Maritim
Marco Fiorini
Bonafide Wealth Management
«Marktumfeld im Bereich Aquakultur und Fischzucht ist äusserst dynamisch»
In weniger als 18 Monaten hat Haute Capital Partners seinen Börsenwert über die symbolische Schwelle von 100 Millionen Franken gesteigert. Ein beeindruckendes Wachstum für eine Asset-Management-Boutique, die Private-Equity-Investitionen viel zugänglicher machen will, als sie es heute sind. Thibault Leroy Bürki, ihr Gründer, erläutert die strategische Ausrichtung.
Sie wurden bei Ihrem Börsengang 2022 mit 40 Millionen Franken bewertet. Mittlerweile liegt dieser Wert bei 100 Millionen. Auf welche Faktoren beruht diese beeindruckende Entwicklung?
Die derzeitige Position von Haute Capital unterscheidet sich grundlegend von der Situation vor dem Börsengang. Dieser bemerkenswerte Erfolg lässt sich an mehreren Faktoren festmachen. So ist die Diskrepanz zwischen hoher Nachfrage und knappem Angebot am Markt einer der Schlüsselfaktoren für diese Expansion. Hinzu kommen die vorbildliche Unternehmensführung und eine effiziente Kommunikation. Die Anleger setzen ihr Vertrauen in Haute Capital nicht, weil wir eine Investmentgesellschaft sind, sondern weil wir mit einer Zukunftsvision arbeiten und echte Innovationskompetenz besitzen. Wir testen ständig unsere Grenzen, um sie weiter zu verschieben – dies ist meiner Meinung nach der Aspekt, der durchweg am meisten geschätzt wird. Zudem muss der klassische Investmentprozess überarbeitet werden, davon sind wir überzeugt. Und genau hier machen wir den Unterschied: Wir brechen gerne mit gängigen Konventionen! Wir wollen die Art und Weise, wie die Menschen investieren, vereinfachen – dies ist eine Priorität für uns.
Auf welche Ziele konzentrieren Sie sich als nächstes?
Wir haben grosse Projekte in Angriff genommen. Unser Geschäftsmodell war von Anfang an darauf ausgerichtet, die Anforderungen von Privatanlegern zu erfüllen. Ob vermögende Personen der Kategorie ‚HNWI‘ und ‚UHNWI‘ oder Anleger, die mit kleineren Beträgen den Anfang machen – wir wollen eine All-in-One-Lösung anbieten, die für alle zugänglich und intuitiv ist, unabhängig von den Anlagebeträgen. Für 2024 wollen wir eine digitale Lösung, die in diese Richtung geht.
Inwiefern haben Sie Ihre Anlagestrategie seit Mai 2022 geändert?
Wir stimmen unsere Anlagestrategie wöchentlich auf die globale Dynamik und die makroökonomischen Trends ab. Inzwischen ist die Diversifikation auf mehrere Sektoren kritischer denn je, nicht zuletzt aufgrund der geopolitischen Spannungen. Die Kombination aus Vorsicht und Innovation ist die ideale Lösung. Mit unserer intern entwickelten und auf künstlicher Intelligenz basierenden Plattform können wir uns auch auf eine disziplinierte mathematische Analyse stützen, die unsere Präzision bei bestimmten Positionen erhöht.
Wie beurteilen Sie heute den Private Equity-Sektor, der seit einiger Zeit unter Druck steht?
Vor kurzem haben wir in Aisot investiert – ein Unternehmen, das sich auf die Optimierung von Portfolios mit künstlicher Intelligenz spezialisiert hat. Paradoxerweise sind es oft die schwierigsten Zeiten, in denen die günstigsten Chancen entstehen, die besonders attraktiven Verhandlungsspielraum ermöglichen. Beschäftigung und Innovationen müssen gefördert und Werte geschaffen werden, vor allem in der Schweiz, wo viele Talente zu finden sind. Wir müssen diese lokalen Talente bevorzugen, statt im Ausland zu suchen, denn alle unsere Projekte sind stolz auf ihr „100% Swiss made“-Label.
Wo liegen Ihrer Ansicht nach noch Chancen?
