Upgrade
Thomas Tietz
Corum
« Wir beteiligen uns aktiv an der Konsolidierungswelle im Markt der uVV »
Der in Zürich ansässige Vermögensverwalter Green Wealth Partners wurde zu LeoVest Partners umfirmiert. Sein Geschäftsführer, Stephan Matti, berichtet über eine strategische Übernahme, die aus einer bescheidenen Einheit einen bedeutenden Akteur mit weitreichenden Möglichkeiten machte. Eine Frage des Überlebens.
Von Levi-Sergio Mutemba
Was hat Sie dazu bewogen, einen unabhängigen Vermögensverwalter zu kaufen und ein Rebranding durchzuführen?
Der Grund für die Übernahme von Green Wealth war, dass der externe Vermögensverwalter bereits über eine FINMA-Lizenz verfügte. Es handelte sich um eine kleine Einheit mit zwei Mitarbeitenden und einem verwalteten Vermögen von rund 50 Millionen Franken. Sie hatte klar erkannt, dass das Erreichen einer gewissen Grösse eine wesentliche Voraussetzung für ihr Überleben war.
Ab Januar 2024 hatten wir das Team mit sieben Relationship Managern erweitert, von denen fünf Partner wurden. LeoVest hat heute 20 Mitarbeiter, darunter 17 RMs, mit einem verwalteten Vermögen von nunmehr 1,4 Milliarden Franken. Unter den 20 Mitarbeitern befinden sich heute 11 Partner. Schliesslich wurde das Rebranding zugunsten der Marke LeoVest durch das Zürcher Wappentier, dem Löwen inspiriert, und in Form von «Leo» mit dem Wort «Invest» kombiniert.
Worin bestanden die wichtigsten Investitionen nach der Übernahme von Green Wealth Partners?
Wir haben vor allem in die technologische Infrastruktur investiert. Es war für uns wichtig, in Zusammenarbeit mit unserem IT Anbieter UMB eine sichere, cloudbasierte Infrastruktur zu implementieren. So haben wir zum Beispiel jedem Mitarbeiter Laptops zur Verfügung gestellt, damit er von zu Hause oder von einem anderen Ort aus arbeiten kann. Nebst unserer modernen und sicheren Cloud-Infrastruktur, insbesondere in das System zur Verwaltung von Portfolios und Kundenbeziehungen. Wir nutzen Evooq, welches auf die Technologie von Assetmax und Edgelab zugreift, wodurch sich die Anzahl der Funktionen beträchtlich erhöht hat. Wir haben das PMS mit unserer Depotbanken verbunden, um die Daten dieser Banken zu nutzen und weiterzuverarbeiten. Zudem haben wir begonnen bidirektionale Order-Schnittstellen aufzubauen.
Die Gewährleistung der IT-Sicherheit stellt ebenfalls ein grosses, aber notwendiges Budget dar, wie die zahlreichen Cyberangriffe auf den Finanzsektor und andere Sektoren in jüngster Zeit zeigen. Optimiert haben wir auch unseren Neukundenprozess. So hat z.B. das Unternehmen Signeer für uns Anwendungen entwickelt, die sowohl das digitale Onboarding als auch die digitale Identifikation von Kunden unterstützen. Die Kunden können nun mit einem einzigen Klick Verträge digital mit uns abschliessen. Ausserdem wollen wir diese Möglichkeit auch auf unsere Depotbanken ausweiten.
Was ist Ihre wichtigste Anforderung an ein PMS angesichts des schnellen technologischen Wandels?
Es muss eine effiziente Schnittstelle zu den Depotbanken haben. Denn von dort erhalten wir den Grossteil der Daten. Ausserdem ist es wichtig, dass der Datenaustausch vollständig automatisiert ist. Das zweite Hauptkriterium für die Wirksamkeit ist die Übereinstimmung des PMS mit den rechtlichen Rahmenbedingungen. Das PMS muss in der Lage sein, das Risikoprofil des Kunden zu berücksichtigen, die notwendigen Eignungs- und Angemessenheitsprüfung und weitere Kontrollen im Zusammenhang mit Pre- und Post-Trade-Transaktionen durchzuführen, eine aussagekräftige KYC-Dokumentation bereitzustellen und so weiter. Wir brauchen nicht das ausgeklügeltste PMS der Welt, sondern einfach ein PMS, das für unsere Relationship Manager und für das regulatorische Management einfach zu bedienen ist.
Wie wichtig sind nicht-finanzielle Dienstleistungen für einen Vermögensverwalter?
