Skippers
Philipp Leibundgutt & Patric Käser
Briese Schiffahrt (Schweiz)
„Entgegen allen Erwartungen hat die Krise die Schifffahrt wieder auf Kurs gebracht“
Das Anfang des Jahres von Schuyler Weiss, ehemals Alpian, gegründete Unternehmen Light Frame hat sich kürzlich eine Finanzierung in Höhe von 1,7 Millionen US-Dollar gesichert, um den Schweizer Markt für Vermögensverwaltung mit Technologielösungen unter dem NextGen-Label zu erschliessen. Der Projektträger begründet seine Entscheidung.
Warum teilen Sie Ihre Zeit zwischen den USA und der Schweiz auf?
Light Frame ist in erster Linie ein Schweizer Unternehmen, das sich an seinem lokalen Markt orientiert. Jede einzelne Zeile unseres Codes wird hier in Lausanne entwickelt. Wir wollen unseren Fokus daher auf Privatbanken und unabhängige Vermögensverwalter legen, die in Genf, Zürich und Lugano angesiedelt sind. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass Risikokapital hier nicht so reichlich vorhanden ist, wie man es sich wünschen würde. Um Light Frame zu finanzieren, mussten wir uns im Ausland, insbesondere in den USA, nach Investitionen umsehen. Daher mein Hin und Her.
Ein weiterer Schlüsselfaktor beim Aufbau von Light Frame sind das Team und die Mitarbeiter, mit denen ich viele Jahre lang in der Schweiz gearbeitet habe. Es war daher nur natürlich, dass Light Frame sich angesichts der Talente und Möglichkeiten, die sich hier bieten, auf diesen Markt konzentrierte. Mit dem Fortschreiten des Projekts wurde klar, dass ich immer mehr Zeit hier verbringe.
Welche Ziele verfolgen Sie mit Light Frame?
Wir möchten Privatbanken und Verwaltungsgesellschaften auf ein viel höheres technologisches Niveau bringen. Mit den heutigen Lösungen kann ihre Effizienz enorm gesteigert werden. Da wir bereits eine Bank von Grund auf aufgebaut haben, nämlich Alpian, sind wir uns sehr wohl bewusst, dass die Mehrheit der Schweizer Vermögensverwalter, sowohl Banker als auch unabhängige Akteure, mit vielen Hindernissen konfrontiert sind. Unser Ziel ist es, ihnen die erforderlichen Werkzeuge an die Hand zu geben, um sich in einer zunehmend digitalen Welt zurechtzufinden. Da ein immenses Vermögen an die nächste Generation weitergegeben wird, wollen wir die Schweizer Vermögensverwalter mit den Systemen ausstatten, die sie benötigen werden, um genau diese neue Generation zu bedienen.
Was sind auf technischer Ebene die grössten Hindernisse für Privatbanken?
Es gibt zwei. Erstens wurden die etablierten Systeme vor dreissig Jahren entwickelt. Im Laufe der Zeit haben die Anbieter, anstatt sie in ihrer Gesamtheit zu aktualisieren, lediglich oberflächliche Anpassungen am Rande vorgenommen. Auf den ersten Blick mag das einen positiven Effekt haben, aber die Grenzen zeigen sich sehr schnell. Die Legacy führt zu zahlreichen Ineffizienzen, wie zum Beispiel langwierigen und instabilen Integrationen.
Das andere Hindernis, auf das man stösst, ist das Design dieser Systeme selbst. Sie wurden so konzipiert, dass die Banken vom Stift- ins Computerzeitalter übergehen können. Dies führte zu einer beeindruckenden Effizienz, doch dieser Ansatz entspricht nicht mehr den heute geltenden Normen oder Standards. Inzwischen geht es nicht mehr um die Frage, wie man einen Computer nutzen kann, um den Stift zu ersetzen, sondern um die optimale Nutzung, die man aus seinem PC und seiner Umgebung herausholen kann.
Welche Auswirkungen erwarten Sie im Hinblick auf die Total Expense Ratios?
