EAM-Lösungen

  • Interview mit René Brunner
  • CEO
  • Valterna

Von Jérôme Sicard

Als unabhängiger Vermögensverwalter haben wir eine schöne Zukunft vor uns

Valterna, der zentralschweizer Vermögensverwalter, hat den gleichen Ursprung wie Partners Group. Beide entstanden aus Asset Management Partners, die 1996 gegründete Muttergesellschaft. Von diesen Wurzeln hat Valterna den grossen Unternehmergeist.

Auf welche Weise ist Valterna mit der Geschichte von Partners Group verbunden?

René Brunner. René Brunner: Vor Valterna gab es zuerst die Asset Management Partners, welche 1996 entstand und sich damals mit der Vermögensverwaltung beschäftigte. Es war zu dieser Zeit die allererste Gesellschaft, die von der heutigen Partner Group ins Leben gerufen wurde. Im Jahr 2013 wurde Valterna von Marianne Kirchhofer und Ivo Roos übernommen, welche die Leitung des Unternehmens hatten. Ein bisschen mehr als zehn Jahre sind vergangen, doch ich erkenne immer noch Wert- und Zielvorstellungen unserer ehemaligen Muttergesellschaft.
Der Unternehmergeist auf allen Ebenen, die kollaborative Herangehensweise und das Konkurrieren von Ideen, die sich bei Partners Group abzeichneten, finden sich auch bei Valterna wieder. Die Unternehmenskultur wurde gut weitergegeben!

Welche Beziehungen bestehen heute noch zwischen Valterna und Partners Group?

Wir pflegen weiterhin eine enge Beziehung zu Partners Group, da wir mit ihnen assoziiert sind. Wir stehen täglich auf verschiedenen Ebenen im gemeinsamen Austausch. Natürlich haben wir einen vorteilhaften Zugang zu Anlagelösungen, auch wenn wir immer in einer offenen Architektur mit nahezu uneingeschränkter Auswahl an Anlageinstrumenten arbeiten.

Auf welche Gelegenheiten und Wachstumsstrategien werden Sie sich von nun an, da Sie jetzt die Leitung von Valterna übernommen haben, konzentrieren?

Als unabhängiger Vermögensverwalter haben wir eine schöne Zukunft vor uns. Wir müssen aber noch mehr Begeisterung für unsere Dienstleistungsangebote und Denkhaltung wecken. Wir sind ein Nischenunternehmen und möchten uns gerne mehr ausweiten. Auch unsere Kunden möchten das. Unser Business soll dabei in ähnlichen Teilen mittels Public & Private Market Investments wachsen, sei dies durch klassische Vermögensverwaltungsmandate oder dank unserer Anlageberatung. Gleichzeitig möchten wir gerne Kundenverantwortliche einstellen, die eine mit uns vergleichbare DNA haben.

Inwiefern wird Valterna am meisten von der Erfahrung, die Sie bei der UBS gesammelt haben, profitieren?

Ich habe 35 Jahre in dieser Grossbank verbracht und dort gelernt, dass man aus jeder Erfahrung, ob positiv oder negativ, etwas lernen kann. Trotz des zunehmenden Verkaufsdrucks «aus der Zentrale» habe ich es immer vermieden, mich von Handlungen hinreissen zu lassen, von denen ich nicht selbst zu hundert Prozent überzeugt war. Ich stehe für eine langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kunden. Dabei habe ich stets den Grundsatz verfolgt, niemals ein langfristiges Geschäft für einen kurzfristigen Gewinn aufs Spiel zu setzen.

Was hat Sie am Projekt Valterna so sehr angesprochen, dass Sie die Leitung übernehmen wollten?

Ich kann weiterhin meinen Traumberuf mit viel Freiheit und Agilität im Umfeld eines KMUs ausüben. Bei Valterna haben wir vielleicht strenge Prozesse, sind aber auch in der Lage schnell Entscheidungen zu treffen. Dies gibt mir, trotz meiner Rolle als CEO, umso mehr Zeit, mit meinen Kunden zu interagieren.

Wie geht man die Aktienmärkte an, wenn Privatmarkt-Anlagen sehr stark in der DNA des Unternehmens verankert ist?

Zunächst möchte ich daran erinnern, dass unsere Anlagephilosophie auf einem transparenten, strukturierten und empirisch gestützten Prozess beruht.
Er ist dementsprechend jederzeit nachvollziehbar. Natürlich sind Privatmarkt-Anlagen ein strategisch wichtiger Teil unserer Vermögensallokation. Aber insofern, dass wir uns auf langfristige Vermögensanlagen orientieren, sind Aktien ebenfalls wesentliche Bausteine unserer Portfolien.

