Equities

Investment Lösungen

  • Interview mitHans-Marius Lee Ludvigsen
  • Lead portfolio manager
  • DNB Asset Management

„Vom Schlimmsten zum Besten auf dem nordischen Markt für Small & Mid Caps“

Im nordische Small- und Mid-Cap-Markt trifft Volatilität auf hohes Wachstumspotenzial trifft. Nach einem signifikanten Abschwung werden heute Investitionen in widerstandsfähige Sektoren, wie erneuerbare Energien und Technologie als Leuchttürme für zukünftiges Wachstum bevorzugt, wie Hans-Marius Lee Ludvigsen ausführt

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Der nordische Small- und Mid-Cap-Markt ist nicht ganz einfach von aussen zu verstehen. Was macht diesen Markt aus der Sicht eines Investors einzigartig?

Es handelt sich um pulsierende Ökosysteme mit Innovations- und Wachstumschancen. Die Unternehmen stehen oft an der Spitze ihrer Branchen und treiben den Wandel und das Wachstum durch Spitzentechnologie und nachhaltige Praktiken voran.

Sie haben den nordischen Small-Cap-Markt als den „schlechtesten“ und „besten“ Markt bezeichnet. Wieso gilt beides?

Es ist ein Markt, der den Mut der Anleger auf die Probe stellt. Im schlimmsten Fall kann er unbarmherzig sein, mit Kursschwankungen, welche die Schwachen abschrecken können. Das haben wir 2022 Jahr erlebt. Auf der „guten“ Seite handelt es sich um eine Fundgrube für den strategischen Anleger. Unser langfristiger Ausblick bleibt also optimistisch.

Wie schneiden die nordischen Länder innerhalb dieses Marktes ab? Wie sieht die Performance-Landschaft aus?

Schweden ist aufgrund der Grösse und der Vielfalt der Unternehmen im Small-Cap-Bereich traditionell ein Vorreiter. Der dänische und der finnische Markt haben jedoch aufgeholt, wobei Sektoren wie das Gesundheitswesen und der Technologiesektor die Nase vorn haben.

Haben wir also Ihrer Meinung nach die Talsohle erreicht, oder steht uns noch mehr Volatilität bevor?

Unsere Analyse deutet darauf hin, dass es zwar ein Potenzial für weitere Schwankungen gibt, die Fundamentaldaten vieler Unternehmen aber weiterhin stark sind. Der Abschwung hat auch Kaufgelegenheiten eröffnet, die vorher nicht vorhanden waren. Dies könnte ein strategischer Einstiegspunkt für langfristige Anleger sein, doch ist es von entscheidender Bedeutung, mit einem kritischen, auf die Fundamentaldaten konzentrierten Anlageansatz vorzugehen.

Könnten Sie abschliessend noch einen Einblick in ihre Investitionsstrategie geben?

Wir haben mehrere strategische Investitionen in verschiedenen Sektoren getätigt. So haben wir beispielsweise im Bereich der erneuerbaren Energien in Unternehmen investiert, die zur grünen Transformation beitragen, einer Priorität in der nordischen Region. Diese Investitionen haben sich selbst bei Marktabschwüngen als widerstandsfähig erwiesen, was die wachsende Bedeutung der Nachhaltigkeit widerspiegelt. Im Technologiebereich haben wir Unternehmen unterstützt, die in den Bereichen Software und digitale Dienstleistungen führend sind und die trotz der allgemeinen Marktherausforderungen ein beträchtliches Wachstum aufweisen. Unsere Anlagephilosophie besteht darin, Unternehmen zu unterstützen, die nicht nur Wachstumspotenzial aufweisen, sondern auch positive Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Umwelt haben.

Hans-Marius Lee Ludvigsen

DNB Asset Management

Hans-Marius Lee Ludvigsen wechselte 2019 zu DNB Asset Management, als Teil des Nordic Equities Teams und Portfoliomanager des DNB Fund Nordic Small Cap. Zuvor hatte er verschiedene Positionen bei Swedbank/Kepler Cheuvreux inne und war als Analyst in einem nordischen Aktienfonds bei Pareto Asset Management tätig. Hans-Marius Lee Ludvigsen hält einen MSc in Finanzen der Norwegian School of Economics.

