Interessengleichheit

Leaders

  • Interview mit Michael Welti
  • Managing Partner, Head of Private Banking
  • Banque Heritage

« In vielerlei Hinsicht ähnelt unser Ansatz dem eines Family Office. »

Banque Heritage hat Zürich zu einer der tragenden Säulen ihrer Entwicklung in der Schweiz gemacht. An der Spitze des Zürcher Standorts erläutert Michael Welti die entscheidenden Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Verankerung ausserhalb von Genf sowie ein Private-Banking-Modell, das bewusst eine enge Nähe zum Family-Office-Ansatz pflegt. Unternehmerische Kultur, unabhängige Beratung und die konsequente Ausrichtung der Interessen prägen dabei eine klare und differenzierende Vision des Schweizer Private Bankings.

Von Jérôme Sicard

Sie sind nach der Fusion mit der Sallfort Privatbank zu Banque Heritage gestossen. Wie beurteilen Sie fünf Jahre später die Entwicklung der Bank in Zürich?

Ich bin vor etwas mehr als vier Jahren zu Banque Heritage gekommen, kurz nachdem die Fusion bereits abgeschlossen war. Rückblickend lässt sich sagen, dass die Entwicklung des Zürcher Standorts bemerkenswert war. Wir kamen aus der Covid-Zeit, die viele Institute – auch unseres – dazu gezwungen hat, ihre Positionierung und ihr Betriebsmodell grundlegend zu überdenken.

Zürich wurde früh klar als strategische Priorität definiert. Wir haben stark in Mitarbeitende investiert, unseren Kundenstamm sowie die verwalteten Vermögen deutlich ausgebaut und den Standort als zentrales Private-Banking-Zentrum neben Genf neu positioniert. Ein wichtiger Meilenstein war der kürzliche Umzug unseres Büros vom Stadtrand ins Stadtzentrum, wodurch wir unseren Partnern und Kunden wesentlich nähergekommen sind. Heute ist Zürich eine der tragenden Säulen der Bank.

Was sind die zentralen Erfolgsfaktoren für eine in Genf verwurzelte Privatbank, die sich nachhaltig in Zürich etablieren will?

Es gibt drei entscheidende Ebenen.

Erstens: Marke und Aktionärsstruktur. Eine klare, unabhängige Eigentümerstruktur und ein starkes unternehmerisches Erbe sind zentral. Sind diese Grundlagen solide, rückt die geografische Herkunft in den Hintergrund.

Zweitens: die Menschen. Dieser Punkt wird häufig unterschätzt. Es braucht die richtigen Persönlichkeiten in den richtigen Funktionen – mit der passenden Haltung. Viele Organisationen scheitern nicht an ihrer Strategie, sondern an einer falschen personellen Ausrichtung.

Drittens: die Kultur – oder der Charakter. Neugier, Motivation und die Bereitschaft, Veränderungen anzunehmen, sind entscheidend. Ohne diese Offenheit gelingt keine Neupositionierung. Bei Banque Heritage waren Neugier und unternehmerisches Denken zentrale Treiber unseres organischen Wachstums.

Banque Heritage positioniert sich als innovativ und zukunftsorientiert. Wie zeigt sich das konkret im Private Banking und in den Kundenbeziehungen in Zürich?

Innovation bedeutet für uns nicht Technologie um ihrer selbst willen, sondern Befähigung. Wir wollen Bankerinnen und Banker, die innerhalb eines klaren Rahmens Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen können. Das ist unternehmerisches Handeln im Alltag.

Wir vermeiden bewusst eine Überstrukturierung. Wenn eine Organisation von Handbüchern statt von Menschen gesteuert wird, verliert sie an Agilität. Unser Modell basiert auf Kundennähe, Flexibilität und offener Architektur. Wir produzieren keine eigenen Produkte, sondern wählen die besten verfügbaren Lösungen aus oder entwickeln sie bei Bedarf.

In diesem Sinne agieren wir sehr ähnlich wie ein Family Office – allerdings mit Banklizenz. Wir versetzen uns konsequent in die Lage unserer Kunden und gestalten unsere Dienstleistungen entsprechend. Diese Kundenorientierung ist kein Schlagwort, sondern fest in unserer Arbeitsweise verankert.

Die Bank erzielt solide Resultate, verfügt über starke Kapitalquoten und bietet ein breites Spektrum von Private Banking bis Advisory. Wie entsteht daraus ein Wettbewerbsvorteil?

