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Digital Solutions

  • Mauro Musso
  • Systemingenieur
  • keyIT

Microsot Purview für den Schutz von Finanzdaten

Jede Woche möchten wir Ihnen digitale Lösungen vorstellen, die zur Optimierung der Prozesse, des Portfolioaufbaus oder der Kundenbeziehungen beitragen können. Nach PowerBI in der letzten Woche geht es heute weiter mit Microsoft Purview, das sich stärker auf den Datenschutz konzentriert. Mauro Mussi erklärt uns, was es damit auf sich hat.

In der heutigen digitalen Landschaft ist die Notwendigkeit, Daten zu schützen, wo auch immer sie sich befinden, für Vermögensverwalter von grösster Bedeutung geworden. Als Antwort auf diese Erwartungen präsentiert sich Microsoft mit Purview, einer Data-Governance-Lösung, die speziell dafür entwickelt wurde, dass unter anderem Finanzinstitute diese wichtigen Vermögenswerte schützen können. Purview ermöglicht es dem Benutzer, einen ganzheitlichen Blick auf alle Daten zu haben, die zu sammeln und verarbeiten, und so sensible Informationen in Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen zu identifizieren, zu klassifizieren und zu schützen.

So lassen sich die Hauptfunktionen von Purview zusammenfassen.

  • Datentransparenz und – Governance. Purview ermöglicht ein tiefgreifender Blick auf die Daten, um ihre effektive Verwaltung und Nutzung zu optimieren – ein wichtiger Beitrag für Manager, die es gewohnt sind, mit den unterschiedlichsten Daten zu jonglieren.
  • – Verhinderung von Datenverlust (DLP). Die Microsoft-Lösung ermöglicht es, sensible Finanzinformationen vor unbefugtem Zugriff und potenziellen Verstössen zu schützen. Es ist klar, dass die eingeführten DLP-Richtlinien im Bereich der Compliance eine grössere Bedeutung erlangen.
  • Verwaltung interner Risiken. Mit Purview sind die Manager in der Lage, proaktiv Risiken zu erkennen und zu mindern, die sich aus internen Handlungen ergeben, seien sie absichtlich oder unabsichtlich. Eine weitere Möglichkeit, den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten.
  • Verwaltung der Einhaltung von Vorschriften. Ein entscheidender Punkt. Purview stellt Tools zur kontinuierlichen Bewertung der Einhaltung von Vorschriften zur Verfügung und erleichtert so die Navigation durch komplexe regulatorische Landschaften auf der Grundlage verwertbarer Informationen und automatisierter Compliance-Prozesse.
  • eDiscovery und Auditing. Purview ermöglicht auch die Bearbeitung verschiedener Rechtsfragen und regulatorischen Audits dank einer angemessenen Datenverwaltung und Erkennungstools, die nun durch Copilot, den KI-gestützten Assistenten, verbessert werden.

Das Ziel ist wirklich eine Vielzahl von Kundendaten, einschliesslich Finanzunterlagen, Anlagepräferenzen und Risikotoleranz, zu konsolidieren und zu analysieren, um eine personalisierte Anlageberatung zu ermöglichen.

Die mit Purview implementierten DLP-Prozesse schützen sodann sensible Kundeninformationen automatisch über alle Kommunikationskanäle und Speicherplattformen hinweg. Die Tools für die Verwaltung sensibler Informationen helfen dann bei der Lokalisierung und Klassifizierung der Daten und wenden geeignete Schutzmassnahmen an, um unbefugten Zugriff zu verhindern.

Mauro Musso

keyIT

Mauro Musso Als Cloud-Architekt und Systemingenieur leitet Mauro Musso seit Oktober 2021 die Geschäftseinheit Rechenzentrum und Cloud bei keyIT. Er verfügt über mehr als fünfzehn Jahre Erfahrung mit IT-Systemen im Bankensektor. Insbesondere war er für die Bank Reyl und für Alpian tätig. Seine Kompetenzen umfassen Datenspeicherung, Computing, Virtualisierung, Backup, Messaging und IT-Sicherheit. Er ist zudem Spezialist für die Implementierung von Microsoft 365- und Azure-Infrastrukturen.

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    Sphere

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    Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.

