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Investment Lösungen

  • Corrado Varisco
  • Leiter Research
  • bridport & cie

Refinanzierungsschwierigkeiten für amerikanische CRE Loans in Sicht

In den USA beschäftigte sich ein kürzlich erschienener Bericht des National Bureau of Economic Research mit der heiklen Situation bei gewerblichen Immobilienkrediten – den CRE Loans – und ihre möglichen Auswirkungen auf die Stabilität des US-Bankensystems. Corrado Varisco liefert hier eine Analyse des Berichts.

Francesco Mandala

In den USA beschäftigte sich ein kürzlich erschienener Bericht des National Bureau of Economic Research mit der heiklen Situation bei gewerblichen Immobilienkrediten – den CRE Loans – und ihre möglichen Auswirkungen auf die Stabilität des US-Bankensystems. Corrado Varisco liefert hier eine Analyse des Berichts.

Der Markt für gewerblichen Immobilienkredite in den USA sorgt für Schlagzeilen. Viele Projekte weisen bereits negatives Eigenkapital – mit einem Loan to Value von über 100% – und/oder einen negativen Cashflow auf.

In den USA macht diese Art von Schulden mehr als 6’000 Milliarden Dollar aus, von denen die Banken fast die Hälfte halten. Nun muss in den nächsten zwei bis drei Jahren die Mehrheit dieser Schulden refinanziert werden. Allein für 2024, so Goldman Sachs, geht es um 929 Milliarden US-Dollar. Wenn sich nun die Zinsen für diese Kredite verdoppeln oder sogar verdreifachen werden, könnte die Situation für iele potenziell explosiv werden.

In unmittelbarer Zukunft verstärkt sich dadurch der Druck auf die Bilanzen amerikanischer Banken. Diese sind bereits im Nachgang der starken Straffung der Geldpolitik im Jahr 2022 geschwächt worden.

Die Korrektur des Marktwerts ihrers Vermögens wird auf mehr als 2´0000 Milliarden Dollar geschätzt. Die Bankenkrise vom März 2023 scheint für viele Anleger bereits in weiter Ferne, doch bei näherer Betrachtung stehen die Bilanzen vieler Banken immer noch auf der Kippe. Die nicht realisierten Verluste ihrer Anlagepapiere beliefen sich im vierten Quartal 2023 auf 478 Milliarden Dollar.

Hinzu kommen die nun die kurzfristigen Schwierigkeiten, welche die CRE-Kredite mit sich bringen. Diese leiden zusätzlich unter den Auswirkungen steigender Zinssätze auf ihren Nominalwert, aber auch unter der Erhöhung ihrer Finanzierungskosten, sowie dem Risiko einer Rezession, sowie eine sinkende Nachfrage nach Büros durch die Einführung hybrider Arbeitsmethoden.

Nach dem jüngsten Rückgang der Immobilienwerte ergab die Studie des National Bureau of Economic Research, dass etwa 14 % aller Kredite und 44 % der Kredite für Büroflächen eine „negative Eigenkapitalposition“ aufweisen. Darüber hinaus könnten rund ein Drittel aller Kredite und die Mehrheit der Bürokredite auf erhebliche Liquiditätsprobleme und Refinanzierungsschwierigkeiten stossen, nicht nur aufgrund der hohen Beileihungsquote, sondern auch aufgrund der niedrigen Deckungsquoten.

Wenn also die Zinssätze hoch bleiben und sich die Immobilienwerte nicht erholen, könnten die Ausfallraten möglicherweise Niveaus erreichen, die mit der Grossen Rezession vergleichbar oder sogar höher sind – also in der Grössenordnung von 10 bis 20% liegen. Beispielsweise würde ein Zinssatz von 10 % für Gewerbeimmobilienkredite zu zusätzlichen Bankverlusten in der Höhe von etwa 80 Milliarden US-Dollar führen. Wenn die Zinssätze jedoch auf das Anfang 2022 geltende Niveau zurückkehren würden, würde keiner dieser Kredite scheitern.

Die Analyse des NBER zeigt aber auch, dass die Schwierigkeiten der CRE Dutzende, wenn nicht sogar einige hundert eher kleine Regionalbanken dazu bringen können, sich den grösseren Banken anzuschliessen. Diese sind wiederum dem Risiko einer Solvenzkrise ausgesetzt, was die Stabilität des gesamten US-Bankensystems gefährden würde.