Die Welt verändert sich rasend schnell, insbesondere im digitalen Bereich. Die aktuellen Spannungen intensivieren bestimmte dringende Anforderungen. Darüber hinaus ist es von kritischer Bedeutung, auf zukünftige Tendenzen vorbereitet zu sein. Wir beobachten derzeit, dass Rohstoffe eine hervorragende Option zur Absicherung sind. Viele ausländische Währungen werten gegenüber dem Schweizer Franken ab, weshalb wir eine Liquiditätsreserve in unsere Strategie integrieren müssen. In vielen Sektoren sehe ich Chancen. Gerade in diesen Zeiten laufen wir zur Hochform auf, denn unsere Reaktivität ist eine unserer grössten Stärken. 2024 wird ein spannendes Jahr für uns!
Thibault Leroy Bürki
Haute Capital
Nach seinem Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften in Genf arbeitete Thibault Leroy Bürki für verschiedene Risikokapitalgesellschaften in der Region Zürich. Er arbeitete auch für Capital Grey Partners in London, wo er mehrere Startups und referenzierte Projekte finanzierte, bevor er 2017 Haute Capital Partners, seine eigene Firma, gründete. Thibault Leroy Bürki ist auch Verwaltungsratspräsident von Winhomes Immobilien, einem Unternehmen, das im Kauf/Verkauf von Immobilien in der Schweiz tätig ist.
Gentwo konnte sich eine Finanzierung in Höhe von 15 Millionen US-Dollar sichern und gleichzeitig mit Swissquote hierzulande sein Partnernetzwerk ausbauen. Damit setzt das Fintech auf internationales Wachstum und will für unabhängige Vermögensverwalter attraktiver werden, wie Philippe Nägeli erklärt.
GenTwo hat im September eine Serie A- Finanzierung in Höhe von 15 Millionen US-Dollar vom dem US-amerikanischen Investor Point72 Ventures bekannt gegeben. Was steckt dahinter?
Point72 Ventures unterstützt seit Jahren innovative Gründer mit mutigen Ideen. Wir sind innovativ. Und wir haben eine Big Idea: Assetization! Zusammen hoffen wir unsere GenTwo Pro-Plattform global noch besser zu platzieren, multiplizieren und den Assetization-Mehrwert für alle ermöglichen.
Welche Wachstumsziele verfolgt GenTwo?
Unsere Mission lautet: Assetization! Das heisst, alle Vermögenswerte investierbar machen. Das Marktpotenzial liegt alleine bei den „Non-Bankables“ bei USD 78 Trillionen. Das ist riesig. Aktuell haben wir USD 3 Mia. Assets under Service. Unser Auftrag ist es nun, die Lücke mit unserer Plattform schnell und effizient zu schliesen. So können alle auf der ganzen Welt von dieser Assetization-Opportunity profitieren. Entlang dieser Entwicklung werden wir unsere Go-to-Market-Prioritäten setzen.
Wie ist der Kontakt zu Point72 zustande gekommen?
Als junges Startup ist der Dialog mit Investoren ein zentraler Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Point72 Ventures investiert seit vielen Jahren in Fintech-Unternehmen und hat in GenTwo eine Opportunität erkannt, die ihre These widerspiegelt. Wir freuen uns, unsere Vision gemeinsam voranzutreiben.
Das dynamische Wachstum zeigt sich auch anhand der Assets, die über Eure Plattform laufen? Welche Kundensegmente sind hier besonders aktiv?
Investment-Pioniere kreieren auf der GenTwo Pro-Plattform täglich neue Produkte in Private, Public oder Digital Markets. Ein Blick auf unsere Website zeigt – nichts ist unmöglich: AMCs für Film-IP, Tracker auf Epic Games, AMC auf Hedge Funds Strategien. Assetization leitet die Demokratisierung und Tokenisierung von Assets ein. Alles wird investierbar. Alle können davon profitieren.
Wie sieht die Weiterentwicklung der Plattform aus und was bieten Sie in diesem Bereich auch Vermögensverwaltern an?