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    Vehikel

    Investment Lösungen

    • Vincent Jarcsek
    • COO
    • Silex

    Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Actively Managed Certificates

    AMCs, die 2007 in der Schweiz eingeführt wurden, sind in letzter Zeit aufgrund der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten, sehr erfolgreich. Vincent Jarcsek gibt einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten.

    -

    Actively Managed Certificates sind Finanzprodukte, die hauptsächlich in der Schweiz angeboten werden. Diese strukturierten Anlageprodukte kombinieren die Merkmale von aktiv verwalteten Fonds und strukturierten Produkten.

    So lassen sich fünf Hauptmerkmale von AMCs aufzählen:

    Aktive Verwaltung: Im Gegensatz zu strukturierten Produkten, die eine passive Anlagestrategie verfolgen, und die an einen oder mehrere zugrunde liegende Vermögenswerte gebunden ist, werden AMCs aktiv verwaltet. Das bedeutet, dass Allokationsentscheidungen auf der Grundlage von Überzeugungen und Marktexpertise von einem in der Produktdokumentation genannten Manager getroffen werden.

    Ähnlichkeit mit strukturierten Produkten: Trotz des aktiven Managements behalten AMCs einige Merkmale strukturierter Produkte bei, wie etwa ihre Rechtsform, bis zu einem gewissen Grad ihre Besteuerung sowie ihre Flexibilität und Schnelligkeit bei der Einführung. AMCs tragen auch das Ausfallrisiko des Emittenten, wenn sie von einer Bank ausgegeben werden.

    Flexibilität: AMCs bieten Managern und Anlegern Flexibilität hinsichtlich der Anlagestrategien und der zugrunde liegenden Vermögenswerte. Je nach den spezifischen Merkmalen des AMC können sie in Aktien, Anleihen, Fonds, Rohstoffe, Währungen oder eine Kombination davon investieren.

    Transparenz: Wie Fonds berichten auch AMCs regelmässig über ihre Performance und Zusammensetzung, aber auch über ihre Gebühren. Diese Transparenz ist wichtig, damit Anleger und Manager die Wirksamkeit der aktiven Managementstrategie beurteilen und die mit dem Produkt verbundenen Risiken verstehen können.

    Geringere Betriebskosten: Wie andere verwaltete Anlageprodukte berechnen auch AMCs in der Regel eine Verwaltungsgebühr, zeichnen sich aber durch geringe Kosten aus. Die Aktivität auf dem Sekundärmarkt ist ebenfalls ein Aspekt, den man sich genau ansehen sollte, um die Gesamtkosten der Lösung zu bewerten.

    Insgesamt verbinden aktiv gemanagte Zertifikate also die Vorteile des aktiven Managements mit den Merkmalen strukturierter Produkte und bieten Anlegern, die Renditen erzielen und gleichzeitig das Risiko aktiv steuern wollen, eine effiziente Anlagemöglichkeit.

    Das AMC ist somit eine Antwort auf die vielfältigen Herausforderungen, mit denen sich Vermögensverwalter konfrontiert sehen, mit er aufsichtsrechtlichen Regulierung, einem starkem Margendruck und der anhaltend hohen Nachfrage nach hochwertigen Vermögensverwaltungsdienstleistungen.

    So hat sich das AMC, das historisch auf thematische Investitionen beschränkt war, allmählich zu einem umfassenden Angebot für die operative Verwaltung von Investitionen gewandelt. Das AMC kann also für verschiedene Anwendungsfälle eingesetzt werden:

    Erstellung eines Track Records: Ein Vermögensverwalter kann sein AMC mit einem ISIN-Code und einer öffentlich zugänglichen Performance-Historie erstellen. Für einen Vermögensverwalter kann es sich dabei um die Validierung eines potenziellen Angebots für die kollektive Vermögensverwaltung handeln, um beispielsweise den Vertrieb seiner Strategien zu erweitern.

    Abgesicherte Strategien (Overlay) : AMCs eignen sich auch besonders gut für das Risikomanagement. Das Portfolio kann dauerhaft in einem zugrunde liegendem Portfolio von Vermögenswerten investieren und gleichzeitig taktisch zur Absicherung eingesetzt werden, um Kapitalgewinne zu schützen oder das Portfolio durch die Isolierung bestimmter Zinskomponenten risikoärmer zu machen.

    Listing an der Börse: Durch das Listing seines AMC erleichtert ein Manager den Vertrieb seines Produkts.