Es ist nicht gerade die Total Expense Ratio, an der wir unseren Impact messen können. Light Frame wird zunächst Vermögensverwaltern die Möglichkeit geben, neue Einnahmen zu generieren, indem sie in die Lage versetzt werden, neue Produkte und Dienstleistungen einzuführen und ansprechendere Erfahrungen und Erlebnisse für ihre Kunden zu schaffen. Light Frame bietet ihnen die seltene Gelegenheit, ihre Einnahmen zu steigern und gleichzeitig ihre Kosten erheblich zu senken. Wir glauben, dass wir ihnen Hunderttausende oder sogar Millionen von Franken pro Jahr einsparen können.
Tatsächlich werden die Auswirkungen von Light Frame eher in der Cost-Income-Ratio sichtbar werden, die bei Privatbanken im Durchschnitt bei etwa 75 Prozent liegt. Ich denke, dass es für sie möglich sein wird, unter 50 Prozent zu operieren. Das ist ein erheblicher Rückgang im Vergleich zu heute, aber ich denke, dass die heutige Technologie weit genug fortgeschritten ist, um ein solches Ziel anzustreben.
Was sind Ihre Benchmarks, wenn Sie neue IT-Lösungen für Banken oder unabhängige Vermögensverwalter in Betracht ziehen?
Wenn man die Technologien, die von Unternehmen wie Google verwendet werden, mit denen vergleicht, die in der Vermögensverwaltung eingesetzt werden, wird deutlich, dass es eine enorme Diskrepanz gibt. Diese Lücke werden wir mit Light Frame schliessen, sodass Privatbanken und Vermögensverwalter endlich eine Technologie zur Verfügung haben, die ihren Dimensionen entspricht. Es wird ihnen dann viel leichter fallen, sich auf das Kundenerlebnis zu konzentrieren, das den Kern ihres Geschäfts ausmacht.
Schuyler Weiss
Light Frame
Schuyler Weiss Light Frame Schuyler Weiss ist der Gründer und CEO von Light Frame, einem FinTech, das im Januar 2024 an den Start ging. Zuvor fungierte er als CEO von Alpian, der 100 % digitalen Privatbank, die von der Reyl-Gruppe initiiert wurde, wo er 2018 als Chief Digital Officer eingestiegen war. Seine berufliche Laufbahn war stets zwischen neuen Technologien und Wealth Management aufgeteilt. Weiss begann seine Laufbahn 2010 als Senior Consultant bei IBM in New York. 2015 wechselte er zu Morgan Stanley und konzentrierte sich dort auf die Vermögensverwaltung für Privatkunden. Schuyler Weiss verfügt über einen MBA des International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne und einen BA des Colby College.
Sie werden auch mögen
Julie Guittard & Matthieu Raynot
Michael Page
„Profile in den Bereichen Compliance, KYC und Regulierung sind weiterhin sehr gefragt”
Simon Gassmann
Quilvest (Switzerland)
« Tech ist keine Supportfunktion mehr, sondern ein Wachstumstreiber.»
REDAKTION
redactionsphere.swiss[at]
WERBUNG
advertise[at]sphere.swiss
ABONNEMENT
contactsphere.swiss[at]
VERANSTALTUNGEN
events[at]sphere.swiss
Rue Barton 7
Case postale 1806
CH-1211 Genève 1
© 2023 Sphere Magazine
Website erstellt von Swiss House of Brands
Als Mitgründerin von SmartPurse hat sich Olga Miler im Bereich Finanzausbildung einen Namen macht. Im März startete sie zusammen mit der Alpian Bank die Initiative SheWealth Collective. Und weitere schöne Projekte werden unter seiner Führung vorbereitet.
Sie haben neue Kooperationen – unter anderem mit Alpian – angekündigt und ein neues Buch publiziert. Was ist noch zu erwarten?
Wir sind davon überzeugt, dass Finanzwissen einer der Grundbausteine für Chancengleichheit und wirtschaftliche Freiheit ist. Gestartet sind wir vor vier Jahren mit Kursen und einer kleinen Web-Plattform, fokussiert auf Frauen. Weil es da am meisten Aufholbedarf gab, wir selber Frauen sind und aufgrund unserer Erfahrung aus der Finanzindustrie viel gelernt haben.
Heute verstehen wir uns als Plattform und innovativer Spezialist für Finanzwissen, welcher nah am Menschen ist. Wir möchten zusammen mit der Finanzindustrie, Unternehmen und Organisationen das Finanzwissen in der ganzen Schweiz steigern. Deshalb arbeiten wir, wo immer es geht, mit Partnern zusammen.