Unsere Kundinnen und Kunden sind überwiegend Unternehmerinnen und Unternehmer – aktiv oder im Ruhestand – mit sehr spezifischen Erwartungen an eine Bank. Sie stellen Fragen zur Eigentümerstruktur, zur Stabilität, zur Governance und zur langfristigen Ausrichtung

Da wir keine eigenen Produkte vertreiben, ist unsere Beratung wirklich unabhängig. Zudem investieren wir auf Aktionärsebene gemeinsam mit unseren Kunden. Diese Interessenangleichung verändert den Dialog grundlegend.

Anstatt standardisierte Lösungen zu vertreiben, beginnen wir mit einem konkreten Anliegen und entwickeln darauf abgestimmt eine Investition oder Dienstleistung. Dieser Ansatz trifft den Nerv unternehmerischer Kunden und unterscheidet uns sowohl von Grossbanken als auch von reinen Vermögensverwaltern.

Wie beurteilen Sie den aktuellen Zustand des Schweizer Bankenplatzes?

Die Schweiz bleibt ein einzigartiger Finanzplatz. Ihre zentralen Stärken sind Vertrauen, politische Stabilität, Diskretion und eine ausgeprägte regulatorische Kompetenz. In einer Welt zunehmender geopolitischer Fragmentierung, wachsender Spannungen und regulatorischer Unsicherheit gewinnen diese Qualitäten weiter an Bedeutung.

Für vermögende Personen steht heute nicht mehr primär die Rendite im Vordergrund, sondern der Schutz – von Familie, Vermögen und langfristigem Erbe. Die Schweiz bietet dafür einen institutionellen Rahmen, der seine Widerstandsfähigkeit über Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte, bewiesen hat. Deshalb spielt sie weiterhin eine Schlüsselrolle in der internationalen Vermögensplanung.

Der Schweizer Finanzplatz muss nicht zwingend der innovativste sein, um relevant zu bleiben – insbesondere im Private Banking. Die meisten technologischen Innovationen sind im Retailgeschäft getrieben. Im Segment der Ultra-High-Net-Worth-Individuals liegen die eigentlichen Herausforderungen anderswo: in der Strukturierung komplexer globaler Vermögen, in der generationenübergreifenden Governance und im Erhalt von Vermögen in einem stabilen und berechenbaren Rechtsraum.

Worin unterscheidet sich der Zürcher Markt für Banque Heritage vom Genfer?

Es gibt Unterschiede in den Kundenclustern. Zürich ist stärker auf Europa, Osteuropa und global tätige Unternehmer ausgerichtet, während Genf traditionell engere Verbindungen zu Lateinamerika und internationalen Familienstrukturen aufweist.

Grundsätzlich denken wir jedoch nicht in Standorten. Unsere Arbeitssprache ist Englisch, unser Mindset international, und unsere Kunden bewegen sich selbstverständlich zwischen verschiedenen Hubs. Intern verstehen wir uns als eine integrierte Private-Banking-Plattform – nicht als regionale Silos.

Welche Ambitionen verfolgen Sie aktuell in Zürich?

Wachstum hat zwei Dimensionen: organisch und anorganisch. In letzter Zeit war unser Wachstum ausschliesslich organisch – und sehr stark. Diesen Weg wollen wir konsequent weitergehen.

Ein zentraler Hebel ist die Rekrutierung. Banque Heritage gehört zu den wenigen verbliebenen Privatbanken in der Schweiz, die erfahrene Kundenberater anzieht, die Eigenständigkeit, Kundennähe und Freiheit von übermässiger Bürokratie suchen.

Strategisch wollen wir das vertiefen, was wir am besten können: Vermögensverwaltung, einschliesslich der Zusammenarbeit mit externen Vermögensverwaltern. Wir streben keine unnötige Ausweitung der Geschäftsfelder an. Offene Architektur, starke Partnerschaften und ein klarer Fokus bleiben die Eckpfeiler unseres Modells.

Michael Welti

Banque Heritage

Michael Welti leitet den Bereich Private Banking der Banque Heritage, deren Managing Partner er ist. Mit über dreissig Jahren Erfahrung gilt er heute als anerkannter Experte in der Vermögensverwaltung und in der Finanzberatung. Im Verlauf seiner Karriere hat Michael Welti massgeblich zu strategischen Entwicklungen beigetragen und führende Teams bei renommierten Schweizer Finanzinstituten wie UBS, UBP und REYL Intesa Sanpaolo geleitet. Er ist 2021 zur Banque Heritage gestossen.
Michael Welti verfügt über das Zertifikat Wealth Management Advisor und hat zudem mehrere Executive-Programme am Swiss Finance Institute sowie an der Universität Zürich absolviert.

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    Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.

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      • Anlagestratege
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    Rechenzentren: Das Rückgrat der KI-Ökonomie

    Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz werden Rechenzentren zu zentralen strategischen Infrastrukturen.

