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Mit der Erweiterung ihres Verwaltungsrats auf zwölf Mitglieder will die ASWM, die Allianz der Schweizer Vermögensverwalter, ihren Aktionsradius erweitern und Initiativen starten, die der gesamten Branche zugutekommen. Anna Waibel, die nun im Vorstand sitzt, erzählt uns mehr darüber.
Welche Rolle werden Sie in der Allianz, in dessen Vorstand sie kürzlich gewählt wurden, übernehmen?
Im März dieses Jahres wurde der Vorstand von neun auf zwölf Mitglieder erweitert, die in drei Task Forces aufgeteilt wurden. Jedem wurden anschliessend bestimmte Aufgaben und Missionen zugewiesen. Ich gehöre der ersten Task Force an, die als interne Zusammenarbeit bezeichnet wird. Das Ziel ist es, Lösungen zu finden, die für alle Mitglieder der Allianz von Vorteil sind, sei es im Bereich der Investitionen, der Ausbildung oder der IT.
Welchen Aufgaben widmen sich die beiden anderen Task Forces der Allianz?
Eine ist für die externe Zusammenarbeit zuständig, da wir uns gerne mit anderen Verbänden und Institutionen – ich denke da zum Beispiel an die Finma – zusammenarbeiten möchten oder auch verschiedene Partnerschaften zu entwickeln, die dem gesamten Sektor zugutekommen. Und die dritte wird sich um den gesamten Bereich der Kommunikation und Veranstaltungen kümmern.
Was können die Mitglieder der Allianz gemeinsam erreichen, was sie getrennt nicht erreichen können?
Wir müssen feststellen, dass es immer komplizierter wird, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen, wenn jeder für sich allein bleibt. Ob es sich nun um Cybersicherheit, Regulierung, den Einsatz künstlicher Intelligenz oder die Digitalisierung von Prozessen handelt, ihre Komplexität führt dazu, dass wir gemeinsam voranschreiten müssen. Indem wir unsere jeweiligen Erfahrungen zusammenführen und unsere Analysen austauschen, können wir uns bessere Perspektiven eröffnen. Für die Mitglieder des Bündnisses ist es auch interessant, sich die Kosten zu teilen, wie etwa die Kosten, die neue Regulierungen mit sich gebracht haben.
Was sind in den Gesprächen, die Sie mit Ihren Kollegen führen, deren wichtigste Erwartungen an die Allianz?
Die Schweiz ist im Bereich der Vermögensverwaltung weltweit führend, nicht zuletzt dank der Qualität der angebotenen Dienstleistungen. Aber es sind vor allem die Banken, die im Rampenlicht stehen. Von den unabhängigen Vermögensverwaltern hört man viel weniger, da sie es lange Zeit vorgezogen haben, im Verborgenen zu arbeiten. Heute, mit dem Erhalt der Finma-Lizenz und der Stärkung der Strukturen, sind sie bereit, stärker zu kommunizieren und an Sichtbarkeit zu gewinnen. Sie erwarten von der Allianz, dass sie ihnen auch als Schaufenster dient, sowohl in der Schweiz als auch auf internationaler Ebene.
Was sind die Hauptschwerpunkte, auf die Vermögensverwalter heute ihre digitale Strategie ausrichten sollten?
Die grössten Fortschritte auf digitaler Ebene wurden meiner Meinung nach bei der Automatisierung der Daten- und Transaktionsströme erzielt, die wir mit den Banken austauschen. Weitere Fortschritte werden derzeit durch die Einführung fester Protokolle erzielt, die zur stärkeren Automatisierung von Börsenaufträgen und der gesamten Bankkorrespondenz führen. Dabei handelt es sich um die Dokumentation, die ebenfalls elektronisch direkt in das PMS des Vermögensverwalters geliefert wird. Diese Entlastung des Back-Office spart wertvolle Zeit und begrenzt das Fehlerrisiko auf beiden Seiten. Dieser erste Teil ist bereits in vollem Gange und man spürt bereits die Vorteile, aber es gibt auch heute noch viele Verbesserungen auf der Ebene des Onboardings und der KYC, wo es noch viele doppelte Aufgaben gibt. Hier könnte die Arbeit dank der Digitalisierung deutlich optimiert werden.
Wo sehen Sie die grössten Fortschritte der Vermögensverwalter bei der Optimierung ihrer Strukturen?