Diese Faktoren werden somit zwangsläufig starke Auswirkungen auf die Geldpolitik, die Überwachung von Bankrisiken und die Finanzstabilität haben. Ein solides Bankensystem ist für eine effiziente Übertragung der Geldpolitik unerlässlich.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Fed stärker auf die potenziellen Risiken einer zweiten Inflationswelle konzentriert oder ob sie ihre Zinsen senken wird und so die Risiken für das US-Bankensystem mildern kann.

Corrado Varisco

bridport & cie

Corrado Varisco bekleidet seit letztem Jahr die Position des Head of Research bei bridport & cie. Varisco verfügt über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung an den Anleihemärkten mit Schwerpunkt auf hochverzinslichen Anleihen und Schwellenländeranleihen. Er begann seine berufliche Laufbahn 2021 bei der BSI Bank in Lugano als Analyst. Später wurde er Co-Leiter des dezentralisierten Portfoliomanagements für das Lateinamerika-Team von BSI. Im Jahr 2011 wechselte Varisco zur CBH Bank in Genf, wo er als Leiter des Angebots und der Analyse von Anleihen tätig war. Dort war er auch als Portfoliomanager tätig.

Allokation

  • Interview mit Amaury Jordan
  • Mitglied des Verwaltungsrats
  • Alpha Leonis Partners

«Gebrauchsanweisungen für Private-Equity Anleger beginnen mit dem Stichwort “Geduld“ »

Amaury Jordan, der Gründer von Avalor, ist dem Verwaltungsrat der Zürcher Private-Equity-Boutique Alpha Leonis Partners beigetreten. Es geht dabei darum, für die Boutique den Kundenstamm zu erweitern. Er selbst will die Gelegenheit nutzen, seine Kenntnisse von Privatmärkten zu vertiefen.

Was ist der Tätigkeitsbereich von Alpha Leonis?

Es handelt sich um einen Private-Equity-Spezialisten mit Sitz in Zürich und New York. Die Kern-aktivitäten umfassen Beratung, Co-Investitionen, Fondsbeteiligungen sowie ausgelagerte CIO-Dienstleistungen und Liquiditätslösungen rund um das Private-Equity Kerngeschäft. Ursprünglich wurde Alpha Leonis gegründet, um ein Stiftungsvermögen zu verwalten, dessen Ursprung im gesundheitlich/medizinischen Bereich liegt. Der Stiftungsrat hatte beschlossen, dass ein wesentlicher Teil des resultierenden Vermögens der Krebsforschung dienen soll. Das hat mich an diesem Abenteuer fasziniert.

Welche Rolle wollen Sie für Alpha Leonis wahrnehmen?

Seit der Gründung 2017 erzielt Alpha Leonis anlageseitig beachtlichen Erfolg; ihr Kundenstamm besteht jedoch weiterhin im Wesentlichen aus «Friends and Family.» Ziel ist es, mit dem Team Strategien zu entwickeln, um diesen Kundenstamm zu erweitern. Im Gegensatz zu den USA, wo Networking ein Grundprinzip des Venture Capital ist, scheint mir die Welt des Private Equity hier-zulande noch immer recht abgeschottet zu sein. Wir werden unter anderem versuchen, mit Ko-operationen den Kreis von Private Equity Investoren zu erweitern.

Was sind die Prioritäten von Alpha Leonis? Suchen Sie nach Investoren oder nach Unternehmen, in die Sie investieren wollen?

Ja, Alpha Leonis konzentriert sich auf beide Bereiche. Sie suchen sowohl Partner, die investieren wollen, als auch Unternehmen, die Finanzmittel für ihr Wachstum benötigen. Bisher galt ihre Aufmerksamkeit eher etablierten Unternehmen, welche dank hervorragender «Intellectual Property» branchenführend sind und Wachstum generieren. Einige neuere Mandate haben aller-dings einen stärkeren Fokus auf Start-ups.

Wie kann Avalor, der Vermögensverwalter, den Sie in Zürich gegründet haben, von dieser Verbindung mit Alpha Leonis profitieren?