    Bis vor wenigen Jahren waren Rechenzentren auf das Speichern von Dateien und den Betrieb von Standardsoftware beschränkt. Heute befinden sie sich mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Als „digitale Fabriken“ konzipiert, müssen sie nun immer komplexere, stromintensivere und latenzempfindlichere KI-Workloads bewältigen. Diese Transformation markiert einen tiefgreifenden strukturellen Wandel in der globalen digitalen Infrastruktur.

    Einer der Hauptkatalysatoren für diese Entwicklung ist die rasche Demokratisierung der KI. Der spektakuläre Aufstieg generativer KI-Tools hat digitale Anwendungen grundlegend verändert. Anfragen steigen explosionsartig, Formate werden komplexer – sie integrieren Text, Bilder und Video. Gleichzeitig wachsen die Erwartungen der Nutzer an Geschwindigkeit und Reibungslosigkeit. Diese Dynamik übt einen beispiellosen Druck auf die bestehenden Rechenleistungen aus.

    Angesichts dieser Nachfrage hat die Branche massive investiert. Die globalen Ausgaben für Rechenzentren haben Rekordwerte erreicht, aber das Angebot hat weiterhin Schwierigkeiten, Schritt zu halten. In grossen Märkten sind die Leerstandsquoten historisch niedrig, was auf einen strukturellen Mangel an KI-Kapazitäten hinweist. Diese Knappheit verleiht den Rechenzentrumsbetreibern mehr Macht, sowohl bei der Preisgestaltung als auch bei der Sicherung langfristiger Verträge mit grossen Tech-Unternehmen.

    Dieses Phänomen beschränkt sich nicht mehr auf die Vereinigten Staaten. Während die USA dank ihrer technologischen Führungsrolle weiterhin an vorderster Front stehen, internationalisiert sich KI rasch. Europa, China und andere Schlüsselregionen beschleunigen den Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur, um ihre technologische Souveränität und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen. Weltweit könnte sich der Energieverbrauch der Rechenzentren bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als verdoppeln, was das Ausmass der noch benötigten Investitionen verdeutlicht.

    In diesem Zusammenhang sind Rechenzentren eine strategische Säule der KI-Wirtschaft. Sie sind längst mehr als reine technische Infrastruktur – sie sind kritische Vermögenswerte für Wachstum, Resilienz und digitale Transformation. Für Akteure, die diese Anforderungen vorhersehen und schnell geeignete Kapazitäten bereitstellen können, ergeben sich enorme Chancen.

    Andrew Ye

    Andrew Ye kam 2024 als Anlagestratege zu Global X ETFs. Er ist für die Abdeckung der Themenbereiche Disruptive Technology und People & Demographics verantwortlich. Er hat einen Doppelabschluss in Wirtschaft und Recht (University of New South Wales, Australien) und ist CFA Charterholder.

    Prospekte und KID-Dokumente sind erhältlich unter www.globalxetfs.eu

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      Caution

      Investment-Lösungen

        • Markus Geiger
        • Head of Private Debt
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      « Für Private Debt empfehlen wir unseren Kunden, mit Vorsicht zu investieren »

      In den USA haben im Herbst die Insolvenzen von First Brands und Tricolor die Debatte über die Entwicklung des Private-Debt-Marktes neu entfacht. Zwischen zunehmendem Wettbewerbsdruck, einer Lockerung der Underwriting-Standards und der breiteren Öffnung einer Anlageklasse, die historisch einem engen Investorenkreis vorbehalten war, werfen diese Ereignisse Fragen zur Tragfähigkeit des Modells auf. Markus Geiger analysiert die Situation.

      Von Levi-Sergio Mutemba

      Ist die Insolvenz von First Brands symptomatisch für den tatsächlichen Zustand des Private Credit?

      In den USA sorgen einzelne Fälle derzeit für Schlagzeilen, etwa jener von First Brands. Diese Beispiele werden häufig herangezogen, um eine Verschlechterung der Qualität – konkret im Bereich Private Credit – zu illustrieren. Zur Einordnung ist jedoch festzuhalten, dass First Brands, ein Unternehmen aus dem Automobilsektor, Betrug begangen hat, genauer gesagt durch die mehrfache Verpfändung desselben Sicherungsobjekts bei verschiedenen Kreditgebern. Zudem entfielen lediglich rund 2 % der Bilanz auf Private-Debt-Finanzierungen. Der Fall ist daher nicht zwingend repräsentativ für das, was im Bereich der privaten Fremdfinanzierung – insbesondere im Segment des Corporate Direct Lending – üblich ist.

      Wie beurteilen Sie vor diesem Hintergrund die Underwriting-Standards und -Prozesse?