Kryptos

Investment Lösungen

  • Samir Kerbage
  • Chief Investment Officer
  • Hashdex

Einführung von Bitcoin-ETFs: Die ersten Lektionen nach einem Monat

Bitcoin-ETFs konnten bereits kurz nach ihrer Einführung in den USA fast vierzig Milliarden Dollar einsammeln. Diese Leistung ist beachtlich und eröffnet attraktive Perspektiven für eine Anlageklasse, die sich langfristig entwickeln wird, wie Samir Kerbage erklärt.

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Die Einführung von Bitcoin-Spot-ETFs in den USA war ein entscheidender Moment für die Kryptowelt. Die Produkte eröffnen Anlegern aller Art einen Markt im Wert von 50 Billionen US-Dollar. Sie haben nun Zugang zu Bitcoin in der vielleicht vertrauteren Form eines ETFs. Es hat zehn Jahre gedauert, um an diesen Punkt zu gelangen. Es war ein langer Weg, und in den Monaten vor den Genehmigungen im Januar häuften sich die Fragen, welche Auswirkungen diese ETFs haben könnten. Einen Monat später sieht man klarer, wobei man sich auf drei Hauptfragen konzentriert.

Was waren die unmittelbaren Auswirkungen der ETFs?

In den Monaten und Wochen vor der Einführung der Bitcoin-ETFs gab es eine enorme Aufregung. Ihre Veröffentlichung am 11. Januar ging jedoch mit einem kurzzeitigen Preisrückgang einher, der hauptsächlich auf GBTC, den in ETFs umgewandelten Bitcoin-Trust von Grayscale, zurückzuführen war. Zu diesem Zeitpunkt hielt GBTC Bitcoins im Wert von etwa 30 Milliarden US-Dollar, hatte aber keine Rückkaufoptionen. Dies führte zu einem erheblichen Abschlag auf den Nettoinventarwert. In Erwartung einer Umwandlung von Trusts in ETFs kauften viele Händler GBTC-Aktien zu einem reduzierten Preis. Die genehmigte Umwandlung löste Rückkäufe von GBTC aus, während kurzfristige Händler ihre Positionen schlossen und langfristige Anleger aus dem Produkt ausstiegen. Trotz der Zuflüsse in andere ETFs bestand der Nettoeffekt in einem erheblichen Verkauf von Bitcoins und damit einem Preisrückgang. Die GBTC-Rückkäufe verlangsamten sich daraufhin, während die Investitionen in andere ETFs anstiegen, was zu positiven Nettozuflüssen führte. Im vergangenen Monat verzeichneten Bitcoin-ETFs Nettozuflüsse von mehr als 3,2 Milliarden US-Dollar und der Bitcoin-Preis stieg um mehr als 27%.

Wo stehen wir derzeit?

Obwohl die Höhe dieser neuen Zuflüsse angesichts der Nachfrage nicht überraschend ist, hat der erste Monat die Erwartungen übertroffen. Da es sich um eine völlig neue Art von ETF handelt, sind direkte Vergleiche mit anderen Anlageklassen schwierig. Aber die stärkste Anlagethese, die für Bitcoin derzeit vorherrscht – die eines aufstrebenden Wertspeichers oder digitalen Goldes – ermöglicht einen vernünftigen Vergleich zwischen Bitcoin-ETFs und Gold-ETFs. Ein Bericht von Coinbase Institutional stellte fest, dass die Nettozuflüsse für Bitcoin-ETFs in ihrem ersten Monat die Nettozuflüsse für den ETF SPDR Gold Shares (GLD) von State Street in seinem ersten Monat übertrafen – eine der erfolgreichsten ETF-Einführungen aller Zeiten.

Wenn man diese Zahlen allein liest, wird der Erfolg von Bitcoin-ETFs in den USA deutlich. Noch wichtiger als diese Zahlen ist jedoch, was diese neuen Zuflüsse für die Zukunft von Bitcoin als Anlageobjekt bedeuten. Es sieht ganz so aus, als hätten diese ETFs den Platz von Bitcoin in den Portfolios gefestigt, der mit der Zeit sicherlich noch wachsen wird. Wir befinden uns jedoch noch in der Anfangsphase. Die Anleger müssen noch viel über diese Anlageklasse lernen, und ihre Bitcoin-Allokation wird sich langfristig über Monate und Jahre hinweg herausbilden.