Wir verfügen dank unseres Netzwerks an externen Spezialisten über eine breite Expertise in der Finanz- und Nachlassplanung. Ausserdem verlassen einige britische Kunden das Vereinigte Königreich, um sich z.B. in der Schweiz, in Italien oder in Dubai niederzulassen. Obwohl wir ihnen keine Steueroptimierungslösungen anbieten dürfen, begleiten wir sie dennoch bei ihrem Umzug, indem wir sie an unser Netzwerk von Steuerberatern und Spezialisten verweisen, um sie von der Abreise bis zur Ankunft zu unterstützen.
Schliesslich stellen wir unseren Kunden ein konsolidiertes Reporting zur Verfügung, das ihnen einen vollständigen Überblick über ihre Vermögensallokation unter Einbeziehung der nicht liquiden Vermögenswerte verschafft. Ich stelle auch fest, dass die Bilanzstärke von Privatbanken oder anderen Vermögensverwaltern in den Augen der Kunden zu einem der grundlegendsten Kriterien wird. Wir helfen ihnen bei der Auswahl der richtigen Depotbank.
Stephan Matti
LeoVest
Stephan Matti ist Mitbegründer und CEO von LeoVest, einem in Zürich ansässigen Vermögensverwalter mit internationaler Präsenz. Zuvor war Stephan Matti Mitglied des Führungsteams der Quintet Private Bank Gruppe, wo er das institutionelle Geschäft in Europa leitete. Während seiner 25-jährigen Tätigkeit bei der UBS Bank hatte Stephan Matti Schlüsselpositionen inne, darunter die des Leiters der Finanzintermediäre in der Schweiz sowie des Leiters der südostasiatischen Märkte in Hongkong und Singapur. Stephan hat einen Executive MBA vom IMD, Lausanne, und einen Bachelor in Business Administration von der Berner Fachhochschule.
Fanny Eyraud
Jema
„Wir wollten in der Lage sein, mit der Vielfalt zeitgenössischer Vermögen zu arbeiten.“
REDAKTION
redaction[at]sphere.swiss
WERBUNG
advertise[at]sphere.swiss
ABONNEMENT
Kontakt[at]sphere.swiss
VERANSTALTUNGEN
events[at]sphere.swiss
Postfach 1806
CH-1211 Genf 1
© 2023 Sphere Magazine
Website erstellt von Swiss House of Brands
Die FINMA hatte in einem ersten Schritt sieben Hauptrisiken identifiziert, die die Schweizer Finanzinstitute bedrohen. Seit letztem Jahr ist die Liste um Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken sowie Risiken im Zusammenhang mit der Auslagerung von operativen Tätigkeiten erweitert worden, mit denen sich Hossein Fezzazi besonders befasst.
Für viele Schweizer Finanzunternehmen, die auf einem sich schnell verändernden Markt wettbewerbsfähig bleiben wollen, ist das Outsourcing zu einem der Hauptpfeiler der operativen Strategie geworden. Da die Unternehmen bei kritischen Dienstleistungen jedoch zunehmend auf Drittanbieter angewiesen sind, wachsen die damit verbundenen Risiken gleichzeitig in einem alarmierenden Tempo.
Mit der Digitalisierung und der Notwendigkeit, sich auf die Kernaktivitäten zu konzentrieren, steigt zwangsläufig auch die Zahl der Subunternehmer. Wie die FINMA kürzlich feststellte, stellt das Outsourcing mittlerweile ein grosses operationelles Risiko dar. Die FINMA weist darauf hin, dass ein Drittel der Cyberangriffe auf Finanzinstitute zunächst auf Drittanbieter abzielen. Etwas alarmierend fügt die FINMA hinzu, dass Störungen oder Ausfälle von Dienstleistungen, die von Drittanbietern verwaltet werden, im Extremfall die Stabilität der Finanzmärkte gefährden könnten. Nicht weniger.
In diesem Sinne legt die FINMA also weiterhin den Schwerpunkt auf die zunehmende Komplexität der Lieferketten und betont die Notwendigkeit, Rahmenwerke für das Management von Grossrisiken zu schaffen.
Die Einhaltung von Vorkehrungen wie dem FINMA-Rundschreiben 2018/3 ist von grundlegender Bedeutung, wenn es darum geht, Risiken im Zusammenhang mit Outsourcing wirksam zu managen. Vermögensverwalter sollten beispielsweise Prüfberichte wie ISAE 3000 einholen, um sicherzustellen, dass die ausgelagerten Dienstleistungen den rechtlichen und betrieblichen Standards entsprechen. ISAE 3402 Typ II bietet zusätzliche Sicherheiten in Bezug auf die Solidität der IT-Governance und des Risikomanagements.