      Ein Ereignis wie jenes bei First Brands kann in einem zunehmend kompetitiven Markt immer vorkommen. Derzeit sind die Bedingungen auf den Private-Debt-Märkten zwar eher kreditnehmerfreundlich, liegen aber unter den Niveaus von 2021, wie beispielsweise der William-Blair-Index zeigt. Unser erster Senior-Loan-Fonds wurde im Sommer 2020 lanciert und investierte zu einem Zeitpunkt mit höheren Bewertungsniveaus als heute, ohne dass wir dabei auf Qualitätskriterien verzichtet hätten. Zudem sind die Eigenkapitalquoten im Vergleich zu den historischen Höchstständen der Kreditstatistiken heute deutlich höher – bei rund 61 % gegenüber 38 % damals – und die Verschuldungsgrade moderater, nämlich etwa das Fünffache heute gegenüber dem Siebenfachen im Jahr 2020.

      Spiegelt sich das in tieferen Ausfallraten wider?

      Die Ausfallraten bewegen sich im langfristigen Durchschnitt von rund 3 %. Transaktionen, die von Private-Equity-Fonds unterstützt werden, weisen tiefere Ausfallraten auf als sogenannte sponsorlose Transaktionen ohne Unterstützung eines Investmentfonds. Der wichtigste Auslöser für Ausfälle ist der Verschuldungsgrad, der für rund 26 % der Defaults verantwortlich ist. Das Marktsegment, in dem wir tätig sind – das Lower-Mid-Market-Segment –, zeichnet sich durch restriktivere Strukturen aus als grössere Deals, mit tieferem Leverage und einem geringeren Verhältnis von Kredit zu Unternehmenswert.

      Wie gehen Sie mit Sicherheitenklauseln beziehungsweise Covenants um? Welches Schutzniveau verlangen Sie?

      Wir gehen keine Engagements ein, wenn die Covenant-Struktur nicht unseren Anforderungen entspricht. Hundert Prozent unserer Investitionen enthalten Covenants mit einem hohen Schutzniveau, etwa begrenzte EBITDA-Normalisierungen oder quartalsweise Tests.

      Wie erklären Sie Ihren Kunden nach den genannten Ereignissen Ihre Herangehensweise an Private Credit?

      Unsere Vorgehensweise war von Beginn an vorsichtig und ist seit Lancierung unserer Strategie im Jahr 2018 unverändert geblieben. Ziel ist es, in qualitativ hochwertige Transaktionen zu investieren, und diesen Ansatz verfolgen wir konsequent weiter. Das wird zunehmend wichtiger. Wir raten unseren Kunden, mit Bedacht zu investieren und nicht ausschliesslich auf die Rendite zu schauen, sondern auch die Risiken der zugrunde liegenden Anlagen sorgfältig zu analysieren.

      Kann Private Credit Ihrer Ansicht nach skaliert werden, ohne Risiken für die Finanzstabilität zu schaffen, obwohl attraktive private Anlagemöglichkeiten naturgemäss begrenzt sind?

      Der Private-Debt-Markt wächst und wird zunehmend attraktiver, dennoch ist Vorsicht geboten. Der Markt dürfte weiter expandieren und dabei genügend qualitativ hochwertige Transaktionen bieten. Entscheidend ist aus Sicht des Asset Managers die Erfahrung, um Chancen und Risiken richtig einzuordnen. Die Beurteilung der Qualität eines Managers ist für Retail-Kunden möglicherweise weniger einfach, doch die Ausweitung dieses Angebots dürfte auch zu einer verstärkten Aufmerksamkeit seitens der Regulatoren für diese Produktkategorie führen.

      Ein weiteres Risiko für Retail-Kunden ist die Liquidität, insbesondere bei Produkten mit Laufzeiten von acht bis zehn Jahren. Es ist zentral, dass Kunden klar über die Risiken informiert sind und die Illiquidität der zugrunde liegenden Anlagen verstehen. Semi-liquide Lösungen wie ELTIF 2.0 wurden eingeführt, um diesen Aspekten Rechnung zu tragen.

      Wäre es für das Shadow Banking nicht besser, im «Schatten» zu bleiben?

      Das ist eine berechtigte Frage, die auch aus regulatorischer Sicht gestellt werden sollte. Auf der Seite der Debt-Funds ist zunehmend Fremdkapital im Einsatz, wobei der Leverage häufig von Banken bereitgestellt wird. Das kann systemische Risiken schaffen. Dieser Markt ist längst kein Nischenmarkt mehr, sondern gewinnt stetig an Bedeutung, was auch ein stärkeres Engagement von Akteuren wie Regulatoren oder insbesondere Zentralbanken nach sich ziehen dürfte.