Was sagt uns der letzte Monat über die Zukunft von Bitcoin-ETFs?

Bitcoin ist wieder auf eine Bewertung von fast 1’000 Milliarden US-Dollar zurückgekehrt. Obwohl es immer noch Faktoren geben kann, die zu Abflüssen insbesondere aus GBTCs beitragen, wie beispielsweise im Zusammenhang mit dem Konkurs von Genesis, sehen wir keine strukturellen Anzeichen für eine mögliche Verlangsamung der Nachfrage. Die 37 Milliarden US-Dollar, die bereits in Bitcoin-ETS investiert sind, deuten darauf hin, dass ihre Bestände bald die der Gold-ETFs übersteigen könnten, die derzeit auf rund 100 Milliarden US-Dollar geschätzt werden. Nach einem stürmischen Jahr 2022 und einem Jahr der Erholung 2023 bietet die erfolgreich inszenierte Institutionalisierung der Kryptowährungen der gesamten Branche grosse Chancen.

Samir Kerbage

Hashdex

Samir Kerbage ist Chief Investment Officer von Hashdex. Fast zehn Jahre lang hat er am Aufbau von Infrastrukturen für die Finanzmärkte gearbeitet. So war er beispielsweise an Grossprojekten wie dem ATS Brasil bei der Americas Trading Group und dem Start eines Unternehmens für Hochfrequenzhandel beteiligt. Samir Kerbage, hat einen Abschluss in Computertechnik vom Instituto Militar de Engenharia, Brasilien.

Belastung

Investment Lösungen

  • Corrado Varisco
  • Leiter Research
  • bridport & cie

Höhere Zinssätze erhöhen die Last der Staatsverschuldung

Im Vergleich zum BIP erreicht die weltweite Staatsverschuldung beispiellose Höhen, und dieser Aufwärtstrend scheint unaufhaltsam zu sein. Das neue Zinsumfeld macht die Situation komplizierter, wie Corrado Varisco betont.

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In der Vergangenheit war es fast ein „Verbot“, ein hohes Verschuldungsniveau im Verhältnis zum BIP zu haben. Heute scheint dieses Tabu Heute scheint dieses Tabu nicht mehr relevant zu sein. Aber ist es nach wie vor gerechtfertigt?

Der Grossteil der Staatsschulden liegt auf einem historischen Höchststand und aufgrund mehrerer langfristigen Trends werden die Schulden voraussichtlich noch weiter ansteigen. Traditionelle Verbote hoher Schuldenquoten scheinen nur noch für Länder zu gelten, die sich nicht ohne weiteres refinanzieren können. Aus diesem Grund könnte etwa Japan die hohe Quote von 250 % des BIP beibehalten und die USA könnten 150 % überschreiten. Doch wann hört diese Spirale auf? Dies ist nicht einfach zu beantworten, auch wenn die langfristigen Risiken eindeutig bestehen.

In Zeiten niedriger Inflation und reichlich Liquidität war die Situation erträglich. Die neue Realität hat die Ausgangslage verändert und die Kapitalmobilisierung noch dringlicher gemacht. Dieser Prozess führt zu dem zu einer Polarisierung zwischen Ländern, die leicht weiterhin Schulden aufnehmen und sich refinanzieren können, und denjenigen, die dies nicht oder nur schwer tun können.

Kommt hinzu, dass bei denjenigen Volkswirtschaften, die das globale Wirtschaftswachstum in den letzten zehn Jahren angeheizt haben (USA, EU und China), die Verschuldung aufgrund mehrerer Faktoren, wie Bevölkerungsalterung und Rückgang der Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter, weiter wachsen wird. Dies erhöht die Kosten für Renten und die Gesundheitsversorgung. Hinzu kommt die „grüne Revolution“, deren Umsetzung enormes Kapital erfordern wird. Auch der Verteidigungs- und Sicherheitssektor wird angesichts der jüngsten geopolitischen Ereignisse, der zunehmenden Migrationsströme und des sozialen Ungehorsams erhebliche Investitionen benötigen.

