahre begleitete sie Privatkunden, Family Offices und Sammler und gründete in dieser Zeit PSPI und später OPAL, zwei Projekte mit Fokus auf Vermögenskonsolidierung und -schutz. Akademisch ausgebildet und auf Daten spezialisiert, entwickelte sie ihre Expertise an der Schnittstelle von Versicherung, Technologie und Asset Management.
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Lange Zeit als „Sleeping Beauties“ betrachtet, benötigen Immobilienanlagen heute ein aktives und strategisches Management. Im Sinne einer Diversifizierung ihrer Tätigkeiten haben Vermögensverwalter heute alles Interesse daran, diese Portfolios zu verstehen, zu steuern und Wert zu schaffen – so wie sie es bei Finanzanlagen tun – und damit neue Vergütungsmöglichkeiten zu erschliessen. Dounia Azouini erläutert dies im Detail.
Von Jérôme Sicard
Warum ist es für einen unabhängigen Vermögensverwalter wichtig, Immobilienvermögen in eine ganzheitliche Verwaltung des Kundenvermögens zu integrieren?
Immobilien machen etwa 50 bis 60 Prozent des Vermögens von Privatpersonen aus – sowohl in der Schweiz als auch weltweit. Dieses Asset zu ignorieren bedeutet, nur eine Teilperspektive auf das Vermögen eines Kunden zu haben. Wie ein Finanzportfolio muss auch ein Immobilienportfolio verstanden, bewertet und je nach makroökonomischem Umfeld optimiert werden. Immobilien tragen zur Risikodiversifizierung, zur Vermögensstabilität, zur Generierung von Erträgen bei und ermöglichen den Einsatz von Hebeln über Kredite. Für Vermögensverwalter müssen Immobilien ein strategischer Aktivposten sein – gleichwertig zu anderen Anlageklassen.
Warum zeigen sich Vermögensverwalter zurückhaltend, wenn es um dieses Thema geht?
Ich sehe drei Hauptgründe. Der erste liegt darin, dass sie ihre Komfortzone verlassen. Vermögensverwalter sind in den Finanzmärkten ausgebildet und beherrschen diese Umgebungen. Immobilien jedoch erfordern multidisziplinäre Kompetenzen – technische, juristische und finanzielle – sowie lokale Netzwerke für jedes einzelne Asset. Der zweite Grund betrifft die Vergütung: Sie entspricht nicht den Modellen, an die Vermögensverwalter gewöhnt sind. Und schliesslich bleibt die Immobilienkultur in der Schweiz konservativ. Der Ansatz ist passiv: Man erwirbt ein Objekt und behält es zwanzig oder dreissig Jahre. Im Gegensatz dazu verfolgen Anleger in mehreren europäischen Ländern wie Spanien, Italien, Deutschland, Frankreich oder England eine deutlich aktivere Vorgehensweise – mit detaillierten Portfoliostudien und zahlreichen Optimierungsszenarien.
Mit welchen konkreten Aufgaben kann sich ein Vermögensverwalter befassen, wenn er sich für das Immobilienvermögen seiner Kunden interessiert?
Der erste Schritt besteht darin, das Profil des Investors zu verstehen. Manche Kunden kaufen, um zu behalten und an ihre Kinder weiterzugeben, andere möchten Wert und Ertrag schaffen. Der Vermögensverwalter muss dann das bestehende Immobilienvermögen analysieren. Es ist nicht selten, dass Objekte eine Rendite erzielen, die unter jener von Obligationen am Finanzmarkt liegt. In diesem Fall kann die Empfehlung sein, ein Asset zu verkaufen und das Kapital neu zu allokieren. Die Aufgabe des Vermögensverwalters besteht darin zu entscheiden: Welche Immobilienwerte sind es wert, behalten zu werden, und welche sollten anderweitig reinvestiert werden?
Welche ersten Elemente müssen analysiert werden, um die tatsächliche Rolle der Immobilien im Vermögen eines Kunden zu verstehen?
Idealerweise muss eine vollständige Prüfung erfolgen. Dabei gilt es, die Assets – in der Schweiz oder im Ausland – zu kartieren und ihre Grössenordnung einzuschätzen. Handelt es sich um 20 Millionen, 200 Millionen oder mehr? Darüber hinaus müssen die Renditen und die geplante Strategie über fünf bis zehn Jahre analysiert werden. Das Ziel ist, die Struktur des Portfolios zu verstehen und die Richtung festzulegen, in die es sich entwickeln soll.