      Markus Geiger

      Oddo BHF

      Markus Geiger ist seit 2018 bei Oddo BHF tätig und fungiert als Managing Director. Er präsidiert das Advisor Credit Committee und verantwortet die Verwaltung sowie die Weiterentwicklung des Private-Debt-Geschäfts innerhalb der Gruppe. Er promovierte an der Universität zu Köln und verfügt über einen Masterabschluss der ESCP Europe.

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        Crunching

        EAM-Lösungen

        • Interview mit Monira Lehbili
        • Territory Data Protection Officer
        • HSBC Schweiz

        Daten: von der regulatorischen Pflicht zum Innovationshebel

        Angesichts der zunehmenden regulatorischen Anforderungen – DSG, FINMA, NIS 2 – wird der souveräne Umgang mit Daten immer mehr zu einem strategischen Imperativ. Anlässlich der Lancierung eines neuen Zertifikats durch das ISFB erläutert Monira Lehbili, Expertin für Datenschutz, weshalb Data Governance längst über reine Compliance hinausgeht und sich zu einem echten Wettbewerbsvorteil sowie zu einem Innovationshebel für die Schweiz entwickelt hat.

        Von Levi-Sergio Mutemba

        Worin liegt der Unterschied zwischen Datenschutz und Data Governance?

        Diese beiden Konzepte lassen sich nicht getrennt voneinander betrachten. Data Governance ist die operative Umsetzung der regulatorischen Vorgaben, die sich aus Regelwerken wie dem schweizerischen Datenschutzgesetz, dem FINMA-Rundschreiben 2023-01 oder NIS 2 sowie dem AI Act unserer europäischen Nachbarn ergeben. Governance übersetzt diese regulatorischen Anforderungen in konkrete Regeln für den Alltag. Der Datenschutz hingegen fokussiert sich auf personenbezogene Daten und die Rechte der betroffenen Personen. Letztlich sind diese beiden Ansätze untrennbar miteinander verbunden: Ohne Governance bleibt Datenschutz theoretisch.

        An wen richtet sich die neu lancierte Ausbildung des ISFB?

        An alle Personen, die im beruflichen Alltag mit Daten arbeiten. Die Ausbildung vermittelt praxisnahe Kenntnisse im Bereich Datenmanagement. Es geht nicht nur darum, Daten zu verstehen und zu kontrollieren, sondern auch darum, die mit Daten verbundenen Herausforderungen gezielt zu nutzen.

        Richtet sich diese Ausbildung ausschliesslich an Fachpersonen aus dem Bankensektor?

        Der Finanzsektor gehört zwar zur primären Zielgruppe. Dennoch kann grundsätzlich jede Person, die im Alltag mit Daten umgeht, von dieser Ausbildung profitieren – allein schon, um die zentralen Fragestellungen rund um Datenmanagement besser zu verstehen. Häufig werden Daten verarbeitet, ohne dass man sich dessen bewusst ist. IT-Fachpersonen hingegen zählen nicht zu den primären Zielgruppen, da die Ausbildung vor allem die Grundlagen der Datenbewirtschaftung vermittelt und sich an datenunerfahrene Personen richtet.

        Wie ist es möglich, Daten zu verarbeiten, ohne sich dessen bewusst zu sein? Gibt es konkrete Beispiele?

        Wenn man sich beispielsweise auf personenbezogene Daten konzentriert, gilt aus einer strengen Perspektive jede Information, die eine Person identifizierbar macht, als personenbezogene Angabe. Ein einfaches Beispiel ist das Kontrollschild eines Fahrzeugs: Es erlaubt die Identifikation des Fahrzeughalters und stellt somit eine personenbezogene Information dar. In der beruflichen Praxis ist jedoch nicht immer offensichtlich, dass Daten verarbeitet werden. Als DPO bin ich mehrfach auf Situationen gestossen, in denen Personen überzeugt waren, keine Daten zu bearbeiten – obwohl dies faktisch der Fall war.

        Wann kann man sagen, dass Daten wirklich beherrscht werden?

        Eine risikoadäquate und fundierte Datenbeherrschung ist zentral für Datenschutz und Data Governance. In der Praxis bedeutet dies unter anderem, die Art der verarbeiteten Daten genau zu kennen, zu wissen, ob sie für das Unternehmen wesentlich oder kritisch sind, ob sie aktuell und ausreichend geschützt sind. Ebenso wichtig ist die Kenntnis ihres Speicherorts – was bisweilen durchaus Überraschungen bereithält. Beim Thema Datenbeherrschung spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Entscheidend ist zudem, dass diese Aspekte immer im Verhältnis zu den Risiken betrachtet werden, die aus der jeweiligen Datenverarbeitung entstehen können.