Nehmen Sie das Beispiel Frankreich: Dessen Bonität wurde im vergangenen Jahr herabgestuft, nachdem die Regierung Schwierigkeiten hatte, das Rentenalter auf 64 Jahre anzuheben. Die Realität ist, dass selbst ein Anstieg der Kreditkosten um einen einzigen Prozentpunkt über ein Jahrzehnt hinweg enorme kumulative Auswirkungen hat.

Oder die USA: Die Staatsverschuldung der USA hat die schwindelerregende Höhe von 34 Billionen US-Dollar überschritten und wächst rasant um fast 3 Billionen US-Dollar pro Jahr. Die jährlichen Zinszahlungen für diese Schulden übersteigen schon die 1-Billion-US-Dollar-Marke. Diese Zahlungen werden in den nächsten 12 bis 18 Monaten voraussichtlich auf 1,3 Billionen US-Dollar steigen. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird die Schuldenspirale nur noch besorgniserregend ansteigen. Auf politischer Ebene besteht kein wirklicher Wille, diese Probleme strukturell anzugehen.

Viele traditionelle Mechanismen, die zur Schuldenflucht eingesetzt wurden (wie das Wirtschaftswachstum über den Welthandel), können nicht mehr als selbstverständlich erachtet werden. Besonders problematisch ist dies für schwächere Schwellenländer. Darüber hinaus würde die Steigerung des Wirtschaftswachstumspotenzials die Verabschiedung von Reformen erfordern, die sich als politisch kostspielig erweisen würden. Einige Länder könnten dann versucht sein, die Inflation „laufen“ zu lassen, um die Höhe ihrer Schulden zu schmälern. Die Hauptursachen, die zu diesem Anstieg geführt haben, würden jedoch dadurch nicht gelöst.

Abschliessend lässt sich sagen, dass die Zukunft nicht die rosigste zu sein scheint… Wir erwarten einen weiteren Anstieg der Staatsverschuldung, getrieben von den entwickelten Ländern, die sich im Gegensatz zu den Schwellenländern über die Märkte finanzieren. Es wird einen starken Wettbewerb um die Liquidität auf Seiten der Anleger geben, was die Notwendigkeit dauerhaft positiver und hoher Realzinsen mit sich bringt. Das Ausfallrisiko wird insgesamt höher sein, ebenso wie die Forderung nach Renditen angesichts der grösseren Risiken und der verstärkten Konkurrenz um Kapital. Die am stärksten gefährdeten Länder sollten Investitionen in Bildung, nachhaltige Energiewende und Gesundheitsversorgung priorisieren um das Wirtschaftswachstum langfristig anzukurbeln. Dazu gehören auch Industrieländer mit hohem Verschuldungsniveau, deren Schuldendienst einen erheblichen Teil des öffentlichen Haushalts ausmacht.

Corrado Varisco

bridport & cie

Corrado Varisco bekleidet seit letztem Jahr die Position des Head of Research bei bridport & cie. Varisco verfügt über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung an den Anleihemärkten mit Schwerpunkt auf hochverzinslichen Anleihen und Schwellenländeranleihen. Er begann seine berufliche Laufbahn 2021 bei der BSI Bank in Lugano als Analyst. Später wurde er Co-Leiter des dezentralisierten Portfoliomanagements für das Lateinamerika-Team von BSI. Im Jahr 2011 wechselte Varisco zur CBH Bank in Genf, wo er als Leiter des Angebots und der Analyse von Anleihen tätig war. Dort war er auch als Portfoliomanager tätig.

Krypto

Investment Lösungen

  • Géraldine Monchau
  • Digital Developer
  • Sphere

Tether, ein «neues Goldman Sachs» ist auf dem Vormarsch

Im letzten Quartal hat Tether, der Emittent des Stablecoins USDT, mehr Gewinne erzielt als Goldman Sachs. Diese notorische Leistung ist ein gutes Beispiel für das die neu gewonnene Stärke der Kryptowährungen. Ein Trend, der aller Voraussicht nach anhalten wird, wie Expertin Géraldine Monchau betont.