Welche Rolle spielt der Kredit in diesen Strukturen?
Kredit ist ein strategisches Instrument. Selbst sehr vermögende Kunden, die Objekte im Wert von 50 Millionen kaufen, nutzen den Leverage-Effekt. Es gibt keinen Vorteil, vollständig in Liquidität zu bezahlen, insbesondere im aktuellen Umfeld der Schweizer Zinsen. Fremdkapital ermöglicht eine Steueroptimierung, ein präziseres Liquiditätsmanagement und die Möglichkeit, in andere Chancen zu investieren. Die Schweiz bietet im Vergleich zu anderen Ländern einen aussergewöhnlichen Zugang zu Krediten.
Wie lassen sich Renditen und Ertragsgenerierung von Immobilien-assets optimieren?
Dies erfordert einen Fünf- oder Zehnjahres-Businessplan, um die Entwicklung jedes Assets festzulegen. Sämtliche Positionen können optimiert werden: Mieterträge, Kosten, Steuern oder Grundsteuern. Doch das Wesentliche liegt in der Wertschöpfung. Dies kann darin bestehen, Mieten neu zu verhandeln, Flächen zu erweitern, ein Gebäude aufzustocken oder ein ungenutztes Untergeschoss zu erschliessen. Es gilt, finanzielle und technische Kreativität zu kombinieren, um die Rendite zu steigern.
Welche Immobilienchancen sollten Vermögensverwalter in der Schweiz oder international interessieren?
Die Antwort hängt vom Investorenprofil ab und lässt sich nicht verallgemeinern. Vermögensverwalter können sich jedoch auf Spezialisten stützen, sobald sie mit einer konkreten Fragestellung konfrontiert sind. Das ist zum Beispiel der Fall bei einem Verkauf ohne geeignetes Netzwerk, einem schwer zugänglichen Erwerb oder einem bestehenden Portfolio, das optimiert werden muss. Unsere Aufgabe bei Equitera besteht beispielsweise darin, ein Audit durchzuführen, Werthebel zu identifizieren – Aufstockung, Erweiterung, Neuverhandlung von Mieten, notwendige Arbeiten – und eine klare finanzielle Vision der Assets für die kommenden Jahre zu bieten.
Dounia Azouini
Equitera
Als Architektin ausgebildet und Absolventin der ESSEC hat Dounia Azouini ihre Expertise an der Schnittstelle von Architektur, Investment und Asset Management entwickelt. Sie begann ihre Karriere bei grossen institutionellen Investoren wie Allianz Real Estate, Dea Capital und J. Safra Sarasin REM, wo sie Portfolios im Wert von über einer Milliarde Franken verwaltete und weiterentwickelte. Mit dieser internationalen Erfahrung gründete sie Equitera Swiss Capital mit, wo sie für die Investmentstrategie und das Management eines Portfolios verantwortlich ist – mit Fokus auf Wertschöpfung und die Neupositionierung komplexer Assets.
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Nach fünfzehn Jahren historisch niedriger Zinsen wird der Kreditmarkt wieder zu einem echten Spielfeld. Doch wo sollte man heute Risiken eingehen: bei Staatsanleihen oder bei Unternehmensanleihen? Angesichts steigender Renditen, enger Spreads, zunehmender Volatilität und einer Rückkehr zum „Flight to Quality“ war die Abwägung zwischen Staats- und Unternehmensschulden noch nie so strategisch. Erster Teil einer vierteiligen Interviewreihe zum Kreditmarkt: das neue Duell zwischen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen.
Von Jérôme Sicard
Wie hat die Rückkehr der höheren Renditen die relative Attraktivität von Staatsanleihen gegenüber Unternehmensanleihen verändert?