In den letzten Jahren haben die Vermögensverwalter ihre Tätigkeit gründlich überdacht, sei es wegen der Forderung nach der Finma-Lizenz oder wegen des steigenden Kostendrucks. Sie sind zum Schluss gekommen, dass die Vermögensverwaltung ihr Kerngeschäft ist und dass sich ihre Struktur auf diese Funktion sowie auf die Dienstleistungen für die Kunden konzentrieren sollte. Für den Rest, die Unterstützungsfunktionen, haben sie erkannt, dass es besser ist, diejenigen Funktionen auszulagern, die ausgelagert werden können, ohne ihr Wertversprechen zu korrumpieren. Dies gilt für die IT, die Kommunikation und das Risikomanagement. Das Outsourcing von Aufgaben, die nicht oder nicht mehr zu ihrem Kerngeschäft gehören, hat ihnen meiner Meinung nach geholfen, ihre Strukturen zu optimieren.
Anna Waibel
Prime Partners
Anna Waibel ist bei Prime Partners als Chief Operating Officer tätig. Sie ist auf die Transformation und Optimierung von Prozessen im Finanzsektor spezialisiert. Zuvor arbeitete sie als Projektmanagerin für swissnex Singapur und anschliessend acht Jahre lang für Union Bancaire Privée. Anschliessend wechselte sie zur Wecan Group wo sie die Geschäftsentwicklung für Banken und unabhängige Vermögensverwalter leitete. Anna Waibel ist Absolventin des Geneva Graduate Institute, wo sie einen Master in Internationalen Beziehungen erwarb.
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Privatbanken und Vermögensverwalter in der Schweiz stellen immer noch neue Mitarbeiter ein. Julie Guittard bestätigt jedoch, dass heute vor allem Profile gesucht sind, die in der Lage sind, neue Kunden zu gewinnen und diese zu betreuen.
Welche Profile werden derzeit bei Privatbanken und grossen Vermögensverwaltungsgesellschaften am meisten gesucht?
Gesucht sind zunächst Profile, die eine direkte Beziehung zu den Kunden haben, vor allem im Front Office. Dies ist etwa bei Vertriebsmitarbeitern, Bankern, Kundenbetreuern oder Anlageberatern der Fall. Danach folgen diejenigen, die sich auf die Bereiche Compliance, Cybersicherheit und Projektmanagement konzentrieren. In diesem Bereich suchen sowohl Banken als auch Vermögensverwalter Experten, die zwischen den verschiedenen Abteilungen und IT-Spezialisten vermitteln können, um die Struktur und die Arbeitsabläufe zu optimieren.
Was sind die Hauptbedürfnisse die hinter diesen Anforderungen stecken?
Für alle – Banken und Vermögensverwalter – besteht das Hauptziel darin, neue Kunden zu gewinnen und diese dann auch zu betreuen. In einem Markt, der immer stärker durch Vorschriften und Strukturen eingeschränkt wird, geht es darum, die Höhe der verwalteten Vermögen zu steigern, um die schrumpfenden Margen auszugleichen. Das ist der wichtigste Punkt. In geringerem Masse geht es auch darum, die Expertise der Schweiz als starker Finanzplatz auszubauen und ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Frankfurt, Paris oder London zu erhalten – obwohl der Brexit das Prestige der City etwas beschädigt hat. Als Ganzes betrachtet, ist es wichtig, dass der Vermögensverwaltungssektor in der Schweiz, in Genf, wie auch in Zürich oder Lugano, ausreichende Einnahmen erzielen kann, die es ihm ermöglichen, in neue Gebiete zu investieren und sich zu erneuern. Letztlich geht es darum, den Erwartungen der neuen Generationen von Kundinnnen und Kunden gerecht werden kann.
Würden Sie den Arbeitsmarkt in diesem Sektor als dynamisch bezeichnen?
Ja, die Unternehmen stellen ein. Insbesondere das Front Office, aber auch Compliance und Risk sind Bereiche, die zentral für den Betrieb sind. Ansonsten sind die Banken bei den Funktionen, die mehr auf den Support ausgerichtet sind, zurückhaltender wenn es um die Suche nach neuen Mitarbeiter geht. Um die Auswirkungen auf die Kosten zu begrenzen, prüfen sie in diesen Bereichen auch eine Auslagerung oder die Verteilung der bestehenden Arbeit auf weniger Personen.
Wie sieht es mit den Gehältern aus?