Beflügelt von der Assetization-Opportunity sind Innovation und Kunden-Mehrwert die Treiber der Weiterentwicklung unserer GenTwo Pro-Plattform. Immer mehr Vermögensverwalter nutzen GenTwo Pro, um sich sich bei ihren Kunden als Investment-Pioniere zu positionieren und Kunden-Mehrwert zu schaffen. In dieser Richtung ist auch unsere Partnerschaft mit Swissquote zu sehen, die wir kürzlich bekanntgegeben haben.
Philippe A. Naegeli
GenTwo
Philippe A. Naegeli ist Mitgründer und CEO des unabhängigen Schweizer Fintech-Unternehmens GenTwo. Er arbeitete unter anderem beim Finanzunternehmen Forstmann & Co in den USA, wo er 2014 zum Managing Partner und Vice President of the Board ernannt wurde. Zwischen 2017 und 2019 war er zudem Mitglied des Beratungsausschusses von CAT Financial Products und parallel
ESTATING hat einen neuen Marktplatz für Immobilieninvestoren geschaffen. Über die Schweizer Tochtergesellschaft ESTATING Suisse können sich Kunden über Schweizer Vermögensverwalter mit bankfähigen Produkten an handverlesenen Immobilien weltweit beteiligen. Daniel Vegue Dominguez erklärt die Details.
ESTATING hat einen neuen Marktplatz für Immobilieninvestoren geschaffen. Mit ihrer Schweizer Tochtergesellschaft ESTATING Suisse ist sie für Schweizer Kunden präsent. ESTATING ermöglicht Vermögensverwaltern Investitionen an handverlesenen Immobilien auf der ganzen Welt mit einem bankfähigen Produkt, der Schweizer ISIN#. Daniel Vegue Dominguez erklärt die Details.
Was waren die grössten Herausforderungen bei der Schaffung einer neuen Plattform für die Verbriefung von Sachwerten und privaten Märkten?
Jede Anlageklasse hat einen Marktplatz. Man kann also Aktien, Anleihen und Fonds kaufen. Aber man kann keine Immobilien kaufen, weil es keinen Marktplatz gibt. Genau das wollten wir mit ESTATING angehen. Durch die Verbriefung von Sachwerten schlagen wir eine Brücke zwischen der Welt der Immobilien und der Finanzberatung, sicher und konform mit dem aktuellen Systemen..
Es gibt eine Menge Unternehmen, die Vermögenswerte bankfähig machen. Warum hat das noch niemand mit Immobilien gemacht?
Investitionen in Immobilien sind kompliziert: Man braucht eine Immobilienverwaltung, einen Immobilienservice, eine Immobilienbewertung, man muss Jahreserklärungen einreichen, den lokalen rechtlichen Rahmen einhalten. In jedem Land, in dem wir tätig sind (derzeit in Deutschland, den USA, Spanien, Uruguay und bald auch im Vereinigten Königreich), müssen wir all diese Dinge vor Ort haben, denn wir wollen, dass die Investition für die Investoren problemlos ist. Es handelt sich dabei um ein umfangreiches System, das bis zum Aufkommen von ESTATING niemand bereit war, einzurichten. Wenn Sie jetzt ein Grundstück in Uruguay oder eine Wohnung in Miami kaufen wollen, können Sie sich darauf verlassen, dass wir Ihre Investition problemlos abwickeln.
Was genau bedeutet der Aufbau eines Marktplatzes?
Wir verfügen über alle Komponenten eines vollwertigen Marktplatzes: Wir ermitteln die Preise, wir verbinden Angebot und Nachfrage, ermöglichen Liquidität und unterstützen Dienstleister. Wir schaffen mit unseren Produkten eine Verpackung, in welcher wir jedes immobilienbezogene Risiko (sei es ein Kredit, eine Wohnung oder ein Grundstück) in Luxemburg verbriefen und mit einer Schweizer Wertpapierkennnummer (ISIN) versehen. Wir verbinden also nicht nur die Welt der Immobilien mit der Welt der Banken, sondern auch die beiden interessantesten Finanzzentren Europas.
Wie hoch ist die Zeichnungsgrösse und wie können Anleger ihr Risiko minimieren?