Das Wiederaufleben höherer Renditen hat die Landschaft der festverzinslichen Wertpapiere neu kalibriert. Staatsanleihen, die einst wegen ihrer geringen Renditen vernachlässigt wurden, bieten nun wettbewerbsfähige Erträge und interessante Renditeaussichten. Letzteres basiert darauf, dass Renditen selbst nun einen wichtigen Teil der Gesamtrenditen ausmachen. Unternehmensanleihen – insbesondere Investment-Grade-Anleihen – sind ebenfalls attraktiv, da sie einen Renditeaufschlag (Spread) gegenüber Staatsanleihen bieten und über solide Fundamentaldaten verfügen. Staatsanleihen sind in der Regel sicherer, insbesondere angesichts von Schocks, die zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Leitzinssenkungen durch die Zentralbanken führen, sowie angesichts höherer Risikoaversion, was die Nachfrage nach sicheren Anlagen erhöht. Unternehmensanleihen sind risikoreicher, da sich die Spreads im Falle solcher negativen Schocks in der Regel ausweiten.
Welche Faktoren treiben derzeit die Verengung oder Ausweitung der Kreditspreads in Investment-Grade-Märkten an?
Die Spreadverengung wurde durch starke Unternehmensfundamentaldaten (einschliesslich robuster Unternehmensgewinne), die Aussicht auf Zinssenkungen durch die Zentralbanken und Zuflüsse in Unternehmensanleihen angetrieben. Umgekehrt kommt es in der Regel zu einer Ausweitung, wenn negative Schocks eintreten. Dazu können geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit oder sich verschlechternde Fundamentaldaten der Emittenten gehören. Technische Faktoren wie Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage sowie Liquiditätsbedingungen spielen ebenfalls eine Rolle. Während die Spreads weiterhin eng gehalten sind, unterstreicht die Streuung über Sektoren und Emittenten hinweg die Bedeutung einer aktiven Auswahl und Risikodifferenzierung.
Wann werden Staatsanleihen in einem Umfeld der „Flucht in Qualität” wieder attraktiv?
Staatsanleihen gewinnen in Zeiten von Marktstress, die mit schwächeren Wachstumsaussichten und niedrigerer Inflation einhergehen, wieder an Bedeutung. In diesem Fall erhöht das Potenzial für Zinssenkungen die Attraktivität von Staatsanleihen mit längerer Laufzeit, insbesondere für Anleger, die sich gegen Kursverluste absichern möchten. Ihre Attraktivität wird noch verstärkt, wenn die Renditen hoch sind und sowohl Kapitalerhalt als auch Erträge versprechen. In volatilen Umfeldern, insbesondere wenn Risikoanlagen schwächeln, werden die Liquidität und Bonität von Staatsanleihen entscheidend. Beachten Sie, dass Anleihen auch in Zeiten von Marktstress abverkauft werden können, insbesondere wenn ein Anstieg der Inflation erwartet wird. In diesen Fällen bieten Anleihen nicht den gleichen Schutz und sind daher möglicherweise nicht die beste „Flucht in Qualität”.
Wie positionieren Sie Portfolios entlang der Durationskurve im aktuellen Zinsumfeld?
Wir tendieren derzeit zu einer leicht verlängerten Duration. Dies spiegelt unsere Einschätzung wider, dass die Zentralbanken, insbesondere die Fed, Spielraum für Zinssenkungen haben. Wir legen auch grossen Wert darauf, welchen Teil der Kurve wir über- oder untergewichten. Investitionen am kurzen Ende der Kurve erfordern eine Einschätzung der Zentralbankpolitik im Vergleich zu den bereits vom Markt eingepreisten Erwartungen. Das lange Ende der Kurve erfordert eine Bewertung der Risiken für die Laufzeitprämien, sprich die erforderliche Vergütung für das Eingehen von Durationsrisiken. Die Form der Kurve ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, da es in verschiedenen Teilen der Kurve zu Roll-Down-Effekten kommen kann. So kann beispielsweise eine selektive Verlängerung der Duration von Vorteil sein, wenn Zinssenkungen erfolgen und die Renditen attraktiv sind, doch angesichts der anhaltenden Inflation und der geopolitischen Risiken ist Vorsicht geboten. Taktische Flexibilität – die Anpassung der Duration auf der Grundlage sich verändernder makroökonomischer Signale und der Steilheit der Kurve – kann das Gesamtrenditepotenzial optimieren, ohne sich zu sehr auf ein einziges Zinsszenario festzulegen.
Wo sehen Sie das beste Gleichgewicht zwischen Rendite und Risiko bei Staats- und Unternehmensanleihen?