Generell ist es für unabhängige Vermögensverwalter wichtig, mehr über die Besonderheiten von Private-Equity zu erfahren. Vermögensverwalter müssen diese Anlageklasse viel besser beherrschen und gangbare Wege finden, sie in den Portfolios der Kunden zu integrieren. Warum sage ich das? Nehmen Sie als Beispiel den markanten Rückgang börsenkotierter Gesellschaften in den USA. Unternehmer haben immer weniger Lust, sich an der Börse um Finanzierungen zu bemühen. Sie bleiben lieber in privaten Kreisläufen, wo viele Investoren nicht nur Geldgeber sind, sondern zusätzlich als strategische Partner dienen können, die in der Lage sind, zur Entwicklung der Firma beizutragen. Für Vermögensverwalter ist es unerlässlich, diese grossen Veränderungen zu verfolgen; es sind Themen, die ich mit Alpha Leonis, einem der führenden unabhängigen Akteure im Private Equity Sektor, vertiefen möchte.

Was ist Ihrer Meinung nach der beste Weg, um an Private Equity heranzukommen?

Es führen verschiedene Wege nach Rom. Am wichtigsten ist es jedoch zu verstehen, dass es sich um illiquide Investitionen handelt; mit diesem Aspekt der Langfristigkeit muss man sich ernsthaft auseinandersetzen. Zunehmend entscheiden Unternehmen, im privaten Besitz zu bleiben, um diesem langfristigen Rahmen besser Rechnung zu tragen. Zwar werden für Private Equity Sekundärmärkte und Handelsplattformen ausgebaut, um Anlegern, die mit dieser Langfristigkeit am Ende doch nicht mithalten können oder wollen, einen Ausstieg zu ermöglichen, aber man muss sich nichts vormachen: ein vorzeitiger Verkauf bedeutet fast zwangsläufig einen mehr oder weniger grossen Abschlag. Gebrauchsanweisungen für Private-Equity Anleger beginnen mit dem Stichwort «Geduld.»

Amaury Jordan

Alpha Leonis Partners

Amaury Jordan ist dem Vorstand von Alpha Leonis Partners beigetreten. Er ist ausserdem Gründer und Partner von Avalor, deren CEO er bis 2021 war. Heute verbringt er seine Zeit zwischen Singapur und Zürich und ist als aktives Vorstandsmitglied von TriLake Partners tätig, einem Vermögensverwalter, den er 2011 mitbegründet hat. Bevor er 2005 Avalor gründete, arbeitete er für Brown Brothers Harriman in New York und Zürich, danach für Lombard Odier und Infidar Vermögensberatung, wobei er in Zürich blieb. Darüber hinaus gründete er die Swiss CFA Society, deren Präsident er war, und war auch an der Gründung der Allianz der Schweizer Vermögensverwalter, der ASV/ASWM, beteiligt. Amaury Jordan ist Absolvent der American University of Paris und der Fletcher School of Law and Diplomacy.

 

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    • Hossein Fezzazi
    • COO
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    Fünf wichtige Massnahmen im Bereich Cybersicherheit für UVVs

    Die Bedrohungen und die Angriffe nehmen zu und sie werden immer raffinierter. Die Cybersicherheit ist daher zu einer Priorität für Vermögensverwalter geworden. Dabei geht es vor allem um den Schutz der Kundendaten. Hossein Fezzazi beschreibt hier die wichtigsten Massnahmen, die Sie ergreifen können, um die Risiken so weit wie möglich zu begrenzen.

    Finanzdienstleister verfügen über eine Fülle von Kundendaten, was sie ständig zum Ziel von Angriffen durch Cyberkriminelle macht. Angesichts der zunehmenden Abhängigkeit der Unternehmen von der Technologie, der rasanten Zunahme von Remotearbeit und neuen Werkzeugen von Kriminellen, wie zum Beispiel der generativen KI, entwickeln sich diese Bedrohungen immer schneller. Im Bereich der Cybersicherheit muss man feststellen, dass das, was gestern funktioniert haben mag, heute nicht mehr ausreicht. Daher ist es für Finanzinstitute aller Grössen und Fachrichtungen von entscheidender Bedeutung, ihre Verteidigungsmassnahmen zu verstärken.