Wie die FINMA wiederholt feststellte, darf Compliance nicht einfach ein Ausfüllen von Kästchen sein. Die Institute müssen die regulatorischen Anforderungen in ihre Geschäftsprozesse integrieren und Compliance-Lücken laufend überwachen.
Die Nichteinhaltung dieser Standards kann erhebliche Auswirkungen haben, darunter Geldstrafen, Rufschädigung und Vertrauensverlust bei den Kunden. Das Risiko erhöht sich, wenn Institutionen ihre vertraglichen Verpflichtungen nicht vollständig verstehen oder bei der Einbindung von Lieferanten nicht die notwendigen Überprüfungen vornehmen. Rechtliche Streitigkeiten über Service Level Agreements (SLAs) können betriebliche Störungen verschlimmern, was die Bemühungen um ein Risikomanagement zusätzlich erschwert.
Outsourcing: Strategien zur Risikominderung
Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen die Schweizer Finanzunternehmen einen proaktiven Ansatz für das Risikomanagement im Zusammenhang mit Outsourcing verfolgen. Die wichtigsten Strategien sind folgende:
Während das Outsourcing unbestreitbare Vorteile bietet, birgt es auch erhebliche Risiken, die unbedingt berücksichtigt werden müssen. Die zunehmende Komplexität der Lieferketten in Verbindung mit erhöhten Cybersicherheitsbedrohungen und regulatorischen Anforderungen verlangt von den Managern einen soliden und dynamischen Ansatz für das Risikomanagement. Indem sie die Überwachung verbessern, die Transparenz fördern und die Einhaltung von Vorschriften priorisieren, können sie die Risiken des Outsourcings mindern und gleichzeitig die betrieblichen Vorteile nutzen.
Hossein Fezzazi
Penta
Hossein Fezzazi ist seit dem Jahr 2010 Chief Operating Officer von Penta und daher für die Strategie, die Finanzen und die Verwaltung der Konten des Unternehmens in Genf und in Dubai zuständig. Für diese Aufgaben bringt er seine solide Erfahrung im Bereich Kundenbetreuung während der Ausschreibungs-, Vorverkaufs- und Produktionsphase von Projekten ein.
Fanny Eyraud
Jema
„Wir wollten in der Lage sein, mit der Vielfalt zeitgenössischer Vermögen zu arbeiten.“
REDAKTION
redaction[at]sphere.swiss
WERBUNG
advertise[at]sphere.swiss
ABONNEMENT
Kontakt[at]sphere.swiss
VERANSTALTUNGEN
events[at]sphere.swiss
Postfach 1806
CH-1211 Genf 1
© 2023 Sphere Magazine
Website erstellt von Swiss House of Brands
Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu, und Hedgefonds haben eine sehr positive Bilanz vorzuweisen. Dies gilt insbesondere für Long-Short-Strategien. Sie erzielten hervorragende Ergebnisse, da das Ende des free money und die Rückkehr zu den Grundprinzipien dazu beitrugen, Alpha sowohl bei Long- als auch bei Short-Books zu generieren.
Von Jérôme Sicard
Welche Strategien im Hedgefonds universum haben in diesem Jahr die beste Performance erzielt?
Alle Strategien haben sich in diesem Jahr recht gut entwickelt. Mit einer guten Auswahl an Managern waren die Renditen sogar hervorragend.
Am besten schnitt die Strategie Global Equity Long/short. Im Haussmann Fonds stieg sie um +18,2% year-to-date, per 30. November, nach Gebühren, verglichen mit dem 20% Anstieg des MSCI World Index. Manager mit einem europäischen Bias haben sich ebenfalls gut entwickelt. Sie gewinnen +15,5% year-to-date in Euro, während der MSCI Europe Index bei +6,3% bleibt. Und auch die auf Asien konzentrierten Manager übertreffen die Indizes – +14,0% year-to-date in Dollar gegenüber +8,3% für den MSCI AC Asia Pacific – und weisen dabei deutlich niedrigere Volatilitätsniveaus auf.
Die globale Makrostrategie mit Ermessensspielraum erzielte mit +15,2% ebenfalls eine gute Performance, auch wenn sich die Streuung zwischen den Managern als grösser erwies. Das Marktumfeld mit einer erhöhten Volatilität in allen Anlageklassen – Zinsen, Währungen, Rohstoffe und in geringerem Masse Aktien – ist für Makrohändler günstig.