Bei unserer Arbeit mit Menschen haben wir schon sehr früh festgestellt, dass es ganz unterschiedliche Kanäle braucht. Niemand lernt über Geld nur aus einer App. Deshalb experimentieren wir mit verschiedenen Dingen, wie eine App, wie ein eigenes Metaverse, wir arbeiten an Avataren, Spielen, geben aber auch ganz traditionellen Kursen und jetzt kommt das Buch «Rich, Richer…Me!» hinzu. Das Buch schafft mit seinen pointierten Zeichnungen eine neue Dimension für die Kommunikation und zeigt, dass ein guter Umgang mit Geld weder kompliziert noch langweilig sein muss.
Wie steht es mit dem Finanzwissen in der Schweiz, dem Land der Banken, wirklich?
Finanzwissen ist eine globale Herausforderung. Gemäss Daten der OECD erreichten im Durchschnitt in allen teilnehmenden Ländern und Volkswirtschaften nur 34% der Erwachsenen die Mindestpunktzahl für Finanzkompetenz. In der Schweiz schätzen gemäss Studien von SOTOMO 18% der Frauen und 27% der Männer ihr Finanzwissen als gut ein.
Weitere Daten zeigen, dass gerade mal etwas mehr als die Hälfte der Befragten alle drei gestellten Wissensfragen korrekt beantwortet haben, bei den Frauen lag der Wert sogar nur bei 44.7%. Bei der Generation Z waren sind es lediglich 43.8 Prozent. Zudem besteht eine Korrelation zum Einkommen und Vermögen: bei den Personen mit einem Vermögen von 100’000 Franken und mehr konnten fast drei Viertel die Fragen richtig beantworten, bei denjenigen mit einem monatlichen Einkommen von unter 5’000 Franken waren es gerade mal 38%. Es sind die jüngere, weniger Vermögende und Frauen, welche bei uns den grössten Aufholbedarf haben, und genau da setzen wir mit unserem Motto “Finanzwissen für alle” an.
Wie arbeitet ihr mit Vermögensverwaltern zusammen?
Wir sind überzeugt, dass die Finanzwissenslücke nur gemeinsam mit der Finanzindustrie geschlossen werden kann. Die Kernkompetenz von Vermögensverwalter ist, Vermögen zu verwalten, nicht Wissensvermittlung. Finanzwissen wird im besten Fall als Marketingmassnahme betrieben. Als Spezialist für Finanzbildung haben wir ein bisher einmaliges Financial Education as a Service Modell und arbeiten auf drei Arten mit Vermögensverwaltern zusammen:
. – Verteilung unserer Inhalte an Kunden: Anbieter wie zum Beispiel Alpian oder Kaspar& stellen unsere Inhalte, Kurse, App etc. an ihre Kunden zur Verfügung. Dabei ist wichtig, dass keine intransparente Mischung von Marketing und Wissensvermittlung stattfindet.
– Partnerschaftliche Projekte: wir entwickeln gemeinsam Projekte für einen bestimmten Zweck oder Zielgruppe, von Webinaren bis Spielen und jeder bringt seine Kompetenz mit ein. Dies gilt insbesondere für unsere Zusammenarbeit mit Splint Invest, welche sich auf alternative Anlagen wie zum Beispiel Wein, Kunst, Uhren etc.
– Beratung und Lizenzierung: auf Wunsch unterstützen wir Vermögensverwalter mit Beratung bei der Definition von Customer Experience Prozessen, der Erstellung von Inhalten und stellen wo gewünscht unsere Tools in Lizenz als Grundlage zur Verfügung. Das ist effizienter und günstiger als alles in-house von Grund auf neu zu machen.
Olga Miler
SmartPurse
Als Ökonomin, Fintech-Unternehmerin hat Olga Miler zahlreiche Auszeichnungen für ihre transformative Arbeit in der Finanzindustrie erhalten. Nach ihrer Karriere bei verschiedenen Banken hat sie die Finanzbildungsplattform SmartPurse gegründet – die Kurse, Workshops und digitale Tools rund um das Thema Geld und Finanzen anbietet. In diesem Jahr veröffentlichte Olga Miler „Rich, Richer, Me… !“, ihr erstes Buch, im Beobachter-Verlag.