    Unabhängige Vermögensverwalter müssen diese wachsenden Bedrohungen proaktiv angehen. Aus gutem Grund: Die Vorschriften der FINMA zur Einhaltung der Richtlinien für IT-Systeme sind klar und anspruchsvoll. Darüber hinaus handelt es sich nicht nur um eine Frage der Compliance, sondern auch der Sicherheit.

    Was sind also die wichtigen Vorkehrungen, die Sie jetzt treffen sollten, um die Sicherheit der eigenen Organisation zu gewährleisten und die finanzielle Stabilität der Kunden zu schützen? Nachfolgend führen wir einige Antworten in fünf Hauptpunkten auf.

    1. Bilden Sie sich (und Ihr Team) weiter

    Da sich die Bedrohungen aus dem Internet ständig weiterentwickeln, ist es unerlässlich, sich regelmässig zu grundlegenden Sicherheitsaspekten fortzubilden. Diese Schulungen sind hilfreich, um Phishing-Versuche zu erkennen oder um sichere Praktiken wie die regelmässige Aktualisierung von Passwörtern einzuführen. Auch simulierte Eindringversuche können hilfreich sein, um zu überprüfen, ob Ihr Team gut vorbereitet ist und um gezielter auf Bereiche eingehen zu können, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. In den meisten Fällen beginnen Cyberangriffe mit Phishing, das bei Mitarbeitenden, die nicht ausreichend über die bestehenden Bedrohungen informiert sind, gefürchtet ist.

    2. Aktivieren Sie die Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA)

    Effektive Sicherheit beginnt mit einem starken Authentifizierungsprozess. Die MFA fügt eine zusätzliche Sicherheitsebene hinzu, indem sie eine zweite Verifizierungsstufe über den Benutzernamen und das Passwort hinaus vorschreibt. Dabei kann es sich um einen Code handeln, der an Ihr Telefon gesendet wird, oder um das Scannen Ihres Fingerabdrucks. Sie ist für alle nützlich, aber speziell für diejenigen, die Zugang zu sensiblen Kundendaten haben, von entscheidender Bedeutung.

    3. Führen Sie automatische Updates durch

    Cyberkriminelle lieben es, Softwareschwachstellen auszunutzen. Es ist also unabdingbar sicherzustellen, dass alle Softwareprogramme und Betriebssysteme laufend aktualisiert werden, denn diese Patches beheben bekannte Sicherheitslücken schnell.

    4. Erstellen Sie einen Notfallplan für den Umgang mit Vorfällen

    Einen detaillierten Plan zu haben, der die Verfahren zur Erkennung, Reaktion und Wiederherstellung beschreibt, bevor es zu einem Cyberangriff kommt, kann entscheidend sein. Um effektiv zu sein, muss ein solcher Plan die Rollen und Verantwortlichkeiten aller Beteiligten, die Protokolle zur Benachrichtigung von Kunden und Behörden sowie die Verfahren zur Datenwiederherstellung klar definieren. Mit anderen Worten: Warten Sie nicht, bis der Sturm kommt, sondern bauen Sie Ihr Rettungsboot!

    5. Stellen Sie sicher, dass Ihre Backup-Strategie solide ist

    Ein Cyberangriff kann dazu führen, dass all Ihre Daten gelöscht oder verschlüsselt werden. Regelmässige Datensicherungen sind daher unverzichtbar. Bewahren Sie diese Backups an einem sicheren Ort auf und entscheiden Sie sich im Idealfall für eine externe Speicheroption, damit Sie Ihre wichtigen Daten im schlimmsten Fall wiederherstellen können.

    Ein Tipp: Für solche Situationen bieten sich cloudbasierte Backup-Lösungen an. Sie sind einfach zu bedienen, skalierbar und bieten hervorragende Funktionen für die Notfallwiederherstellung.

    Wenn Sie diese Schritte befolgen, können Sie das Risiko von Cyberangriffen erheblich reduzieren. So schützen Sie die finanzielle Sicherheit Ihrer Kunden und bauen eine dauerhafte Geschäftsbeziehung zu ihnen auf.

    Hossein Fezzazi

    Penta

    Hossein Fezzazi ist seit dem Jahr 2010 Chief Operating Officer von Penta und daher für die Strategie, die Finanzen und die Verwaltung der Konten des Unternehmens in Genf und in Dubai zuständig. Für diese Aufgaben bringt er seine solide Erfahrung im Bereich Kundenbetreuung während der Ausschreibungs-, Vorverkaufs- und Produktionsphase von Projekten ein.