Unsere minimale Ticketgrösse beträgt 50.000 Euro – Makler können je nach dem wie das Setup und ihr Kundenstamm aussieht, kleinere Ticketgrössen erstellen. Da wir in verschiedenen Rechtsordnungen (und dementsprechend in verschiedenen Währungen) tätig sind und verschiedene Arten von Immobilien verbriefen können, können Anleger ihre Risiken diversifizieren und minimieren: Sie können gleichzeitig in ein fremdfinanziertes Immobilienentwicklungsprojekt in Orlando und in eine nicht fremdfinanzierte, vermietete Spitzenwohnung in Madrid investieren.
Wie unterscheiden sich Ihre Produkte von einem Immobilienfonds?
Es ist ein anderer Ansatz, und wir ergänzen das derzeitige Anlageuniversum, indem wir eine Auswahl von Immobilien oder Projekten anbieten. Lage, Lage, Lage, ist auch hier die Devise.
Bei einem Fonds werden meiner Meinung nach Immobilien nicht wirklich in Kapitalmärkte umgewandelt. Wenn ein Teil eines Fonds blockiert ist, hat der gesamte Fonds ein Problem. Wenn Sie sich nur auf einzelne Vermögenswerte konzentrieren, ist das Risiko viel geringer. Jede Schuldverschreibung wird nicht nur mit einer ISIN ausgegeben, sondern ist durch eine einzelne Immobilie oder ein Entwicklungsprojekt besichert. Sie wissen genau, in was Sie investieren. Ein RELINC ist kein gesichtsloser Fonds.
Wie ist Ihr Unternehmen entstanden?
Ich habe Martin Halblaub vor ein paar Jahren kennengelernt, als er als erster CEO von SIX Digital Exchange tätig war. Nach meiner Karriere bei Credit Suisse und Julius Bär, wo ich mit Intermediären arbeitete, lernte ich die Bedeutung der Realwirtschaft und der realen Vermögenswerte für den Endanleger kennen. Dabei wurde mir klar, dass Immobilien etwas völlig anderes sind und ein völlig anderes Setup benötigen, um die Anlageklasse bankfähig zu machen. Wir haben uns dann Zeit genommen, um die Branche vollständig zu verstehen um schliesslich einen neuen globalen Marktplatz zu schaffen.
Daniel Vegue Dominguez
ESTATING
Daniel Vegue Dominguez ist der Gründer und Chief Client Officer von ESTATING. Vor seiner Karriere als Unternehmer war er Head Independent Asset Managers Latin America bei Julius Bär und Credit Suisse. Daniel Vegue Dominguez hat einen Bachelor in Business Administration und einen Bachelor of Science der Saint Louis University und ist zertifizierter Wealth Management Advisor (SWMA). Er besuchte das Fintech & Blockchain Programm an der Saïd Business School in Oxford und absolvierte die LSE Certification & United Kingdom CPD Certification Service grade.
In Partnerschaft mit Zebra Impact Ventures hat Mirabaud Asset Management einen neuen Private-Equity-Fonds lanciert, der sich der Transformation der globalen Ernährungsmodelle und der Entstehung der Landwirtschaft 3.0 widmet. Lionel Aeschlimann wirft hier Blick auf die Grundzüge des Projekts.
In welchem strategischen Rahmen ist die Partnerschaft mit Zebra Impact Ventures angesiedelt?
Seit fünf Jahren entwickelt Mirabaud Asset Management innovative und differenzierte Lösungen im Bereich Private Markets. Unsere Strategie besteht darin, Private-Equity-Fonds aufzulegen, die auf bestimmte Themen ausgerichtet sind. Dies ermöglicht uns, direkt in Unternehmen zu investieren, die sonst oft nicht zugänglich sind, und einen ähnlichen Ansatz zu verfolgen wie in unserem Haus selbst: Überzeugung, Verantwortung und langfristiges unternehmerisches Engagement.
Wir haben zwei erste Strategien für Luxusunternehmen und Lifestyle-Unternehmen sowie eine dritte Strategie für nachhaltige Städteentwicklung und die Dekarbonisierung von Gebäuden aufgelegt. Durch die neue Partnerschaft mit Zebra Impact Ventures erweitern wir nun die Themen, die wir unseren Kunden anbieten, um die Bereiche Agrar- und Lebensmitteltechnologie. In Bezug auf unsere Vision, strategische Positionierung und Werte passen die Teams von Zebra Impact Ventures perfekt in den strategischen Rahmen, den wir uns selbst gesetzt haben. Unser Zusammentreffen und unsere Entscheidung, eine Partnerschaft für Impact Investing einzugehen, erschien uns allen als eine natürliche Selbstverständlichkeit.