    Mitigation von Steuergewinnen und -verlusten:In den meisten Rechtsordnungen wird die Besteuerung von Kapitalgewinnen auf der Ebene des AMCs und nicht durch Anwendung auf der Ebene der Komponenten beurteilt.

    Operative Aggregation: Durch die Umsetzung seiner Strategie innerhalb eines AMCs erspart sich der Fondsmanager die Replikation seiner Allokationsentscheidungen auf den zahlreichen Depotkonten seiner zahlreichen Kunden.

    Vincent Jarcsek

    Silex

    Silex Vincent Jarcsek kam 2021 als COO der Gruppe und Mitglied der Geschäftsleitung zu Silex. Zuvor war er bei Exane BNPP für Strukturierung und Marketing zuständig, nachdem er die elektronische Handelsplattform betreut hatte und selbst als Derivatehändler bei Oddo BHF und Société Générale tätig war. Er ist Absolvent der École Polytechnique und der ENSAE in Frankreich.

    Revival

    Investment Lösungen

    • Gregory Peters
    • Co-CIO
    • PGIM Fixed Income

    Blütezeit für festverzinsliche Anlagen

    Das Ende der Great Moderation markiert den Abschluss einer Ära, die seit den frühen 1980er Jahre von niedriger Inflation und hohem Wachstum geprägt war. Vor uns liegt nun eine Phase volatiler Wachstums- und Inflationsraten. Dies erklärt Gregory Peters, Experte auf diesem Bereich.

    -

    Auch wenn das makroökonomische Umfeld komplex ist, sind wir überzeugt, dass wir am Anfang eines goldenen Zeitalters für festverzinsliche Anlagen stehen. Die traditionellen Merkmale dieser Anlageklasse – Roll-down, Carry und Ertrag – rücken wieder in den Vordergrund. Dank höherer Zinsen können sie wieder ihrer Aufgabe als substanzieller Ertragsbringer und wichtiger Aktien-Diversifikator gerecht werden.

    Erwartung einer „Weakflation“ in den USA

    Da sich die Zinsen in der Nähe von Mehrjahreshochs befinden und sich Konjunkturwachstum sowie Inflation endlich abschwächen, ist das Ende der Zinserhöhungszyklen der Zentralbanken wahrscheinlich nahe. Während wir davon ausgehen, dass die US-Notenbank Fed in diesem Jahr Zinssenkungen um 50 Basispunkte als „Feintuning“ vornehmen wird, könnte der langfristige neutrale Zinssatz in den Bereich von 3% steigen (statt wie zuvor prognostiziert auf 2,5%).

    Die Weltwirtschaft bleibt trotz zunehmender makroökonomischer Herausforderungen robust. Unser Basisszenario für die USA ist nach wie vor eine „Weakflation“ – also eine Kombination aus schwachem Wachstum und hoher, aber sinkender Inflation. Für das laufende Jahr erwarten wir ein reales BIP-Wachstum von 1,0 bis 1,5% und einen Rückgang der Inflation auf 2,5 bis 3%.

    Im Euroraum werden weltweit steigende Zinsen, hohe Energiepreise und eine hartnäckige Inflation eine anhaltende Herausforderung darstellen. Was die Konjunktur betrifft, so rechnen wir 2024 mit einer leichten Abschwächung, bevor eine gewisse Erholung einsetzt. In China hingegen werden die von uns erwarteten zusätzlichen Konjunkturpakete nun Realität, was für unsere über dem Konsens liegende BIP-Prognose spricht.

    Dank der gestiegenen Streuung bei Unternehmensanleihen nehmen auch die Gelegenheiten zur Alpha-Generierung zu. Ein breites Spektrum unterschiedlicher Segmente der Obligationenmärkte scheint langfristig gut positioniert zu sein, um solide risikobereinigte Renditen zu erwirtschaften. Angesichts der nach wie vor hohen makroökonomischen Unsicherheit bevorzugen wir qualitativ hochwertige Titel und wollen fremdfinanzierte Strukturen meiden, da diese anfällig für hohe Zinsen sind.