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    Networking

    Digital Solutions

    • Interview mit Charles-Henry Monchau
    • CIO
    • Bank Syz

    „Ich lege mir auf LinkedIn eine sehr strenge Disziplin auf“.

    Charles-Henry Monchau, CIO der Bank Syz, ist zu einem der prominentesten Ökonomen auf LinkedIn geworden. Seinem Konto folgen 160’000 Follower. Diese Fangemeinde hat er sich dank der Qualität seiner Inhalte und der Häufigkeit seiner Posts im Laufe der Zeit aufgebaut.

    Wie kommt es, dass Sie so viele Follower auf LinkedIn haben?

    Heutzutage gibt es eine astronomische Menge an Veröffentlichungen, Posts und Tweets auf allen möglichen sozialen Netzwerken. Aber nur mit qualitativ hochwertigen Inhalten kann man insbesondere auf LinkedIn die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich ziehen. Wenn ich etwas veröffentliche, stelle ich mir eine Reihe von Regeln auf: Was ich schreibe, muss prägnant, kreativ, gehaltvoll und kritisch sein. Ausserdem muss es agil sein – in dem Sinne, dass ich schnell reagiere, wenn eine Information herauskommt -, authentisch und für jeden zugänglich. Mit diesem Ansatz ziehen meine Posts ständig neue Follower an.

    Sie sprechen von Konsistenz. Was verstehen Sie darunter?

    Durch meinen Beruf verfolge ich ständig die Märkte, makroökonomische Indikatoren, Entscheidungen der Zentralbanken oder auch geopolitische Entwicklungen. Ich habe das Glück, Zugang zu einer sehr grossen Anzahl von Analysen und Überwachungsinstrumenten zu haben. Dieser riesige Informationspool ermöglicht es mir, einige dieser Informationen auf LinkedIn zu teilen, sei es unter der Woche oder am Wochenende. Ich habe eine sehr strenge Disziplin, was das Schreiben und die Häufigkeit der Veröffentlichung dieser Beiträge angeht. Ich veröffentliche zwischen 10 und 15 Beiträge pro Tag. Ich mache nie eine Pause, auch nicht in den Ferien. Ich halte die Maschine ständig am Laufen, um immer auf dem Laufenden zu bleiben. Zwei weitere wichtige Punkte: Erstens veröffentliche und schreibe ich meine Posts selbst; zweitens kann man auf Linkedin Posts zu bestimmten Daten und Uhrzeiten planen, was es mir ermöglicht, meinen Beruf als CIO in Vollzeit auszuüben, aber auch ein Leben neben Linkedin und der Arbeit zu haben…

    Wie hoch ist Ihre Reichweite, abgesehen von den 160.000 Followern?

    Ein paar Zahlen: Acht- bis zehntausend Menschen landen jede Woche auf meinem Profil. Die Posts generieren durchschnittlich 500.000 Aufrufe pro Woche. Und einige Posts haben über eine Million Aufrufe erreicht.

    Wie sieht das Profil Ihrer Followerschaft aus?

    Es ist sehr vielfältig, aber es sind alles Leute, die sich für das Investieren, für die Märkte und für die Wirtschaft begeistern. Das ist das, was sie gemeinsam haben. Es sind auch viele Finanzfachleute wie ich, die internen Mitarbeiter, aber auch Kunden, Interessenten, Journalisten, Konkurrenten, Fondsmanager, Studenten und darunter vielleicht auch zukünftige Mitarbeiter für die Bank. In dieser Logik ist LinkedIn ein hervorragender Filter. Insgesamt ziele ich also auf die wichtigsten Akteure im Finanzsektor ab.

    Welche Art von Inhalten bevorzugen Sie?

    Die Inhalte sind sehr breit gefächert. Im Wesentlichen geht es um Makrodaten, Zentralbanken, Märkte, Krypto – ein ziemlich kontroverses Thema – und das Leben von Unternehmen, wobei ich nie einen Titel oder ein Produkt empfehle. Ich orientiere mich generell an den aktuellen Ereignissen, die ich auf meine Weise entschlüssele. Am Rande biete ich auch Inhalte zum Thema Führung an, da ich im Laufe der Zeit festgestellt habe, dass viele meiner Follower an ihrer persönlichen Entwicklung und ihrer Karriere interessiert sind.