Welche Lösungen möchten Sie mit Zebra durch diese Partnerschaft anbieten?
Die Investitionsstrategie dieser ersten Private-Equity-Firma, die sich auf Agritech und Foodtech konzentriert, befasst sich mit wesentlichenen Themen, da sie darauf abzielen, die Transformation der globalen Ernährungsmodelle zu beschleunigen. Es handelt sich um eine Art Landwirtschaft 3.0. Unser Ziel ist es, in Unternehmen zu investieren, die in den Bereichen Präzisionslandwirtschaft, Kohlenstoffabscheidung, alternative Ernährung (insbesondere in der Viehzucht), landwirtschaftliche Abfallwirtschaft oder Kreislaufwirtschaft tätig sind, vor allem im B2B-Bereich oder bei Dienstleistungen für Unternehmen und Landwirte. Das Schlüsselwort wird das der regenerativen Landwirtschaft sein. Mithilfe einer Impact-Strategie – die nach Artikel 9 SFDR kategorisiert wird – wollen wir unseren Kunden und Anlegern einen IRR von 25% bieten. Wir werden hauptsächlich in Europa und den USA investieren.
Wie hat sich der Bereich Private Markets von Mirabaud Asset Management in den letzten Jahren entwickelt?
Unsere Strategie, thematische Strategien anzubieten, die von Experten der betreffenden Branchen und nicht von Bankern oder Finanzleuten geleitet und verwaltet werden, hat sich als sehr differenzierend und überzeugend erwiesen. Unsere Teams kennen die Branchen, Herausforderungen und Probleme der Unternehmen, in die sie investieren, aus erster Hand. Sie werden von unseren Zielunternehmen auch als Partner mit hohem Mehrwert wahrgenommen, die ihnen helfen, sich weiterzuentwickeln, ihre Strategien zu verfeinern, die Qualität ihrer Ausführung zu verbessern und ihr Wachstum durch das Wissen und die Netzwerke, über die sie verfügen, zu beschleunigen. Mit diesen Strategien und den Club Deals (Co-Investments oder Direktinvestitionen), die wir seit fünf Jahren anbieten, verwalten wir heute rund eine Milliarde an Private Equity.
Welche Entwicklungen planen Sie in den nächsten Jahren?
Wir möchten die Entwicklung dieses Segments weiter vorantreiben. Zum Jahresende bringen wir ein zweites Vehikel zu unserer Strategie zur Immobilienentwicklung für nachhaltige Städte auf den Markt. Im nächsten Jahr planen wir auch, ein weiteres Vehikel zu unserer Strategie für verantwortungsvollen Konsum in den Premiumsektoren anzubieten. Wir werden zudem unser Angebot an Direktinvestitionen weiter ausbauen und dabei insbesondere die Synergien mit unserem Private Banking verstärken, die ihre Investitionen im Bereich Private Markets in den letzten Jahren ebenfalls stark erhöht hat.
Welche Erwartungen haben Ihre Kunden in diesem Bereich bislang?
Fast zwei Drittel der Weltwirtschaft sind heute in nicht börsennotierten Unternehmen „platziert“. Die Unternehmen warten mit ihren Börsengängen immer länger. Viele dieser privaten Unternehmen weisen logischerweise höhere Wachstumsraten auf als börsennotierte Unternehmen. Unsere Kunden erwarten von uns, dass wir ihnen Zugang zu diesem riesigen Teil der Weltwirtschaft verschaffen, der ihnen nicht nur höhere langfristige Renditen, sondern auch eine gewisse Diversifizierung bietet. Darüber hinaus suchen unsere Kunden nach Anlagen, die nicht nur gute finanzielle Erträge erwirtschaften, sondern auch an der Realwirtschaft teilhaben. Indem sie an der Seite engagierter Unternehmer in Unternehmen investieren, die die „Stars“ von morgen sein werden, tragen sie dazu bei, den Übergang zu einer Wirtschaft zu beschleunigen, die unseren Planeten und die Gesellschaft stärker respektiert.