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Das ist beileibe keine geringe Leistung: Tether, die den Stablecoin USDT herausgibt, konnte im letzten Quartal 2023 einen Gewinn von USD 2,86 Milliarden erzielen. Im Vergleich dazu musste sich die erfolgsverwöhnte Goldman Sachs mit «nur» USD 2,01 Milliarden begnügen. Die Leistung von Tether ist umso bemerkenswerter, als das Unternehmen mit einem Mikroteam von 125 Mitarbeitern arbeitet. Bei Goldman Sachs sind es weltweit 50’000!

Der operative Nettogewinn von 2,85 Milliarden stammt aus den Zinsen auf US-Treasuries, die 1 Milliarde Dollar einbrachten, und aus der Wertsteigerung der in den Büchern verbuchten Gold- und Bitcoin-Reserven. Im Jahresverlauf belief sich der Gesamtgewinn auf 6,2 Milliarden US-Dollar, was den Ruf von Tether als führender Akteur im Bereich der Kryptowährungen weiter stärkt. Das verwaltete Vermögen von Tether beläuft sich auf USD 98,5 Milliarden, davon USD 91,6 in USDT und USD 5,4 Milliarden in Überschussreserven.

Tether ist übrigens mittlerweile der grösste Stablecoin in Bezug auf die Marktkapitalisierung. Sie nähert sich der Schwelle von USD 100 Milliarden, die sie in Kürze überschreiten dürfte. Der Wert des USDT, der von Tether herausgegeben wird, ist an den US-Dollar gekoppelt. Zur Erinnerung: Stablecoins sind wenig volatile digitale Vermögenswerte, die in der Regel einen stabilen Wert behalten. Sie werden von Menschen auf der ganzen Welt verwendet, um Geld zu transferieren und zu speichern, ohne dabei auf Banken oder zentralisierte Institutionen zurückgreifen zu müssen. Kryptowährungshändler verwenden Stablecoins beispielsweise, um Transfers zwischen verschiedenen Kryptowährungen durchzuführen oder um ihre Investitionen in oder aus Fiat-Währungen, den FIATs, zu transferieren.

Stablecoins haben sich in den letzten Jahren sehr schnell entwickelt, da sie den dezentralisierten Charakter von Kryptowährungen mit der Stabilität der traditionelleren Finanzanlagen, mit denen sie verbunden sind, verbinden. Der Markt hat heute ein Volumen von 130 Milliarden US-Dollar. Der Broker Bernstein sieht diesen bis Jahr 2028 auf USD 3 Billionen anwachsen. Bernstein bei der Kalkulation des Wachstumspotenzials davon aus, das Stablecoins einst von Zahlungsplattformen wie Paypal oder Shopify als Zahlungsmittel anerkannt werden können.

Mit seinem USDT hat sich Tether also perfekt positioniert. Das Unternehmen will sich nun diversifizieren, indem es Infrastrukturen für andere strategische Sektoren wie KI, Peer-to-Peer-Telekommunikation, Bitcoin-Mining und die Erzeugung erneuerbarer Energien aufbaut.

Der Aufstieg von Tether führte zu einigen besonders lebhaften Gesprächen zwischen JPMorgan und Tether, die öffentlich bekannt wurden. JPMorgan äusserte dabei Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von Tether auf den breiteren Markt für Kryptowährungen und zeigte sich besorgt über den „Mangel an regulatorischer Konformität und Transparenz“. Paolo Ardoino, der Geschäftsführer von Tether, klagte später über die „Heuchelei“ des Wall-Street-Giganten und amüsierte sich darüber, dass JPMorgan sich über die dominante Stellung von Tether auf dem Kryptowährungsmarkt Sorgen macht, obwohl sie selbst die grösste Bank der Welt ist!

Wie auch immer diese Stimmungsschwankungen aussehen mögen, es ist klar, dass der Stablecoin-Markt angesichts des ihm zugrundeliegenden Megagtrends rends, nicht mehr ignoriert werden kann. In Ländern, die von Hyperinflation betroffen sind, bietet er eine hervorragende Alternative. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Tether vor kurzem die Einführung von Tether Edu angekündigt hat. Dieser Schwerpunkt wird sich auf aufstrebende Märkte konzentrieren und Kurse und Hybridprogramme unter anderem in den Bereichen Blockchain, künstliche Intelligenz und Design anbieten. Tether will ein „Dreh- und Angelpunkt zur Förderung des wirtschaftlichen Wohlstands und der nachhaltigen Entwicklung“ sein und beabsichtigt, sich langfristig zu engagieren. Da er im letzten Quartal mehr Geld verdient hat als 95 % der Unternehmen im S&P 500, dürfte sein Geschäftsmodell die Branche noch eine Weile faszinieren.