Wer waren die schlechten Schüler der Hedgefonds-Klasse im Jahr 2024?
Diejenigen, die am meisten gelitten haben, sind die systematischen/CTA-Manager, die „trend following“-Modelle einsetzen. Sie starteten recht gut ins Jahr, korrigierten dann aber deutlich und lagen nur noch +1,1% im Plus, wenn man den SG CTA Index zugrunde legt. Rohstoffmanager hatten im Allgemeinen ein schwieriges Jahr, auch wenn sie nicht selten ihren Gewinn und Verlust des Jahres innerhalb weniger Wochen erzielten und das Jahr noch nicht vorbei ist.
Die Performance von Multi-Strategie-Fonds mit mehreren Managern kann ebenfalls als enttäuschend angesehen werden, mit einer Performance von etwa +6/+8 % je nach Index, im Vergleich zu USD-Money-Market-Fonds, die in diesem Jahr um fast 5 % gestiegen sind. Dies ist insofern keine grosse Überraschung, als diese Plattformen seit COVID viel Geld angezogen haben. Vor dem Hintergrund des Talentwettkampfs um die besten Trader erweist sich die Verdauung dieser Vermögenswerte als schwierig, was sich negativ auf die Alpha-Generierung auswirkt.
Welche Strategien haben die Anleger in diesem Jahr tendenziell bevorzugt?
Die Anleger neigten dazu, einerseits Multi-Strategie-Fonds mit mehreren Managern zu bevorzugen, um stabile, von den Märkten losgelöste Renditen zu erzielen, und andererseits Global-Macro-Fonds in einem weniger klaren makroökonomischen Umfeld.
Es gibt eine natürliche menschliche Verzerrung, die dazu führt, dass Strategien und Manager mit überdurchschnittlichen Renditen in letzter Zeit bevorzugt werden, während es oftmals sinnvoll ist, einen konträren Ansatz zu verfolgen, der von einer guten Auswahl ausgeht.
Nach der hervorragenden Performance der CTAs im Jahr 2022, vor dem Hintergrund eines allgemeinen Rückgangs der Aktien- und Anleihemärkte, erhöhten viele Anleger ihr Engagement in ihnen, obwohl dies nicht der richtige Zeitpunkt war. Der SG CTA Index hat seit dem 1. Januar 2023 tatsächlich 2,2% verloren.
Warum war das aktuelle Umfeld für Long-Shorts so günstig?
Long/Short-Equity-Manager erzielen seit über zwei Jahren sehr gute risikobereinigte Renditen, was auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist.
Nach einer längeren Phase sehr niedriger Zinsen sind wir endlich zu einem normalisierten Zinsumfeld zurückgekehrt. Obwohl die grossen Zentralbanken, mit der bemerkenswerten Ausnahme Japans, begonnen haben, ihre Zinsen zu senken, ist nicht damit zu rechnen, dass sie sich der 0%-Marke annähern werden, es sei denn, es kommt zu einem schweren Paukenschlag.
Wir werden also wieder dafür bezahlt, Wertpapiere mit einer bestimmten Laufzeit zu „shorten“ oder leer zu verkaufen, was die Situation grundlegend verändert. So brachten Dollar-Short-Books in diesem Jahr etwa 4,5 % ein.
Noch wichtiger ist, dass die Ära des kostenlosen Geldes zu Ende geht und dieses Ende beginnt, seine Auswirkungen auf eine Reihe von schlecht geführten Unternehmen in angeschlagenen Branchen zu zeigen. Dies zeigt sich an der grossen Diskrepanz zwischen der Performance des S&P 500 „cap-weighted“ und des S&P 500 „equally-weighted“. Viele US-Unternehmen mussten daher in diesem Jahr Kursverluste hinnehmen, und die Manager verdienten mit ihren Short-Books Geld.
Auch die Long/Short-Manager haben mit ihren Long-Books Alpha generiert. Es gelang ihnen, in den ersten elf Monaten des Jahres 2024 ein positives Alpha für zehn Monate zu verzeichnen. Angesichts der höheren Volatilität und der grösseren Streuung zwischen Sektoren und Unternehmen ist der Markt sowohl für Long- als auch für Short-Picking günstig, und die Wahl Trumps hat dieses Phänomen nur noch verstärkt.
Wenn wir uns auf den S&P500 beschränken: In welchen Sektoren ist die Streuung heute am grössten?