Lionel Aeschlimann
Mirabaud Asset Management
Der seit 1994 bei der Genfer Rechtsanwaltskammer zugelassene Rechtsanwalt Lionel Aeschlimann kam 2010 als Mitglied des Exekutivausschusses zu Mirabaud. Im Januar 2011 wurde er Partner und Fondsmanager und ist inzwischen für das Asset Management zuständig. Vor seinem Wechsel zu Mirabaud war er von 1994 bis 1999 als Jurist für die Kanzlei Brunschwig Wittmer in Genf tätig und wurde in der Folge Partner der Kanzlei Schellenberg Wittmer in Genf und Zürich.
Lionel Aeschlimann ist ferner Mitglied der Schweizer Übernahmekommission sowie des Stiftungsrats der Stiftung Avenir Suisse. Darüber hinaus engagiert er sich für die Mirabaud-Sammlung zeitgenössischer Kunst.
Lionel Aeschlimann
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Impact Investing ist ein Megatrend, auf den sich Anleger zunehmend konzentrieren. Das in St. Gallen ansässige asc impact konzentriert sich zum Beispiel auf die Forstwirtschaft in Subsahara-Afrika und arbeitet dabei mit Family Offices und unabhängigen Vermögensverwaltern zusammen. Christian Winkler erläutert den Ansatz.
Warum setzen Sie auf Forstwirtschaft in Sub-Sahara-Afrika?
Unser Engagement fusst auf einer ganz einfachen Rechnung: Auf der Bedarfsseite sehen wir in der Region ein rasantes Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum. Gleichzeitig gibt es immer weniger lokale Nutzwälder. Bis 2030 entsteht dadurch eine jährliche Versorgungslücke von 190 Millionen Kubikmetern Holz. Auf der Angebotsseite steht die persönliche Geschichte meines Mitgründers Karl E. Kirchmayer. Dessen Familie ist seit Generationen in der Forstwirtschaft tätig und hat bereits in Osteuropa sehr erfolgreich Landwirtschaftliche Grossbetreibe aufgebaut. Als Fonds versetzt uns das in die einzigartige Lage unsere Projekte vor Ort operativ betreiben und Chancen und Risiken damit selbst managen zu können.
Wie gehen Sie bei der Auswahl der Projekte vor?
Die Investitionsstrategie des Fonds sieht vor, ein Portfolio von bis zu 20 Projekten aufzubauen, die sich hauptsächlich auf die Aufforstung konzentrieren. Diese Projekte sind in verschiedenen Ländern in Sub-Sahara Afrika angesiedelt, darunter Angola, Äthiopien, Kongo-Brazzaville und der Elfenbeinküste. 75 – 85 Prozent der Flächen sollen neu aufgeforstet werden. Dabei gehen wir «Bottom-Up» vor: Wir sprechen mit lokalen Stämmen und Behörden und gehen ausschliesslich in Regionen, in denen unser Engagement ausdrücklich gewünscht ist. Anschliessend prüfen wir die Flächen und schliessen die nötigen Verträge. Wichtig: Wir kaufen in der Regel keine Grundstücke, sondern pachten langfristig. Dadurch dass das Land letztendlich in lokaler Hand verbleibt, vermeiden wir von vornherein etwaige Interessenkonflikte und eröffnen uns gleichzeitig die Möglichkeit, von subventionierten Preisen zu profitieren. So kostet uns ein Hektar in unserem ersten Projekt weniger als 2 CHF pro Jahr.
Bis zu 25 Prozent der Flächen werden also für die Landwirtschaft genutzt. Wieso?
Forstwirtschaft ist ein langzyklisches Geschäft. Durch die teilweise landwirtschaftliche Nutzung werden laufende Cashflows generiert und Nahrung für den lokalen Verbrauch produziert. Auf den Flächen werden unter anderem Mais, Sorghum (Hirse) und Soja angebaut werden.