        Wo steht die Schweiz in Bezug auf Datenschutz und Data Governance?

        Die Schweiz profitiert von ihrem Ruf der Exzellenz, der auf einer konkreten Realität basiert. Eine solide Datenschutzpraxis und eine verlässliche Data Governance stellen einen echten Wettbewerbsvorteil dar. Unternehmen, die ihre Daten strukturiert und sicher verwalten, werden von Partnern als verlässliche Akteure wahrgenommen. Darüber hinaus wirken qualitativ hochwertige Unternehmensdaten als Katalysator für Innovation und den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Denn KI ist nur dann zuverlässig, wenn die zugrunde liegenden Daten korrekt und strukturiert sind. Wie mir meine IT-Kollegen stets sagen: ganz einfach – garbage in, garbage out.

        Monira Lehbili

        HSBC Schweiz

        Monira Lehbili verantwortet den Datenschutz bei HSBC Schweiz. Als anerkannte Expertin auf dem Finanzplatz war sie zuvor als Data Protection Officer bei Lombard Odier und BNP Paribas Schweiz tätig. Ihr beruflicher Werdegang, der interne Revision, Risikomanagement und Governance vereint, verschafft ihr eine strategische Sicht auf Daten als Hebel für Innovation, regulatorische Konformität sowie Cloud- und KI-Sicherheit.

         

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        • Interview mit Mario Pfiffner
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        «Die FINMA sollte die strukturellen Besonderheiten der uVV stärker berücksichtigen.».

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        Wie beurteilen Sie den aktuellen Zustand des EAM-Sektors in der Schweiz?

        Der Schweizer Markt für unabhängige Vermögensverwalter präsentiert sich solide und gut etabliert. Er profitiert von der starken Finanzinfrastruktur der Schweiz, seiner politischen Stabilität und der langjährigen Reputation als globales Zentrum der Vermögensverwaltung. Die mit der Umsetzung von FINIG und FIDLEG geschaffene regulatorische Klarheit hat Transparenz und Professionalität in der gesamten Branche nachhaltig gestärkt. Gleichzeitig hat sie insbesondere bei kleineren und mittleren Akteuren Druck für eine zunehmende Konsolidierungswelle ausgelöst, da steigende Kosten für Compliance, Prüfungen und Reporting zunehmend belasten. Trotz anhaltendem Wettbewerbsdruck und Margenkompression sind Schweizer EAMs dank ihrer Expertise, Unabhängigkeit und der engen, vertrauensbasierten Kundenbeziehungen hervorragend positioniert.

        Mit welchen zentralen Herausforderungen sind EAMs heute konfrontiert?

        Regulatorische und Compliance-Anforderungen stellen nach wie vor die grösste Herausforderung dar, da sie die operative Komplexität und die Kosten erhöhen – insbesondere für kleinere Unternehmen. Der Margendruck hat sich durch höhere Gebührentransparenz, intensiven Wettbewerb und die breite Verfügbarkeit kostengünstiger Anlageprodukte weiter verschärft. Gleichzeitig stehen EAMs unter Druck, in Digitalisierung und Technologie zu investieren, um den steigenden Kundenerwartungen gerecht zu werden und Effizienzgewinne zu erzielen – häufig ohne ausreichende Skaleneffekte. Auch die Gewinnung von Talenten und die Nachfolgeplanung sind anspruchsvoll, da erfahrene Berater sich dem Ruhestand nähern und jüngere Fachkräfte flexiblere, technologiegetriebene Arbeitsumfelder suchen. Parallel dazu steigen die Erwartungen der Kunden in Bezug auf Transparenz, Nachhaltigkeit und individuell zugeschnittene Anlagelösungen.

        Was sollte die FINMA aus Ihrer Sicht besser über die Realität unabhängiger Vermögensverwalter verstehen?

        Die FINMA sollte die strukturellen Rahmenbedingungen, unter denen EAMs tätig sind, stärker berücksichtigen – insbesondere ihre begrenzte Grösse und Ressourcenbasis im Vergleich zu Banken und grossen Finanzinstituten. Einheitliche regulatorische Anforderungen sind zwar gut gemeint, führen jedoch häufig zu einer unverhältnismässigen operativen und finanziellen Belastung für kleinere Anbieter und lenken Managementkapazitäten von der Kundenbetreuung und dem eigentlichen Risikomanagement ab. Unabhängige Vermögensverwalter sind in der Regel eigentümergeführte, unternehmerisch geprägte Gesellschaften mit schlanken Strukturen, starkem Kundenfokus und begrenzter Fähigkeit, regulatorische Komplexität aufzufangen. Dennoch leisten sie einen wichtigen Beitrag zu Wettbewerb, Beschäftigung und Innovation im Schweizer Wealth-Management-Ökosystem und spielen eine wichtige Rolle bei der Sicherung von Kundenwahlfreiheit und Marktdiversität.