 

Géraldine Monchau

Géraldine Monchau leitet die Entwicklungen von Sphere. Sie begann ihre berufliche Laufbahn in der traditionellen Finanzbranche, wo sie leitende Positionen im Zusammenhang mit diskretionärem Portfoliomanagement und Advisory innehatte. Danach wechselte sie in die Branche der Blockchain-Technologie und der digitalen Vermögenswerte. Géraldine ist Absolventin von IUHEI, AZEK und CAIA. Sie ist Mitbegründerin von Women in Web3 Switzerland und Mitglied des wissenschaftlichen Ausschusses des CAS Blockchain HSG.

Fixed Income

Investment Lösungen

  • Interview Svein Aage Aanes
  • Head of Fixed Income
  • DNB Asset Management

„High Yield: Die Dynamik der nordischen Märkte“

Das hohe Bildungsniveau, der technologische Fortschritt und das Engagement für soziale und ökologische Nachhaltigkeit sind die Hauptgründe für die wirtschaftliche Stärke der nordischen Länder. Svein Aage Aanes legt sein Augenmerkt auf hochverzinsliche Wertpapiere im Energiesektor.

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Wie zeichnet sich der nordische Markt aus Sicht der Anleger aus?

Der nordische Markt zeichnet sich durch seine robusten und innovativen Volkswirtschaften aus. Diese Länder sind bekannt für ihre gute Regierungsführung, ein hohes Mass an Transparenz und nachhaltige Geschäftspraktiken und bieten eine Mischung aus Stabilität und fortschrittlicher Politik, die für globale Anleger attraktiv ist. Ihr Engagement für Spitzentechnologie, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Wohlfahrt macht sie für langfristige Investitionen besonders attraktiv.

Wenn Sie das Wirtschaftswachstum in den nordischen Ländern vergleichen, auf welche Signale achten Sie besonders?

Die wirtschaftliche Stärke der nordischen Länder ist in erster Linie auf ihre innovativen Geschäftsmodelle, das hohe Bildungsniveau und den technologischen Fortschritt sowie ihr Engagement für soziale und ökologische Nachhaltigkeit zurückzuführen. Diese Volkswirtschaften profitieren von einem hohen Mass an sozialem Vertrauen, effizienten öffentlichen Dienstleistungen und einer Konzentration auf langfristige Planung, die zusammen eine starke Grundlage für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum bilden.

Wie haben sich die verschiedenen nordischen Länder in den letzten Jahren entwickelt?

Die grösseren nordischen Volkswirtschaften, wie Schweden und Norwegen, haben Wachstum und Widerstandsfähigkeit gezeigt. Schweden mit seinem starken Technologiesektor und seinen innovativen Start-ups ist ein europäischer Wachstumsführer. Norwegen hat, begünstigt durch seinen Ölreichtum, stark in nachhaltige Praktiken und Technologien investiert. Dänemarks Fokus auf erneuerbare Energien und Finnlands Fortschritte in Technologie und Bildung zeigen die vielfältigen Stärken der Region. Jedes Land ist zwar einzigartig, trägt aber wesentlich zur allgemeinen Stabilität und Attraktivität der Region bei.

Welche Dynamik haben Sie bei den festverzinslichen Wertpapieren auf dem nordischen Markt im Vergleich zu anderen Märkten beobachtet?

Der nordische Markt für festverzinsliche Wertpapiere, insbesondere für hochverzinsliche Anleihen, hat nach der Zinswende deutliche Abschwünge erlebt. Doch im Gegensatz zu einigen europäischen Märkten, die mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert waren, blieb der nordische Markt von extremer Volatilität relativ unberührt. Dies ist zum Teil auf die solide Finanzpolitik der Region und die Vielfalt der Emittenten zurückzuführen, die inländische und internationale Anleger anziehen.

Im High-Yield segment, welche Trends haben sich in den letzten Jahren herausgebildet?