Alle Sektoren des S&P 500 weisen Dispersionsniveaus auf, die über ihrem historischen Durchschnitt liegen, aber die Sektoren Industrie, Energie und öffentlichen Versorger stechen heute am stärksten hervor. Es ist kein Zufall, dass die Industrieunternehmen die grösste Sektorallokation nach Bruttogewicht in einem Fonds wie Haussmann darstellen. Darüber hinaus haben wir eine Reihe von Managern ausgewählt, die im Energiesektor aktiv sind und in den letzten drei Jahren einen echten Long/Short-Ansatz verfolgt haben. Die gute Nachricht ist wieder einmal, dass wir in allen Sektoren eine Streuung sehen, und Phänomene wie die KI werden diesen Trend nur noch verstärken.
Was haben Sie selbst von diesem Geschäftsjahr 2024 gelernt?
Es ist noch nicht vorbei! Dennoch ist 2024 ein positives Jahr für Hedgefonds. Die absolute und relative Performance ist entscheidend, aber noch wichtiger ist die Art und Weise, wie sie erzielt wurde. Long/Short-Manager haben gut abgeschnitten und dabei ein vernünftiges Nettomarktrisiko beibehalten, und das auch noch mit einem nach Sektoren und Wertpapieren diversifizierten Portfolio. In diesem Sinne hebt sich ein solches Portfolio heute deutlich von der Konzentration der Aktienindizes ab. Dank dieser Positionierung, die sich im Laufe der Zeit verändert hat, haben wir weniger Angst vor Szenarien mit starken Rotationen zwischen den Sektoren „Growth“ und „Value“. Der beste Beweis dafür ist die sehr gute Performance der Manager seit der Wahl Trumps.
Ein zweiter Aspekt, den wir hervorheben können, ist das wiedererwachte Interesse von Privatkunden an Hedgefonds. Nachdem sie gute Jahre mit Private Equity erlebt haben, äussern einige den Wunsch, sich zu diversifizieren, indem sie sich verschiedenen Strategien aussetzen.
Cédric Dingens
NS Partners
Cédric Dingens leitet den Bereich „Investment Solutions & Institutional Clients“ bei NS Partners. Cédric begann seine Karriere 2001 bei der Banque du Luxembourg. Im darauffolgenden Jahr wechselte er als Portfoliomanager zu Notz Stucki in Luxemburg. Er entwickelte das interne Rahmenwerk für quantitatives Risikomanagement, bevor er 2010 zum Leiter des Risikomanagements in Genf ernannt und 2016 in seine aktuelle Position befördert wurde. Er hat einen Abschluss in Quantitative Finance von der École nationale supérieure des mines de Nancy (Frankreich) und ist Chartered Alternative Investment Analyst.
Sie werden auch mögen
Fanny Eyraud
Jema
„Wir wollten in der Lage sein, mit der Vielfalt zeitgenössischer Vermögen zu arbeiten.“
REDAKTION
redaction[at]sphere.swiss
WERBUNG
advertise[at]sphere.swiss
ABONNEMENT
Kontakt[at]sphere.swiss
VERANSTALTUNGEN
events[at]sphere.swiss
Postfach 1806
CH-1211 Genf 1
© 2023 Sphere Magazine
Website erstellt von Swiss House of Brands
Als Schlüsselakteurin im Bereich der Blockchain hat sich Solana aufgrund ihrer jüngsten Leistungen eine bemerkenswerte Aufmerksamkeit in dem Kryptowährungsmarkt eingeholt. In dem Optimismus nach der Wahl Donald Trumps tauchte dann eine Frage auf: Könnte Solana, nachdem der Bitcoin die 100’000 Dollar-Marke überschritten hat, ihrerseits die 1’000 Dollar-Marke durchbrechen?
Die Ursprünge von Solana gehen auf das Jahr 2017 zurück. Anatoly Yakovenko, ein ehemaliger Ingenieur von Qualcomm, schlug damals eine Blockchain vor, die Daten mit beispielloser Geschwindigkeit und Effizienz verarbeiten kann. Im März 2020 bringt Solana ihre Betaversion auf den Markt und demonstriert ihre Fähigkeit, mehr als 65’000 Transaktionen pro Sekunde zu extrem niedrigen Kosten zu verarbeiten. Die Plattform wächst 2021 besonders stark, angetrieben von der Nachfrage nach dem dezentralen Finanzsystem DeFi und den NFTs. Ihr Kurs profitiert davon und steigt um 0,75 auf einen Höchststand von 259,96 US-Dollar.