Unternehmen aus Schwellenländern und ausgewählte Emittenten von Hochzinsanleihen bieten derzeit ein überzeugendes Rendite-Risiko-Verhältnis. Trotz engerer Spreads profitieren diese Segmente von sich verbessernden Fundamentaldaten, globaler Diversifizierung und disziplinierten Emissionen. Staatsanleihen aus Regionen mit höheren Renditen bieten ebenfalls Chancen, insbesondere dort, wo sich die Geldpolitik stabilisiert. Eine detaillierte Kreditanalyse und eine länderspezifische Risikobewertung bleiben jedoch wichtig. Im Investment-Grade-Bereich bleiben Sektoren mit starken Cashflows und geringer Verschuldung attraktiv, insbesondere wenn sie durch eine gründliche Analyse der spezifischen Risiken gestützt werden.
Wie hat sich der Primärmarkt in letzter Zeit entwickelt und was sagt uns das über die Stimmung der Anleger?
Der Primärmarkt hat sich als widerstandsfähig erwiesen, mit stabilen Emissionen und einer robusten Nachfrage sowohl im Investment-Grade- als auch im Hochzins-Segment. Die Nachfrage der Anleger ist weiterhin hoch, was das Vertrauen in die Fundamentaldaten der Kreditmärkte und eine konstruktive Einschätzung der Zinsentwicklung widerspiegelt. Neue Emissionen wurden gut aufgenommen und oft überzeichnet, was auf die Bereitschaft hinweist, trotz makroökonomischer Unsicherheiten Kapital einzusetzen. Dies deutet darauf hin, dass sich die Anleger auf ein stabiles Zinsumfeld einstellen und mit den aktuellen Bewertungen zufrieden sind. Allerdings bleibt Selektivität weiterhin entscheidend, da die Streuung zwischen den Emittenten weiter zunimmt.
Wie widerstandsfähig werden Hochzinsemittenten Ihrer Meinung nach angesichts höherer Refinanzierungskosten sein?
Hochzinsemittenten haben sich dank solider Erträge, proaktiver Refinanzierung und disziplinierter Kapitalstrukturen als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, auch wenn steigende Zinskosten schwächere Emittenten unter Druck setzen könnten. Während die Fundamentaldaten insgesamt weiterhin fest sind, wird das Umfeld zunehmend zweigeteilt. Emittenten mit robustem Cashflow und Zugang zu Liquidität sind gut positioniert, während diejenigen mit kurzfristigen Fälligkeiten und begrenzter Flexibilität vor Herausforderungen stehen könnten. Die Auswahl der Emittenten und die Sektorrotation sind entscheidend, um sich in diesem Umfeld erfolgreich zu behaupten.
Guillermo Felices
PGIM
Guillermo Felices ist Principal und Global Investment Strategist im Bereich Fixed Income bei PGIM mit Sitz in London. Bevor er im August 2021 zum Unternehmen kam, war Felices Head of Investment Strategy und Mitglied des Multi-Asset Investment Committee bei BNP Paribas Asset Management. Früher in seiner Karriere leitete er die Asset-Allocation-Forschung für Europa bei Barclays, wo er 2011 eingetreten war. Er arbeitete zudem für Citi und bei der Bank of England. Guillermo Felices hat einen PhD und einen Master in Wirtschaftswissenschaften der New York University (Fulbright-Stipendiat) und einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften der Universidad del Pacifico in Lima, Peru.
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Die Rolle von Kupfer verändert sich: Von einem konjunkturabhängigen zyklischen Metall wird es mit der zunehmenden Verbreitung von KI und Elektrifizierung zu einem strategischen Schlüsselfaktor.
Lange Zeit war Kupfer stark vom Bauwesen, der Automobilindustrie und der chinesischen Infrastruktur abhängig – Sektoren, die sehr empfindlich auf das BIP reagieren. Nun spielt es jedoch eine zentrale Rolle bei den globalen Megatrends: künstliche Intelligenz, Rechenzentren, Stromnetze, Aufrüstung, Elektrofahrzeuge, industrielle Elektrifizierung. Diese Wachstumsmotoren basieren auf mehrjährigen Programmen, die weniger anfällig für kurzfristige Konjunkturschwankungen sind.