Der nordische Markt für hochverzinsliche Anleihen hat ein beträchtliches Wachstum erlebt, mit einem sprunghaften Anstieg des Emissionsvolumens und des Anlegerinteresses. Wir haben ein besonderes Interesse an erneuerbare Energien, Technologie und Gesundheitswesen festgestellt.

Auf was sollten Anleger achten, die sich auf Hochzinsanleihen konzentrieren wollen?

Anleger auf dem nordischen Markt für Hochzinsanleihen können zwar von relativ stabilen Kreditspreads und einer breiten Palette von Anlagemöglichkeiten profitieren. Obwohl der Markt wettbewerbsfähige Renditen bietet, müssen Anleger eine gründliche Due-Diligence-Prüfung durchführen und die mit jedem Sektor verbundenen spezifischen Risiken berücksichtigen. Eine Diversifizierung über verschiedene Branchen und Länder innerhalb der nordischen Region kann dazu beitragen, diese Risiken zu mindern.

Wie integrieren Sie ESG-Kriterien in Ihren Anlageprozess?

Die Integration von ESG-Kriterien ist für uns nicht nur ein Kästchen, sondern ein integraler Bestandteil unserer Investitionsanalyse und unserer Entscheidungsprozesse. Wir führen für jede Investition detaillierte ESG-Bewertungen durch, wobei wir Faktoren wie Umweltauswirkungen, soziale Verantwortung und Unternehmensführung berücksichtigen. Unternehmen mit starken ESG-Praktiken sind besser positioniert, um langfristig erfolgreich zu sein, was mit unserer Anlagephilosophie übereinstimmt.

Svein Aage Aanes

DNB Asset Management

Svein Aage Aanes stiess 1998 als Portfoliomanager für festverzinsliche Wertpapiere zu DNB Asset Management. 2000 wurde ihm die Leitung des Teams für festverzinsliche Wertpapiere übertragen. Vor seinem Eintritt in das Unternehmen war er seit 1996 leitender Wirtschaftswissenschaftler bei der Den Norske Bank. Zwischen 1991 und 1996 war er Assistenzprofessor und Forscher für Wirtschaftswissenschaften an der Norwegian School of Economics and Business Administration. Aanes hat einen MSc in Wirtschaftswissenschaften von der Norwegian School of Economics and Business Administration.

Projektoren

Investment Lösungen

  • Benoit-Gilles Cambier
  • CEO
  • Conduit Schweiz

“ Jetzt ist Asien an der Reihe, das Licht zu ergreifen „.

Benoit-Gilles Cambier leitet von der Schweiz die Entwicklung der Conduit-Gruppe. Diese hatte sich 2015 in Singapur niedergelassen, um von den neuen Chancen zu profitieren, die sich in Asien ergaben. Seitdem haben sich die Investitionsmöglichkeiten vervielfacht, was in vielen Allokationsstrategien noch nicht adäquat reflektiert ist.

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Wie kommt es, dass die Conduit Group so stark auf Asien ausgerichtet ist?

Historisch gesehen wurde die Gruppe 2015 in Singapur gegründet, mit einem stark auf Asien ausgerichteten Mandat. Die Gründer kannten die Region, da sie im Investmentbanking zwischen Singapur, Hongkong, Tokio und Kuala Lumpur tätig waren. Seitdem hat die Gruppe international expandiert – in der Schweiz, in Finnland und bald auch in Australien -, aber sie hat den asiatischen Fokus, der ihre DNA strukturiert, beibehalten. Conduit Schweiz wurde vor fünf Jahren eröffnet und versteht sich daher als Relais, als offensichtlicher „Conduit“ zwischen den asiatischen Märkten und den in der Schweiz tätigen Vermögensverwaltern.

Was sind die grossen Trends, auf die Sie sich konzentrieren wollten?

Es handelt sich um eine Wachstumsgeschichte. In Asien sind die langfristigen Aussichten aussergewöhnlich. Das war der ursprüngliche Grund für die Gründung von Conduit im Jahr 2015 und das treibt auch heute noch die Entwicklung des Unternehmens voran. Für uns sind wir nun an dem Punkt angelangt, an dem Asien an der Reihe ist, das Licht zu erblicken. Ich nenne Ihnen drei Zahlen, um den Kontext zu verdeutlichen. . In Asien leben 60% der Weltbevölkerung, die Bevölkerung ist jung, gebildet und hoch qualifiziert, es erwirtschaftet 50 % seines BIP, aber im MSCI World Index ist diese region es nur mit 18 % vertreten. Wir rechnen hier in nächster Zeit mit einem erheblichen Aufholeffekt.