    Zentrale Anlageideen für 2024

    Barmittel abbauen: Angesichts steigender Zinsen und zunehmender makroökonomischer Unsicherheit haben viele Anleger im vergangenen Jahr eine abwartende Haltung eingenommen. Ein überraschender Schock oder eine weitere Normalisierung der Zinsen im Jahr 2024 könnten die kurzfristigen Renditen nach unten drücken. Anlagen mit kürzerer Duration könnten attraktivere Renditen und einen Puffer für weitere Volatilitätsanstiege bieten.

    Duration verlängern: Nach den jüngsten geopolitischen Ereignissen sind die Renditen von ihren Höchstständen zurückgekommen. Es ist zwar noch zu früh, um konkrete Aussagen zu machen, aber wir könnten in eine längere Phase der Normalisierung eintreten, die den Anlegern ein kurzes Zeitfenster bietet, um sich langfristig höhere Zinsen zu sichern.

    Qualitativ hochwertige Relative-Value-Gelegenheiten suchen: Die extreme Volatilität seit 2022 hat die Bewertungen in allen Segmenten der Anleihemärkte in die Höhe getrieben und lukrative Relative-Value-Gelegenheiten in wichtigen Spread-Sektoren wie Hochzinsanleihen und Schwellenländeranleihen geschaffen. Nachdem die Zentralbanken von ihren exzessiven Zinserhöhungen Abstand genommen haben, hat sich die Performance der Kreditsektoren verbessert – ein Trend, von dem wir allgemein erwarten, dass diversifizierte Anleihenportfolios weiterhin profitieren werden.

    Letztlich könnte 2024 ähnlich verlaufen wie 2023: ein Bullenmarktjahr mit guten Renditen. Da die Unsicherheit hoch ist und die Wahrscheinlichkeit starker und wiederholter Marktschwankungen zunimmt, dürften die Alpha-Möglichkeiten breit und tief gefächert sein. Das Jahr 2024 dürfte daher für Anleger anspruchsvoll, aber schlussendlich lohnend sein.

    Gregory Peters

    PGIM Fixed Income

    Gregory Peters ist der Co-CIO von PGIM Fixed Income und einer der Co-Leiter seines sektorübergreifenden Teams. Bevor er 2014 zu PGIM kam, leitete Gregory Peters die Abteilung Fixed Income & Economics Research bei Morgan Stanley. Ausserdem war er für die globale Cross-Asset-Strategie verantwortlich. Zu einem früheren Zeitpunkt seiner Karriere arbeitete er bei Salomon Smith Barney und im US-Finanzministerium. Gregory Peters erwarb einen Master of Science in Finanzen am College of New Jersey und hat zusätzlich einen MBA der Fordham University.

    Meinung

    • Francesco Mandalà
    • Chief Investment Officer
    • MBaer Merchant Bank

    Wie man die Wahrheit auf Social Media findet

    In seiner Kolumne beschreibt Francesco Mandalà den starken Wandel des Nachrichtenkonsums weg von den traditionellen Medien hin zu den Sozialen Medien. Er verweist dabei auf die Verantwortung der Konsumenten auch in Zeiten von Fake News.

    Montagmorgens ist es jeweils furchtbar, wenn ich den wöchentlichen Bildschirmzeitbericht auf meinem Smartphone erhalte, der die Details meiner Social-Media-Diät und meiner Internetausflüge enthüllt. Zu meiner Erleichterung sehe ich, dass meine Bildschirmzeit in der zweiten Märzwoche im Vergleich zur ersten um 36 % gesunken ist – eine willkommene Verbesserung.

    Wenn es um den Nachrichtenkonsum geht, nimmt meine Abhängigkeit von sozialen Medien weiter zu, im Einklang mit den Ergebnissen des Reuters Institute Digital News Report 2023, der zeigt, dass etwa ein Fünftel der Befragten (22 %) angibt, dass sie den Zugang zu Nachrichten über eine Nachrichten-Website oder -App bevorzugen, ein Rückgang von 10% seit 2018.

    Dieser Trend hat sich trotz der weit verbreiteten Berichte über die Rolle sozialer Plattformen bei der Verbreitung von Fehlinformationen und Fake News herausgebildet, die im Gegensatz zur Unparteilichkeit und Objektivität der traditionellen Massenmedien stehen, die von Journalisten als Goldstandard des Berufsstandes angeführt werden.