Auf der Angebotsseite scheint die unmittelbare Lage ausgewogen zu sein, mit einem für 2025 prognostizierten Raffinerieüberschuss. Diese scheinbare Entspannung verdeckt jedoch tiefgreifende Spannungen: Die angekündigten Bergbauprojekte decken nur etwa 70 % des Primärbedarfs bis 2035. Ohne einen deutlichen Anstieg des Recyclings, neue Minen oder die Optimierung bestehender Standorte könnte es zu einer anhaltenden Verknappung kommen. Gleichzeitig verstärken grosse diversifizierte Konzerne ihr Engagement im Kupferbereich durch Fusionen und Übernahmen, was darauf hindeutet, dass die Sicherung einer qualitativ hochwertigen Versorgung immer wichtiger wird.
Angesichts der steigenden physischen Nachfrage erscheint Kupfer nicht nur als ein Metall, das das digitale Zeitalter vorantreibt, sondern auch als potenzieller Flaschenhals, der das Tempo der Einführung von KI und Elektrifizierung beeinflussen könnte.
Rechenzentren: strukturelle Abhängigkeit
Hyperscale-Rechenzentren vereinen zahlreiche Anwendungen: Sammelschienen, Transformatoren, Erdung, Hochgeschwindigkeitsverkabelung, Wärmemanagement. Die IEA prognostiziert eine Verdopplung des Stromverbrauchs von Rechenzentren bis 2030, was zu grossen Teilen auf KI zurückzuführen ist und zu mehrjährigen Stromverträgen mit hohem Kupferanteil führt. Die Kapazitäten werden erweitert, die Lieferzeiten verlängern sich, wodurch die Zyklizität verringert und eine nachhaltige Nachfrage verankert wird.
Wiederaufrüstung: programmierter Aufbau
Kupfer ist allgegenwärtig: Stromkabel, Kupfer-Nickel-Legierungen für Schiffssysteme, widerstandsfähige Elektronikkomponenten. Mit einem NATO-Ziel von 5 % des BIP für die Verteidigung bis 2035 und einer Wiederbelebung der Produktionsketten in Europa und den Vereinigten Staaten werden die Einkaufszyklen mehrjährig, was eine nachhaltige und vorhersehbare Nachfrage gewährleistet.
Stromnetze: Das Herzstück der Elektrifizierung
Freileitungen und Erdkabel, Transformatoren, Umspannwerke, Steckverbinder: Jede Modernisierung erfordert Kupfer. Nach Jahrzehnten der Unterinvestitionen steigen die weltweiten Ausgaben stark an. Die Preise für Kabel und Transformatoren sind gestiegen, die Lieferzeiten erstrecken sich über mehrere Jahre, was automatisch zu einer Stabilisierung der Auftragsbücher führt.
Elektrofahrzeuge: steigende Materialintensität
Ein Elektrofahrzeug benötigt drei- bis viermal mehr Kupfer als ein Verbrennungsmotor. Das für den modernen Gebrauch unverzichtbare Schnellladen mit Gleichstrom ist ebenfalls sehr kupferintensiv. In den Vereinigten Staaten sichern die weiterentwickelten NEVI-Normen Investitionen und garantieren einen kontinuierlichen Absatz von Kabeln, Umwandlungssystemen und Netzausrüstung.
Gebäude und Industrie: Elektrifizierung und Effizienz
Neuverkabelungen, Verteilertafeln, Wärmepumpen, hocheffiziente Industriemotoren und Automatisierung basieren auf grossen Mengen an Kupfer. Energieeffizienz wird sowohl zu einer wirtschaftlichen als auch zu einer ökologischen Verpflichtung: Sobald die Projekte finanziert sind, werden sie umgesetzt, wodurch die Zyklizität gemildert wird.
Auswirkungen für Bergbauunternehmen
Die Nachfrage wird weniger zyklisch und besser vorhersehbar, getragen von den Bereichen öffentliche Dienstleistungen, Technologie, Verteidigung und Infrastruktur. Die Verlängerung der Betriebszeiten (durchschnittlich etwa 18 Jahre) begünstigt etablierte Akteure und die Erweiterung bestehender Standorte. Kapitaldisziplin dominiert: Es ist besser, sich hochwertige Vermögenswerte zu sichern, als auf Volumen zu setzen.
In diesem Zusammenhang können sich Anleger über einen spezialisierten ETF wie den Global X Copper Miners UCITS ETF, der die weltweit wichtigsten Akteure im Kupferbereich zusammenfasst, in diesem Bereich engagieren.Prospekte und KID-Dokumente verfügbar unter www.globalxetfs.eu
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