Sie tendieren eher zur Stagnation, aber auch die Boni werden gekürzt. Dies ist an anderen vergleichbaren Finanzplätzen nicht der Fal. Dort steigen die angebotenen Gehälter. Man muss jedoch bedenken, dass das Lohnniveau in der Schweiz im Finanzsektor im Vergleich zu anderen Ländern immer noch sehr hoch ist.
Sind Compliance-Stellen immer noch so begehrt wie vor fünf Jahren?
Ja, die Nachfrage ist nach wie vor hoch, obwohl das Reservoir an ausgebildeten Bewerbern für diese Funktionen grösser geworden ist. Wir sehen jedoch immer mehr, dass Experten stärker gefragt sind als Generalisten. Das war vor wenigen Jahren noch anders. Banken und Vermögensverwaltungsgesellschaften benötigen insbesondere Compliance-Spezialisten für die Bereiche Onboarding und Kundenbeziehungen, die in der Lage sind, sich in die Front-Teams zu integrieren. Sie brauchen auch Compliance-Manager, die auf bestimmte geografische Regionen – Asien, Naher Osten, Afrika – spezialisiert sind und deshalb weitere Sprache beherrschen.
Wie sehen Sie die Tendenzen im Bereich der neuen Ausbildungsgängen?
Die neuen Ausbildungsgänge, die heute entstehen, sind eine Folge der technologischen Fortschritte und der gesellschaftlichen Veränderungen. Bei Letzteren denke ich an die bei Studenten sehr beliebten Ausbildungen im Bereich Nachhaltigkeit, ESG oder Impact Finance. Im Tech-Bereich ist klar, dass Blockchain und Kryptowährungen derzeit auf grosses Interesse stossen. Aber auch alles, was mit Daten, Statistik, Programmierung, Machine Learning oder künstlicher Intelligenz zu tun hat, ist sehr beliebt. In gewissem Masse eröffnen diese Ausbildungsgänge neue Perspektiven. Sie geben auch einer Branche Sinn und Substanz. Einer Branche, der es ein wenig an Visionen fehlte. Sie ermöglichen es der Branche aber auch, sich zu erneuern und bei einer neuen Generationen, die sich nach der Finanzkrise von 2008 sogar von ihr abgewandt hatten, an Attraktivität zu gewinnen.
Julie Guittard
Michael Page Schweiz
Julie Guittard Michael Page Julie Guittard ist Senior Manager bei Michael Page und spezialisiert sich auf die Rekrutierung im Banken- und Finanzdienstleistungssektor in der Westschweiz. Im Laufe ihrer Karriere hat sie Teams geleitet und ein breites Spektrum an Positionen in den Bereichen Risiko, Compliance, Finanzen, Investment, Operations und Front Office bei Privatbanken, Asset Managern, Vermögensverwaltern und Family Offices abgedeckt.
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In einem Umfeld niedriger Volatilität bieten Inline-Optionsscheine eine attraktive, Renditeperspektive. Allerdings muss man sich über die damit verbundenen Risiken im Klaren sein, wenn die Preise der Basiswerte aus ihrem Korridor ausbrechen.
Während klassische Optionsscheine von starken Marktschwankungen profitieren, entfalten Inline-Optionsscheine ihr Potenzial auch in schwachen Phasen. Sie ermöglichen attraktive Renditen, wenn sich der Basiswert (Aktien, Aktienindex, Anleihe, Währung, Rohstoff etc.) innerhalb einer festgelegten Preisspanne bewegt – und das während der gesamten Laufzeit.
Ein Inline-Optionsschein hat eine obere und eine untere Barriere, die einen Kurskorridor bilden. Solange der Kurs seines Basiswerts bis zur Fälligkeit des Produkts weder die obere noch die untere Barriere erreicht oder überschreitet, erhält der Anleger eine standardisierte Maximalrückzahlung. Er verfällt jedoch zu jedem Zeitpunkt bis zum Laufzeitende sofort wertlos, wenn eine der beiden Barrieren berührt oder durchbrochen wird.
Preisberechnung und -entwicklung
Die Preisentwicklung eines Inline-Optionsscheins wird durch den Wahrscheinlichkeitsgrad bestimmt, mit dem eine Barriere vor dem Laufzeitende berührt oder durchbrochen wird. Je höher diese Wahrscheinlichkeit ist, desto niedriger ist der Preis. Der wichtigste Faktor, der seinen Preis beeinflusst, ist also der Preis des Basiswerts, auf den er sich bezieht.