Wenn es die Bedingungen zulassen, bevorzugen wir Direktinvestitionen und konzentrieren uns dabei auf qualitativ hochwertige Large Caps, die weltweit operieren.
Aus quantitativem Screening, Bottom Up-Overlay und qualitativer Beurteilung wird eine Liste von Einzeltiteln, die als Kaufkandidaten in Frage kommen, aktiv gepflegt. Selbstverständlich folgt eine regelmässige und systematische Beurteilung unserer Investitionen mit Neuausrichtung, wenn diese notwendig ist.

Worauf kommt es bei der Kontrolle dieser Investitionen, die grosse Anteile am Privatmarkt haben, für Sie an?

Wir unterziehen alle Investments regelmässig einem sehr kritischen Risk-Return-Review und leiten darauf basierend Massnamen ab. Was Neuinvestitionen anbelangt, so durchlaufen sie einen mehrstufigen Due-Diligence-Prozess. Wir pflegen mit allen Privatmarkt-Anbietern ein sehr partnerschaftliches und enges Arbeitsverhältnis.

Da wir gerne langfristig arbeiten möchten, ist ein sehr hohes Mass an Vertrauen unabdingbar.

Wie kann man Investoren, die nur auf Public Markets schwören, auch von Privatmarkt-Anlagen überzeugen?

Oftmals bevorzugen Anleger börsengehandelte Unternehmen, weil sie diese Märkte bereits kennen, die Mechanismen verstehen und in der Regel positive Erfahrungen damit gemacht haben. Unser Ziel ist es dann, ihnen die Vorteile der Beimischung von Privatmarkt-Anlagen in ihrem Portfolio aufzuzeigen. Bei uns sind diese beiden Anlageformen nicht nur gleichwertig, sondern ergänzen sich auch.

Anstatt eine Standardstrategie anzubieten, erarbeiten wir eine individuelle Anlagestrategie für jeden Kunden und schneiden sie auf seine Risikotoleranz und Präferenzen zu. Die Eigenschaften, Vorteile und der zentrale Nutzen beider Anlagemärkte werden dem Kunden transparent, sachlich und ohne Dogmen erklärt. So können wir beide Märkte bedürfnisgerecht einsetzen. Es gibt kein «entweder oder», sondern vielmehr beide Märkte im Zusammenspiel.

Welche Empfehlungen würden Sie Verwaltern geben, die Privatmarkt Tranchen in ihr Portfolio aufnehmen möchten?

Halten Sie sich an etablierte Anbieter mit einem nachvollziehbaren Track Record. Kleine Strukturen oder Neulinge können kurzfristig sehr gute Renditen liefern, aber falls Probleme auftreten, wie zum Beispiel das Ausscheiden von Schlüsselpersonen, fehlsteuernde Vergütungsmodelle oder auch Produktions- sowie Lieferengpässe, offenbaren sich die offenkundigen und latenten Risiken schlagartig. Es drohen dann grössere Verluste oder eine langjährige Blockierung von investierten Geldern.

Wie lautet das Wertversprechen, auf das Sie die Entwicklung von Valterna stützen wollen?

Unsere Vision bei Valterna ist Menschen zu begeistern! Wir konzentrieren uns auf das, worin wir Meister unseres Fachs sind und wirklich auch Erfahrung haben – nämlich auf die Erarbeitung und Umsetzung individueller Anlagelösungen. Wir kommunizieren offen und transparent mit unseren Kunden und stehen ihnen gerne zur Verfügung, um uns über jede Art von Fragen auszutauschen.

René Brunner

Valterna

René Brunner übernahm im vergangenen Jahr die Leitung von Valterna – eine Zusammensetzung aus Value und Alternative – wo er Ivo Roos als Chief Executive Officer ablöste. Bevor er zu Valterna (vormals Asset Management Partners) kam, arbeitete René Brunner 35 Jahre lang für Credit Suisse und UBS in den Bereichen Vermögensverwaltung und Anlageberatung. Zwischen 2011 und 2023 war er bei UBS für das Wealth Management in der Region Luzern verantwortlich. René Brunner verfügt über ein eidgenössisches Diplom als Bankfachmann und einen Executive Master in Private Banking und Wealth Management, die er an der Hochschule Luzern erworben hat.

 

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