        Wenn Sie der FINMA heute eine zentrale Botschaft vermitteln könnten, welche wäre das?

        Die überwiegende Mehrheit der unabhängigen EAMs handelt verantwortungsvoll, professionell und klar im besten Interesse ihrer Kundinnen und Kunden. Mit rund 1’500 EAMs unter FINMA-Aufsicht ist ein pragmatischer, verhältnismässiger und risikobasierter Ansatz entscheidend. Alle Marktteilnehmer pauschal als potenzielle Problemfälle zu behandeln, belastet gut funktionierende Unternehmen unnötig und bindet Aufsichtsressourcen, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden könnten. Ein stärker differenzierterer Aufsichtsansatz würde sowohl den Anlegerschutz als auch die langfristige Nachhaltigkeit des Sektors wirksam stärken.

        Welche strukturellen Veränderungen werden den EAM-Markt in den nächsten fünf Jahren am stärksten prägen?

        Der Sektor wird weiterhin massgeblich durch regulatorisch getriebene Konsolidierung geprägt sein, da Compliance- und Kostendruck zunehmen werden. Digitalisierung und Automatisierung gewinnen weiter an Bedeutung: Der verstärkte Einsatz von Portfolio-Management-Systemen, Datenanalytik und digitalen Kundentools wird zu einem entscheidenden Faktor für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Auch demografische Entwicklungen und veränderte Kundenerwartungen – etwa durch den Generationenwechsel, höhere Transparenzanforderungen sowie die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen und wirkungsorientierten Anlagelösungen – werden den Markt verändern. Zudem dürfte sich die Zusammenarbeit zwischen EAMs, Banken und Fintech-Anbietern weiter intensivieren. Solche Partnerschaften ermöglichen es unabhängigen Vermögensverwaltern, auf leistungsfähige Infrastrukturen zuzugreifen, ohne ihre unternehmerische Unabhängigkeit aufzugeben.

        Wie würden Sie die aktuelle Positionierung von Invest Partners beschreiben?

        Invest-Partners positioniert sich als professionelle und unabhängige Schweizer Portfolio-Management-Plattform, aufgebaut von und für erfahrene Privatebanker und Portfoliomanager. Als Senior-Partner-Netzwerk organisiert, verbindet das Unternehmen institutionelle Investmentprozesse, klare Governance-Strukturen und ein professionelles Risikomanagement mit der Flexibilität für massgeschneiderte Kundenlösungen. Ein starkes und gut koordiniertes Administrationsteam stellt umfassende operative Unterstützung in den Bereichen Compliance, Reporting, IT und Governance sicher. Dadurch können sich die Partner vollständig auf das Portfolio Management sowie auf die Pflege langfristiger Kundenbeziehungen konzentrieren.Transparenz, Interessenausrichtung und langfristige Partnerschaften bilden die zentralen Pfeiler der Positionierung und Unternehmenskultur der Invest-Partners.

        Wo sehen Sie aktuell die attraktivsten Wachstumsmöglichkeiten für Invest-Partners?

        Diese ergeben sich aus der fortschreitenden Konsolidierung im EAM-Sektor sowie aus der wachsenden Zahl erfahrener Fachkräfte, die den Schritt in die Unabhängigkeit suchen. Insbesondere Senior-Portfoliomanager aus bestehenden EAM-Strukturen sowie Privatebanker, die traditionelle Banken verlassen, stellen ein starkes Wachstumspotenzial dar. Viele suchen unternehmerische Freiheit, einen stärkeren Fokus auf echte Kundenbetreuung und ein ausgewogeneres berufliches Umfeld. Invest- Partners ist hervorragend positioniert, um diese Persönlichkeiten anzusprechen: mit einer stabilen, auf Swissness fokussierten Plattform, moderner IT-Infrastruktur, institutionellen Portfolio-Management-Tools und umfassender administrativer Unterstützung die es den Partnern ermöglicht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren – exzellente Anlagestrategien umzusetzen und langfristige Kundenbeziehungen zu pflegen.

        Welche Art von Unterstützung bietet Invest-Partners seinen Partnern?

        Wir bieten institutionelle Unterstützung in allen zentralen nicht-investmentbezogenen Funktionen, darunter Regulierung und Compliance, Risikomanagement, rechtliche und Governance-Strukturen, Finanzen und Reporting sowie IT-Infrastruktur. Ein erfahrenes Administrationsteam fungiert als zentrale Serviceeinheit für das Partnernetzwerk und sorgt für Konsistenz, Effizienz und regulatorische Stabilität. Künftig werden diese Funktionen durch weitere Digitalisierung, Automatisierung und Skalierung kontinuierlich weiterentwickelt – mit dem Ziel, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig hohe professionelle und regulatorische Standards zu sichern.