Sie haben zahlreiche Family Offices gewinnen können, die mit Ihren Vertretern zum Teil auch im Beirat von asc impact sitzen. Welche Rede halten Sie Ihnen?
Unser Fonds ist durch seinen unternehmerischen Ansatz für viele Family Offices attraktiv: Wir bauen eigene Projekte auf und meine Partner ziehen unmittelbar nach Afrika, einer lebt bereits seit einem Jahr in Angola. Die Kombination aus den niedrigen Pachtkosten und der hohen Nachfrage bietet eine hohe Sicherheit und erlauben den Family Offices eine Teilhabe an den Megatrends Afrika und Primärproduktion. Im Ergebnis glauben wir, dass eine Investition in die Forstwirtschaft in Afrika eine Art der Diversifikation ermöglicht, die unabhängig von anderen Regionen und Assetklassen ist. Damit schützen sich gerade Family Office vor den fundamentalen Risiken, die auch in Europa (Stichwort Ukraine) und Nordamerika (Stichwort politische Spaltung) immer sichtbarer werden.
Die politischen Risiken sind nicht unerheblich. Wie sichern Sie sich gegenüber möglichen Einnahme-Einbrüchen?
Genau das ist auch eine zentrale Frage unserer Investoren. Es gibt inzwischen zahlreiche spezialisierte private und staatliche Versicherungen, die uns hier entsprechend zur Seite stehen. Alle von uns getätigten Investitionen werden von diesen Versicherungen beispielsweise gegen Unruhen, behördliche Willkür oder Enteignungen versichert. Damit kann man vom Wachstum Afrikas profitieren und hat sich gleichzeitig gegen eines der damit leider noch immer verbundenen Risiken abgesichert.
Wie generieren Sie Impact?
Unsere Projekte tragen neben der Bindung von etwa 24 Millionen Tonnen CO2 über einen Zeitraum von 10 Jahren auch zu anderen Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen bei. Neben der Förderung des Wirtschaftswachstums in den Zielländern beschäftigen die Projekte auch eine erhebliche Anzahl lokaler Mitarbeiter. Zudem verringert das gewonnene Holz die Abhängigkeit der Zielregionen von importiertem Holz und ersetzt dabei weniger nachhaltige Baustoffe wie Stahl oder Zement. Um es auf den Punkt zu bringen, mit CHF 1 Million Investment erwirken Investoren rund 750’000 Bäume, und 35 Jobs in zehn Jahren und eine attraktive Zielrendite.
Christian Winkler
asc impact
Christian Winkler ist Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter von asc impact, eine unabhängige und inhabergeführte Gesellschaft, die vorwiegend nachhaltige Investments in der Land- und Forstwirtschaft betreut. Bevor er zu asc impact kam, arbeitete Christian rund 12 Jahre im Bereich Risikokapital, als Partner bei b2venture und im Bankwesen bei der Credit Suisse. Christian hat einen doppelten Master-Abschluss in Betriebs- und Volkswirtschaft von den Universitäten Maastricht, Rotterdam und CEMS. Er sitzt auch im neugegründeten Chapter Impact Investing, welcher innerhalb der SECA, der Swiss Private Equity& Corporate Finance Association, gebildet wurde.
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Die internationale Frachtschifffahrt ist im Umbruch. Nachhaltigkeit und alternative Treibstoffe sind die Schlagworte. Aufgrund strengerer Klimaziele konzentrieren sich Reedereien und Investoren nun auf eine neue Generation von Mehrzweckschiffen, wie Patric Käser erklärt.
Wie verändert sich derzeit die weltweite Frachtschiffahrt?
Die kommerzielle Schifffahrt befand sich in den 2010er-Jahren in einer tiefen Krise. Während dieser Zeit wurden praktisch keine neuen Frachtschiffe gebaut, was zur Überalterung der Flottenbestände führte. Mit den Lieferkettenverwerfungen während der Pandemie stiegen die Charterraten wieder auf Niveaus, die es erlaubten, neue, moderne Schiffe zu ordern. Das trifft vor allem für Containerschiffe zu, die nun gebaut und über die nächsten zwei Jahre laufend in Betrieb genommen werden. Da während der Schifffahrtskrise die weltweiten Werftkapazitäten deutlich reduziert wurden, müssen sich die kleineren und im Bau komplexeren Mehrzweckschiffe hintenanstellen, das heisst vor 2026 kann kaum mit dem Bau begonnen werden. Bei Briese ist die Situation etwas anders. Dank unserer Stellung als Weltmarktführer mit eigener Schiffsbauabteilung und langjährigen Werftbeziehungen lassen wir aber bereits die neue Generation Mehrzweckschiff in China bauen.