Im Jahr 2022, als FTX und seine Schwestergesellschaft Alameda, die einen Grossteil SOL hält, zusammenbrechen, entgeht Solana dem Krypto-Debakel nicht und Solana fällt auf 8,42 US-Dollar. Seitdem hat sich Solana bemerkenswert erholt, indem sie sich auf Verbesserungen ihres Netzwerks und technologische Innovationen konzentrierte. Ihr Kurs ist von ihrem Tiefpunkt im Jahr 2022 um mehr als 2’690 % gestiegen und ist nun auf 235 US-Dollar geklettert.
Im dritten Quartal 2024 erreichten die institutionellen Investitionen in das Solana-Ökosystem ein Rekordniveau. Darüber hinaus verzeichneten die Aktivitäten im Zusammenhang mit der wachsenden Beliebtheit der auf Solana basierenden „meme coins“ deutliche Gewinne. „Meme Coins ziehen neue Nutzer in das Ökosystem und ebnen den Weg für deren Übergang zu anspruchsvolleren Anwendungsfällen wie DeFi und NFTs“, betont Dramane Meite, Produktmanager bei Hashdex. Mit einer Marktkapitalisierung von über 109 Milliarden US-Dollar steht Solana heute an fünfter Stelle der Kryptowährungen.
Zurück in die Zukunft.
Die Robustheit ihrer Infrastruktur war ein Schlüsselfaktor für ihr Erfolg. Ihre Hochgeschwindigkeits-Blockchain ermöglicht eine effiziente Skalierung bei gleichzeitig niedrigen Transaktionskosten, was sie für blockchainbasierte Anwendungen besonders attraktiv macht. Um frühere Bedenken bezüglich Netzunterbrechungen auszuräumen, führte Solana alternative Validierungskunden (Firedancer und Tinydancer) ein und verbesserte damit die Stabilität und Dezentralisierung.
Auch institutionelle Investitionen waren ein Wachstumsmotor. „Institutionelle Investoren fühlen sich von Solana angezogen, weil sie die Tokenisierung und Anwendungen auf Unternehmensebene nahtlos verwalten können“, fügt Pedro Lapenta, Head of Research bei Hashdex, hinzu. Die Dominanz von Solana ist auch in der DeFi offensichtlich. Im November 2024 betrug das dezentrale Handelsvolumen (DEX) von Solana über 121,39 Milliarden und war damit fast doppelt so hoch wie das von Ethereum mit 63,67 Milliarden. Dieser Punkt zeigt deutlich die Führungsposition von Solana bei den Blockchain-basierten Finanzdienstleistungen, unterstützt durch ihre niedrigen Gebühren und skalierbares Netzwerk, die weiterhin Entwickler und Nutzer anziehen.
Trotz dieser Stärken hat Solana dennoch mit einigen regulatorischen Unsicherheiten zu kämpfen. Die SEC hat kürzlich mehrere Anträge für auf Solana basierende ETFs mit der Begründung abgelehnt, dass Bedenken hinsichtlich der Einstufung als „security“ bestünden. Die Position des SEC-Vorsitzenden Gary Gensler legt nahe, dass SOL-ETFs unter der derzeitigen Verwaltung kaum genehmigt werden dürften. Die jüngste Ernennung von David Sacks zum Berater des Weissen Hauses für künstliche Intelligenz und Kryptowährungen hat jedoch den Optimismus neu entfacht. Gleichzeitig bemühen sich führende Akteure wie Bitwize, Grayscale, 21Shares, Canary Capital und VanEck weiterhin um die Zulassung von ETFs, die auf Solana basieren, und erleichtern damit den Zugang für institutionelle und private Anleger.
Obwohl Ethereum, ihr Hauptkonkurrent, mit seinen jüngsten Upgrades seine Marktposition gestärkt hat, hat sich Solana nach Expertenansicht als gefürchteter Akteur etabliert. Ayush Tripathi, Analyst bei Bitwise, sagt: „Die neuen Konkurrenten von Solana stehen vor einer viel schwierigeren Herausforderung: Sie müssen deutliche Vorteile gegenüber einer bereits optimierten Infrastruktur nachweisen. Wir erleben gerade die Entstehung eines neuen Blockchain-Schwergewichts. Mit Blick auf das Jahr 2025 erwarte ich, dass diese Dynamik einen starken positiven Kreislauf in Gang setzen wird: Erfolgreiche Anwendungsfälle werden zu einer besseren Abstimmung von Produkt und Markt führen, was wiederum mehr Entwickler und Institutionen anziehen wird. Die Frage ist nicht mehr, ob Solana Erfolg haben wird, sondern wie gross ihr Einfluss sein wird“.