Fanny Eyraud
Jema
„Wir wollten in der Lage sein, mit der Vielfalt zeitgenössischer Vermögen zu arbeiten.“
REDAKTION
redactionsphere.swiss[at]
WERBUNG
advertise[at]sphere.swiss
ABONNEMENT
contactsphere.swiss[at]
VERANSTALTUNGEN
events[at]sphere.swiss
Rue Barton 7
Case postale 1806
CH-1211 Genève 1
© 2023 Sphere Magazine
Website erstellt von Swiss House of Brands
Für Markus Wintsch, CEO von swisspartners und Vizepräsident der Allianz, hat die Regulierung die Welt der Vermögensverwaltung verändert. Für ihn ist dies jedoch nicht die einzige Herausforderung, der sich die Vermögensverwalter heute stellen müssen.
Fanny Eyraud
Jema
„Wir wollten in der Lage sein, mit der Vielfalt zeitgenössischer Vermögen zu arbeiten.“
Pierre-Yves Lécureux gründete VMR Optimum, um einige der Probleme zu lösen, mit denen er als UVV zu kämpfen hatte. Seitdem bringt er Private-Debt-Emittenten mit Vermögensverwaltern in Verbindung, nachdem er im Vorfeld alle notwendigen Analysen durchgeführt und eine Auswahl getroffen hat.
Warum haben Sie beschlossen, sich auf Private Debt zu konzentrieren?
Ich war lange als unabhängiger Vermögensverwalter tätig. In dieser Rolle wurde mir im Laufe der Jahre klar, dass die steigende Zahl von Rentnern und die unausweichliche Senkung der Renten Alternativen zu den Angeboten der Pensionskassen erforderlich machen. Die Rentner werden nämlich zunehmend dazu tendieren, ihre Vorsorge ganz oder teilweise als Kapitalleistung zu beziehen. Allerdings gibt es auch Private-Debt-Lösungen, denn diese generieren Renditeprämien und ermöglichen eine zusätzliche Diversifizierung des Portfoliomanagements.
Wir gründeten daher VMR Optimum mit dem Ziel, Emittenten nicht börsennotierter Anleihen mit Vermögensverwaltern zusammenzubringen. Wir wählen die Emittenten aus, analysieren sie und führen alle Due-Diligence-Verfahren durch, um den Anlageprozess auf Seite der Verwalter zu vereinfachen.
Welche Arten von Transaktionen gehen Sie ein?
Zuallererst wollen wir sicherstellen, dass die geplanten Transaktionen mit realen Basiswerten verbunden sind. Die Emittenten müssen reellen Geschäftstätigkeiten nachgehen. Dabei kann es sich beispielsweise um Immobilien in der Schweiz oder in Deutschland, Agroforstwirtschaft in Thailand oder den Bau von Photovoltaikanlagen in der Schweiz und im Rest Europas handeln. Sowohl die Verwalter als auch ihre Kunden müssen mit diesen Basiswerten vertraut sein und sofort erkennen können, in welchen Vermögenswerten ihre Fonds angelegt sind. Dieser konkrete, sehr materielle Aspekt ist für VMR Optimum das wichtigste Kriterium.
Ausserdem muss der Emittent relativ regelmässig Kredite aufnehmen, damit er langfristig solide Partnerschaften aufbauen kann und uns «One Shots» erspart bleiben, die umso mehr Mühe machen, je länger sie nicht weiterverfolgt werden.
Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, dass unsere Emittenten die ESG-Faktoren berücksichtigen und diese sowohl in ihre Geschäftstätigkeit als auch in die Projekte, für die sie Finanzmittel suchen, einbeziehen. Wir stellen unsererseits fest, dass sich die Anleger zunehmend auf diese Aspekte konzentrieren.
Ferner bevorzugen wir derzeit selbst dann Emissionen, die auf Schweizer Franken lauten, wenn auf Euro und Dollar lautende Emissionen verfügbar sind.
Wie hoch sind die Beträge, die Sie bisher aufnehmen konnten?
In den etwas mehr als drei Jahren seit der Gründung von VMR Optimum haben wir Anlagen in Höhe von mittlerweile zwanzig Millionen Franken ermöglicht. Und wir stehen heute mit fünf Emittenten in Verbindung.
Wo sehen Sie heute in Bezug auf Investitionen die grössten Hindernisse für Verwalter?