Die Branche hat sich vor einem Monat strengere Klimaziele gegeben. Wie interpretieren Sie diese?
Die internationale Schiffahrt ist heute für rund 3 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Vor zwei Monaten wurde auf der 80. Sitzung des Ausschusses für den Schutz der Meeresumwelt der IMO eine überarbeitete Treibhausgasstrategie verabschiedet. Die überarbeitete Strategie zielt darauf ab, die Treibhausgasemissionen der internationalen Schifffahrt deutlich zu reduzieren. Die neuen Ziele umfassen eine Verringerung der Emissionen um 20 % bis 2030, eine Verringerung um 70 % bis 2040 (im Vergleich zu den Werten von 2008) und das endgültige Ziel, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Die neuen Vorschriften werden voraussichtlich Mitte 2027 in Kraft treten.
Was heisst das für Redereien und Investoren?
Der Fokus liegt klar auf Treibstoffeffizienz, also Reduktion von Verbrauch und CO2 Emission. Unsere Neubauten sparen bis zu 40% ein. Auch können sie mit alternativem Biotreibstoff, das heisst mit Methanol betrieben werden. Die Ladekapazitäten der Neubauten wurden deutlich gesteigert.
Wieso Mehrzweckschiffe?
Mehrzweckschiffe können flexibel eingesetzt werden, da sie häufig mit Schwerlastkränen ausgestattet sind. Sie transportieren alle Arten von Gütern. Unsere Flotte etwa transportiert u.a. Infrastrukturgüter, wie Brückenköpfen, Eisenbahnwaggons aber auch Windturbinen und Rotorblättern. Jede zweite Windkraftanlage auf der Welt wird mit unserer Flotte transportiert. Und was für Investoren wichtig ist: Die Volatilität der Frachtraten in der Mehrzweckschifffahrt ist relativ tief, vor allem im Vergleich zum Containersektor.
Was heisst dieser Wandel für Briese Schiffahrt?
Briese Schiffahrt ist eine deutsche Reederei in Familienbesitz. Sie ist Weltmarktführerin in der Mehrzweckschifffahrt und gemeinsam mit Investoren im Besitz der weltweit grössten Mehrzweckschiffflotte von über 130 Schiffen. Mit der neuen Generation Mehrzweckschiffe, die im Verlauf von nächstem Jahr in Betrieb genommen werden, eine exklusive und limitierte Gelegenheit in die Zukunft der Mehrzweckschifffahrt zu investieren.
Welche Möglichkeiten bieten Sie Investoren in diesen Bereich an?
Wir richten uns mit unserem Angebot an professionelle Investoren. Direktinvestitionen sind ab EUR 200’000 möglich, verbriefte, bankfähige Lösungen sind auch möglich. Wir streben einen Anlagehorizont von 7 – 10 Jahren an, mit Zielrenditen von 9 – 10 % per annum. Seit 1990 hat Briese Schiffahrt über 169 Schiffe gebaut, gekauft, betrieben und wiederverkauft, die durchschnittliche Gesamtrendite ist deutlich über 10 % per annum.
Patric Käser
Briese Schiffahrt (Schweiz)
Patric Käser, Betriebsökonom FH, ist Geschäftsführer und Mitgründer der Briese Schiffahrt (Schweiz). Er berät und begleitet professionelle Investoren bei Ihren Beteiligungen an Hochsee-Frachtschiffen. Zuvor war er über zwei Jahrzehnte in der Investmentbank der UBS im In- und Ausland tätig. Dort begann seine Leidenschaft für die Transport- und Speditionsbranche. Patric Käser ist langjähriges Mitglied der Wirtschaftskommission von SPEDLOGSWISS – Verband schweizerischer Speditions- und Logistikunternehmen.
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