        Wie viele Partner haben Sie heute?

        Invest-Partners zählt derzeit 30 Partner. Das Wachstum erfolgt bewusst selektiv und mit Augenmass, mit einem klaren Fokus auf kulturelle Passung und professionelle Qualität statt auf reine Größenexpansion. Dank skalierbarer Infrastruktur, erfahrener administrativer Unterstützung und eines robusten operativen Rahmens verfügt die Plattform über ausreichende zusätzliche Kapazitäten, um organisch zu wachsen und dabei ihre hohen Ansprüche an Qualität, Governance und Kundenservice konsequent zu wahren.

        Wie gehen Sie mit Anlagelösungen wie Private Markets und Digital Assets um?

        Private Markets und digitale Vermögenswerte werden diszipliniert, selektiv und konsequent kundenorientiert eingesetzt. Diese Anlageklassen kommen dort zum Einsatz, wo sie klare Diversifikationsvorteile bieten und zum Risikoprofil, Anlagehorizont und zu den Gesamtzielen des Kunden und seines Portfolios passen. Private Markets stehen derzeit nicht im Fokus, da viele Kunden Liquidität, Transparenz und Flexibilität priorisieren. Digitale Assets werden vorsichtig und bevorzugt über regulierte, handelbare Anlageprodukte eingesetzt, statt über Direktinvestitionen – insbesondere aus Gründen der Governance, Bewertung, Liquidität und operativen Effizienz.

        Welche Art von Asset Managern möchten Sie gewinnen, und welches Partnermodell bieten Sie an?

        Invest-Partners richtet sich gezielt an erfahrene, unternehmerisch denkende Portfoliomanager, die Unabhängigkeit, Eigenverantwortung und langfristige Kundenbeziehungen schätzen. Kulturelle Passung, Integrität und ein ausgeprägter Client-first-Ansatz sind zentral. Das Partnermodell verbindet unternehmerische Freiheit mit einer starken institutionellen Plattform, geteilter Infrastruktur und zentralen Supportfunktionen – bei gleichzeitig hoher Autonomie, klarer wirtschaftlicher Beteiligung und enger Interessenangleichung zwischen Partnern und Kunden.

        Was wünschen Sie sich für die Zukunft der unabhängigen Vermögensverwaltung?

        Der Sektor würde von einer stärkeren, sichtbaren und besser koordinierten Interessenvertretung deutlich profitieren. Die Fragmentierung über verschiedene Verbände und Interessengruppen schwächt die Fähigkeit der Branche regulatorische und politische Themen kohärent zu adressieren. Eine glaubwürdige Dachorganisation, die gemeinsame Kernanliegen wie verhältnismässige Regulierung, Rechtssicherheit und operative Umsetzbarkeit vertritt, kombiniert mit strukturierteren Möglichkeiten für fachlichen Austausch und Networking, würde den Zusammenhalt, die Sichtbarkeit und die langfristige Nachhaltigkeit des Sektors im Schweizer Finanzökosystem nachhaltig stärken.

        Mario Pfiffner

        Invest-Partners Wealth Management

        Seit Februar 2010 ist er bei der Invest-Partners Wealth Management in Zürich tätig, wo er seit dem Management-Buyout im Juli 2019 die Rolle des CEO innehat. In dieser Rolle verantwortet er die strategische Führung der Plattform für unabhängige Vermögensverwalter. Mario Pfiffner begann seine berufliche Laufbahn bei der St. Galler Kantonalbank, wo er nach einer Banklehre und einem betriebswirtschaftlichen Studium an der Kaderschule Zürich verschiedene Generalistenfunktionen übernahm.

         

        EAM-Lösungen
        Awards

        Awards

        Nicole Curti
        Alliance of Swiss Wealth Managers
        « Das Segment der unabhängigen Vermögensverwalter wird heute als strukturierendes Element der Branche anerkannt ».

        SPHERE

        The Swiss Financial Arena

        Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt und vernetzt SPHERE die Community der Schweizer Finanzbranche. SPHERE ermöglicht den Austausch, sei es mit dem vierteljährlich erscheinenden Magazin, den beiden Sonderausgaben für institutionelle Anleger, der Website, den Newsletter und den Veranstaltungen, die das ganze Jahr hindurch durchgeführt werden. Toutes les parties prenantes de la finance, l’un des plus importants secteurs économiques de Suisse, ont ainsi à leur disposition une plateforme où il leur est possible d’échanger, de s’informer et de progresser.