Sie werden auch mögen
Fanny Eyraud
Jema
„Wir wollten in der Lage sein, mit der Vielfalt zeitgenössischer Vermögen zu arbeiten.“
REDAKTION
redaction[at]sphere.swiss
WERBUNG
advertise[at]sphere.swiss
ABONNEMENT
Kontakt[at]sphere.swiss
VERANSTALTUNGEN
events[at]sphere.swiss
Postfach 1806
CH-1211 Genf 1
© 2023 Sphere Magazine
Website erstellt von Swiss House of Brands
Fisch Asset Management, die Zürcher Fixed-Income-Boutique, feierte kürzlich ihr 30-jähriges Bestehen. Als Geschenk gab es einen Zinsanstieg, der den CEO Torsten von Bartenwerffer sehr zufrieden stellte. Er sieht vor allem Wandelanleihen – die Spezialität des Hauses – wieder auf dem Vormarsch.
Von Jérôme Sicard
Wie haben Sie die Entwicklung im Bereich Fixed Income in den letzten 5 bis 10 Jahren wahrgenommen?
Wir haben zwei sehr unterschiedliche Phasen erlebt. Zunächst gab es noch aus den 80ern stammend eine lange Periode sinkender Zinssätze, die dazu führte, dass die Marktteilnehmer händeringend nach Zusatzrenditen im Obligationenmarkt suchten. Zu diesem Zweck wurden das Risiko oder die Duration erhöht oder auch Ersatz-Strategien wie volatilitätsbasierte Anlagen gewählt.
Seit Ende 2020 haben die Zinsen dann wieder nach oben gedreht. Im Januar 2023 drehte die letzte negativ rentierende Staatsanleihe aus Japan wieder ins Positive. Dieser Wandel markiert das Ende einer Ära. Für mich, wie auch für Fisch Asset Management, ist die Rückkehr der Zinsen erfreulich, da sie auch das Wiederaufleben von Anleihen als Anlageklasse markiert.
Wie haben Sie sich an das sehr schwierige Umfeld der letzten fünf Jahre angepasst?
Es stimmt, dass diese Jahre für Fixed-Income-Manager wie uns eine Herausforderung waren. Sie haben uns aber auch dazu motiviert, unsere Investitionen und operativen Prozesse effizienter zu gestalten. Wir haben unsere Risikokontrollen – sowohl in Bezug auf Compliance als auch auf das Investitionsrisiko – verstärkt und Systeme integriert, um unsere Abläufe zu optimieren.
Wir mussten unsere Prozesse straffen und besser strukturieren, um so die Effizienz zu steigern und sicherzustellen, dass unsere Boutique in Bezug auf die Leistungserbringung mit den grossen Playern im Bereich Fixed Income weiter mithalten kann. Dieser Prozess ähnelt einer Diät – er macht nicht immer Spass, aber am Ende ist man schlanker und gesünder als vorher. Dies gilt nicht nur für uns, sondern für die gesamte Finanzindustrie im Anleihensegment.
Aber: Fisch Asset Management ist und bleibt sehr solide. In diesem Jahr feiern wir unser 30-jähriges Bestehen. Unsere Gründer planten stets langfristig. Kurt und Pius Fisch bauten das Unternehmen mit dem Wissen auf, dass die Märkte Schwankungen unterliegen und statteten uns mit einer soliden Bilanz aus, um solche meistern zu können.
Haben Sie Änderungen an der Art und Weise vorgenommen, wie Sie Ihre Produktpalette aufbauen, oder halten Sie an dem fest, was Sie bisher getan haben?
Wir haben unseren Ansatz nicht geändert. Wir bleiben bei dem, was wir kennen und gut können. Unsere Strategie stützt sich auf zwei Hauptpfeiler: klassische Anlagestrategien im festverzinslichen Bereich – wie High-Yield-Unternehmensanleihen, Global Corporates und Schwellenländeranleihen – und natürlich Wandelanleihen, für die wir insbesondere bekannt sind. Interessanterweise erleben Wandelanleihen ein Comeback, und wir sehen hier erhebliche Chancen.
Auf welche Märkte konzentrieren Sie sich?
Unser Hauptaugenmerk liegt auf Deutschland und der Schweiz. Rund zwei Drittel unseres verwalteten Vermögens stammen aus Deutschland, das restliche Drittel aus der Schweiz.