Ein weiterer Faktor, der den Preis stark beeinflusst, ist die implizite Volatilität, das heisst die von den Marktteilnehmern erwartete Bandbreite der zukünftigen Schwankungen des Basiswertes. Eine steigende implizite Volatilität erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine Barriere erreicht oder durchbrochen wird, und tendiert daher zu einem niedrigeren Preis. Umgekehrt führt eine sinkende implizite Volatilität tendenziell zu einem steigenden Preis. Inline-Optionsscheine verhalten sich also in Bezug auf die implizite Volatilität diametral entgegengesetzt zu Vanilla-Optionsscheinen.
Die verbleibende Zeit bis zur Fälligkeit hat ebenfalls einen grossen Einfluss auf die Bewertung. Je näher der Bewertungstag liegt, desto höher ist der Wert des Inline-Optionsscheins, denn je kürzer die Zeitspanne ist, in der eine oder beide Barrieren erreicht oder durchbrochen werden können, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Ereignis eintritt.
Unbestrittene Vorteile, aber nicht ohne Risiko
Inline-Optionsscheine bieten volle Transparenz hinsichtlich der Rendite am Laufzeitende, da der Anleger einen vorher festgelegten maximalen Rückzahlungsbetrag erhält, sofern ihr Basiswert bis zum Laufzeitende keine der beiden Barrieren berührt oder durchbricht. Zudem bieten sie die Möglichkeit, in seitwärts tendierenden Märkten interessante Hebeleffekte zu erzielen.
Sie sind jedoch nicht risikofrei, denn bei Berühren oder Unterschreiten der oberen oder unteren Barriere verfällt das Produkt wertlos. Zudem können Kursschwankungen des Basiswertes zu starken Preisausschlägen führen. So ist es möglich, dass der Anleger bei einem vorzeitigen Verkauf einen tieferen Preis erhält, als er beim Kauf bezahlt hat.
Wie alle strukturierten Produkte bieten Inline-Optionsscheine attraktive Renditechancen, sind aber mit hohen Risiken verbunden. Es liegt jedoch in der Verantwortung der Anbieter von Finanzprodukten, ihren Kundinnen und Kunden Anlagen anzubieten, die dem Marktumfeld entsprechen, was bei Inline-Optionsscheinen im aktuellen Umfeld zweifellos der Fall ist.
Dominique Boehler
Société Générale Corporate and Investment Banking
Dominique Boehler begann seine Karriere im Bereich Strukturierte Produkte 2004 bei Dresdner Kleinwort als Leiter des öffentlichen Vertriebs für Strukturierte Produkte in Frankreich. Nach seinem Wechsel zur Commerzbank in der Schweiz im Jahr 2009 wurde sein Verantwortungsbereich um ETFs erweitert. Er ist Mitglied und Gründer verschiedener Berufsverbände. Dominique Boehler kam im Januar 2020 zur Société Générale, wo er seither als Derivateexperte tätig ist. Dominique Boehler hat einen Abschluss der Universität Oxford und der London School of Economics.
Die Blockchain-Anwendung von Wecan macht den Datenaustausch zwischen Vermögensverwaltern und Depotbanken wesentlich einfacher als bisher. Gleichzeitig werden sie in eine sehr sichere Umgebung eingebettet.
Worum geht es?
WeCan ist eine Software-Suite, die auf einer Blockchain-Infrastruktur basiert. Die Wecan-Lösungen Wecan Connect, ein sicherer und prüfbarer Instant Messaging-Dienst für Unternehmen, und Wecan Comply, eine Plattform für den Austausch von Compliance-Daten. Wecan Comply, das zur Regtech-Bewegung gehört, ist ein privates Netzwerk, das verschiedenen Geschäftspartnern (Banken, Drittverwaltern, Trusts und anderen) digitale Tresore anbietet, in die sie ihre KYB- und bald auch KYC-Datenbanken hochladen und diese nahtlos, strukturiert, standardisiert und prüfbar mit anderen Geschäftspartnern teilen können.
Wird Mehrwert erzielt?