    Zeitungen, Fernsehen und Radio betrachten Unparteilichkeit (Abwesenheit von Voreingenommenheit) und Objektivität (Trennung von Fakten und Meinungen) als notwendige Bedingungen, um Journalismus von Fehlinformationen und Propaganda zu unterscheiden. Die journalistische Objektivität soll sicherstellen, dass die Nachrichteninhalte die Wahrheit und die reale Welt in allen Informationskategorien wiedergeben.

    Doch genau hier liegt der Knackpunkt.

    Der Mythos der Objektivität der traditionellen Massenmedien

    Ein objektiver und unparteiischer Journalismus ist unpraktisch, wenn nicht sogar völlig unrealistisch. Die Argumente gegen Objektivität wurden von Umberto Eco eloquent dargelegt, als er argumentierte, dass objektiver Journalismus eine Ideologie ist, also etwas, das als Fassade benutzt wird, um andere Absichten zu verbergen.

    Die Gesellschaft hat ihre Erwartungen an die traditionellen Massenmedien angepasst und ist von der Forderung nach Objektivität und Unparteilichkeit zu der Erwartung übergegangen, dass sie ehrlich über Nachrichten berichten. Fernsehen, Radio und Zeitungen, denen die Verantwortung für die Beurteilung der Richtigkeit und Qualität von Informationen übertragen wurde, genossen als primäre Nachrichten- und Informationsquellen ein hohes Mass an Vertrauen und Glaubwürdigkeit, trotz ihrer politischen Voreingenommenheit und Interessen.

    Das Aufkommen des Internets und der sozialen Medien hat die Autorität der traditionellen Massenmedien erschüttert. Nachrichtenkonsumenten bevorzugen den Zugang zu Informationen über soziale Medien, da diese allgegenwärtig sind, wenig kosten und eine vielseitige Massenkommunikation ermöglichen.

    Besorgniserregend ist die Zunahme von Fehlinformationen und Fake News in den sozialen Medien, die für den politischen Kontext, aber auch für Themen wie Impfungen, Ernährung und Finanzinformationen dokumentiert sind. Es gibt erstaunlich wenige wissenschaftliche Antworten auf die Frage, wie verbreitet Fake News sind und welche Auswirkungen sie auf den Einzelnen haben. Technologieunternehmen, die Social-Media-Plattformen betreiben, tun sich schwer mit der Beantwortung dieser Fragen, da ihre Geschäftsmodelle und finanziellen Anreize oft im Widerspruch zu den besten Lösungen stehen, um diese Probleme anzugehen.

    Infolgedessen ist die Verantwortung für die Überprüfung von Fakten auf die Konsumenten von Nachrichten übergegangen. Die Gefahr besteht darin, dass die ohnehin schon hohe Zahl von Menschen, die Nachrichten meiden – insbesondere wichtige Informationen über Politik und Wirtschaft, die bürgerliches Engagement erfordern – weiter ansteigt und letztlich demokratische Prozesse untergräbt.

    Francesco Mandalà

    MBaer Merchant Bank

    Francesco Mandalà ist im Februar 2021 zur MBaer Merchant Bank gestossen. Er hat einen breiten Hintergrund in Wirtschaftswissenschaften sowie im Bereich Financial Engineering. Seine Hauptkompetenzen sind in den Bereichen Portfoliomanagement, Fixed-Income-Modellierung, Makrostrategie, Risikomanagement und Fondsanalyse anzusiedeln, die er zunächst als Ökonom bei der ECB und später bei der UBS und Julius Bär einsetzte. Francesco Mandalà hat an der Universität Bocconi und der University of Southampton Ökonometrie studiert und schliesslich an der Università di Pavia promoviert.

     

     

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      Digital Journey

      Digital Solutions

      • Pascal Nägeli
      • Mitgründer und Partner
      • i.AM Lab

      «Vermögensverwalter tendieren dazu, die Kundenschnittstelle zu vernachlässigen»

      Pascal Nägeli hat den Stand der Digitalisierung in der Vermögensverwaltung in den vergangenen Jahren mitgeprägt. Er unterscheidet zwischen der internen Digitalisierung des Vermögensverwalters und der Digitalisierung des Ökosystems.

      Schauen wir zunächst den internen Prozess bei den Vermögensverwaltern an. Wie lautet hier Ihre Analyse in Bezug auf den Stand der Digitalisierung?