Die Aktienmärkte in Asien haben in den letzten Jahren enorm an Tiefe gewonnen. Es gibt zwar immer noch einige Fallstricke, aber es ist heute viel sicherer, dort zu investieren. Wir finden auf diesen Märkten viele qualitativ hochwertige Unternehmen mit geringer Verschuldung, weit über dem Durchschnitt des S&P500 liegenden Wachstumsraten und viel attraktiveren Bewertungen. Sie werden trotz ihrer besseren Fundamentaldaten zu weitaus niedrigeren KGVs gehandelt als die heute im S&P500 vertretenen Unternehmen.

Und so hat sich unser Asset-Management-Angebot um Asien und die fantastischen Möglichkeiten, die wir in dieser Region in den kommenden Jahren sehen, herum aufgebaut. Einen ganz ähnlichen Ansatz verfolgen wir übrigens auch bei den Alternativen im weitesten Sinne: Privatmärkte, Trade Finance, Edelmetalle, Schwellenländer und Frontier Länder. Wir haben erkannt, was sie in Bezug auf die Dekorrelation mit anderen Anlageklassen und die Widerstandsfähigkeit, insbesondere in diesen turbulenten Zeiten, leisten. Sie nehmen daher einen wichtigen Platz in unseren Strategien ein.

Wie wirken sich die Schwächen des chinesischen Marktes auf den Rest der Region aus?

Kurzfristig ist es richtig, dass China mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, aber auch hier ziehen wir es vor, langfristig zu denken. Die chinesischen Märkte spiegeln nicht wirklich die Stärke der chinesischen Wirtschaft und ihre Fähigkeit, sich langfristig zu etablieren, wider. Die chinesische Wirtschaft profitiert von soliden Institutionen, die ihr im Laufe der Zeit Stabilität garantieren. Im Gegensatz zu vielen westlichen Ländern wird China nicht von einem Tag auf den anderen sein Regime oder seine Ausrichtung ändern.

Welche Strategien haben Sie entwickelt, um diese asiatischen Märkte zu erschliessen?

Asia Wealth ist unsere „hauseigene“ Strategie, die zusammenfasst, was wir als aussergewöhnliche Chancen in dieser Region betrachten. Der Fonds ist als 60/40-Fonds konzipiert, der es ermöglicht, Oppoertunitäten zu nutzen und gleichzeitig abrupte Korrekturen zu vermeiden, wie sie die meisten traditionellen ausgewogenen Strategien im Jahr 2022 ereilt haben. Ich erinnere daran, dass wir in Singapur auch eine Wealth-Management-Sparte haben und dass der Kapitalerhalt über unsere Anlagestrategien entscheidet. In dieses 60/40 haben wir beispielsweise einen überarbeiteten Trade-Finance-Ansatz aufgenommen, der auf die enorme Finanzierungslücke der SMEs in diesem Bereich reagiert, sowie ein Aktienportfolio, das sich nicht ausschliesslich auf chinesische Werte beschränkt. Seine Abdeckung ist viel breiter. Zurzeit interessieren wir uns sehr für Vietnam, ein äusserst vielversprechendes Grenzland.

 

Benoit-Gilles Cambier

Conduit Schweiz

Benoit-Gilles Cambier leitet die Geschäfte der Conduit-Gruppe mit Hauptsitz in Singapur. Er trat dieser Gruppe 2018 als Partner bei und gründete im September 2018 die Schweizer Niederlassung. Benoit-Gilles war über zwanzig Jahre lang im Investmentbanking und im Universum der strukturierten Produkte in New York, London, Singapur und Madrid tätig. Er gehörte unter anderem dem Vorstand von Standard Chartered FIC Global und Santander FIC Europe an. Er hat einen Master in Ingenieurwesen von Télécom Paris sowie einen MSc in Finanzmathematik von der Universität Paris.