    Bei allem, was mit Finanzen zu tun hat, bemühe ich mich vor allem darum, die Inhalte für alle zugänglich zu machen. Ich versuche, so viel wie möglich zu popularisieren, um ein relativ breites Publikum zu erreichen. Man muss klar und strukturiert sein. Das habe ich ich im Laufe der Zeit gelernt.

    Welche Inhalte funktionieren am besten?

    Vorhin habe ich gesagt, dass es wichtig ist, sich kurz zu fassen. Die Leute kommen nicht auf LinkedIn, um Romane zu lesen. Es ist vor allem das Visuelle, das sie anzieht, vielleicht sogar mehr als die Kommentare. Ich verwende daher viele Bilder, zum Beispiel sehr anschauliche Grafiken, denen ich einige Zeilen mit Erklärungen hinzufüge, ohne jedoch zu sehr in die Tiefe zu gehen. Die Informationen bleiben relativ roh. Ich kann mich auch auf ein Foto von Warren Buffett beschränken und eines seiner Zitate aufgreifen, wenn zum Beispiel die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway stattfindet. Es müssen auf jeden Fall Nachrichten sein, die die Leute ansprechen, die schnell ihre Aufmerksamkeit erregen. Es ist klar, dass ein aktuelles Thema wie das der Credit Suisse im letzten Frühjahr auf enormes Interesse stösst. Das sind Posts, die Millionen von Aufrufen erhalten haben.

    Charles-Henry Monchau

    Bank Syz

    Charles-Henry Monschau kam im Oktober 2021 als Chief Investment Officer zur Bank Syz. Zuvor war er als CIO und CCO der FlowBank tätig. Er war ebenfalls Chief Investment Officer bei Al Mal Capital (Dubai Investments) und Leiter des Allokationsteams für die Region EMEA bei der Deutschen Bank. Charles-Henry Monschau ist Inhaber eines Executive MBA der IE Business School und eines Magisters in Finanzwissenschaften der HEC Genf. Er besitzt ebenfalls folgende Diplome: CFA, CMT, CAIA und CIIA.

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      Private Markets

      • Interview mit Naji Nehme
      • CEO/CIO
      • Petiole Asset Management

      «Der Private-Equity-Sektor ist für eine weitere Expansion bereit»

      Der in Zürich ansässige Vermögensverwalter Petiole Asset Management will die professionellen Investoren den Zugang zu Privatmarktanlagen schaffen. Um eine der grössten Hürden bei privaten Investitionen – die Liquidität – zu überwinden, hat Petiole vor kurzem „The Marketplace“ eingeführt. Naji Nehme erklärt die Strategie und die gegenwärtigen Markttendenzen.

      Nach den starken Zinserhöhung 2022 und 2023 verlief ein Schock durch den Markt. Wie ist das Jahr 2024 angelaufen und welche Trends sehen Sie im Bereich der Privatmärkte?

      Die Erwartung von Zinssenkungen bleibt bestehen, auch wenn sie nun geringer ausfallen dürften als ursprünglich erhofft. Die Banken sind deshalb nach wie vor vorsichtig und zögern, Kredite leicht zu verlängern. Darüber hinaus ist der Markt für öffentliche Schuldtitel für Private-Equity-Sponsoren nach wie vor illiquide. Dieses Phänomen hat die Attraktivität von privaten Krediten als Anlageklasse erhöht, und wir beobachten, dass private Kreditsponsoren grössere Transaktionen durchführen, die in der Vergangenheit von traditionellen Akteuren getätigt wurden.

      Wie sieht es aus im Bereich der Börsengänge – ein wichtiger Indikator für die Attraktivität insbesondere für Private Equity?

      2024 zeigen sich Anzeichen einer Wiederbelebung. Die Zahlen bleiben aber immer noch hinter den historischen Durchschnittswerten zurück. Diese langsame Wiederbelebung hat Auswirkungen auf Private-Equity-Sponsoren, die von ihren bestehenden Anlegern zum Ausstieg gedrängt werden.

      Was heisst das für den Markt?