      Intern gibt zwei grosse Themenblöcke, wenn wir von Digitalisierung in der Vermögensverwaltung sprechen. Einerseits im Kerngeschäft des Investierens und andererseits rund um die Kommunikation mit den Kunden. In beiden Bereichen ist viel Luft nach oben, wobei der Handlungsbedarf in der Kommunikation dringender ist.

      Im Kerngeschäft ist aktuell die am häufigsten gestellte Fragen: was sollte ein Vermögensverwalter rund um AI tun oder zumindest bedenken? Mit dem Boom von Generative AI sehe ich viel Neugierde im Markt und auch wir arbeiten an einer Reihe von Lösungen für Vermögensverwalter. Typische Beispiele im Kerngeschäft sind dabei Prozesse, bei denen man die Bedürfnisse der Kontrollfunktionen leichter und effektiver in den Kernprozess integrieren kann, oder Prozesse, bei welchen Daten in unstrukturierter Form vorliegen und verarbeitet werden müssen.

      Im Vergleich zur Situation im Kerngeschäft sehen Sie in der Kundenkommunikation einen wesentlich grösseren und dringenderen Handlungsbedarf. Wieso?

      Vermögensverwalter haben naturgemäss den Fokus auf dem Kerngeschäft und tendieren dazu, die Kundenschnittstelle etwas zu vernachlässigen. Ausserdem werden die Erwartungen der Kunden in Bezug auf Digitalisierung nach wie vor unterschätzt. Der Handlungsbedarf variiert jedoch nach Anbieter stark.

      Wie sieht es bei der Digitalisierung des Ökosystems aus?

      Diese ist weiterhin geprägt durch unzählige Ineffizienzen, was der grossen Anzahl von Teilnehmern mit Partikularinteressen entlang der Wertschöpfungskette geschuldet ist. Fehlende Standards und eine schlechte Prozess- und Datenintegration sind die Konsequenz. Hier wäre eine intensivere Zusammenarbeit gefragt. Nur mit gemeinsamen Investitionen, einer übergreifenden Koordination und enger Kollaboration über die einzelnen Wertschöpfungsschritte hinweg können tiefere Kosten und Risiken für die Anbieter und verbesserte Kundenprodukte erreicht werden.

      Was sind die ersten Schritte, die es Ihrer Meinung nach zu tun gibt?

      In unserer Erfahrung ist es sinnvoll, erst einmal in einem Workshop gemeinsam innovative, kreative Ideen zu identifizieren. Danach sollten die identifizierten Ideen mit Blick auf den Nutzen und die Machbarkeit priorisiert werden. Typischerweise startet man dann mit 1-2 Projekten, mit denen schnell ein Impact erzeugt und Erfolgserlebnisse geschaffen werden.

      Wo sehen Sie die weitere Zukunft, auch wenn es um den Einsatz von digitalen Assets geht/Blockchain-Technologie geht?

      Längerfristig bin ich davon überzeugt, dass die Blockchain ein unverzichtbarer Teil der Wertschöpfungskette im Vermögensverwaltungsgeschäft sein wird. Kunden werden davon wenig merken. Schon jetzt gibt es spannende Projekte, bei denen ineffiziente Prozesse durch die Blockchain substanziell verbessert werden können. Wir haben etwa für einen grossen Asset-Manager ein sehr komplexes und manuelles Produkt (Insurance Linked Securities) auf die Blockchain migriert. Hierbei handelt es sich um eine end-to-end Lösung inklusive Marktplatz und benutzerfreundlichen User Interfaces, voll reguliert an mehreren Standorten. Ich bin davon überzeugt, dass bei den meisten alternativen Assets ähnliche Lösungen grosse Effzienz- und Transparenzvorteile bringen. Für Vermögensverwalter gilt es hier, nahe an den Entwicklungen zu bleiben, um zum richtigen Zeitpunkt hiervon profitieren zu können.

      Pascal Nägeli

      i.AM Lab

      Pascal Nägeli war vor der Gründung des i.AM Labs bei Credit Suisse Asset Management als Chief Digital Officer tätig. Nach seiner Ausbildung als Wirtschaftinformatiker startete Nägeli seine Karriere bei der Swisscom, bevor er zu Credit Suisse wechselte, wo er zunächst als Business Architect und Program Manager tätig war. Das i.AM Lab wurde 2018 gegründet und ist ein Innovationsstudio, welches Vermögensverwalter in der Digitalisierung unterstützt.

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