Was die Kunden anbelangt, so stammen etwa 37 % unserer Assets von Pensionsfonds, 17 % von Banken und der Rest von Stiftungen, Versicherungen, Finanzverwaltungszentralen und Family Offices. Insgesamt besteht unser Kundenstamm zu etwa 90 % aus institutionellen Kunden und zu 10 % aus dem Wholesale-Segment.
Wie haben Ihre Anleger in den letzten fünf Jahren ihre Allokation in festverzinslichen Wertpapieren angepasst?
Die meisten unserer Anleger setzen ebenfalls auf Langfristigkeit, so dass ihre Gewichtungen relativ stabil geblieben sind. Als sich das Zinsgefüge veränderte, wichen einige auf längere Durationen, risikoreichere Sektoren oder Private Markets aus. Jetzt, da sich die Zinsen normalisieren, sehen wir einen geringeren Bedarf an solchen Anpassungen.
Welche Massnahmen werden Sie ergreifen, um Ihr Wachstum zu stärken?
Der Markt für Wandelanleihen verzeichnete in den letzten drei Jahren einen Rückgang, aber wir haben diese Zeit genutzt, um uns darauf zu konzentrieren, das bestmögliche Portfoliomanagement-Team zusammenzustellen. Dank unserer soliden Struktur und unserer langfristigen Vision konnten wir Top-Talente gewinnen, insbesondere in den Bereichen der High-Yield- und Wandelanleihen.
Wir konnten in diesem herausfordernden Umfeld ein schlagkräftigeres Team aufbauen, als es uns unter weniger anspruchsvollen Umständen möglich gewesen wäre. Heute verfügen wir über rund 20 Anlageexperten und Anlageexpertinnen und unser Ziel ist es, weiterhin eine überdurchschnittliche Performance zu erzielen.
Welche Anleihensegmente werden Ihrer Meinung nach in den kommenden Jahren die attraktivsten Anlagemöglichkeiten bieten?
Die Segmente, die sich in der Vergangenheit gut entwickelt haben, wie zum Beispiel Unternehmensanleihen, sollten dies auch weiterhin tun. Bei Wandelanleihen sehen wir sogar ausserordentlich gute Opportunitäten. Sie durchlaufen unterstützt von zunehmender Marktbreite eine Mean Reversion und bieten einzigartige Vorteile.
Wandelanleihen eignen sich beispielsweise für regulatorische Arbitrage, indem sie in der Asset-Allokation als festverzinslich eingestuft werden, aber ein aktienähnliches Exposure bieten. Das macht sie in Szenarien, in denen die Inflation wieder anziehen könnte, besonders attraktiv, da Aktien unter solchen Bedingungen tendenziell profitieren.
Zudem haben Wandelanleihen wiederholt bewiesen, dass sie überdurchschnittliche risikobereinigte Renditen und ein implizites Timing-Element liefern können, was sie zu einer überzeugenden Alternative für zukunftsorientierte Anleger macht.
Torsten von Bartenwerffer
Fisch Asset Management
Torsten von Bartenwerffer ist seit November 2023 CEO von Fisch Asset Management. Als Chair des Portfolio Management Boards verantwortet er in der Geschäftsleitung darüber hinaus den Bereich Portfoliomanagement. Bevor er im Oktober 2021 zu Fisch wechselte, war er Head Multi Asset im Zürich-Office der FERI-Gruppe. Ebenfalls war er Mitglied des Steering Committee des FERI Cognitive Finance Institutes in Frankfurt. Weitere Stationen umfassen Positionen als Head Portfolio Management und Head of Research bei der Aquila Gruppe (Hamburg) sowie verschiedene Rollen in Portfoliomanagement, Analyse und Operational Due Diligence bei ISP Family Office, Clariden Leu und UBS. Torsten von Bartenwerffer studierte Betriebswirtschaftslehre und Technologiemanagement an der Universität St. Gallen mit anschliessender prämierter Promotion.
Sie werden auch mögen
Julie Guittard & Matthieu Raynot
Michael Page
„Profile in den Bereichen Compliance, KYC und Regulierung sind weiterhin sehr gefragt”
Simon Gassmann
Quilvest (Switzerland)
« Tech ist keine Supportfunktion mehr, sondern ein Wachstumstreiber.»
REDAKTION
redaction[at]sphere.swiss
WERBUNG
advertise[at]sphere.swiss
ABONNEMENT
Kontakt[at]sphere.swiss
VERANSTALTUNGEN
events[at]sphere.swiss
Postfach 1806
CH-1211 Genf 1
© 2023 Sphere Magazine
Website erstellt von Swiss House of Brands