Im traditionellen Modell tauschen die Drittverwalter eine Vielzahl von Informationen mit den Banken aus (und umgekehrt), zum Beispiel beim Onboarding oder bei der regelmässigen Überprüfung, wobei sie auf besonders zeitraubende manuelle Prozesse zurückgreifen müssen. Dies gilt umso mehr, wenn die ausgetauschten Dokumente häufig aktualisiert werden müssen. Um die Belastung durch dieses ständige Hin und Her zu minimieren, stellt Wecan Comply Banken und Vermögensverwaltern eine vollständig gesicherte Schnittstelle zur Verfügung, auf der sie Compliance-Dokumente ablegen können und die jederzeit zugänglich und austauschbar ist. Wecan Comply standardisiert und automatisiert so umständliche Prozesse, um Zeit zu sparen und effizienter zu werden.
Welche Zielgruppe wird angesprochen?
Bisher richtet sich Wecan Comply hauptsächlich an Vermögensverwalter und die Depotbanken, mit denen sie gewöhnlich zusammenarbeiten. Wecan Comply beginnt, sich für andere Akteure des Finanzsektors zu öffnen, wie zum Beispiel Börsenanbieter, die ebenfalls das Onboarding ihrer Kunden durchlaufen müssen. Wecan Comply bereitet auch einen KYC-Anwendungsfall vor, der sich an Endkunden von Vermögensverwaltern richtet. Er befindet sich derzeit in der Testphase und soll sehr bald in Produktion gehen.
Wer sind die Leiter?
Die Wecan Group wurde 2015 von Vincent Pignon gegründet, der zuvor an der Haute Ecole de Gestion in Genf und am Institut Supérieur de la Formation Bancaire unterrichtete. Vincent war ausserdem als Berater des Staates Genf im Bereich der neuen Technologien tätig. Philippe Reynier kam im März dieses Jahres zu ihm, um als CEO in der Gruppe zu amtieren. Zuvor leitete er die globale Fintech- und Krypto-Praxis für die Beratungsfirma Sheffield Haworth. Er war ausserdem Leiter der digitalen Strategie der UBS und Berater bei der Boston Consulting Group Schweiz, wo er den Practices Financial Services und Technology zugeordnet war.
Wie viel kostet es?
Wecan Comply ist heute in verschiedenen Paketen erhältlich, die je nach Art der Nutzung der Plattform variieren. Für Nutzer, die nur wenige Beziehungen verwalten, sind die Dienste kostenlos. Für Nutzer, die die Plattform in grösserem Umfang nutzen, sind die Gebühren je nach Nutzung gestaffelt.
Weitere Informationen :
Wecan Comply | Innovative compliance for financial actors (wecangroup.ch)
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Nach einem von Kasavi Advisory in Rekordzeit durchgeführten Zusammenschluss sind Thierry und Philippe Schaffhauser Anfang des Jahres zu Sumus Capital gestossen, um der vor fast zehn Jahren gegründeten Struktur neuen Schwung zu verleihen. Luca Parmeggiani, der Gründer und CEO, wirft einen Blick hinter die Kulissen der Transaktion.
Auf welchem Modell hat Sumus Capital in den fast zehn Jahren seines Bestehens aufgebaut?
Sumus Capital wurde 2015 nach einer Diskussion mit zwei Kunden gegründet, die ich seit Jahren betreut hatte. Angesichts der von ihnen gehaltenen Vermögen war die Gründung eines eigenen Family Office eine weniger kostspielige Option. Wir kamen auf die Idee, Dienstleistungen für Kunden oder Familien mit grossen Vermögen anzubieten. Von Anfang an wollten wir uns auf eine sehr solide Struktur stützen: hohe Eigenmittel in Höhe von 1,5 Millionen Franken, anerkannte Revisoren, sehr erfahrene Mitarbeiter und vor allem eine KAG-Lizenz, denn im Jahr 2015 musste man Verwalter von Kollektivgefässen sein, um von der FINMA gut reguliert zu werden. Eigentlich kam uns das sehr gelegen. Andrea Zuccheri, unser CIO, und ich verfügten über langjährige Erfahrung als Fondsmanager. Wir begannen so, mit einem verwalteten Kundenstamm und einer Sicav mit mehreren Teilfonds. 2019 verloren wir leider einen wichtigen Kunden, der in die USA zog, und wir beschlossen daraufhin, unsere Kundschaft zu diversifizieren und uns für Kunden mit kleineren Vermögen zu öffnen.
Thierry Schaffhauser und Philippe Schaffhauser sind Ende 2023 zu Ihnen gestossen. Was war für Sie die Logik dieses Zusammenschlusses?