      Das Marktumfeld hat zu einer Zunahme von Sekundärstrategien wie GP-Continuation-Fonds geführt, die sowohl bei Investoren als auch bei Unternehmenseigentümern auf Interesse stossen. Auch die Bewertungen, die während des Niedrigzinsjahrzehnts ein hohes Niveau erreicht hatten, sind nun moderater geworden. Die Investoren prüfen die Transaktionen gründlich und konzentrieren sich auf qualitativ hochwertige Geschäfte. Betriebliche Effizienz und die Integration digitaler Technologien haben sich zu den vorherrschenden Themen entwickelt.

      Kommen wir zur Strategie von Petiole. Mit Ihrer digitalen Plattform wollen sie die Asset Klasse demokratisieren. Was steckt dahinter?

      Diese Plattform wurde entwickelt, um professionellen Kunden den Zugang zu Privatmarktanlagen zu ermöglichen, die bisher institutionellen Akteuren vorbehalten waren. Wir stützen uns auf unsere 20-jährige Erfolgsgeschichte als Tochtergesellschaft von The Family Office Co. in Bahrain, unser verwaltetes Vermögen von 2,1 Milliarden US-Dollar und unsere Expertise bei der individuellen Gestaltung von Privatmarktportfolios. Innerhalb von zehn Minuten können Anleger ein Private-Markets-Portfolio zusammenstellen, das genau auf ihre finanziellen Ziele zugeschnitten ist, seine Performance über ein Jahrzehnt simulieren und einen persönlichen Anlagevorschlag erhalten.

      Wie hoch ist die Mindestanlagesumme?

      Wir sprechen von 150.000 US-Dollar. Dabei bieten wir vier Hauptprogramme an: einkommensorientierte, wachstumsorientierte, thematische und schwer zugängliche Privatmarktchancen. Jedes dieser Programme ist über eine Reihe von Transaktionen, Branchen, Gegenden und Sponsoren diversifiziert. Nach der Aufnahme in das Programm haben die Anleger die Möglichkeit, ihr Portfolio aktiv zu überwachen, und zwar mit einem noch nie dagewesenen Mass an Transparenz auf der Basis einzelner Transaktionen und auf Portfolioebene. Darüber hinaus können die Anleger rund um die Uhr mit ihren engagierten Anlageexperten in Kontakt treten, um informiert zu bleiben und ihre Anlageentscheidungen in Ruhe zu treffen.

      Eine der grössten Hürden bei privaten Investitionen ist die Liquidität. Wie reagieren Sie hier?

      Wir haben vor kurzem „The Marketplace“ eingeführt. Diese Funktion ermöglicht es Anlegern, ihre Positionen in illiquiden Vermögenswerten vor den geplanten Ausstiegsfristen zu verlassen. Dies verbessert nicht nur die Liquiditätsoptionen, sondern bietet auch neuen Käufern die einmalige Gelegenheit, Zugang zu bisher exklusiven Geschäften zu erhalten, und zwar möglicherweise zu vergünstigten Konditionen.

      Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Private-Equity-Sektor entwickeln?

      Der Private-Equity-Sektor ist für eine weitere Expansion bereit, die durch das zunehmende Interesse eines breiteren Anlegerspektrums angetrieben wird. Dieses zunehmende Interesse von vermögenden Anlegern wird durch die robusten historischen Renditen der Anlageklasse Private Equity, die geringere Volatilität und die Diversifizierung des Portfolios weg von den öffentlichen Märkten untermauert. Die Demokratisierung von Private Equity findet also statt – sie wurde durch den technologischen Fortschritt beschleunigt, der zu weniger Reibungsverlusten und geringeren Kosten für die Anleger geführt hat.

      Naji Nehme

      Petiole Asset Management

      Naji Nehme verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der Anlage- und Vermögensverwaltung. Vor seinem Wechsel zu Petiole im Jahr 2019 war er Head of Investments bei The Family Office Co. Zuvor wirkte er in leitenden Positionen bei einem Multi-Family Office in Montréal, bei Ernst & Young Investment Advisory Services in Montréal und bei der Caisse de Depot and Placement du Quebec. Naji Nehme verfügt über Abschlüsse als Bachelor of Commerce in Finance von der Concordia University und als Master of Science in Financial Engineering von der École des Hautes Études Commerciales. Er ist ausserdem Chartered Financial Analyst (CFA). Darüber hinaus ist er CFA-Charterholder.

       

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