In einer Welt, die sich mitten im Wandel befindet, werden Veränderungen nicht unbedingt spontan umgesetzt. Unabhängige Vermögensverwalter sind – vielleicht ein wenig zu sehr – daran gewöhnt, sich auf börsennotierte Anlagen zu konzentrieren. Das ist ihr Wohlfühlbereich, den sie manchmal nur ungern verlassen. Es fällt ihnen schwer, die eigene Perspektive zu erweitern und andere Anlagen ins Auge zu fassen. Dabei mangelt es ihnen nicht an Neugierde! Vielmehr fürchten sie mögliche zusätzliche Belastungen in den Bereichen Compliance, Prüfungen oder Verwaltung. Sie können sich recht schnell selbst virtuelle Grenzen setzen. Und genau da setzen wir mit VMR Optimum an. Wir helfen ihnen, diese Grenzen zu überwinden, indem wir die Prozesse für Anlagen in neuen Anlageklassen für sie vereinfachen.
In welche Richtung wollen Sie VMR Optimum entwickeln?
Wir haben uns seit der Gründung von VMR Optimum zusammen mit unseren Partnern auf den Westschweizer Markt konzentriert. Bis Ende Jahr wollen wir Kontakte auf dem gesamten Schweizer Markt haben, wobei wir Zürich und Lugano im Auge haben. Das ist der nächste Meilenstein, den wir uns gesetzt haben. Längerfristig haben wir auch die Europäische Union im Blick.
Pierre-Yves Lécureux
VMR Optimum
Pierre-Yves Lécureux ist der Gründer von VMR Optimum, einer im Juli 2021 gegründeten Private-Debt-Plattform. Vor VMR Optimum war er 25 Jahre lang in der Finanzberatung und Vermögensverwaltung tätig. Pierre-Yves hat einen Master-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften der HEC Lausanne. Ausserdem hat er Zertifizierungen der Universität Genf und der Swiss Banking School in quantitativem Portfoliomanagement bzw. Wealth & Tax Planning erworben.
Carine Frick-Delaloye, die ehemalige Leiterin des Bereichs EAM Core bei der Credit Suisse, ist seit diesem Jahr Mitglied der Geschäftsleitung von Aquila. Sie ist für die Entwicklung der Plattform zuständig und wurde zudem auch mit der Leitung der Depotbank betraut. Ihre wichtigsten Anliegen sind wettbewerbsfähigere Dienstleistungen und eine angemessenere Betreuung der externen Vermögensverwalter.
Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Beruf des Vermögensverwalters angesichts der neuen Vorschriften, der prudenziellen Aufsicht und der Digitalisierung verändern, was das Angebot und die Arbeitsabläufe anbelangt?
Der Markt für externe Vermögensverwalter wird sich vor allem aufgrund der steigenden Kosten und der zunehmenden Regulierung in den nächsten Jahren weiter konsolidieren. In Zukunft werden kleine Unternehmen mit ein oder zwei Mitarbeitern kaum noch profitabel bleiben können. Um sich eine grössere Kunden- und Ertragsbasis aufbauen zu können, bestehen neu gegründete Unternehmen derzeit in der Regel aus drei bis fünf Personen. Darüber hinaus wird immer deutlicher, dass die Unternehmen bestrebt sind, sich auf die Kundenbetreuung zu konzentrieren und bestimmte Funktionen zu delegieren.
Ausserdem sind die Vermögensverwalter mit einem Generationenwechsel bei ihren Kunden konfrontiert. Neben der Gewährleistung der Kontinuität des Kundenstamms müssen sie auch auf neue Erwartungen eingehen und beispielsweise auf mehr Transparenz bei Preisen und Dienstleistungen achten. Kundennähe und gute Leistungen reichen als Alleinstellungsmerkmal für die NextGen nicht mehr aus. Der Vermögensverwalter muss daher sein Angebot erweitern, wenn er attraktiv bleiben will.
Was ist der Kern des Vorschlags, den Sie heute unabhängigen Vermögensverwaltern machen, die sich Ihnen anschliessen könnten?