Sie kamen ganz zu Beginn des Monats Januar zu uns. Wir hatten eine effiziente Struktur und ein sehr gut eingespieltes Team, aber wir hatten nicht mehr genug verwaltetes Vermögen. Wir haben uns daher nach potenziellen Zusammenschlüssen umgesehen, wollten aber vor allem mit Leuten zusammenarbeiten, die unsere Werte teilen. Sumus ist das lateinische Wort für „wir sind“. Der Hauptgedanke ist, dass wir ein Team sind. Langfristiger Erfolg ist nur möglich, wenn Kunden und Mitarbeiter es gemeinsam schaffen, zufrieden zu sein.
Mehrere Gespräche scheiterten zuvor. Bis zu unserem Treffen mit Thierry und Philippe Schaffhauser. Sie haben ähnliche Werte wie wir, sie bringen beträchtliche verwaltete Vermögen sowie eine Sicav mit. Ein weiteres wichtiges Element ist, dass Sumus Capital über eine starke Expertise in der Verwaltung von Anleihen verfügt. Andrea Zuccheri hat jahrzehntelang Anleihenfonds verwaltet. Ich selbst komme ebenfalls aus der Vermögensverwaltung, habe mich aber zu einem Anlagegeneralisten entwickelt. Thierry und Philippe sind Aktienspezialisten. Der Fit war also perfekt. Und da Philippe weniger als 40 Jahre alt ist, bietet er uns auch eine Lösung in Bezug auf die Kontinuität.
Wie teilen Sie sich die Rollen innerhalb der Struktur?
Thierry ist im Verwaltungsrat und Philippe im Exekutivausschuss neben Andrea und mir. Was die Geschäftstätigkeit betrifft, so ist Thierry in das Managementteam und Philippe in das Team, das sich um die Kunden kümmert, eingetreten.
Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste an dem, was sie Ihnen bringen?
Sie bringen direkt zwei Dinge ein: Kunden und ihren Fonds. Das ermöglicht uns, wieder ein weitgehend profitables Unternehmen mit zusätzlichen Kompetenzen für den Aktienbereich zu werden. Sie bringen uns auch als Personen enorm viel. Thierry hat über 35 Jahre Erfahrung und die damit verbundene Weisheit. Philippe, sein Sohn, kommt aufgrund seiner Jugend mit einem sehr erfrischenden Blick auf die Finanzwelt und auf das, was die neue Generation von einem Vermögensverwalter erwartet.
Was sind Ihre Entwicklungsschwerpunkte, jetzt, wo Sie alle zusammen sind?
Nach vier Monaten scheint mir, dass die Integration bereits sehr weit fortgeschritten ist. Wir lernen schnell, miteinander zu arbeiten. So viel zur kurzfristigen Perspektive. Längerfristig wollen wir neue Kundenberater für Sumus gewinnen und so unser Wachstum weiter festigen. Wir haben eine perfekt eingespielte KAG-Struktur, zwei Büros in Genf und Lugano, zwei Investmentfonds und es herrscht eine gute Atmosphäre, was eventuell den einen oder anderen überzeugen könnte. Das Problem in Genf ist, dass jeder versucht, neue RMs zu gewinnen. Der Wettbewerb ist intensiv. In Lugano ist es für uns vielleicht einfacher. Wir haben dort einen Kundenberater, unseren Operations Manager, unseren Compliance Manager und zwei Manager. Zudem zählen wir in Lugano zu den wichtigsten Vermögensverwaltern. Wir haben also viele Argumente, die wir vorbringen können.
Luca Parmeggiani
Sumus Capital
Luca Parmeggiani ist Gründer und CEO von Sumus Capital, eines 2015 gegründeten Vermögensverwalters. Nach fünf Jahren in der Pharmaindustrie kam er 1992 als M&A-Analyst zu Lombard Odier in Genf und wechselte später in den Bereich Asset Management. Anschliessend war er für Vontobel Asset Management, Sella Group und PKB tätig. Im Laufe seiner Karriere hat Luca mehrere Aktien-, Strategie- und Hedgefonds verwaltet. Luca ist ausgebildeter Ökonom und hat sich auf quantitative Methoden spezialisiert. Er erwarb einen Master in Ökonometrie an der Universität Genf. Seit 1995 ist er ausserdem zertifizierter europäischer Finanzanalyst.
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