• Interview mit Richard Albrecht
  • Leiter Wealth Management
  • Reyl Intesa Sanpaolo

Die Stärke des Modells: unser Boutique-Ansatz, flexibel und integriert.

Richard Albrecht hat dieses Jahr bei Reyl Intesa Sanpaolo die Leitung des Bereichs Wealth Management übernommen. Er will dieses historische Kerngeschäfts der Gruppe mit dem Boutique-Ansatz und dem Unternehmergeist fortführen.

Wie haben Sie sich aufgrund Ihrer bisherigen Erfahrungen auf Ihre neuen Aufgaben vorbereitet?

Meine Berufserfahrung gliedert sich in zwei Bereiche. Zum einen in internationalen Grosskonzernen wie UBS und der Deutschen Bank, zum anderen in Privatbanken wie Lombard Odier. Mit diesem beruflichen Hintergrund habe ich mich sehr gut auf meine derzeitige Stelle bei Reyl Intesa Sanpaolo vorbereiten können. Das Unternehmen bewegt sich geschickt in diesen beiden Welten, zwischen Familienunternehmen auf der einen Seite und dem internationalen Akteur auf der anderen.

Ich habe es immer geliebt, im Zentrum des Wandels zu stehen, denn wie Roosevelt sagte: «Eine ruhige See hat noch nie einen guten Seemann hervorgebracht.» Kurz bevor ich zur Bank kam, hatte ich das Glück, sechs Monate am IMD und an der Harvard Business School zu verbringen. Zwei Orte also, an denen ich durch das Studium anspruchsvoller praktischer Fälle, die oft ausserhalb meines Fachgebiets lagen, viel gelernt habe.

Mit welchen Elementen hebt sich Reyl Intesa Sanpaolo heute in der Welt des Wealth Managements ab?

Zunächst einmal ist da die ausgeprägte unternehmerische Kultur mit Partnerschaften, die unsere starke Entwicklungsambition widerspiegeln, aber auch dem Service mit seinem 360-Grad-Ansatz.

Was Reyl auszeichnet, sind unsere fünf Geschäftsbereiche. Wir haben die Linie Entrepreneur- und Family Office-Services – ein Zugang zu allen Fachkenntnissen der Gruppe -, Corporate Finance, Asset Services, Asset Management und schliesslich das Wealth Management, für das ich Anfang Januar die Verantwortung übernommen habe.

Die Stärke des Modells liegt also darin, dass es weiterhin diesen flexiblen und integrierten Boutique-Ansatz verfolgt, der die DNA der Gruppe ausmacht, und gleichzeitig über alle Funktionen verfügt, die nur eine Grossbank wie Intesa Sanpaolo bieten kann.

Sie sprechen von Partnerschaften, die Ausdruck einer starken Entwicklungsambition sind: Welche Arten von Partnerschaften planen Sie im Einzelnen?

Die erste strategische Partnerschaft ist die mit Fideuram-Intesa Sanpaolo, die uns eine finanzielle und regulatorische Basis auf höchstem Niveau verschafft. Diese Partnerschaft eröffnet uns auch eine internationale Dimension. Dadurch erreichen wir Kunden auf der ganzen Welt und können uns als starke Nummer zwei im europäischen Bankenraum positionieren.

Eine weitere wichtige Partnerschaft ist die, die wir mit 1875 Finance, einem Multi-Family Office, eingegangen sind. Dies ermöglicht uns, eine aktive Rolle im Konsolidierungsprozess der Branche zu spielen.

Wir rechnen auch mit Alpian, einer vollständig digitalen Privatbank, die auf das “Affluent”-Segment abzielt.

Welche grossen Veränderungen sehen Sie in der Vermögensverwaltung in den nächsten Jahren auf uns zukommen?

Innovation im weitesten Sinne war schon immer einer der Wachstumsmotoren des Bankgeschäfts. Zwei wichtige Themen, über die wir nachdenken, sind die Digitalisierung und die künstliche Intelligenz. In diesem Sinne ist Alpian eines der Projekte, das einen grossen Teil unserer Aufmerksamkeit mobilisiert. Die Ambition von Alpian besteht darin, alle Vorteile einer hochwertigen Bankdienstleistung von Ihrem Smartphone aus anzubieten.

Was die Vermögensverwaltung betrifft, so glaube ich, dass man sich wieder auf die Grundlagen des Geschäfts konzentrieren wird, also auf die Intensität der Beziehung, das Vertrauen, die Effizienz, den Mehrwert über die reinen finanziellen Gewinne hinaus und vor allem auf diese Schlüsselressource, die niemand kaufen kann: die Zeit. Die Geschwindigkeit, mit der Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden, wird somit immer wichtiger.

Schliesslich bin ich der Meinung, dass Stabilität ein Schlüsselelement des Wealth Managements bleibt. Unsere Partnerschaften und die Struktur unserer Gruppe ermöglichen es uns, ehrgeizig an unsere Zukunft zu denken.

 

Richard Albrecht

Reyl Intesa Sanpaolo

Richard Albrecht begann seine Karriere 1997 bei UBS Warburg Dillon Read in Zürich und später bei Lombard Odier in Genf als Privatbankier mit Schwerpunkt auf dem Schweizer und europäischen Markt. Albrecht kam 2012 zur Deutschen Bank, um als Mitglied des Wealth Management European Committee den Westschweizer Markt zu leiten und die schweizerische und internationale Entwicklung von UHNWI-Kunden, Family Offices, EAM und institutionellen Kunden zu beaufsichtigen. Im Jahr 2020 wurde er zum Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Wealth Management für die Westschweiz bei BNP Paribas ernannt. Im Jahr 2023 wechselte er zu Reyl Intesa Sanpaolo und übernahm dort den Bereich Wealth Management, eine Geschäftssparte, die unter der Aufsicht vom Partner Lorenzo Rocco di Torrepadula steht.

 

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