Im Gegensatz zu anderen Anbietern bietet Aquila externen Vermögensverwaltern eine Komplettlösung aus einer Hand an. Dabei beschränken wir uns nicht nur auf verschiedene Outsourcing-Optionen, sondern wir sind in erster Linie «Teampartner» der unabhängigen Vermögensverwalter. Wir beraten sie in jeder Phase der Entwicklung ihres Unternehmens, von der Gründung bis zur Nachfolge. Ergänzt wird dies durch eine breite Palette an Dienstleistungen, die verschiedene Bereiche, von Rechtsfragen über die Treuhandverwaltung, IT, Personalwesen und Verwaltung bis hin zur Unternehmensführung, abdecken.
Die Vermögensverwalter haben auch die Möglichkeit, Konten für ihre Kunden bei unserer eigenen Depotbank für Schweizer UVV, der 2012 gegründeten Aquila Bank, zu eröffnen, unabhängig davon, ob sie Aquila angeschlossen sind oder nicht. Unser Investment & Wealth Management-Team unterstützt die Vermögensverwalter bei allen Aspekten von Finanzanlagen. Die Dienstleistungen können Beratung, Marktanalysen oder konsolidierte Risiko- und Performanceberichte umfassen.
Auf welche Wachstumstreiber für Aquila werden Sie in den nächsten Jahren setzen?
Viele Vermögensverwalter befinden sich in einer Phase des Umbruchs, in der sich die Frage nach ihrer eigenen Nachfolge stellt. Diese Entwicklung beobachten wir übrigens auch bei Aquila selbst und widmen ihr immer mehr Zeit. Meiner Meinung nach gibt es auf dem gesamten Schweizer Markt sehr viel Potenzial. Das ist aber ein Thema, das nicht immer einfach anzusprechen und zu behandeln ist. Es erfordert Taktgefühl und Erfahrung. Angesichts der Grösse unseres Netzwerks, das heute 90 Partner umfasst, haben wir uns jedoch im Laufe der Jahre ein beachtliches Fachwissen angeeignet.
Ein weiterer Wachstumstreiber sind aus unserer Sicht die neuen unabhängigen Vermögensverwalter, denn sie haben angesichts des branchenweiten Kostenanstiegs Interesse an einer Service-Plattform wie unserer. Ob Rechtsangelegenheiten, Cybersicherheit, IT, Revision oder Digitalisierung: Der Anstieg betrifft sämtliche Bereiche und erfordert immer höhere Budgets. Deswegen macht eine Plattform wie die von Aquila Sinn. Sie ermöglicht es, Kosten aufzuteilen und sich gleichzeitig allmählich an die neuen Standards anzupassen, die in der Branche gelten. Die Verwalter erhalten also Komplettservice aus einer Hand zu einem Preis, der sich an den Marktentwicklungen orientiert. Dies erleichtert es ihnen, sich auf die Kundenbetreuung zu konzentrieren.
Welche Pläne verfolgen Sie für Aquila auf einem Markt, auf dem Sie weniger präsent sind, nämlich in der Westschweiz?
Wir haben zwar bereits mehrere Partner in Genf und Lausanne, aber Aquila ist in der Romandie in der Tat weniger sichtbar. Meines Erachtens unterscheiden sich die Bedürfnisse der unabhängigen Vermögensverwalter in der Westschweiz jedoch kaum von denen ihrer Kollegen im Tessin oder in der Deutschschweiz. Als Romande bin ich mir sicher, dass das Modell von Aquila auch jenseits des Röstigrabens sehr gut funktionieren kann. Ich freue mich daher darauf, Aquila in den nächsten Jahren in der Westschweiz weiter voranzubringen. Dies sind Vorhaben, die mir persönlich sehr am Herzen liegen.
Carine Frick-Delaloye
Aquila
Carine Frick-Delaloye begann ihre berufliche Laufbahn bei der Credit Suisse im Jahr 1995. Ab Juni 2008 hatte sie verschiedene Führungspositionen in den Divisionen Retail und Private Banking inne. Im Jahr 2013 übernahm sie die Leitung des Bereichs Personal & Business Banking für das Marktgebiet Rhein in Zürich, bevor sie ins Wealth Management wechselte, wo sie zur Leiterin der Market Area EAM Core ernannt wurde. Carine Frick-Delaloye hat u.a. ein DAS in Banking vom Swiss Finance Institute – Universität Bern und einen CAS Digital Banking von der Kalaidos University of Applied Sciences in Zürich.
Fanny Eyraud
Jema
„Wir wollten in der Lage sein, mit der Vielfalt zeitgenössischer Vermögen zu arbeiten.“